Die sichtbaren Dinge
Band 17
Reihe Neue Lyrik Band 17

Die sichtbaren Dinge

Gedichte

Buch (Gebundene Ausgabe)

18,80 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2019

Herausgeber

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen + weitere

Verlag

Poetenladen

Seitenzahl

72

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2019

Herausgeber

Verlag

Poetenladen

Seitenzahl

72

Maße (L/B/H)

20,5/14,9/1,5 cm

Gewicht

269 g

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-940691-98-9

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Kosmos und Segment: Zu Uwe Kolbes Zyklus "Die sichtbaren Dinge" Von Jan Kuhlbrodt - Uwe Kolbes Weg in den letzten Jahren führte die Elbe stromaufwärts. Nachdem der Dichter also einige Jahre in der Hansestadt Hamburg gelebt hatte, schlug er sein Zelt nunmehr in Dresden auf. Aber im Grunde ist er ein Wandernder geblieben, dessen Weg in einem beständigen Zickzackkurs durch das mittlere Europa führt. Im Vorbeiziehen der Landschaften und Zeiten formt sich der Blick.- "Zu träge ist mein Auge" - Das ist ein Vers aus dem Gedicht "Der Zaunkönig", das sich relativ weit vorn in diesem Zyklus des 1957 in Berlin geborenen Uwe Kolbe findet. Das Gedicht beschreibt eine Begegnung, und auch wenn es in diesem Text um einen konkreten Vogel geht, den der Lyriker zu beobachten versucht, weist es doch weiter in den Kosmos, als man im ersten Moment anzunehmen gewillt ist. Denn das Sichtbare und das Gesehene sind zweierlei. * So viel hängt ab / von dem Zaunkönig, / der Wölbung seines Bauchs, / dem Braun des Federkleids / und, dass er was findet / in der gefrorenen Welt. / Zu träge ist mein Auge / für seinen Flügelschlag. * So ähnlich beginnt übrigens die abendländische moderne Philosophie, mit der Frage nämlich, inwieweit dem Wahrgenommenen zu trauen sei, ein dauernder Zweifel. Denn, was wir von der Welt aufnehmen, ist immer Ausschnitt, und Ausschnitt ist auch das Beschriebene. Niemals werden wir das Ganze fassen, was jedoch niemanden davon abhält, es zu versuchen. - Die Kunst macht aus dieser Not eine Tugend, indem sie sich anschickt, den gewählten oder vorgegebenen Ausschnitt präzise zu zeigen. Aber so präzise sie sich auch gibt, es bleibt dennoch eine Unsicherheit: Es könnte alles ganz anders sein.Um dieser Unsicherheit zu entgehen, oder sie wenigstens auszuhalten, legt Uwe Kolbe sich Beschränkungen auf, die letztlich Reflex sind auf jene Beschränkungen, denen das wahrnehmende Individuum ohnehin unterliegt, und in diesen Ketten liegt ihre Freiheit. Er macht, wenn man so will, aus der Not eine Tugend, und jenes Tugendhafte erscheint uns als schön. - Nietzsche nennt das "Tanzen in Ketten": es sich schwer machen und dann die Täuschung der Leichtigkeit darüber breiten, - das ist das Kunststück, welches sie uns zeigen wollen Insofern ist die Kunst, und in diesem konkreten Fall die Dichtung in vormodernen Zusammenhängen angesiedelt, in einem Denken, das aufs Ganze zielt, seine Gewähr aber in etwas findet, das für es selbst nicht zu fassen ist. Dies ist ein wiederkehrendes Motiv in Uwe Kolbes Dichtung, das sich nicht zuletzt in seiner dichterischen Auseinandersetzung mit der Form der Psalmen gezeigt hat. ...
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