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Britt-Marie war hier

Roman

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Beschreibung

Der wundervolle Bestseller um eine außergewöhnliche Heldin, die man einfach lieben muss. So humorvoll und berührend wie »Ein Mann namens Ove«.

Britt-Marie liebt die Ordnung. Aber wer liebt Britt-Marie? Als sie plötzlich ganz allein dasteht, verschlägt sie ein Zufall nach Borg. Borg ist ein abgehängter Ort, in dem außer dem Dorfladen nichts mehr zu funktionieren scheint. Ein Ort, in dem eigentlich keiner mehr Hoffnung hat. Doch Britt-Marie tut, was sie tun muss: Sie räumt auf in Borg ... Ein unglaublich bewegender und witziger Roman übers Neustarten und Mitspielen. Einfühlsam und mit seinem einzigartigen Humor geschrieben vom schwedischen Bestseller-Autor Fredrik Backman.

»Fredrik Backman ist abermals ein echtes Meisterwerk gelungen.« Der Westen

»Mit so viel aufrichtiger Herzenswärme und Lebensklugheit erzählt, dass man versteinert sein muss, um davon nicht berührt zu werden.« Neue Presse

›Britt-Marie‹ ist ein ungemein warmherziges Plädoyer für alle Außenseiter. Ein entschiedenes Signal für Toleranz und Mitmenschlichkeit. […]Fredrik Backman ist abermals ein echtes Meisterwerk gelungen. ("der westen.de")
Quasi per Wimpernschlag wechselt die Geschichte von komisch zu tragisch und erhält so einen verblüffenden Tiefgang ("Kölnische Rundschau")
Eine Geschichte, die komisch und traurig ist – und die schönste Hommage an die lebensverändernde Kraft des Fußballs seit Nick Hornbys ›Fever Pitch‹. ("Hamburger Morgenpost")
Das neue Buch geht noch ein bisschen mehr ans Herz, ist mindestens genauso lustig – und ganz nebenbei noch eine poetische Liebeserklärung an den Fußball. ("Trierischer Volksfreund")
Skurril rührend und schreiend komisch geht es wieder zur Sache, lesen und ergriffen werden. ("Kamikaze Radio")
mit so viel aufrichtiger Herzenswärme und Lebensklugheit erzählt, dass man versteinert sein muss, um davon nicht berührt zu werden. ("Neue Presse")
Mit knapper, punktgenauer Sprache und viel Gespür für eigenwillige Sonderlinge gelingt ihm erneut eine »Sonnenscheingeschichte«, die Mut macht, die Segel immer wieder neu zu setzen. ("Food & Friends")
Vor allem aber sind es die grandiose Erzählweise und der unglaubliche Sprachwitz, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen. Ein ganz großes Kompliment! ("Klappe auf – Das Kulturmagazin der Region Karlsruhe")

Details

Verkaufsrang

14820

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.05.2017

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

19/12,9/3,2 cm

Beschreibung

Details

Verkaufsrang

14820

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

24.05.2017

Verlag

Fischer Taschenbuch Verlag

Seitenzahl

400

Maße (L/B/H)

19/12,9/3,2 cm

Gewicht

347 g

Auflage

4. Auflage

Originaltitel

Britt-Marie var här

Übersetzer

Stefanie Werner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-596-03331-7

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Damit das Leben endlich anfängt – die Geschichte eines Neuanfangs

Igelmanu66 aus Mülheim am 21.01.2018

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

»Das Arbeitsamt öffnet um 9 Uhr. Britt-Marie wartet, bis es 9.02 Uhr ist, dann geht sie hinein, weil sie wirklich nicht den Eindruck erwecken will, sie sei kleinkariert.« Eigentlich sollte Britt-Marie gar nicht beim Arbeitsamt sein. Eigentlich sollte sie in ihrem Zuhause sein, sollte putzen, bügeln und aufräumen, so wie an jedem normalen Tag. Sie ist 63 Jahre alt und wartet schon ihr ganzes Leben lang darauf, dass es endlich anfängt. Bis es soweit ist, verschafft sie ihrem Mann ein perfekt gepflegtes und sauberes Heim und übersieht dabei geflissentlich bestimmte Dinge, bis sie sie eines Tages nicht mehr übersehen kann. Als Resultat findet sie sich in einem runtergekommenen Kaff namens Borg wieder, inmitten von Kindern und Jugendlichen, deren Lebensinhalt nur aus Fußball zu bestehen scheint. Britt-Marie hasst Fußball, aber sie macht sich an die Arbeit… Von Fredrik Backman habe ich bereits „Ein Mann namens Ove“ gelesen. Wie Ove ist auch Britt-Marie ein recht spezieller Charakter, der in seinen Eigenarten zugleich ungewöhnlich als auch vertraut wirkt, über den man einerseits lachen kann, der aber auch sehr nachdenklich macht. Wie sie alles wieder und wieder putzt, sämtliche Tagesaktivitäten penibel durchplant und in Listen einträgt, die dann sklavisch befolgt werden müssen, ist schon skurril und sorgt beim Lesen für Erheiterung. Doch merkt man im Verlauf des Buchs immer deutlicher, weshalb sie all das tut, wie sie zu einem solchen Menschen werden konnte und dass sie im Grunde und von ihren Bedürfnissen und Wünschen her nicht anders ist, als jeder andere auch. Betroffen erkennt man, dass Britt-Marie eine Frau ist, die tief in sich nicht glauben kann, dass irgendetwas, das sie tut, von Bedeutung ist. Und die sich doch zugleich nichts mehr als das wünscht. Das Ergebnis ist eine unterhaltsame Geschichte, witzig und mit treffenden Worten geschrieben, die sich um die Suche nach einem Sinn im Leben dreht, um den Wunsch nach Anerkennung, um Träume, Hoffnungen und den Mut zu einem Neuanfang. Dabei spart der Autor nicht mit Gesellschaftskritik, in vielen Vorfällen und Ansichten erkennt man Vertrautes wieder – womöglich sogar bei sich selbst? Und wer die Protagonistin anfangs vielleicht für unsozial, unselbständig und unflexibel gehalten hat, wird die ein oder andere Überraschung erleben. Speziell das Ende fand ich überaus gelungen! Fazit: Wieder eine tolle Geschichte von Fredrik Backman, unterhaltsam und nachdenklich machend zugleich! Ich weiß jetzt, dass ich auch noch seine weiteren Bücher lesen muss! »Wir wollen, dass jemand weiß, dass wir hier sind. Dass es nicht egal ist.«

Damit das Leben endlich anfängt – die Geschichte eines Neuanfangs

Igelmanu66 aus Mülheim am 21.01.2018
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

»Das Arbeitsamt öffnet um 9 Uhr. Britt-Marie wartet, bis es 9.02 Uhr ist, dann geht sie hinein, weil sie wirklich nicht den Eindruck erwecken will, sie sei kleinkariert.« Eigentlich sollte Britt-Marie gar nicht beim Arbeitsamt sein. Eigentlich sollte sie in ihrem Zuhause sein, sollte putzen, bügeln und aufräumen, so wie an jedem normalen Tag. Sie ist 63 Jahre alt und wartet schon ihr ganzes Leben lang darauf, dass es endlich anfängt. Bis es soweit ist, verschafft sie ihrem Mann ein perfekt gepflegtes und sauberes Heim und übersieht dabei geflissentlich bestimmte Dinge, bis sie sie eines Tages nicht mehr übersehen kann. Als Resultat findet sie sich in einem runtergekommenen Kaff namens Borg wieder, inmitten von Kindern und Jugendlichen, deren Lebensinhalt nur aus Fußball zu bestehen scheint. Britt-Marie hasst Fußball, aber sie macht sich an die Arbeit… Von Fredrik Backman habe ich bereits „Ein Mann namens Ove“ gelesen. Wie Ove ist auch Britt-Marie ein recht spezieller Charakter, der in seinen Eigenarten zugleich ungewöhnlich als auch vertraut wirkt, über den man einerseits lachen kann, der aber auch sehr nachdenklich macht. Wie sie alles wieder und wieder putzt, sämtliche Tagesaktivitäten penibel durchplant und in Listen einträgt, die dann sklavisch befolgt werden müssen, ist schon skurril und sorgt beim Lesen für Erheiterung. Doch merkt man im Verlauf des Buchs immer deutlicher, weshalb sie all das tut, wie sie zu einem solchen Menschen werden konnte und dass sie im Grunde und von ihren Bedürfnissen und Wünschen her nicht anders ist, als jeder andere auch. Betroffen erkennt man, dass Britt-Marie eine Frau ist, die tief in sich nicht glauben kann, dass irgendetwas, das sie tut, von Bedeutung ist. Und die sich doch zugleich nichts mehr als das wünscht. Das Ergebnis ist eine unterhaltsame Geschichte, witzig und mit treffenden Worten geschrieben, die sich um die Suche nach einem Sinn im Leben dreht, um den Wunsch nach Anerkennung, um Träume, Hoffnungen und den Mut zu einem Neuanfang. Dabei spart der Autor nicht mit Gesellschaftskritik, in vielen Vorfällen und Ansichten erkennt man Vertrautes wieder – womöglich sogar bei sich selbst? Und wer die Protagonistin anfangs vielleicht für unsozial, unselbständig und unflexibel gehalten hat, wird die ein oder andere Überraschung erleben. Speziell das Ende fand ich überaus gelungen! Fazit: Wieder eine tolle Geschichte von Fredrik Backman, unterhaltsam und nachdenklich machend zugleich! Ich weiß jetzt, dass ich auch noch seine weiteren Bücher lesen muss! »Wir wollen, dass jemand weiß, dass wir hier sind. Dass es nicht egal ist.«

Britt-Marie war hier

Bewertung am 11.01.2022

Bewertet: Hörbuch-Download

Ich kenne von Fredrik Bachman bisher nur den Film "Ein Mann namens Ove", ich habe noch keines seiner Bücher gelesen und "Britt-Marie war hier" ist mein erstes Hörbuch des Autors. Heikko Deutschmann liest das knapp über 8 Stunden lange Hörbuch sehr amüsant und angenehm vor, da passt jede Tonmelodie und jeder Akzent - und jedes "so!" von Britt-Marie. Anfangs ist die Dame etwas gewöhnungsbedürftig mit all ihren Marotten, aber schon bald gewinnt man sie auf ihre eigene Art lieb und muss einfach weiterhören. Traurig, wie Britt-Maries Leben bisher verlaufen ist, ebenso traurig, wie es nun läuft, ohne Kent, aber mit vielen fußballspielenden Kindern und anderen Personen um sich rum ("die junge Frau" vom Arbeitsamt, "Jemand", Kinder mit eigenen und fremden Namen). Die Begeisterung der Anwohner von Borg für Fußball kann Britt-Marie nicht nachvollziehen, sie putzt lieber rund um die Uhr alles mit Natron und ihrem Spezialfensterreiniger (dafür können sich die anderen nicht begeistern). Die "Fußballer" und Britt-Marie freunden sich langsam an, Britt-Marie wird lockerer und merkt, dass das gar nicht so verkehr ist. Dann taucht auch Kent wieder auf und Britt-Marie muss sich entscheiden. Sie weiß nun, was sie will - für sich und für die anderen. Nicht immer ganz ernst zu nehmen, aber doch auf eigene Weise ernsthaft, witzig, traurig und absolut hörenswert. 4 gute Sterne!

Britt-Marie war hier

Bewertung am 11.01.2022
Bewertet: Hörbuch-Download

Ich kenne von Fredrik Bachman bisher nur den Film "Ein Mann namens Ove", ich habe noch keines seiner Bücher gelesen und "Britt-Marie war hier" ist mein erstes Hörbuch des Autors. Heikko Deutschmann liest das knapp über 8 Stunden lange Hörbuch sehr amüsant und angenehm vor, da passt jede Tonmelodie und jeder Akzent - und jedes "so!" von Britt-Marie. Anfangs ist die Dame etwas gewöhnungsbedürftig mit all ihren Marotten, aber schon bald gewinnt man sie auf ihre eigene Art lieb und muss einfach weiterhören. Traurig, wie Britt-Maries Leben bisher verlaufen ist, ebenso traurig, wie es nun läuft, ohne Kent, aber mit vielen fußballspielenden Kindern und anderen Personen um sich rum ("die junge Frau" vom Arbeitsamt, "Jemand", Kinder mit eigenen und fremden Namen). Die Begeisterung der Anwohner von Borg für Fußball kann Britt-Marie nicht nachvollziehen, sie putzt lieber rund um die Uhr alles mit Natron und ihrem Spezialfensterreiniger (dafür können sich die anderen nicht begeistern). Die "Fußballer" und Britt-Marie freunden sich langsam an, Britt-Marie wird lockerer und merkt, dass das gar nicht so verkehr ist. Dann taucht auch Kent wieder auf und Britt-Marie muss sich entscheiden. Sie weiß nun, was sie will - für sich und für die anderen. Nicht immer ganz ernst zu nehmen, aber doch auf eigene Weise ernsthaft, witzig, traurig und absolut hörenswert. 4 gute Sterne!

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Laura Marquardt

Mayersche Gütersloh

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5/5

Von der Nervensäge zur Herzensdame

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Britt-Marie ist – und hat es – nicht einfach. Als sie sich für die Trennung von ihrem Mann entscheidet, beschließt, ihren ersten richtigen Job anzunehmen und außerdem in eine fremde Gegend zieht, muss sie einige verstörende Erfahrungen machen. Dass manche Leute ihre Besteckschublade nicht ordentlich zu halten wissen. Und, schlimmer noch: Dass manchmal selbst Natron nichts mehr retten kann. Obwohl das Cover thematisch perfekt passt, erzählt es (dem vorurteilsbehafteten Leser) doch sehr von einer simplen, beinahe trivialen Komödie schnarchnasigen Humors – aus diesem Grund habe ich die vorigen Romane von Fredrik Backman nicht gelesen. Deren überschäumende Beliebtheit (vor allem Oves) machte mich dann doch neugierig auf Britt-Marie. Eines (das wohl Wichtigste) sei vorweg klar gestellt: Sie ist weder simpel noch schnarchnasig. Im Gegenteil! Es war wundervoll, eine so komplexe, interessante und einzigartige Romanfigur zu erleben. Eine glaubwürdige, unglaubliche Frau, die man zunächst nicht ausstehen kann, um sie schließlich in sein Herz zu schließen: neurotisch, nervig, liebevoll, sensibel, mutig. Und wie von einem anderen Planeten. Backman räumt in seiner Danksagung ein, ein Anfänger zu sein, der viel zu lernen habe. Pustekuchen. Zumindest, was seine Protagonisten angeht, beherrscht er sein Handwerk offensichtlich meisterhaft. Sie durchleben einen Prozess – oder anders: Ein Prozess rüttelt und schüttelt sie durch. Äußerlich mag die Handlung nur wenig actionreich und eher alltäglich erscheinen (bis auf Höhe- beziehungsweise Tiefpunkte); die eigentliche Handlung spielt sich im Geist der Figuren ab. Zu Beginn des eben erwähnten Prozesses sah ich bereits meine Hoffnungen schwinden. Britt-Marie war mir doch sehr unsympathisch und selbst Dialoge schienen zäh, das war nun einmal ihr besonderes Talent: dem Gegenüber ein Gefühl des Unbehagens zu bereiten. Die Komik dieser Szenen empfand ich eher als frustrierend. Wenn man jedoch geduldig bleibt, wird man relativ schnell damit belohnt, dass diese langweiligeren Stellen bald wirklich komischen, herzzerreißenden, intensiv emotionalen Stellen Platz machen. Dazu trägt der ironische, gewissermaßen eigenartige (weil womöglich für den Autor charakteristische) Schreibstil bei. Er schafft es, vollkommen unkompliziert und flüssig zu bleiben, obwohl man doch manchmal, eben wegen der omnipräsenten Ironie, etwas mehr nachgrübeln muss. Wenn man, so wie ich, zwischendurch grundlos nicht begreift, wann eine Aussage gegenteilig oder ernsthaft gemeint ist. Lediglich beim Fußball hätte ich mir etwas mehr Zurückhaltung gewünscht: Der Autor scheint ein wirklicher Fan zu sein, meinetwegen. Fußball bildet hier den Hintergrund, die Bühne der Handlung sozusagen, wie eine Leitung, über die Menschen global miteinander kommunizieren können. Mit der Wahl der Lieblingsmannschaft stellt man seinen Platz in der Welt und vielmehr seine Persönlichkeit klar. Das finde ich absolut in Ordnung. Fußball finde ich an sich auch okay, aber ich bin überhaupt kein „Fan“, weil ich allgemein schon das „Fansein“ (vor allem beim Fußball) nicht leiden kann. Deshalb erscheinen mir bisweilen wiederholte Liebesbekundungen an diesen Sport etwas übertrieben. Wahrscheinlich war es für die Entwicklung Britt-Maries wichtig, sie zunächst möglichst unsympathisch darzustellen. So wird dem Leser vor Augen geführt, inwiefern er einem Menschen negative Stempel aufdrückt, noch bevor er hinter die Geschichte seines merkwürdigen Benehmens kommt. Ich glaube ja ohnehin, dass man so gut wie jede Person mögen kann, wenn man erst weiß, weshalb sie sich wie verhält. Dazu muss man sich nicht gleich deren Kindheitstraumata vor Augen führen, es reicht auch, offen und tolerant zu sein und auch schon die bloße Bereitschaft, zuzuhören, wenn jemand den sehnlichen Wunsch hat, zu erzählen. Im Fall von Britt-Marie hat es sich für mich gelohnt. Ganz ehrlich, der Titel passt so perfekt: Sie war hier. Nicht nur in Borg, sondern besonders in meinem Kopf und irgendwie auch in meinem Herzen (denn ich habe geflennt wie ein Baby), wo sie (vor allem im Kopf) einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Und mich dazu angeregt, auch die anderen Romane von Backman zu lesen.
5/5

Von der Nervensäge zur Herzensdame

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Britt-Marie ist – und hat es – nicht einfach. Als sie sich für die Trennung von ihrem Mann entscheidet, beschließt, ihren ersten richtigen Job anzunehmen und außerdem in eine fremde Gegend zieht, muss sie einige verstörende Erfahrungen machen. Dass manche Leute ihre Besteckschublade nicht ordentlich zu halten wissen. Und, schlimmer noch: Dass manchmal selbst Natron nichts mehr retten kann. Obwohl das Cover thematisch perfekt passt, erzählt es (dem vorurteilsbehafteten Leser) doch sehr von einer simplen, beinahe trivialen Komödie schnarchnasigen Humors – aus diesem Grund habe ich die vorigen Romane von Fredrik Backman nicht gelesen. Deren überschäumende Beliebtheit (vor allem Oves) machte mich dann doch neugierig auf Britt-Marie. Eines (das wohl Wichtigste) sei vorweg klar gestellt: Sie ist weder simpel noch schnarchnasig. Im Gegenteil! Es war wundervoll, eine so komplexe, interessante und einzigartige Romanfigur zu erleben. Eine glaubwürdige, unglaubliche Frau, die man zunächst nicht ausstehen kann, um sie schließlich in sein Herz zu schließen: neurotisch, nervig, liebevoll, sensibel, mutig. Und wie von einem anderen Planeten. Backman räumt in seiner Danksagung ein, ein Anfänger zu sein, der viel zu lernen habe. Pustekuchen. Zumindest, was seine Protagonisten angeht, beherrscht er sein Handwerk offensichtlich meisterhaft. Sie durchleben einen Prozess – oder anders: Ein Prozess rüttelt und schüttelt sie durch. Äußerlich mag die Handlung nur wenig actionreich und eher alltäglich erscheinen (bis auf Höhe- beziehungsweise Tiefpunkte); die eigentliche Handlung spielt sich im Geist der Figuren ab. Zu Beginn des eben erwähnten Prozesses sah ich bereits meine Hoffnungen schwinden. Britt-Marie war mir doch sehr unsympathisch und selbst Dialoge schienen zäh, das war nun einmal ihr besonderes Talent: dem Gegenüber ein Gefühl des Unbehagens zu bereiten. Die Komik dieser Szenen empfand ich eher als frustrierend. Wenn man jedoch geduldig bleibt, wird man relativ schnell damit belohnt, dass diese langweiligeren Stellen bald wirklich komischen, herzzerreißenden, intensiv emotionalen Stellen Platz machen. Dazu trägt der ironische, gewissermaßen eigenartige (weil womöglich für den Autor charakteristische) Schreibstil bei. Er schafft es, vollkommen unkompliziert und flüssig zu bleiben, obwohl man doch manchmal, eben wegen der omnipräsenten Ironie, etwas mehr nachgrübeln muss. Wenn man, so wie ich, zwischendurch grundlos nicht begreift, wann eine Aussage gegenteilig oder ernsthaft gemeint ist. Lediglich beim Fußball hätte ich mir etwas mehr Zurückhaltung gewünscht: Der Autor scheint ein wirklicher Fan zu sein, meinetwegen. Fußball bildet hier den Hintergrund, die Bühne der Handlung sozusagen, wie eine Leitung, über die Menschen global miteinander kommunizieren können. Mit der Wahl der Lieblingsmannschaft stellt man seinen Platz in der Welt und vielmehr seine Persönlichkeit klar. Das finde ich absolut in Ordnung. Fußball finde ich an sich auch okay, aber ich bin überhaupt kein „Fan“, weil ich allgemein schon das „Fansein“ (vor allem beim Fußball) nicht leiden kann. Deshalb erscheinen mir bisweilen wiederholte Liebesbekundungen an diesen Sport etwas übertrieben. Wahrscheinlich war es für die Entwicklung Britt-Maries wichtig, sie zunächst möglichst unsympathisch darzustellen. So wird dem Leser vor Augen geführt, inwiefern er einem Menschen negative Stempel aufdrückt, noch bevor er hinter die Geschichte seines merkwürdigen Benehmens kommt. Ich glaube ja ohnehin, dass man so gut wie jede Person mögen kann, wenn man erst weiß, weshalb sie sich wie verhält. Dazu muss man sich nicht gleich deren Kindheitstraumata vor Augen führen, es reicht auch, offen und tolerant zu sein und auch schon die bloße Bereitschaft, zuzuhören, wenn jemand den sehnlichen Wunsch hat, zu erzählen. Im Fall von Britt-Marie hat es sich für mich gelohnt. Ganz ehrlich, der Titel passt so perfekt: Sie war hier. Nicht nur in Borg, sondern besonders in meinem Kopf und irgendwie auch in meinem Herzen (denn ich habe geflennt wie ein Baby), wo sie (vor allem im Kopf) einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Und mich dazu angeregt, auch die anderen Romane von Backman zu lesen.

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Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Britt-Marie landet nach der Trennung von Kent in der Pampa-nämlich in Borg. Aber wer kennt Borg schon? Niemand...Und wer kennt Britt-Marie? Eine Geschichte über eine Frau-die nirgends richtig willkommen ist. Es liest sich wunderbar...manchmal ist es skurril und schräg. Und manchmal zum weinen . Am Anfang tat sie mir leid...die Arme. Aber wer hätte das gedacht...Britt-Marie findet Zugang zu den Menschen in Borg, findet eine Arbeit..Und das Beste...sie findet Freunde..(das erste mal) Doch nun völlig unerwartet steht Kent vor ihrer Tür. Möchte sie tatsächlich in ein Leben voller Abhängigkeit zurück??
5/5

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Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Britt-Marie landet nach der Trennung von Kent in der Pampa-nämlich in Borg. Aber wer kennt Borg schon? Niemand...Und wer kennt Britt-Marie? Eine Geschichte über eine Frau-die nirgends richtig willkommen ist. Es liest sich wunderbar...manchmal ist es skurril und schräg. Und manchmal zum weinen . Am Anfang tat sie mir leid...die Arme. Aber wer hätte das gedacht...Britt-Marie findet Zugang zu den Menschen in Borg, findet eine Arbeit..Und das Beste...sie findet Freunde..(das erste mal) Doch nun völlig unerwartet steht Kent vor ihrer Tür. Möchte sie tatsächlich in ein Leben voller Abhängigkeit zurück??

K. Meyer
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