Anna Karenina

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Historischer Roman

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Beschreibung

»Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich; aber jede unglückliche Familie ist auf ihre besondere Art unglücklich.« Mit diesem Satz beginnt das Meisterwerk Leo Tolstois. Der Bestseller Anna Karenina gilt als einer seiner besten Romane. Das Werk entstand zwischen 1875 und 1877. Mit feiner psychologischer Beobachtungsgabe schildert Leo Tolstoi die inneren Konflikte der Titelheldin Anna Karenina, die wegen der leidenschaftlichen Beziehung zu einem Mann Ehebruch begeht und ihre Familie hinter sich lässt. Anna Karenina versucht die neue Beziehung weder gegenüber ihrem Ehemann noch gegenüber der Gesellschaft zu verheimlichen. Der Bruch mit den gesellschaftlichen Konventionen in einer Zeit, als angebahnte Ehen noch die Regel waren, macht Anna Karenina zur Außenseiterin. Seitensprünge sind in der besseren Gesellschaft durchaus üblich, jedoch nicht auf die offene Art und Weise, wie Tolstoi sie in Anna Karenina beschreibt.
Anna Karenina von Tolstoi wurde neben Madame Bovary (1856) von Gustave Flaubert und Effi Briest (1895) von Theodor Fontane zu einer der berühmtesten Ehebrecherinnen der Weltliteratur.
Der Roman begeistert er durch die bis ins kleinste Detail mit großer Menschenkenntnis dargestellten Charaktere. Tolstoi kontrastiert Anna Kareninas Lebensentwurf mit den Lebenswegen einiger konventionellerer Charaktere. Durch die parallel erzählten Handlungsstränge zeigt Leo Tolstoi auch lebenswerte Alternativen zu Anna Kareninas Entscheidungen. Der Autor Leo Tolstoi wirft für dieses Gesamtbild seine gesamte eigene Lebenserfahrung in die Waagschale. Das Große an dem Roman Anna Karenina ist die absolute, fast mitleidlose Folgerichtigkeit der Ergebnisse individueller Entscheidungen. Der Zufall hilft nicht, er mildert nichts ab. Die Konflikte werden bei Tolstoi nicht durch äußere Schicksale gelöst. Tolstoi erlaubt sich in seinem Bestseller nur Lösungen, die aus dem Tun der Menschen direkt hervorgehen. Damit macht Tolstoi den Menschen zum Regisseur seines Schicksals. Leo Tolstoi entstammt dem Adelsgeschlecht der Tolstois und wuchs als das vierte von fünf Geschwistern auf. Seine beiden Hauptwerke sind "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina". Auf ausgedehnten Reisen durch Westeuropa tauschte er sich mit Künstlern wie Charles Dickens und Iwan Turgenew aus. In Russland baute Tolstoi reformpädagogische Schulen auf, die eine individuellere Persönlichkeitsentwicklung der Kinder anstrebten. Nach einigen Jahren wurden die Schulen von der zaristischen Verwaltung geschlossen. Über sein populäres Grundschullehrbuch "Alphabet", das mit einer Auflage von 1,5 Mio. Exemplaren verbreitet wurde, übte Leo Tolstoi jedoch weiterhin starken Einfluss auf die Grundschulbildung aus.

Details

  • Format

    ePUB

  • Kopierschutz

    Nein

  • Family Sharing

    Nein

  • Text-to-Speech

    Nein

  • Altersempfehlung

    1 - 99 Jahr(e)

  • Erscheinungsdatum

    11.05.2017

Beschreibung

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ePUB

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  • Altersempfehlung

    1 - 99 Jahr(e)

  • Erscheinungsdatum

    11.05.2017

  • Verlag Epubli
  • Dateigröße

    1968 KB

  • Auflage

    1

  • Sprache

    Deutsch

  • EAN

    9783745087376

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5/5

Berührender Roman und schönes E -Book

Eine Kundin/ein Kunde aus Köln am 03.02.2021

Bewertet: eBook (ePUB)

Dieses Buch über Anna Karenina kann ich inhaltlich voll weiterempfehlen. Die Bearbeitung und Nutzbarkeit des E-Books sind ebenfalls sehr gut. Ein Kauf mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis.

5/5

Berührender Roman und schönes E -Book

Eine Kundin/ein Kunde aus Köln am 03.02.2021
Bewertet: eBook (ePUB)

Dieses Buch über Anna Karenina kann ich inhaltlich voll weiterempfehlen. Die Bearbeitung und Nutzbarkeit des E-Books sind ebenfalls sehr gut. Ein Kauf mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis.

5/5

überraschend überwältigend

Eine Kundin/ein Kunde am 16.03.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ungefähr 4 Wochen habe ich gebraucht um den Klassiker, welcher 1878 in Moskau zum ersten Mal veröffentlicht wurde, zu lesen. Für die knapp 1.000 Seiten ist das ziemlich gut. Solch ein hastiges Verschlingen kann verschiedenes aussagen. Möglicherweise bin ich eine schnelle Leserin, die noch dazu durch das viele Homeofffice gleichermaßen viel Zeit hatte. Vielleicht habe ich mir nunmal vorgenommen regelmäßig daran zu sitzen und das Lesen in meine tägliche Routine aufgenommen: möglichst 50 Seiten pro Tag. Das alles stimmt - allerdings hat Leo Tolstoi es mir mit Anna Karenina leicht gemacht. Das bedeutet nicht, es ist für dich leicht. Wer sonst kaum liest wird das schwer in der Hand liegende Buch nicht bis zum Ende schaffen. Wer wirklich bereit ist sich auf die Welt mit ihren fehlerhaften und sehnsuchtsvoll irrenden Personen einzulassen, wird im Gegenzug für seine Zeit neue Perspektiven, Gefühle und Gedanken erhalten. Der schönste Grund für ein flottes Beenden irgendeines Buches: Die Literatur ließt sich flüssig und ist schlichtweg so aufregend, faszinierend und bewegend, dass es einem garnicht erst möglich ist, sie zur Seite zu legen. Wenn man das schlussendlich tut, nachdem die letzte Seite plötzlich ihr Ende fand, schwirren einem die Charaktere noch eine Weile im Kopf herum. Der Wunsch eines jeden, der schreibt. Ob dieser letzte Grund bei Anna Karenina zutrifft, wurde und wird weiterhin sicherlich wild von zahlreichen Lesern und Kennern diskutiert. Für mich war das Lesen von Tolstois Werk ein bereichernder Kampf. Ein Kampf, aus welchem seine Geschichte als Sieger hervor geht, die Leserin mit Respekt. Die Geschichte tut dies, weil ich nach einmal lesen den Eindruck habe, sie ist eine von denen, die verlangen wiederholt gelesen zu werden, möchte man sie komplett erfassen. Ein Kampf deshalb, weil ich mich für manche der politischen, landwirtschaftlichen oder religiösen Diskussionen nicht begeistern konnte. Da der ganze Rest es allerdings überraschend standhaft meisterte, habe ich mich durchgebissen. Wie ein hungriger Wurm. Aufgrund der zahlreichen Einschübe, welche unseren Fokus leicht vom Leben der einen Figur zur Nächsten leiten, spürt man die Länge des Buches und dabei die gekonnte Dehnung der Spannung. Wenn ich also nach einigen Kapiteln erneut zur Protagonistin gelange, freue ich mich umso deutlicher darüber. Der stetige Perspektivenwechsel hat zur Folge, dass die Leser ihre Aufmerksamkeit nicht ausschließlich den gängigen ein bis zwei Protagonisten schenken. Tatsächlich lenkt sie der Autor, die restlichen Figuren gleichermaßen zu akzeptieren und zu lieben. Sobald sich die wichtigsten Personen einer Geschichte herauskristallisiert haben, neige ich, wie wohl die allermeisten Leser, dazu die andern etwas außer acht zu lassen und konzentriere mich hauptsächlich auf das, was ihnen widerfährt. Denn sie umgibt erfahrungsgemäß das spannendste Geschehen, welches mein entferntes Gegenüber mir erzählt. Leo Tolstoi beweist, er ist cleverer als diese Erzähler. Weil ich nach 10 Seiten noch und scheinbar weiterhin eine Figur begleite, beginne ich mich nun auf sie einzulassen. Obwohl doch Anna Karenina die eigentliche Protagonistin ist. Dem sich auszahlenden Überschreiten dieses Punktes folgt das Genießen der neun Perspektive, die überraschender Weise doch nicht unbedeutend und kurzweilig ist. Diese Vielzahl an Personen erhöht die Chance durchaus stark mit einer der Figuren zu sympathisieren und sich häufiger selbst zu erkennen. Ich war völlig abgelenkt, mit den Sorgen und Freuden des Leben der Andern, als plötzlich auf Seite 78 Anna Karenina auftauchte. Sie war zu diesem Zeitpunkt schon charakterisiert, allein durch die Stelle, welche sie im Netz der Gesellschaft einnimmt und in den Familien, die der Leser bereits gut kennt. Die Orts- und Personenwechsel betten denn Leser ein, in das Meer aus Geschichten der Einzelnen. Die Handlung des Buches plätschert nur dahin, wie ein ruhiger, schöner und klarer Bach den langen Weg ins Tal hinunter. Weil ich bereits meine Erwartungen und vorherigen Leseangewohnheiten auf dem Weg abgelegt habe, überlasse ich mich seinem sanften Sog. Der Vorteil an der Länge des Buches liegt unter anderm darin, dass ein Leser viel Zeit in dieser Welt hat. Er kann sich an die Sprache gewöhnen, an die Sitten. Er kann sich ausgiebig seine eigenen Gedanken über alles machen, da es sich lohnt. Es ist eine erholsame Pause Anna Karenina zu lesen. Ein Geschenk der Ruhe und Stabilität im lärmenden Chaos. Das Buch verhindert unseren Untergang im hastigen Wechsel von einem Projekt zum Nächsten, zu dem wir neigen. Ich hatte es mir anstrengender vorgestellt. Aber das Buch altert gut. Seine Themen werden für mich, in Tolstois Sprachtalent verpackt, unerwartet interessant. Beispielsweise bliebt mir insbesondere ein Pferderennen im Kopf, welches vom Protagonisten mit einer immensen Anspannung erlebt wird, die ich, über diese Tatsache verwundert, durchaus mitfühlte. Es scheint, bei der hohen Zahl an Menschen und Ereignissen, an Wörtern und Seiten, schwer, aufzuzeigen was an diesem Werk so wertvoll ist. Mich hat zunächst das Wechselspiel der Sprachen begeistert. Hauptsächlich erfolgen die Unterhaltungen der Figuren im Russischen, häufig gehen sie dabei teilweise ins Französische über. Vereinzelt wird ein kurzer englischer Satz gesprochen. Bei den französischen Satzzeilen hatte ich den Eindruck, die Figuren haben ein ausgeprägtes Gefühl für Sprachen. Sie scheuen sich nicht, wenn ihnen ein Ausdruck im Französischen passender erscheint, den andern zu ersetzten und somit zugunsten des präziseren Ausdrucks einen gemischten Satz zu bilden. Da ich diese Neigung selbst besitze, hatte mich Tolstoi allein dadurch von seinem Können überzeugt. Schlussendlich zu erwähnen ist zudem die Art, wie der Autor die Beziehungen seiner Figuren baut. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein romantisches Buch gelesen zu haben, welches gleichzeitig so deutlich unromantisch ist. Diese Kombination mag nach einem Fehlgriff klingen, wobei sie in Wirklichkeit am nächsten an die Realität reicht. Die Beziehungen in diesem Roman sind mangelhaft, aber dadurch echt. Sind die fehlerhaften Figuren glücklich miteinander, ist dies wertvoller als die Geschichten in denen es Figuren leicht gemacht wird sich zu finden oder zu versöhnen. Diese Menschen scheinen verdächtig real. Sie entlieben sich. . Sie sprudeln vor Liebe und finden nur für einen Moment alles in der Welt schön. Sie schreiben mit Inbrunst über Jahre ein Buch, das sich dann nicht verkauft und an den Andern vorübergeht. Gerade deshalb, habe ich Anna Karenina unglaublich genossen, trotz seiner Längen und wegen seiner Sprache.

5/5

überraschend überwältigend

Eine Kundin/ein Kunde am 16.03.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ungefähr 4 Wochen habe ich gebraucht um den Klassiker, welcher 1878 in Moskau zum ersten Mal veröffentlicht wurde, zu lesen. Für die knapp 1.000 Seiten ist das ziemlich gut. Solch ein hastiges Verschlingen kann verschiedenes aussagen. Möglicherweise bin ich eine schnelle Leserin, die noch dazu durch das viele Homeofffice gleichermaßen viel Zeit hatte. Vielleicht habe ich mir nunmal vorgenommen regelmäßig daran zu sitzen und das Lesen in meine tägliche Routine aufgenommen: möglichst 50 Seiten pro Tag. Das alles stimmt - allerdings hat Leo Tolstoi es mir mit Anna Karenina leicht gemacht. Das bedeutet nicht, es ist für dich leicht. Wer sonst kaum liest wird das schwer in der Hand liegende Buch nicht bis zum Ende schaffen. Wer wirklich bereit ist sich auf die Welt mit ihren fehlerhaften und sehnsuchtsvoll irrenden Personen einzulassen, wird im Gegenzug für seine Zeit neue Perspektiven, Gefühle und Gedanken erhalten. Der schönste Grund für ein flottes Beenden irgendeines Buches: Die Literatur ließt sich flüssig und ist schlichtweg so aufregend, faszinierend und bewegend, dass es einem garnicht erst möglich ist, sie zur Seite zu legen. Wenn man das schlussendlich tut, nachdem die letzte Seite plötzlich ihr Ende fand, schwirren einem die Charaktere noch eine Weile im Kopf herum. Der Wunsch eines jeden, der schreibt. Ob dieser letzte Grund bei Anna Karenina zutrifft, wurde und wird weiterhin sicherlich wild von zahlreichen Lesern und Kennern diskutiert. Für mich war das Lesen von Tolstois Werk ein bereichernder Kampf. Ein Kampf, aus welchem seine Geschichte als Sieger hervor geht, die Leserin mit Respekt. Die Geschichte tut dies, weil ich nach einmal lesen den Eindruck habe, sie ist eine von denen, die verlangen wiederholt gelesen zu werden, möchte man sie komplett erfassen. Ein Kampf deshalb, weil ich mich für manche der politischen, landwirtschaftlichen oder religiösen Diskussionen nicht begeistern konnte. Da der ganze Rest es allerdings überraschend standhaft meisterte, habe ich mich durchgebissen. Wie ein hungriger Wurm. Aufgrund der zahlreichen Einschübe, welche unseren Fokus leicht vom Leben der einen Figur zur Nächsten leiten, spürt man die Länge des Buches und dabei die gekonnte Dehnung der Spannung. Wenn ich also nach einigen Kapiteln erneut zur Protagonistin gelange, freue ich mich umso deutlicher darüber. Der stetige Perspektivenwechsel hat zur Folge, dass die Leser ihre Aufmerksamkeit nicht ausschließlich den gängigen ein bis zwei Protagonisten schenken. Tatsächlich lenkt sie der Autor, die restlichen Figuren gleichermaßen zu akzeptieren und zu lieben. Sobald sich die wichtigsten Personen einer Geschichte herauskristallisiert haben, neige ich, wie wohl die allermeisten Leser, dazu die andern etwas außer acht zu lassen und konzentriere mich hauptsächlich auf das, was ihnen widerfährt. Denn sie umgibt erfahrungsgemäß das spannendste Geschehen, welches mein entferntes Gegenüber mir erzählt. Leo Tolstoi beweist, er ist cleverer als diese Erzähler. Weil ich nach 10 Seiten noch und scheinbar weiterhin eine Figur begleite, beginne ich mich nun auf sie einzulassen. Obwohl doch Anna Karenina die eigentliche Protagonistin ist. Dem sich auszahlenden Überschreiten dieses Punktes folgt das Genießen der neun Perspektive, die überraschender Weise doch nicht unbedeutend und kurzweilig ist. Diese Vielzahl an Personen erhöht die Chance durchaus stark mit einer der Figuren zu sympathisieren und sich häufiger selbst zu erkennen. Ich war völlig abgelenkt, mit den Sorgen und Freuden des Leben der Andern, als plötzlich auf Seite 78 Anna Karenina auftauchte. Sie war zu diesem Zeitpunkt schon charakterisiert, allein durch die Stelle, welche sie im Netz der Gesellschaft einnimmt und in den Familien, die der Leser bereits gut kennt. Die Orts- und Personenwechsel betten denn Leser ein, in das Meer aus Geschichten der Einzelnen. Die Handlung des Buches plätschert nur dahin, wie ein ruhiger, schöner und klarer Bach den langen Weg ins Tal hinunter. Weil ich bereits meine Erwartungen und vorherigen Leseangewohnheiten auf dem Weg abgelegt habe, überlasse ich mich seinem sanften Sog. Der Vorteil an der Länge des Buches liegt unter anderm darin, dass ein Leser viel Zeit in dieser Welt hat. Er kann sich an die Sprache gewöhnen, an die Sitten. Er kann sich ausgiebig seine eigenen Gedanken über alles machen, da es sich lohnt. Es ist eine erholsame Pause Anna Karenina zu lesen. Ein Geschenk der Ruhe und Stabilität im lärmenden Chaos. Das Buch verhindert unseren Untergang im hastigen Wechsel von einem Projekt zum Nächsten, zu dem wir neigen. Ich hatte es mir anstrengender vorgestellt. Aber das Buch altert gut. Seine Themen werden für mich, in Tolstois Sprachtalent verpackt, unerwartet interessant. Beispielsweise bliebt mir insbesondere ein Pferderennen im Kopf, welches vom Protagonisten mit einer immensen Anspannung erlebt wird, die ich, über diese Tatsache verwundert, durchaus mitfühlte. Es scheint, bei der hohen Zahl an Menschen und Ereignissen, an Wörtern und Seiten, schwer, aufzuzeigen was an diesem Werk so wertvoll ist. Mich hat zunächst das Wechselspiel der Sprachen begeistert. Hauptsächlich erfolgen die Unterhaltungen der Figuren im Russischen, häufig gehen sie dabei teilweise ins Französische über. Vereinzelt wird ein kurzer englischer Satz gesprochen. Bei den französischen Satzzeilen hatte ich den Eindruck, die Figuren haben ein ausgeprägtes Gefühl für Sprachen. Sie scheuen sich nicht, wenn ihnen ein Ausdruck im Französischen passender erscheint, den andern zu ersetzten und somit zugunsten des präziseren Ausdrucks einen gemischten Satz zu bilden. Da ich diese Neigung selbst besitze, hatte mich Tolstoi allein dadurch von seinem Können überzeugt. Schlussendlich zu erwähnen ist zudem die Art, wie der Autor die Beziehungen seiner Figuren baut. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein romantisches Buch gelesen zu haben, welches gleichzeitig so deutlich unromantisch ist. Diese Kombination mag nach einem Fehlgriff klingen, wobei sie in Wirklichkeit am nächsten an die Realität reicht. Die Beziehungen in diesem Roman sind mangelhaft, aber dadurch echt. Sind die fehlerhaften Figuren glücklich miteinander, ist dies wertvoller als die Geschichten in denen es Figuren leicht gemacht wird sich zu finden oder zu versöhnen. Diese Menschen scheinen verdächtig real. Sie entlieben sich. . Sie sprudeln vor Liebe und finden nur für einen Moment alles in der Welt schön. Sie schreiben mit Inbrunst über Jahre ein Buch, das sich dann nicht verkauft und an den Andern vorübergeht. Gerade deshalb, habe ich Anna Karenina unglaublich genossen, trotz seiner Längen und wegen seiner Sprache.

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"Anna Karenina" gehört zu den bekanntesten Frauengestalten und klassischen Romanen der Weltliteratur. Zu Recht. In der neuen Übersetzung von Rosemarie Tietze ist es ein wahres Lesefest, aus dem ich wirklich nicht mehr herauskommen wollte. Breit gefächert beschreibt Tolstoi die hohen moralischen Ansprüche der damaligen Gesellschaft, die doch ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Fangen Sie einfach an und lassen Sie sich von der Sprache und der Handlung verführen - lesen Sie mal einen Klassiker!
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