Gründe und Zwecke

Gründe und Zwecke

Texte zur aktuellen Handlungstheorie

Buch (Taschenbuch)

15,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.03.2010

Herausgeber

Christoph Horn + weitere

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

352

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

15.03.2010

Herausgeber

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

352

Maße (L/B/H)

17,7/10,8/2,3 cm

Gewicht

213 g

Auflage

1. Originalausgabe

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-29550-2

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Aktuelles von der Handlungstheorie

Zitronenblau am 20.01.2021

Bewertungsnummer: 682869

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dieser von Horn und Löhrer herausgegebene Suhrkamp-Band versammelt aktuelle Beiträge rund um das Thema Handlungstheorie. Die einzelnen Positionen können an dieser Stelle nicht rezensiert werden. Der Kern ist die Auseinandersetzung mit der Frage, ob Handlungen kausal oder teleologisch sind. Die kausalen Erklärungstheorien suchen nach Gründen für Handlungen, die teleologischen nach Zwecken. Anders: können wir Handlungen eliminativ naturalisieren oder müssen wir auf alltagspsychologische Erklärungsmodelle zurückgreifen, die den intentionalen Gehalt der 1. Person zum bestimmenden Paradigma der Irreduzibilität sublimieren? Oder kurz: A handelt, weil oder A handelt, um zu. Donald Davidson paradigmatisiert: "Ein primärer Grund für eine Handlung ist deren Ursache." Und hier scheiden sich die Geister, so wie es in den Beiträgen geschrieben steht. M. E. nach - in gänzlicher Laienhaftigkeit - ergeben sich die Begegnungsprobleme in nuce beim Begriff der Handlung per se. Was in concreto ist die Handlung, oder sprechen wir nicht viel mehr bei einer Handlung von Handlungsketten? Müssen wir bei einer Handlungsanalyse nicht auch auf die Zeit achten, d.h. gibt es einen Unterschied zwischen dem, was ich mache, und warum ich es mache und dem, was ich machte, und wozu ich es machte? Die kausale Verknüpfung gibt vor, dass X Ausgangspunkt ist für Y als Folge von X, weil X handelt, um Y. Das X ist allein äußerst klärungsbedürftig. Hungerhaben ist ein Grund, etwas essen zu wollen. Also isst jemand, um satt zu werden. Können wir eine Absicht leugnen? Der Grund der Handlung ist der Hunger, der Zweck ist, satt zu werden. Worin liegt die Ursache von X? Weil jemand Hunger hat, oder weil jemand satt werden will. Worin liegt also die Handlung per se, wenn ich weiß jemand tut bzw. tat etwas? Für mich stellt sich die Frage, was ich analysieren will: die Ursache oder die Wirkung. Versuchen wir Handlungstheorie auf praktische Bezüge hin anzuwenden, z.B. dort, wo die Folgen einer Handlung Wirkungen haben, die vorab eine Entscheidung abnötigen, sodann merken wir, dass gerade naturalistisch-kausale Erklärungsversuche womöglich den Analysten ad absurdum führen. Das Telos bleibt beispielsweise in der betieblichen Entscheidungslehre handlungsdeterminierend, wenigstens -beeinflussend; im Umkehrschluss aber muss eine Ausgangssituation grund-legend sein zur Bestimmung des Telos. Solange also ein dichotomer Diskurs in der Handlungstheorie waltet, geraten wir immer wieder ins Dilemma. Vor diesem Hintergrund sind auch die Beiträge des vorliegenden Bandes nicht Ziel führend, sondern Verlängerungen der dilemmatischen Erklärungsschere und jede Deduktion in ein spezifisches Feld - wie z.B. der betriebswirtschaftlichen Eintscheidungslehre oder aber auch in der Mikrosoziologie - muss von einem Entweder oder Oder ausgehen...
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Aktuelles von der Handlungstheorie

Zitronenblau am 20.01.2021
Bewertungsnummer: 682869
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Dieser von Horn und Löhrer herausgegebene Suhrkamp-Band versammelt aktuelle Beiträge rund um das Thema Handlungstheorie. Die einzelnen Positionen können an dieser Stelle nicht rezensiert werden. Der Kern ist die Auseinandersetzung mit der Frage, ob Handlungen kausal oder teleologisch sind. Die kausalen Erklärungstheorien suchen nach Gründen für Handlungen, die teleologischen nach Zwecken. Anders: können wir Handlungen eliminativ naturalisieren oder müssen wir auf alltagspsychologische Erklärungsmodelle zurückgreifen, die den intentionalen Gehalt der 1. Person zum bestimmenden Paradigma der Irreduzibilität sublimieren? Oder kurz: A handelt, weil oder A handelt, um zu. Donald Davidson paradigmatisiert: "Ein primärer Grund für eine Handlung ist deren Ursache." Und hier scheiden sich die Geister, so wie es in den Beiträgen geschrieben steht. M. E. nach - in gänzlicher Laienhaftigkeit - ergeben sich die Begegnungsprobleme in nuce beim Begriff der Handlung per se. Was in concreto ist die Handlung, oder sprechen wir nicht viel mehr bei einer Handlung von Handlungsketten? Müssen wir bei einer Handlungsanalyse nicht auch auf die Zeit achten, d.h. gibt es einen Unterschied zwischen dem, was ich mache, und warum ich es mache und dem, was ich machte, und wozu ich es machte? Die kausale Verknüpfung gibt vor, dass X Ausgangspunkt ist für Y als Folge von X, weil X handelt, um Y. Das X ist allein äußerst klärungsbedürftig. Hungerhaben ist ein Grund, etwas essen zu wollen. Also isst jemand, um satt zu werden. Können wir eine Absicht leugnen? Der Grund der Handlung ist der Hunger, der Zweck ist, satt zu werden. Worin liegt die Ursache von X? Weil jemand Hunger hat, oder weil jemand satt werden will. Worin liegt also die Handlung per se, wenn ich weiß jemand tut bzw. tat etwas? Für mich stellt sich die Frage, was ich analysieren will: die Ursache oder die Wirkung. Versuchen wir Handlungstheorie auf praktische Bezüge hin anzuwenden, z.B. dort, wo die Folgen einer Handlung Wirkungen haben, die vorab eine Entscheidung abnötigen, sodann merken wir, dass gerade naturalistisch-kausale Erklärungsversuche womöglich den Analysten ad absurdum führen. Das Telos bleibt beispielsweise in der betieblichen Entscheidungslehre handlungsdeterminierend, wenigstens -beeinflussend; im Umkehrschluss aber muss eine Ausgangssituation grund-legend sein zur Bestimmung des Telos. Solange also ein dichotomer Diskurs in der Handlungstheorie waltet, geraten wir immer wieder ins Dilemma. Vor diesem Hintergrund sind auch die Beiträge des vorliegenden Bandes nicht Ziel führend, sondern Verlängerungen der dilemmatischen Erklärungsschere und jede Deduktion in ein spezifisches Feld - wie z.B. der betriebswirtschaftlichen Eintscheidungslehre oder aber auch in der Mikrosoziologie - muss von einem Entweder oder Oder ausgehen...

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