Die geliehene Schuld

Die geliehene Schuld

Roman

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.09.2019

Verlag

Diana

Seitenzahl

576

Beschreibung

Rezension

»Packend!« ("Freundin")
»Unbedingt lesen!« ("Für Sie")
»Eine hoch spannende Geschichte über die Suche nach der Wahrheit.« ("Lesezeit Klassik Radio")
»Die geliehene Schuld verwebt gekonnt, spannend und emotional Fiktion und detailgenau recherchierte wahre Geschichte rund um die Nachkriegszeit. Absolut lesenswert!« ("WDR 4 "Bücher"")
»Eine fesselnde, grandios erzählte Geschichte um die epochale Frage von Schuld und Sühne.« ("Münchner Merkur")
»Fesselnd!« ("BUNTE")

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

09.09.2019

Verlag

Diana

Seitenzahl

576

Maße (L/B/H)

18,5/11,7/4,5 cm

Gewicht

462 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-453-36039-6

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Klare Leseempfehlung

Bewertung am 18.01.2020

Bewertungsnummer: 1284728

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Bei „ Die geliehene Schuld“ von Claire Winter handelt es sich um einen Roman. Berlin, Sommer 1949: Während des Zweiten Weltkrieges hat die Redakteurin Vera Lessing ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Auf mysteriöse Weise kommt ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan um Leben und Vera wird unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat über ehemalige Kriegsverbrecher Recherchen betrieben und stand im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen Veras Nachforschungen. Der sehr Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Die Örtlichkeiten werden sehr bildlich und realistisch beschrieben , sodass ich mir das zerstörte Nachkriegsdeutschland sehr gut vorstellen konnte. Dieser Roman lässt sich sehr flüssig lesen und wird von Seite zu Seite interessanter. Die Protagonisten werden sehr ausführlich beschrieben. Ihre Entwicklungen im Laufe der Geschichte sind plausibel und bei manchen konnte ich über ihr handeln nur den Kopf schütteln. Die Autorin hat über...., sehr gut recherchiert. Ich habe schon sehr viel über dieses Thema gelesen, aber so emotional, glaubwürdig und interessant habe ich die Vorkommnisse nach dem Krieg noch nicht erleben können. Durch die zwei Zeitebenen, die undurchschaubaren Protagonisten, den interessanten Ereignissen, ist diese Geschichte die ganze Zeit über sehr interessant und spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich empfehle dieses Buch weiter.
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Klare Leseempfehlung

Bewertung am 18.01.2020
Bewertungsnummer: 1284728
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Bei „ Die geliehene Schuld“ von Claire Winter handelt es sich um einen Roman. Berlin, Sommer 1949: Während des Zweiten Weltkrieges hat die Redakteurin Vera Lessing ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Auf mysteriöse Weise kommt ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan um Leben und Vera wird unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat über ehemalige Kriegsverbrecher Recherchen betrieben und stand im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen Veras Nachforschungen. Der sehr Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Die Örtlichkeiten werden sehr bildlich und realistisch beschrieben , sodass ich mir das zerstörte Nachkriegsdeutschland sehr gut vorstellen konnte. Dieser Roman lässt sich sehr flüssig lesen und wird von Seite zu Seite interessanter. Die Protagonisten werden sehr ausführlich beschrieben. Ihre Entwicklungen im Laufe der Geschichte sind plausibel und bei manchen konnte ich über ihr handeln nur den Kopf schütteln. Die Autorin hat über...., sehr gut recherchiert. Ich habe schon sehr viel über dieses Thema gelesen, aber so emotional, glaubwürdig und interessant habe ich die Vorkommnisse nach dem Krieg noch nicht erleben können. Durch die zwei Zeitebenen, die undurchschaubaren Protagonisten, den interessanten Ereignissen, ist diese Geschichte die ganze Zeit über sehr interessant und spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Ich empfehle dieses Buch weiter.

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atmosphärisch dicht, spannend, fesselnd, informativ - ein wahres Lesehighlight

Elke Seifried aus Gundelfingen am 06.01.2020

Bewertungsnummer: 1278924

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Berlin, Sommer 1949: „Er hätte in dem Brief doch schreiben sollen, was er in Köln noch Schreckliches erfahren hatte, durchfuhr es ihn, als ihn der Wagen auch schon erfasste.“ Für Vera bricht eine Welt ein, als sie vom Tod ihres Jugendfreundes und Kollegen Jonathan erfährt, war er doch ihr letzter Halt, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg ihren Ehemann und ihre Eltern verloren hat. Wenige Tage später findet sie einen Brief von ihm, seine Rechercheunterlagen versehen mit der Bitte falls ihm etwas zustoßen sollte, seine Reportage zu Ende zu führen, damit die Öffentlichkeit von diesen Ungeheuerlichkeiten erfährt. Da Vera sich Jonathan sehr verbunden fühlt, ist für sie noch bevor sie weiß, worum es geht klar, diesen letzten Wunsch wird sie ihrem besten Freund auf jeden Fall erfüllen. Als Leser wird man zuerst Zeuge von Mord an Jonathan, nachdem der in letzter Sekunde noch einige Unterlagen verschickt hat, und lernt dann Vera kennen, als diese vom Tod erfährt. Sowohl hinter Jonathan waren Unbekannte her, als auch bei Vera stehen seltsame Gestalten auf der Matte sobald sie die Unterlagen an sich genommen hat. Eine durchsuchte Wohnung, ein Mann der ihr die Unterlagen entreißt, am nächsten Tag aber wieder bringt, Gänsehautmomente noch bevor die Recherchen überhaupt losgehen können. Jonathans Aufzeichnungen sind dürftig, hauptsächlich handelt es sich um Kontaktdaten in Deutschland, Südtirol und Italien, aber es ist klar, er muss Kriegsverbrechern auf der Spur gewesen sein. Offiziell wegen einer Reportage über ein in den Kriegswirren verloren gegangenes Kind macht sie auf, seinen Recherchen nachzugehen. Dass es Leute gibt, denen das nicht gelegen kommt, ist ihr bewusst, auch dass er gefährlich werden wird, aber mit einem solchen Wespennest, in das ist stoßen wird, hat sie sicher nicht gerechnet. Während man nun Vera im Jahr 49 bei ihren höchst interessanten, aber ebenso gefährlichen Nachforschungen begleiten darf, bekommt man in Rückblenden von Jonathan, seinen Rechercheergebnissen, von Marie, der Sekretärin im Stab Konrad Adenauers und ihren Nachforschungen nach der Rolle ihres Vaters im Zweiten Weltkrieg und deren Beziehung zueinander erzählt. Zudem lernt man gemeinsam mit den beiden noch eine Jüdin namens Lina kennen und bewegt sich so immer mehr auf den Erzählstrang um Vera zu. Mehr will ich gar nicht verraten. „Siehst du, es gibt etwas , das im Dritten Reich perfekt aufgebaut wurde – das ist eine Form der Kameradschaft und des Gemeinschaftsgeists, aus dem ein Netz von Seilschaften entstanden ist, in dem man sich bis heute unterstützt und gegenseitig schützt. So etwas kann nicht einfach zerstört werden. Diese Verbindungen durchziehen dieses Land noch immer wie ein feines, klebriges Spinnennetz …“ Der Aufbau der Organisation Gehlen, einer Spionageabteilung, die im Kalten Krieg eine wesentliche Rolle spielte und im Anschluss zu großen Teilen in den BND überging, ein brisantes Thema, dem sich die Autorin hier annimmt. Ich interessiere mich für Geschichte, wusste auch bereits, dass sich Kriegsverbrecher über die sogenannte Rattenlinie ungestraft absetzen konnten, auch, dass ehemalige Nazianhänger in der Politik wieder Fuß fassen konnten, aber die Autorin hat mir mit ihrem historischen Roman noch einmal völlig neue, spannende und unglaubliche Fakten geliefert. Grandiose Recherchearbeit in meinen Augen, sie weiß wovon sie schreibt und legt in einem Anhang auch ganz klar dar, was Wahrheit und Fiktion ist, für mich auch immer wichtig. Das und die Tatsache, dass ich mein Geschichtswissen aufmöbeln kann, macht für mich die guten unter den historischen Romanen aus. Die Atmosphäre der unmittelbaren Nachkriegsjahre ist mehr als perfekt eingefangen, ich hatte wirklich das Gefühl mich auf einer Zeitreise zu befinden. Unsicherheit, wem kann man vertrauen, „Kurz hatte Vera gestern sogar überlegt, zur Polizei zu gehen, doch dann hatte sie sich dagegen entschieden. Ihr Verhältnis zu den Behörden, in denen oft noch genau dieselben Leute arbeiteten wie vor dem Kriegsende, war zwiegespalten.“, Stimmen zu den Nürnberger Prozessen, „Lies das gar nicht, und vor allem glaube nicht, was da steht. Die können doch alles behaupten. Das ist keine Gerechtigkeit, sondern Siegerjustiz, was sie da in Nürnberg aufführen.“, Fragen wie „Machst du dir auch manchmal Gedanken, was deine Eltern und deine Familie früher wirklich getan haben? Ich meine, ob sie daran beteiligt waren?“ oder auch Beobachtungen wie „…mit hängenden Schultern und in devoter Haltung auf ihren Sitzen, als hofften sie, dadurch mehr Gnade vor den Richtern zu finden. Die anderen präsentierten sich arrogant und mit verschlossenen Mienen, als wären sie noch immer die Herren dieses Landes.“, machen Geschichte regelrecht erlebbar, so muss es sein. Claire Winter hat in ihrem Roman Fiktion und Wahrheit derart fesselnd und gekonnt verwoben, dass ich nicht mehr vom Buch lassen konnte. Schon mit den ersten Worten hatte mich die Autorin in ihren Fängen, konnte diese Sogwirkung mit einem mehr als geschickten Wechsel zwischen spannenden Fakten, berührenden Offenbarungen, tief emotionalen Momenten, die einen betroffen machen, und auch gefährlichen Szenen, die einem fast die Luft zum Atmen nehmen, auch die knapp 600 Seiten lang durchgehend aufrecht erhalten und ich glaube ich habe schon lange nicht mehr in einem solchen Rekordtempo so viele Seiten verschlungen. Ganz großes Kino, was die Autorin hier in einem derart lockeren, flüssigen und atmosphärisch dichten Schreibstil liefert. Ich hatte alles wie in einem Film vor Augen und war völlig in der Welt nach Kriegsende versunken. Die Autorin ist zudem eine Meisterin der Figurenzeichnung. All ihre Mitspieler hat sie mit viel Profil ausgestattet, man fühlt, leidet mit ihnen mit oder man verabscheut sie auch abgrundtief. Ein keiner kann einen kalt lassen und zudem bildet sie damit einen grandiosen Querschnitt durch die damalige Bevölkerung. Eine Marie, der keine Ruhe lässt, was ihr Vater, den sie nur liebevoll kennt, womöglich im Krieg verbrochen haben könnte, ein Bruder Fritz hingegen, der über seinen Vater nie etwas kommen lassen würde, egal was dieser im Krieg getan hat, ein Patenonkel Karl, der immer noch von den großen Leistungen der Deutschen und den Idealen der Nazis überzeugt ist und keinerlei Unrechtsbewusstsein verspürt, sind ebenso vertreten, wie eine Vera, die im Krieg und dann beim Einmarsch der Roten Armee nicht nur ihre Familie, sondern auch ihre Ehre verloren hat. Völlig begeisterte fünf Sterne.
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atmosphärisch dicht, spannend, fesselnd, informativ - ein wahres Lesehighlight

Elke Seifried aus Gundelfingen am 06.01.2020
Bewertungsnummer: 1278924
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Berlin, Sommer 1949: „Er hätte in dem Brief doch schreiben sollen, was er in Köln noch Schreckliches erfahren hatte, durchfuhr es ihn, als ihn der Wagen auch schon erfasste.“ Für Vera bricht eine Welt ein, als sie vom Tod ihres Jugendfreundes und Kollegen Jonathan erfährt, war er doch ihr letzter Halt, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg ihren Ehemann und ihre Eltern verloren hat. Wenige Tage später findet sie einen Brief von ihm, seine Rechercheunterlagen versehen mit der Bitte falls ihm etwas zustoßen sollte, seine Reportage zu Ende zu führen, damit die Öffentlichkeit von diesen Ungeheuerlichkeiten erfährt. Da Vera sich Jonathan sehr verbunden fühlt, ist für sie noch bevor sie weiß, worum es geht klar, diesen letzten Wunsch wird sie ihrem besten Freund auf jeden Fall erfüllen. Als Leser wird man zuerst Zeuge von Mord an Jonathan, nachdem der in letzter Sekunde noch einige Unterlagen verschickt hat, und lernt dann Vera kennen, als diese vom Tod erfährt. Sowohl hinter Jonathan waren Unbekannte her, als auch bei Vera stehen seltsame Gestalten auf der Matte sobald sie die Unterlagen an sich genommen hat. Eine durchsuchte Wohnung, ein Mann der ihr die Unterlagen entreißt, am nächsten Tag aber wieder bringt, Gänsehautmomente noch bevor die Recherchen überhaupt losgehen können. Jonathans Aufzeichnungen sind dürftig, hauptsächlich handelt es sich um Kontaktdaten in Deutschland, Südtirol und Italien, aber es ist klar, er muss Kriegsverbrechern auf der Spur gewesen sein. Offiziell wegen einer Reportage über ein in den Kriegswirren verloren gegangenes Kind macht sie auf, seinen Recherchen nachzugehen. Dass es Leute gibt, denen das nicht gelegen kommt, ist ihr bewusst, auch dass er gefährlich werden wird, aber mit einem solchen Wespennest, in das ist stoßen wird, hat sie sicher nicht gerechnet. Während man nun Vera im Jahr 49 bei ihren höchst interessanten, aber ebenso gefährlichen Nachforschungen begleiten darf, bekommt man in Rückblenden von Jonathan, seinen Rechercheergebnissen, von Marie, der Sekretärin im Stab Konrad Adenauers und ihren Nachforschungen nach der Rolle ihres Vaters im Zweiten Weltkrieg und deren Beziehung zueinander erzählt. Zudem lernt man gemeinsam mit den beiden noch eine Jüdin namens Lina kennen und bewegt sich so immer mehr auf den Erzählstrang um Vera zu. Mehr will ich gar nicht verraten. „Siehst du, es gibt etwas , das im Dritten Reich perfekt aufgebaut wurde – das ist eine Form der Kameradschaft und des Gemeinschaftsgeists, aus dem ein Netz von Seilschaften entstanden ist, in dem man sich bis heute unterstützt und gegenseitig schützt. So etwas kann nicht einfach zerstört werden. Diese Verbindungen durchziehen dieses Land noch immer wie ein feines, klebriges Spinnennetz …“ Der Aufbau der Organisation Gehlen, einer Spionageabteilung, die im Kalten Krieg eine wesentliche Rolle spielte und im Anschluss zu großen Teilen in den BND überging, ein brisantes Thema, dem sich die Autorin hier annimmt. Ich interessiere mich für Geschichte, wusste auch bereits, dass sich Kriegsverbrecher über die sogenannte Rattenlinie ungestraft absetzen konnten, auch, dass ehemalige Nazianhänger in der Politik wieder Fuß fassen konnten, aber die Autorin hat mir mit ihrem historischen Roman noch einmal völlig neue, spannende und unglaubliche Fakten geliefert. Grandiose Recherchearbeit in meinen Augen, sie weiß wovon sie schreibt und legt in einem Anhang auch ganz klar dar, was Wahrheit und Fiktion ist, für mich auch immer wichtig. Das und die Tatsache, dass ich mein Geschichtswissen aufmöbeln kann, macht für mich die guten unter den historischen Romanen aus. Die Atmosphäre der unmittelbaren Nachkriegsjahre ist mehr als perfekt eingefangen, ich hatte wirklich das Gefühl mich auf einer Zeitreise zu befinden. Unsicherheit, wem kann man vertrauen, „Kurz hatte Vera gestern sogar überlegt, zur Polizei zu gehen, doch dann hatte sie sich dagegen entschieden. Ihr Verhältnis zu den Behörden, in denen oft noch genau dieselben Leute arbeiteten wie vor dem Kriegsende, war zwiegespalten.“, Stimmen zu den Nürnberger Prozessen, „Lies das gar nicht, und vor allem glaube nicht, was da steht. Die können doch alles behaupten. Das ist keine Gerechtigkeit, sondern Siegerjustiz, was sie da in Nürnberg aufführen.“, Fragen wie „Machst du dir auch manchmal Gedanken, was deine Eltern und deine Familie früher wirklich getan haben? Ich meine, ob sie daran beteiligt waren?“ oder auch Beobachtungen wie „…mit hängenden Schultern und in devoter Haltung auf ihren Sitzen, als hofften sie, dadurch mehr Gnade vor den Richtern zu finden. Die anderen präsentierten sich arrogant und mit verschlossenen Mienen, als wären sie noch immer die Herren dieses Landes.“, machen Geschichte regelrecht erlebbar, so muss es sein. Claire Winter hat in ihrem Roman Fiktion und Wahrheit derart fesselnd und gekonnt verwoben, dass ich nicht mehr vom Buch lassen konnte. Schon mit den ersten Worten hatte mich die Autorin in ihren Fängen, konnte diese Sogwirkung mit einem mehr als geschickten Wechsel zwischen spannenden Fakten, berührenden Offenbarungen, tief emotionalen Momenten, die einen betroffen machen, und auch gefährlichen Szenen, die einem fast die Luft zum Atmen nehmen, auch die knapp 600 Seiten lang durchgehend aufrecht erhalten und ich glaube ich habe schon lange nicht mehr in einem solchen Rekordtempo so viele Seiten verschlungen. Ganz großes Kino, was die Autorin hier in einem derart lockeren, flüssigen und atmosphärisch dichten Schreibstil liefert. Ich hatte alles wie in einem Film vor Augen und war völlig in der Welt nach Kriegsende versunken. Die Autorin ist zudem eine Meisterin der Figurenzeichnung. All ihre Mitspieler hat sie mit viel Profil ausgestattet, man fühlt, leidet mit ihnen mit oder man verabscheut sie auch abgrundtief. Ein keiner kann einen kalt lassen und zudem bildet sie damit einen grandiosen Querschnitt durch die damalige Bevölkerung. Eine Marie, der keine Ruhe lässt, was ihr Vater, den sie nur liebevoll kennt, womöglich im Krieg verbrochen haben könnte, ein Bruder Fritz hingegen, der über seinen Vater nie etwas kommen lassen würde, egal was dieser im Krieg getan hat, ein Patenonkel Karl, der immer noch von den großen Leistungen der Deutschen und den Idealen der Nazis überzeugt ist und keinerlei Unrechtsbewusstsein verspürt, sind ebenso vertreten, wie eine Vera, die im Krieg und dann beim Einmarsch der Roten Armee nicht nur ihre Familie, sondern auch ihre Ehre verloren hat. Völlig begeisterte fünf Sterne.

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von Claire Winter

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Ira Schröder

Thalia Baunatal – Ratioland Baunatal

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5/5

Highlight des Jahres

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein fesselnder, realistischer, emotionaler und absolut lesenswerter Roman über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg der Autorin Claire Winter. Eine hochspannende Komposition aus Wahrheit und Fiktion ist auf jeden Fall sehr gut gelungen. Die trockenen Themen wie Politik und die Machenschaften nach dem Krieg sind mit lebendigen Themen wie Liebe und Leben danach ereignisreich verbunden. Teilweise hab ich gedacht einen Thriller zu lesen. Große Klasse! Von mir auf jeden Fall einen klare Empfehlung!
5/5

Highlight des Jahres

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Ein fesselnder, realistischer, emotionaler und absolut lesenswerter Roman über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg der Autorin Claire Winter. Eine hochspannende Komposition aus Wahrheit und Fiktion ist auf jeden Fall sehr gut gelungen. Die trockenen Themen wie Politik und die Machenschaften nach dem Krieg sind mit lebendigen Themen wie Liebe und Leben danach ereignisreich verbunden. Teilweise hab ich gedacht einen Thriller zu lesen. Große Klasse! Von mir auf jeden Fall einen klare Empfehlung!

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