Hitler

Hitler

Selbstverständnis eines Revolutionärs

Buch (Gebundene Ausgabe)

38,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.06.2017

Verlag

Olzog ein Imprint der Lau Verlag & Handel KG

Seitenzahl

724

Maße (L/B/H)

23,3/16,3/5,3 cm

Beschreibung

Rezension

»Nach gut 30 Jahren abermaliger Lektüre wirkt Zitelmanns anregende Untersuchung keineswegs veraltet oder gar überholt, im Gegenteil: Sie erfährt von neueren Arbeiten über NS-Sozial- und Wirtschaftspolitik sowie 'Volksgemeinschaft' ihre zusätzliche Bestätigung.« Prof. Dr. Wolfgang Michalka, Das Historisch-Politische Buch, Jahrgang 66, Heft 2

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

21.06.2017

Verlag

Olzog ein Imprint der Lau Verlag & Handel KG

Seitenzahl

724

Maße (L/B/H)

23,3/16,3/5,3 cm

Gewicht

1182 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95768-189-8

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Revolutionär Hitler - ein interessanter Ansatz?

Peter Ball aus Krefeld am 31.01.2022

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In seiner 1973 erschienenen Hitlerbiographie stellt Joachim Fest ein interessantes Gedankenexperiment an. Er stellt offen die Frage, wie Hitler in die deutsche Geschichte eingegangen wäre, wenn er vor Kriegs- und Holocaustbeginn einem Attentat zum Opfer gefallen wäre. Hätte man ihn dann als einen Erneuerer angesehen, der damit begann, Deutschland in einer Zeit der großen Krise wieder aufzurichten, Arbeitsplätze zu schaffen und Sozialordnungen neu zu gestalten? Hätte man in ihm den Revolutionär gesehen, für den er sich offenbar selbst hielt? An diesem Kulminationspunkt in Hitlers Leben setzt das Buch von Rainer Zitelmann an. Die Fragen, mit denen Zitelmann beginnt, sind zugegebenermaßen im Hinblick auf Hitlers Karriere schon oft gestellt worden - worin nämlich seine Faszination und die seiner Bewegung bereits in seiner Kampf- und frühen Regierungszeit bestand, also in einer Zeit des Wirkens, in der weder das "Lebensraumthema" noch die Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen explizit und kontinuierlich thematisiert wurden. Zitelmann bezeichnet die Beantwortung dieser Fragen als gerade für die Nachwelt existentiell, da sie zum einen einer jüngeren Generation erklären kann, weshalb Eltern/Großeltern Hitler so bereitwillig gefolgt sind und zum anderen denen den Wind aus den Segeln nehmen kann, die den Holocaust bis heute leugnen. Die These von Hitler als Revolutionär ist nicht völlig neu - einige seiner Biographen (Kershaw, Pyta, Ullrich oder Longerich), denen Zitelmann sich in einem vor der eigentlichen Einleitung vorangestellten Kapitel widmet, ziehen diesen Ansatz zwar in Betracht, verwerfen ihn aber im weiteren Verlauf (schnell) wieder. Was Zitelmanns Buch jedoch einzigartig macht, ist der Versuch eines Nachweises dieser These ausschließlich anhand von Zitaten Hitlers, wofür der Autor sämtliche existierenden Aufzeichnungen und Reden zusammengetragen und hierauf hin analysiert hat - so entsteht im Verlauf des Buches eine nahezu vollständige Sicht der Welt, wie Hitler sie offensichtlich hatte. Hitlers Verständnis von Revolution, dem Staat als Diener des Volkes und dem Recht des Volkes zur Revolution, wenn der Staat zum Selbstzweck verkommt - das klingt heute noch fortschrittlich und modern. Die Monstrosität der später noch folgenden Ereignisse macht es einem jedoch sehr schwer, von der durchaus überzeugenden Nachweisführung Zitelmanns fasziniert zu sein, da man sich selbst unwillkürlich dabei als jemanden ertappt, der das Grauen vielleicht relativiert. Trotz allem eine sehr gelungene Analyse, die weit über die Thematik einer herkömmlichen Biografie hinausgeht. Herausragend.

Revolutionär Hitler - ein interessanter Ansatz?

Peter Ball aus Krefeld am 31.01.2022
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

In seiner 1973 erschienenen Hitlerbiographie stellt Joachim Fest ein interessantes Gedankenexperiment an. Er stellt offen die Frage, wie Hitler in die deutsche Geschichte eingegangen wäre, wenn er vor Kriegs- und Holocaustbeginn einem Attentat zum Opfer gefallen wäre. Hätte man ihn dann als einen Erneuerer angesehen, der damit begann, Deutschland in einer Zeit der großen Krise wieder aufzurichten, Arbeitsplätze zu schaffen und Sozialordnungen neu zu gestalten? Hätte man in ihm den Revolutionär gesehen, für den er sich offenbar selbst hielt? An diesem Kulminationspunkt in Hitlers Leben setzt das Buch von Rainer Zitelmann an. Die Fragen, mit denen Zitelmann beginnt, sind zugegebenermaßen im Hinblick auf Hitlers Karriere schon oft gestellt worden - worin nämlich seine Faszination und die seiner Bewegung bereits in seiner Kampf- und frühen Regierungszeit bestand, also in einer Zeit des Wirkens, in der weder das "Lebensraumthema" noch die Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen explizit und kontinuierlich thematisiert wurden. Zitelmann bezeichnet die Beantwortung dieser Fragen als gerade für die Nachwelt existentiell, da sie zum einen einer jüngeren Generation erklären kann, weshalb Eltern/Großeltern Hitler so bereitwillig gefolgt sind und zum anderen denen den Wind aus den Segeln nehmen kann, die den Holocaust bis heute leugnen. Die These von Hitler als Revolutionär ist nicht völlig neu - einige seiner Biographen (Kershaw, Pyta, Ullrich oder Longerich), denen Zitelmann sich in einem vor der eigentlichen Einleitung vorangestellten Kapitel widmet, ziehen diesen Ansatz zwar in Betracht, verwerfen ihn aber im weiteren Verlauf (schnell) wieder. Was Zitelmanns Buch jedoch einzigartig macht, ist der Versuch eines Nachweises dieser These ausschließlich anhand von Zitaten Hitlers, wofür der Autor sämtliche existierenden Aufzeichnungen und Reden zusammengetragen und hierauf hin analysiert hat - so entsteht im Verlauf des Buches eine nahezu vollständige Sicht der Welt, wie Hitler sie offensichtlich hatte. Hitlers Verständnis von Revolution, dem Staat als Diener des Volkes und dem Recht des Volkes zur Revolution, wenn der Staat zum Selbstzweck verkommt - das klingt heute noch fortschrittlich und modern. Die Monstrosität der später noch folgenden Ereignisse macht es einem jedoch sehr schwer, von der durchaus überzeugenden Nachweisführung Zitelmanns fasziniert zu sein, da man sich selbst unwillkürlich dabei als jemanden ertappt, der das Grauen vielleicht relativiert. Trotz allem eine sehr gelungene Analyse, die weit über die Thematik einer herkömmlichen Biografie hinausgeht. Herausragend.

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