Liebesroman

Liebesroman

Roman. Ausgezeichnet mit dem 10. Internationalen Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt 2018

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2017

Verlag

Verlag Voland & Quist

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,5/14,4/2 cm

Gewicht

325 g

Beschreibung

Rezension

"Ein wirklich außergewöhnliches Buch, beklemmend und fesselnd."
Cornelia Wolter, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

"Ein furioses Buch."
Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung

"Das ist unbedingt lesenswert."
Juliane Bergmann, NDR Kultur

"Es ist dies ein Sound, der von politischen und ökonomischen Leerstellen erzählt, die die Menschen in Bulgarien, Rumänien, Ungarn und den ehemals jugoslawischen Staaten bis heute spüren."
Jörg Schieke, MDR Kultur

"Mit ihrem Liebesroman hat Ivana Sajko erneut einen Roman geschrieben, der wie nur wenige den Nerv der Zeit trifft, frei von sich selbst bespiegelndem Subjektivismus und Larmoyanz."
Tomas Fitzel, SR2

"Sajko gelingt es in dem – meisterlich übersetzten – Roman, das ganze Elend der Gesellschaft aus zwei Menschen heraus zu erzählen."
Norbert Mappes-Niediek, Frankfurter Rundschau

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

11.10.2017

Verlag

Verlag Voland & Quist

Seitenzahl

176

Maße (L/B/H)

20,5/14,4/2 cm

Gewicht

325 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Ljubavni roman

Übersetzt von

Alida Bremer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-86391-182-9

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5.0

1 Bewertungen

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Eine sprachliche Wucht

Bewertung am 01.08.2022

Bewertungsnummer: 1759099

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Liebesroman ist auf den ersten Blick ein Abgesang auf die Liebe. Auf den zweiten Blick zeigt es uns die Widrigkeiten der kaputten, korrupten kroatischen Nachkriegsgesellschaft. Fieberhaft landen wir mit Seite eins in einer atemlos-unerbittlichen Auseinandersetzung. Dem Mann entweicht "heißer Dampf". Er brüllt "mit der Kraft eines verletzten Menschen, als hätte sie ihn verbrüht, und sie (hat) kurz den Eindruck, dass durch sein Brüllen die Wände einstürzen würden, deshalb krümmt sie sich zusammen". Eine namenlose Schauspielerin mit passablem Talent und ein namenloser Humanist, der einen Liebesroman schreibt, stehen sich gegenüber. Ein Kind ist dazwischen, es fühlt sich unbeachtet, ungeliebt, kann die Ohnmacht und Verzweiflung seiner Eltern nicht sehen. In einem kammerspielartigen Szenario folgen wir den mit Lautstärke und Tempo spielenden Gedanken und Dialogen. Sie sind leise-ernüchtert, laut-verzweifelt, hauchend-sehnsüchtig, flüsternd-resigniert, dann wieder brüllend-knallend-angreifend. Der Sajko-Sound begeistert und trifft mich unmittelbar. Er ist pur, intensiv, poetisch, brachial, persönlich und universell. Ich bin verliebt in diesen Text über den Niedergang, über die raumgreifende wütende Ernüchterung. In den oberen Schichten beobachten wir die Verunmöglichung der Errettung der Liebe in das alltägliche Leben, sobald sich die Liebenden enttäuschen und verletzen. In den Schichten darunter geht es um die sich immer weiter reduzierenden Möglichkeiten für eine Schauspielerin, die ein Kind bekommt, für einen erwerbslosen Humanisten, der eine Familie bekommt. Die Spielräume werden immer enger für beide in einer postjugoslawischen, postkriegerischen, verarmten, kapitalistischen, korrupten Zagreber Situation, in der für Kunst, für Würde und für Integrität kein Spalt frei bleibt.
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Eine sprachliche Wucht

Bewertung am 01.08.2022
Bewertungsnummer: 1759099
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Liebesroman ist auf den ersten Blick ein Abgesang auf die Liebe. Auf den zweiten Blick zeigt es uns die Widrigkeiten der kaputten, korrupten kroatischen Nachkriegsgesellschaft. Fieberhaft landen wir mit Seite eins in einer atemlos-unerbittlichen Auseinandersetzung. Dem Mann entweicht "heißer Dampf". Er brüllt "mit der Kraft eines verletzten Menschen, als hätte sie ihn verbrüht, und sie (hat) kurz den Eindruck, dass durch sein Brüllen die Wände einstürzen würden, deshalb krümmt sie sich zusammen". Eine namenlose Schauspielerin mit passablem Talent und ein namenloser Humanist, der einen Liebesroman schreibt, stehen sich gegenüber. Ein Kind ist dazwischen, es fühlt sich unbeachtet, ungeliebt, kann die Ohnmacht und Verzweiflung seiner Eltern nicht sehen. In einem kammerspielartigen Szenario folgen wir den mit Lautstärke und Tempo spielenden Gedanken und Dialogen. Sie sind leise-ernüchtert, laut-verzweifelt, hauchend-sehnsüchtig, flüsternd-resigniert, dann wieder brüllend-knallend-angreifend. Der Sajko-Sound begeistert und trifft mich unmittelbar. Er ist pur, intensiv, poetisch, brachial, persönlich und universell. Ich bin verliebt in diesen Text über den Niedergang, über die raumgreifende wütende Ernüchterung. In den oberen Schichten beobachten wir die Verunmöglichung der Errettung der Liebe in das alltägliche Leben, sobald sich die Liebenden enttäuschen und verletzen. In den Schichten darunter geht es um die sich immer weiter reduzierenden Möglichkeiten für eine Schauspielerin, die ein Kind bekommt, für einen erwerbslosen Humanisten, der eine Familie bekommt. Die Spielräume werden immer enger für beide in einer postjugoslawischen, postkriegerischen, verarmten, kapitalistischen, korrupten Zagreber Situation, in der für Kunst, für Würde und für Integrität kein Spalt frei bleibt.

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