Sommerfrauen, Winterfrauen

Roman

detebe Band 24526

Chris Kraus

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Beschreibung

Ein Film über Sex. Rauh und radikal. In New York. Das ist die Aufgabe, die Jonas gestellt bekommt. Aber wie soll der überforderte Regiestudent ausgerechnet in der düstersten Ecke der Lower East Side und umgeben von gestrandeten Künstlerexistenzen einen Film drehen? Als er auf Nele trifft, eine schillernde, eigensinnige Sommerfrau, öffnet sich sein Blick für das wahre Ziel seiner Reise: die Begegnung mit der eigenen ungeheuerlichen Familiengeschichte.

Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur und Romancier. Sein Kinodebüt ›Scherbentanz‹ (mit Jürgen Vogel, Margit Carstensen und Nadja Uhl) machte ihn zum Shootingstar einer neuen Generation von Filmemachern. Spätere Filme (darunter ›Die Blumen von gestern‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Chris Kraus hat bisher drei Romane geschrieben und ist damit auch international erfolgreich. Der Autor lebt in Berlin.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 29.08.2018
Verlag Diogenes
Seitenzahl 416
Maße 18,8/12,4/2,7 cm
Gewicht 379 g
Auflage 1
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-07040-8

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Buchhändler-Empfehlungen

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Rostock

Ein Tagebuch eines deutschen Filmstudenten auf Studienreise in New York. Für mich ganz anders als erwartet, aber durch überragenden beobachtenden Humor und vielschichtige Charaktere eine absolute Empfehlung.

Back to the 90s...

V. Blos, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Der Autor entführt uns in's New York der Neunziger und gemeinsam mit Protagonist Jonas stolpern wir von erschütternden Rückblicken weiter in absolut irrwitzige Situationen. Dabei blicken wir tief in die Kunst- und Filmszene mit ihren Charakterköpfen und tragischen Gestalten. Ganz großes Kino, wunderbar gesprochen von Lars Eidinger!

Kundenbewertungen

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Sommer und Winterfrauen
von Buecherseele79 aus Bad Säckingen am 29.07.2021

In New York soll Jonas einen Film drehen. Über Sex. Vorerst soll er die Lokation aussuchen, sich Gedanken über den Film machen, wie er umzusetzen ist und was das Endresultat sein könnte. Gleichzeitig vermisst ihn seine eifersüchtige Freundin in Deutschland und macht ihm hier und das das Leben schwer. Nele soll ihn unterstützen, ... In New York soll Jonas einen Film drehen. Über Sex. Vorerst soll er die Lokation aussuchen, sich Gedanken über den Film machen, wie er umzusetzen ist und was das Endresultat sein könnte. Gleichzeitig vermisst ihn seine eifersüchtige Freundin in Deutschland und macht ihm hier und das das Leben schwer. Nele soll ihn unterstützen, von ihr ist Jonas sehr angetan. Und dann ist da noch seine Tante...eigentlich nicht seine richtige Tante...aber sie hat damals unter Jonas seinem Grossvater gelitten als er mit der SS in das Leben von Tante Paula einmarschierte... "Kein Mensch, hat er mir gesagt, kann in Amerika davon existieren, an einer Filmhochschule angestellt zu sein. Vielleicht hat die Tatsache, dass meine Hassanfälle auf ihn immer wieder von Schüben zarter Zuneigung abgelöst werden, vor allem damit zu tun, dass mich seine Ruhmsucht, verbunden mit dieser atemberaubenden Erfolglosigkeit, an mich selbst erinnert. An das, was ich mal sein werde, wenn alle Träume abgewachsen sind." (Seite 121) Ich weiss gar nicht wo man dieses Buch einfügen kann. Es hat viele Komponenten und Ansichten, womöglich empfindet jeder Leser die Geschichte anders, für jeden sticht ein anderes Merkmal hervor oder man kann sich mit dem Buch gar nicht anfreunden. Es ist auf jeden Fall reine Geschmackssache und mich hat dieses Buch begeistert. Der Autor beweist bei seinem Erzählstil auf jeden Fall viel Humor, gespickt mit Ironie und Sarkasmus. Muss man mögen, sonst wird die Geschichte wohl eher ein Reinfall. Jonas ist jung, grün hinter den Ohren und eigentlich weiss er nur eines - er will keinen Nazischeiss drehen. Da kommt ihm der Auftrag einen Film über Sex zu drehen dann schon gelegener, aber so wirklich eine Idee hat er nicht. Auch ist das Leben in New York gar nicht so schillernd, reich und schön wie immer dargestellt. Jonas wacht also in der Realität auf und fällt auf die Nase. Um ihn herum viele andere, oft gescheiterte Existenzen, die mal angesehen und berühmt waren, jetzt kaum noch Geld zum leben haben, auf Parties oder Veranstaltungen gehen um Gratis etwas essen zu können. Eine Großstadt feiert dich, aber sie vergisst dich genauso schnell. Das war immer wieder ein interessanter und schmerzvoller Aspekt. Auch wie die gescheiterten Existenzen versuchen nochmals den grossen Coup zu landen hat mich bewegt. Nele ist der Gegenpol zur Freundin von Jonas die in Deutschland eifersüchtig auf seine Rückkehr wartet. Was man hier erlebt hat mich manchmal zum lachen gebracht, aber auch geschockt und dann wieder war Verständnis vorhanden. Eigentlich sind Nele und seine Freundin durchgeknallte Figuren die sich das Leben selbst schwer machen, aber solche Leute zieht Jonas wohl magisch an. Ist das Liebe? Der harte, der doch brutale Teil kommt durch Tante Paula, die nicht so wirklich seine Tante ist, aber durch den Grossvater von Jonas gelitten hat, denn er war damals bei der SS und maschierte in das Land von Tante Paula ein und sie hatte dann mit der Familie Rosen lange zu tun. Hier passiert dann der "ich drehe keinen Nazischeiss" den Jonas sich vorgenommen hat. Man merkt wie sehr ihn die Vergangenheit seiner Familie mitnimmt, wie sehr er das Bild von seinem Grossvater ständig korrigiert und mit sich im Unreinen ist. Die Vergangenheit belastet die Gegenwart, belastet Jonas und in seiner Familie wurde darüber nie gross ein Wort verloren. Tante Paula aber redet sehr gerne und ihre Ansichten und Überzeugungen dringen nicht nur bein Jonas ein. Es ist ein abgefahrenes Buch, welches die einen lieben und die anderen hassen werden. Die Einen werden etwas in dieser Geschichte finden, die anderen wohl eher nicht. Ich selbst fand es durchgeknallt aber verdammt gut und ja, ob das jeder so empfindet muss man in diesem Fall selbst herausfinden.

Webreader schlecht
von einer Kundin/einem Kunden aus Basel am 17.06.2021
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

Das Buch ist unterhalten, leider ist der Webreader mühsam. Er schaltet ab nach einem Titel. Wenn man weiter hört, geht’s dann - meistens. Aber am Ende jeden Titels wegen 1 bis 2 Sekunden Text verschluckt. Dies ist ziemlich nervig. Auch bei wiederholten hören, kann dies nichts behoben werden.

Das Jetzt, das Gestern und das Morgen
von Kaffeeelse am 31.05.2021

Nach diesem ganzen Anspruch nun eine etwas ominöse Geschichte. Jonas Rosen, ein Filmstudent, soll einen Film über den Sex drehen, rauh und radikal soll dieser sein. Also fliegt Jonas mit diesem Ziel nach New York, verlässt dafür seine etwas anstrengende Freundin Mah, eine Winterfrau und begegnet in New York Nele, einer Sommerfra... Nach diesem ganzen Anspruch nun eine etwas ominöse Geschichte. Jonas Rosen, ein Filmstudent, soll einen Film über den Sex drehen, rauh und radikal soll dieser sein. Also fliegt Jonas mit diesem Ziel nach New York, verlässt dafür seine etwas anstrengende Freundin Mah, eine Winterfrau und begegnet in New York Nele, einer Sommerfrau. Und ich dachte schon, bitte nicht so einfach. Aber nein, dieses Buch ist durchaus nicht einfach. Eigenwillig, skurril und komisch sind eher treffende Bezeichnungen für dieses Buch. Den Jonas Rosen trifft auf richtig skurrile Persönlichkeiten im schillernden New York. Und erst nach und nach entfalten sich die Thematiken. Man muss am Ball bleiben bei diesem Buch. Dennoch ist es interessant und auch lehrreich. Aber diese Schreibe ist wahrscheinlich nichts für jeden Leser, etwas Humor und Sarkasmus sollte man schon mitbringen. Wenn man den hat, entfaltet sich eine Geschichte über die Liebe, Mah oder Nele heißt eine Frage, die sich Jonas Rosen stellt, und eine Geschichte über die Familie, sei sie nun biologisch oder selbstgewählt, eine Geschichte über ein altes Grauen und eine Geschichte über den Menschen, in Gestalt der Tante Paula, Winterfrau oder Sommerfrau?, die ihre Lebensgeschichte er-zählt und damit Jonas Rosen zum Nachdenken bringt und nicht nur ihn. Ein Buch mit Anspruch blättert aus diesem ganzen ungeformten skurrilen Gemisch am Anfang und entfaltet eine ganz eigene Kraft. Ein interessanter Autor, den ich nicht aus den Augen verlieren werde und der mit „Das kalte Blut“ und „Scherbentanz“ noch zwei interessante Bücher geschrieben hat, die ich noch lesen möchte.


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