David begibt sich auf eine Reise nach Barcelona, wo er zufällig Silvia begegnet, deren Mann Philippe ein Jahr zuvor verstorben war. Philippe und David sind äußerlich Doppelgänger. David ist fasziniert von der Vorstellung des anderen Ichs und dessen früheren Leben. Silvia und ihre Familie hingegen wissen zunächst nicht wie sie mit der Situation umgehen sollen, begeben sie sich doch fortlaufend durch ein Wechselbad an Emotionen. Dennoch können sie nicht davon ablassen, David immer wieder zu treffen.
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Stell dir vor, du fährst ins Ausland und wirst dort von einer völlig fremden Person mit deinem verstorbenen Doppelgänger verwechselt. Bisher wusstest du noch nicht einmal, dass den gibt
So ergeht es David, der in Barcelona einen Freund besucht. Als er auf dem Markt einkauft, wird eine Frau bei seinem Anblick fast ohnmächtig. Immerhin hat Silvia ihren Mann erst vor gut einem Jahr verloren. Dass der genauso aussah wie David, beweist sie mit einem Foto.
Der Autor hat eine spannende Erzählung entwickelt, die einen regelrechten Sog auf mich ausübte. Dabei bediente er sich einer sehr distanzierten Sprache, die wenig Gefühle aufkommen ließ. Obwohl ich im allgemeinen Ebooks eher meide, fiel es mir schwer, diese komprimiert erzählte Geschichte zur Seite zu legen.
Eigentlich mag ich diesen Erzählstil fast ohne wörtliche Rede nicht besonders. Doch nachdem ich mich bereits mit dem Nachfolgeband (Erinnerungen an Philippe) eingelesen hatte, gefielen mir diese tagebuchähnlichen Kapitel so gut, dass ich mich schon auf den dritten Band dieser Trilogie freue. Dort werden hoffentlich weitere aufgekommene Fragen nach dieser Laune der Natur beantwortet. Denn bisher scheint jeder verwandtschaftliche Zusammenhang zwischen David und Philippe ausgeschlossen.
David Adolphy und der andere Ich
Nisnis aus Dortmund am 29.04.2016
Bewertungsnummer: 950148
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
David Adolphy reist nach Barcelona um mit Jonas an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Kaum in Barcelona angekommen, rennt eine Frau in David hinein. Silvia ist geschockt David zu begegnen, denn er gleicht ihrem vor sechs Monaten verstorbenen Ehemann Philippe ohne Gleichen.
Reflektionen:
Dieses nur 118 seitenstarke Buch ist der Debütroman von Autor Jürgen Vogel. Sein leichtfüßiger, klarer Schreibstil begegnet mir auf angenehme Weise. Jürgen Vogel erzählt von Barcelona. Er beschreibt die Schauplätze in einer spätsommerlichen Szenerie beinahe liebevoll, die mir den spanischen Flair näher bringt.
Schnell bin ich im Geschehen der kurzweiligen Handlung angekommen und gefesselt, als Silvia auf einem Markt in Barcelona in David hineinrennt. Silvia ist geschockt und ihre Augen spiegeln Emotionen wie Hoffnung, Ungläubigkeit, Schmerz, Entsetzen und Angst wieder, die wiederum David verwundern. Die Begegnung dieser beiden Hauptcharaktere ist emotional erzählt. Bald erfährt David, warum Silvia so extrem auf ihn reagiert. Sie sieht in David ihren vor einigen Monaten nach einem brutalen Überfall verstorbenen Ehemann, den sie unendlich liebte. David und Philippe gleichen sich wie Zwillinge. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild der beiden ist unfassbar ähnlich, sondern auch Ihre Gestik und ihr Mimenspiel.
Silvia und David verbindet von nun an eine schöne Zeit mit interessanten und emotionalen Begegnungen, die mich oftmals sehr berühren. Silvias Kinder werden feinfühlig mit hinein in diese außergewöhnliche Situation geführt, doch anfangs überwiegt die Skepsis. An dieser Stelle kann ich kaum weiter auf die Handlung eingehen ohne zu spoilern, denn zu kurz ist dieser lesenswerte Roman, der aus Sicht von David erzählt wird.
Von Davids Freunden Jonas, Computerspezialist, und Mireia, Grafikdesignerin, erfährt der Leser nur sehr wenig. Wohl aber sind sie gute Freunde von David, die ihm beste Gastfreundschaft entgegen bringen.
Doch, Seite um Seite steigt meine Erwartung auf mehr Informationen. Die Geschichte als solche ist wirklich schön zu lesen und interessant, doch fehlt mir hier noch etwas Handlungstiefe. Ich erfahre nicht alles was ich wissen möchte und viele Dinge bleiben rätselhaft und unbeantwortet.
Zwischen den kurzen Kapiteln blitzt ab und an ein weiterer Erzählstrang auf. Er umfasst Auszüge aus Davids Träumen, die weitere spannende Rätsel aufgeben. Unter anderem tauchen hierin immer wieder skurrile Dreiecke auf, dessen Bedeutung bis zur letzten Seite nicht annähernd erläutert werden. Auch wenn ich es manches Mal gern mag Offenes und Ungeschriebenes selbst mit meiner Fantasie zu befüllen, bleibe ich hier dennoch als ratloser Leser zurück. Da der Schreibstil und die Geschichte gern von mir gelesen wurden, bin ich darüber etwas enttäuscht.
Der Autor hat Talent zu schreiben und doch verschenkt er hier noch viel Potenzial, um den Leser letztendlich vollständig lese glücklich zu machen. Der zweite Roman von Autor Jürgen Vogel "Erinnerungen an Philippe" wird sicher die Geheimnisse dieses Romans lüften, doch Geduld bis dahin ist nicht meine Stärke.
Am Ende der Geschichte frage ich mich, ob der Roman im Genre Roman sicher platziert ist, oder ob er sich bei einer Fortsetzung beinahe zum Kriminalroman wandeln könnte, wenn das Geheimnis um die beiden zwillingshaft ähnlichen Protagonisten David und Philippe hoffentlich gelüftet wird.
Mein Fazit:
Ein lesenswerter Roman mit sympathischen Protagonisten und mit historischen Einschüben über Barcelona, dem jedoch eine etwas harmonisch abgerundete und informativere Weiterführung der Handlung gut getan hätte. Dennoch, ich bin neugierig auf den zweiten Roman, der mir Hoffnung auf die Auflösung der bisher ungelösten Rätsel macht.
Meine Bewertung fällt mir bei diesem Roman schwer, da ich normalerweise keine halben Sterne vergebe. Heute muss ich jedoch eine Ausnahme machen, denn drei Sterne sind deutlich zu wenig und für vier Sterne fehlte mir noch etwas Tiefe.
bis
Tipp:
Wer zu recht neugierig geworden ist, der kann sich auf der Homepage des Autors weiter informieren. Wer David Adolphy kennen lernen möchten, der begegnet ihm auf Google + und Twitter.
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