Wege, die sich kreuzen

Roman

Tommi Kinnunen

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Beschreibung

"Ein meisterlicher Generationenroman über drei starke Frauen mit dunklen Geheimnissen." Dagens Nyheter

In einem Städtchen im Norden Finnlands, 1996. Lahja liegt auf dem Totenbett. Sie kann zurückblicken auf ein langes Leben, in dem sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte: das Fotografieren. Aber eines war ihr nicht vergönnt: körperliche Erfüllung. Ihr treu sorgender Ehemann Onni konnte ihr nicht geben, nach was sie sich sehnte - bis sie sich nach Jahren der unterdrückten Gefühle zu einer grausamen Tat hinreißen ließ. Erst nach ihrem Tod findet ihre Schwiegertochter Kaarina auf dem Dachboden einen Brief, der die entsetzliche Wahrheit ans Licht bringt. Er erzählt von einer Familientragödie, die schon fast hundert Jahre zuvor mit Lahjas Mutter Maria ihren Anfang genommen hat.

Über das ganze 20. Jahrhundert mit all seinen Erschütterungen spannt dieser epochal-opulente Familienroman. Kunstvoll verwebt Tommi Kinnunen darin die Schicksale von vier Menschen, deren Träume größer sind als die Möglichkeiten, die das Leben offeriert. Und trotz Enttäuschungen erkämpfen sie sich ihr Glück.

»Grandios! Drei Generationen, vier Schicksale: tragisch, spannend, bewegend und mit einer ungeheuren Sogkraft! Tommi Kinnunens Romandebüt ist ein besonderes Lesevergnügen und eine unbedingte Leseempfehlung.«

Tommi Kinnunen zählt zu den wichtigsten Stimmen der finnischen Gegenwartsliteratur. Er wurde 1973 im nordfinnischen Kuusamo geboren, heute arbeitet er als Lehrer in Turku, im Südwesten des Landes. Die Geschichte seiner Familie inspirierte ihn zu seinem Debüt; »Wege, die sich kreuzen« (DVA, 2018) führte wochenlang die finnische Bestsellerliste an und war ein internationaler Leser- wie Kritikererfolg. Auch für seinen zweiten Roman standen Familienmitglieder Pate. »Das Licht in deinen Augen« (Penguin, Herbst 2019) wurde für den renommierten Finlandia-Preis nominiert. Seine Bücher erscheinen in rund 20 Ländern.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Erscheinungsdatum 19.03.2018
Verlag Random House ebook
Seitenzahl 352 (Printausgabe)
Dateigröße 3238 KB
Originaltitel Neljäntienristeys
Übersetzer Angela Plöger
Sprache Deutsch
EAN 9783641214494

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"Zwischen ihnen aufgerissen ... eine Eisspalte, die immer tiefer und länger wurde"

Eine Kundin/ein Kunde am 19.07.2020

Bewertet: eBook (ePUB)

Wie bewegend und berührend dieser Roman ist! Ich mag den skandinavischen Schreibstil sehr. Auch dieser Roman ist wahrhaftig und unprätentiös, beobachtet die äußere Umgebung und das innere Erleben der Figuren genau und mit wunderbar ausgewogener, kunstvoller Balance. Auch sprachlich ist er ein großer Genuss. /// “Für ein Haus, in dessen Räumen viele Geschichten wohnen”, heißt es in der Widmung. Ständig scheint angebaut und erweitert zu werden, als ob Platz für alle Geschichten der Familie geschaffen werden muss. Das Phänomen ist mir schon einmal begegnet, in einem Roman, der am entgegengesetzten Ende der Welt spielt, ebenfalls ein Familienroman, der das letzte Jahrhundert umspannt. Der australische Schriftsteller Peter Carey lässt seinen Protagonisten im vor gut 30 Jahren erschienenen “Illywhacker” sein Haus schier endlos verschachteln: die Geschichten hören einfach nicht auf. Manche Romane sollten dennoch nicht in Vergessenheit geraten. /// Die Lebensstationen eines Mannes und der drei Frauen einer Familie aus drei Generationen ranken sich um den Vierkreuzeweg im Zentrum ihres Dorfes, von dem alle Pfade und Wege der Figuren abzugehen scheinen. Namen wie “Sehnsuchtsgasse”, “Schlamasselweg”, “Verlustweg”, “Witwenweg”, “Balzpfad” und “Vergnügungsgasse” deuten auf die Ereignisse hin. Aus all den Jahren sind einzelne Episoden ausgewählt, die der Leser sich zum Teil selbst zusammenpuzzeln muss, da sie die jeweiligen Lebensjahre eines der vier Protagonisten betreffen und jedes Mal wieder weit in die Vergangenheit zurückkehren, um aus anderer Perspektive erneut anzusetzen und zu erzählen. /// Am spannendsten ist alles, was die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts betrifft. Fast alle behaupten (vielleicht in Anlehnung an “Hannas Töchter” von Marianne Fredriksson), dass der Fokus auf den drei Frauenschicksalen liegt - ich finde das irreführend. Onnis Geschichte ist tragisch, packt und macht betroffen. Er ist letzlich doch der heimliche Mittelpunkt der Erzählung, “… und er weiß auch, dass er um nichts in der Welt auf die wenigen kurzen Augenblicke der Glückseligkeit verzichten wird, die er in seinem Leben gefunden hat.” “Nimm meine Träume und versteck sie sicher. Lass niemand sie finden, der nicht an Wunder glaubt.”/// Auch landschaftlich kommt man auf seine Kosten: “Im Sommer war das Dorf schön und voller Laub. In der Sonne erwärmten die sandigen Heideflächen sich rasch. Der Duft von heißem Sand und Sumpfporst zog bis ins Dorf, und in den Wipfeln der hohen Kiefern brauste es immer, obwohl kein einziger Zweig sich im Windhauch zu regen schien.” /// “Was ist hier wohl das Eitelste/ in dieser Welt, die schnell vergeht?/ Dass jedermann nach etwas strebt,/ das mit dem Wind alsbald verweht.”

5/5

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Wege, die sich kreuzen

Eine Kundin/ein Kunde aus Aistersheim am 20.08.2019

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Treffender kann der Titel für dieses Buch nicht gewählt werden. 3 Generationen von Frauen: immer wieder Auszüge aus ihrem Alltagsleben, die Sorgen, die sie haben, und die Probleme, die sie bewältigen müssen. Die Zeiten und die Umgebung ändern sich, der Krieg kommt und geht, Familien werden gegründet, die Kinder werden erwachsen und verlassen das Haus. Teils sehr berürende Schicksale, und am Ende der Mann in der Familie, dessen letzte Geschichte noch die Lücken, die dem Leser fehlen, füllt. Zum einen liest man von der berührenden Geschichte, und dem Leben von Onni, dem Mann, und seinen Sorgen, seinen inneren Kämpfen und Problemen - gleichzeitig sind da die Spuren, die seine Handlungen bei den anderen hinterlassen. Mindestens genauso lernt man aber aus diesem Buch, wie jeder Mensch seine eigenen Überlegungen und Handlungen macht und die Umgebung diese vielleicht falsch versteht. Missverständnisse entstehen. Und nicht zuletzt wird einem Bewusst, wie vergänglich das Leben ist. Eine Generation verschwindet, bleibt noch in Erinnerung der Kinder, vielleicht noch der Enkel, aber irgendwann wird auch der letzte Brief weggeworfen, und einst wertvolle Gegenstände kommen zum Müll, und damit auch die letzten Spuren eines ganzen Lebens samt Gedanken, Plänen und Gefühlen.

5/5

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