Haarmann

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Ein Kriminalroman

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Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.02.2020

Verlag

Penguin

Seitenzahl

320

Beschreibung

Rezension

»Dirk Kurbjuweit verarbeitet den Fall zu einem spannenden Krimi und vielschichtigen Gesellschaftsporträt der frühen Weimarer Republik." « Stern Crime

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

17.02.2020

Verlag

Penguin

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

22,2/14,2/3,3 cm

Gewicht

549 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-328-60084-8

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3.9

36 Bewertungen

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Anführungszeichen sind eine tolle Erfindung! Hat der Autor aber leider nicht verwendet.

Bewertung aus Dortmund am 25.03.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich mag eigentlich keine Krimis und habe mir dieses Buch nur wegen des Nachnamens geholt. Die Bestätigung, dass Krimis doof sind, habe ich bekommen. Über die Geschichte von Fritz Haarmann habe ich nur wenig gelernt, konnte man das meiste doch bei Wikipedia schon lesen (auch hier mein persönliches Interesse wegen des Nachnamens). Gelungen ist das Aufgreifen der Stimmung in Hannover nach dem Ersten Weltkrieg. Allerdings ist nichts von den Goldenen Zwanzigern zu spüren, sondern eher etwas von der kollektiven Depression aufgrund der Niederlage. Die Weimarer Republik ist noch durchseucht von ehemaligen Kaiserlichen und obrigkeitsstaatlichen Methoden, die Gesellschaft sortiert sich und versucht sich, in der neuen Demokratie zurechtzufinden... oder sie zu bekämpfen. . Die Not ist groß, es wird mit alten Lumpen und zweifelhaftem Fleisch gehandelt. Soweit gut beschrieben. Sehr künstlich finde ich allerdings den kompletten Verzicht auf Anführungszeichen. Dabei wäre es gar nicht nötig, werden die Sätze doch trotzdem in direkter Rede geschrieben. Aber die Erkenntnis, dass es sich nun um ein Zitat handelt, ergibt sich erst beim Lesen. Das ist mühselig und wirkt literarisch künstlich. Damit soll der Text wohl eine geschwurbelte Tiefe erlangen, was aber das Lesen - meiner Meinung nach völlig unnötig - erschwert. Dieser Kriminalfall ist aus der Sicht eines Kommissars geschrieben. Allerdings nicht als Ich-Erzähler. Grundlage ist seine persönliche Geschichte, sein eigener Kriegseinsatz, die (öffentliche) Beschämung wegen eines unzureichenden Body-Counts (Abschüsse), der Verlust seiner Familie, der Verdacht über seine angebliche Homosexualität, die (innere) Scham wegen einer einmaligen Fummelei. Er ist niemand, der in den Schützengräben traumatisiert worden wäre, trotzdem schleppt er ein anderes tiefgreifendes Trauma mit sich herum - ich will nicht spoilern. Dieser Kommissar ist umgeben von Feinden: Kollegen, die den zugereisten neuen Ermittler verachten, reiche Kriegerwitwen, denen seine Tötungszahl nicht ausreicht, die Presse, die einen Sündenbock für die vielen verschwundenen Jungen sucht, die Republik-Gegner, die der alten kaiserlichen Ordnung nachtrauern oder eine nationalistische Ordnung herbei hoffen. So wird man von einer ablehnenden Umgebung in lakonischer Stimmung durch das Buch getragen. Vielleicht ist dieses auch das eigentliche Ziel des Werkes. Denn den Täter kennt man schon aus der Geschichte und aus dem Titel des Buches. Die Ermittlungsmethoden wirken so gar nicht C.S.I.-mäßig, sondern reichlich altbacken. Und bis zur Überführung des Täters denkt man sich nur: „Warum wird nicht soundso ermittelt?“ Altbackene Kriminalarbeit von vor 100 Jahren. Man kann also nicht mitfiebern oder rätseln, wer der Täter ist, wann und wie er gefasst wird - außerdem steht das alles ja auf Wikipedia. Und eigentlich steht dort noch viel mehr. Über die möglichen Verwicklungen der Nachbarn, über die Spitzelarbeit von Haarmann für die Polizei, über die Entwicklung dieses Täters. Leider lesen sich diese Fakten aber in diesem Buch nur wie ein Aktenstudium. Gähn. Spannung entsteht nur bei der Frage: Bekommt er (Haarmann) ihn (den Jungen) noch? Also: Wollte uns der Autor über den Verzicht auf Anführungszeichen seine künstlerischen Fähigkeiten zeigen? Soll uns dieser Kriminalroman durch seine apathische Sprache - ohne Anführungsstriche - faszinieren? Sollen uns die kursiv gesetzten Gedanken von Haarmann und Opfern hineinversetzen in die Welt eines Monsters? Alles nicht gelungen. Das Buch ist NICHT überflüssig. Aber es hätte flüssiger sein können. Einige Gänsefüßchen hätten da schon eine Menge getan. Aber vielleicht versteh ich das auch nur nicht.

Anführungszeichen sind eine tolle Erfindung! Hat der Autor aber leider nicht verwendet.

Bewertung aus Dortmund am 25.03.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Ich mag eigentlich keine Krimis und habe mir dieses Buch nur wegen des Nachnamens geholt. Die Bestätigung, dass Krimis doof sind, habe ich bekommen. Über die Geschichte von Fritz Haarmann habe ich nur wenig gelernt, konnte man das meiste doch bei Wikipedia schon lesen (auch hier mein persönliches Interesse wegen des Nachnamens). Gelungen ist das Aufgreifen der Stimmung in Hannover nach dem Ersten Weltkrieg. Allerdings ist nichts von den Goldenen Zwanzigern zu spüren, sondern eher etwas von der kollektiven Depression aufgrund der Niederlage. Die Weimarer Republik ist noch durchseucht von ehemaligen Kaiserlichen und obrigkeitsstaatlichen Methoden, die Gesellschaft sortiert sich und versucht sich, in der neuen Demokratie zurechtzufinden... oder sie zu bekämpfen. . Die Not ist groß, es wird mit alten Lumpen und zweifelhaftem Fleisch gehandelt. Soweit gut beschrieben. Sehr künstlich finde ich allerdings den kompletten Verzicht auf Anführungszeichen. Dabei wäre es gar nicht nötig, werden die Sätze doch trotzdem in direkter Rede geschrieben. Aber die Erkenntnis, dass es sich nun um ein Zitat handelt, ergibt sich erst beim Lesen. Das ist mühselig und wirkt literarisch künstlich. Damit soll der Text wohl eine geschwurbelte Tiefe erlangen, was aber das Lesen - meiner Meinung nach völlig unnötig - erschwert. Dieser Kriminalfall ist aus der Sicht eines Kommissars geschrieben. Allerdings nicht als Ich-Erzähler. Grundlage ist seine persönliche Geschichte, sein eigener Kriegseinsatz, die (öffentliche) Beschämung wegen eines unzureichenden Body-Counts (Abschüsse), der Verlust seiner Familie, der Verdacht über seine angebliche Homosexualität, die (innere) Scham wegen einer einmaligen Fummelei. Er ist niemand, der in den Schützengräben traumatisiert worden wäre, trotzdem schleppt er ein anderes tiefgreifendes Trauma mit sich herum - ich will nicht spoilern. Dieser Kommissar ist umgeben von Feinden: Kollegen, die den zugereisten neuen Ermittler verachten, reiche Kriegerwitwen, denen seine Tötungszahl nicht ausreicht, die Presse, die einen Sündenbock für die vielen verschwundenen Jungen sucht, die Republik-Gegner, die der alten kaiserlichen Ordnung nachtrauern oder eine nationalistische Ordnung herbei hoffen. So wird man von einer ablehnenden Umgebung in lakonischer Stimmung durch das Buch getragen. Vielleicht ist dieses auch das eigentliche Ziel des Werkes. Denn den Täter kennt man schon aus der Geschichte und aus dem Titel des Buches. Die Ermittlungsmethoden wirken so gar nicht C.S.I.-mäßig, sondern reichlich altbacken. Und bis zur Überführung des Täters denkt man sich nur: „Warum wird nicht soundso ermittelt?“ Altbackene Kriminalarbeit von vor 100 Jahren. Man kann also nicht mitfiebern oder rätseln, wer der Täter ist, wann und wie er gefasst wird - außerdem steht das alles ja auf Wikipedia. Und eigentlich steht dort noch viel mehr. Über die möglichen Verwicklungen der Nachbarn, über die Spitzelarbeit von Haarmann für die Polizei, über die Entwicklung dieses Täters. Leider lesen sich diese Fakten aber in diesem Buch nur wie ein Aktenstudium. Gähn. Spannung entsteht nur bei der Frage: Bekommt er (Haarmann) ihn (den Jungen) noch? Also: Wollte uns der Autor über den Verzicht auf Anführungszeichen seine künstlerischen Fähigkeiten zeigen? Soll uns dieser Kriminalroman durch seine apathische Sprache - ohne Anführungsstriche - faszinieren? Sollen uns die kursiv gesetzten Gedanken von Haarmann und Opfern hineinversetzen in die Welt eines Monsters? Alles nicht gelungen. Das Buch ist NICHT überflüssig. Aber es hätte flüssiger sein können. Einige Gänsefüßchen hätten da schon eine Menge getan. Aber vielleicht versteh ich das auch nur nicht.

Gelungen, aber mehr Milieustudie als Krimi

Igelmanu66 aus Mülheim am 17.07.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

»Der Letzte war am 27. Oktober 1923 vermisst worden, davor einer am 25. Oktober und einer am 12. Oktober. Im September wurde ein Junge vermisst gemeldet, im August einer, Pause im Juli, im Juni einer, im Mai zwei, Pause im April, im März einer. Der Erste verschwand am 12. Februar 1923, Fritz Franke. Die Namen steckten tief in Lahnsteins Kopf, in seinem Gemüt, er kannte sie alle.« Hannover in den Jahren 1923 und 1924. Ermittler Robert Lahnstein kann sie zu jeder Zeit auswendig aufzählen, die verschwundenen Jungen seiner Stadt. An jedem Tag fürchtet er sich davor, wieder ein besorgtes Elternpaar oder eine weinende Mutter in seinem Büro vorzufinden. Als die Serie irgendwann aufgeklärt und Fritz Haarmann als Mörder zum Tode verurteilt wird, stehen auf seiner Rechnung 24 Namen… Fritz Haarmann hat es mit der Monstrosität seiner Taten zu weltweiter Bekanntheit geschafft. Selbst Menschen, die sich nicht für „True Crime“ interessieren, kennen zumindest Eckdaten. Nachdem ich schon vor Jahren durch die „Haarmann-Protokolle“ umfangreiche Sachkenntnisse erwerben konnte, interessierte mich nun die Umsetzung in einem Kriminalroman. Im Zentrum der Handlung steht nicht Haarmann, sondern der Ermittler Lahnstein. Zwischendurch gibt es zwar immer wieder Abschnitte aus wechselnden Perspektiven (Haarmann, Opfer, Angehörige), aber im Wesentlichen verfolgt der Leser die Taten und Gedanken Lahnsteins. Leider zerfasert dabei der Krimi nicht selten. Lahnstein hat wie sehr viele Menschen seiner Zeit ein Kriegstrauma, das ihn in jeder Nacht verfolgt. Als Sozialdemokrat sorgt er sich zudem aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen. Professionelle Distanz zu seinen Fällen zu halten, gelingt ihm nicht. Neben der emotionalen Belastung steht er natürlich unter Erwartungsdruck von Vorgesetzten und der Bevölkerung. Seine Psyche leidet, weil er einen neuen Vermisstenfall gleichzeitig fürchtet und erhofft, schließlich könnte ein neuer Fall ihm endlich die ersehnten Ansatzpunkte geben. Während wir es bei Lahnstein mit einem fiktiven Ermittler zu tun haben, sind die dargestellten Szenen aus Polizeialltag und Gesellschaft sehr realistisch. An diesen Stellen wird das Buch zu einer gelungenen Milieustudie, die kritisch Verhörmethoden hinterfragt und deutlich macht, wie das soziale Umfeld Haarmanns Wirken über so lange Zeit überhaupt möglich machte. Stichwort: Gesellschaftliche Verantwortung! Bei der Bewertung habe ich mich etwas schwergetan. Manchmal liegt der Fokus sehr lange auf Lahnsteins Befindlichkeiten. Diese Punkte sind zwar wichtig, um ihn als Charakter richtig verstehen zu können, doch wird der Krimi da leicht zur Nebensache. Einige Abschnitte, bei denen er politisch diskutierte oder grübelte konnten mich nur wenig erreichen. Letztlich gaben die gelungenen Kapitel mit Verhören und Prozess den Ausschlag, dass ich mich doch für 4 Sterne entschieden habe. Fazit: Gelungen, aber mehr Milieustudie als Krimi. Wer Spannung sucht, ist hier falsch. Aber gut, der Ausgang ist eh bekannt ;-) Mit Blut sollte man auch kein Problem haben, die geschilderte Zerlegung einer Leiche ist nicht ohne.

Gelungen, aber mehr Milieustudie als Krimi

Igelmanu66 aus Mülheim am 17.07.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

»Der Letzte war am 27. Oktober 1923 vermisst worden, davor einer am 25. Oktober und einer am 12. Oktober. Im September wurde ein Junge vermisst gemeldet, im August einer, Pause im Juli, im Juni einer, im Mai zwei, Pause im April, im März einer. Der Erste verschwand am 12. Februar 1923, Fritz Franke. Die Namen steckten tief in Lahnsteins Kopf, in seinem Gemüt, er kannte sie alle.« Hannover in den Jahren 1923 und 1924. Ermittler Robert Lahnstein kann sie zu jeder Zeit auswendig aufzählen, die verschwundenen Jungen seiner Stadt. An jedem Tag fürchtet er sich davor, wieder ein besorgtes Elternpaar oder eine weinende Mutter in seinem Büro vorzufinden. Als die Serie irgendwann aufgeklärt und Fritz Haarmann als Mörder zum Tode verurteilt wird, stehen auf seiner Rechnung 24 Namen… Fritz Haarmann hat es mit der Monstrosität seiner Taten zu weltweiter Bekanntheit geschafft. Selbst Menschen, die sich nicht für „True Crime“ interessieren, kennen zumindest Eckdaten. Nachdem ich schon vor Jahren durch die „Haarmann-Protokolle“ umfangreiche Sachkenntnisse erwerben konnte, interessierte mich nun die Umsetzung in einem Kriminalroman. Im Zentrum der Handlung steht nicht Haarmann, sondern der Ermittler Lahnstein. Zwischendurch gibt es zwar immer wieder Abschnitte aus wechselnden Perspektiven (Haarmann, Opfer, Angehörige), aber im Wesentlichen verfolgt der Leser die Taten und Gedanken Lahnsteins. Leider zerfasert dabei der Krimi nicht selten. Lahnstein hat wie sehr viele Menschen seiner Zeit ein Kriegstrauma, das ihn in jeder Nacht verfolgt. Als Sozialdemokrat sorgt er sich zudem aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen. Professionelle Distanz zu seinen Fällen zu halten, gelingt ihm nicht. Neben der emotionalen Belastung steht er natürlich unter Erwartungsdruck von Vorgesetzten und der Bevölkerung. Seine Psyche leidet, weil er einen neuen Vermisstenfall gleichzeitig fürchtet und erhofft, schließlich könnte ein neuer Fall ihm endlich die ersehnten Ansatzpunkte geben. Während wir es bei Lahnstein mit einem fiktiven Ermittler zu tun haben, sind die dargestellten Szenen aus Polizeialltag und Gesellschaft sehr realistisch. An diesen Stellen wird das Buch zu einer gelungenen Milieustudie, die kritisch Verhörmethoden hinterfragt und deutlich macht, wie das soziale Umfeld Haarmanns Wirken über so lange Zeit überhaupt möglich machte. Stichwort: Gesellschaftliche Verantwortung! Bei der Bewertung habe ich mich etwas schwergetan. Manchmal liegt der Fokus sehr lange auf Lahnsteins Befindlichkeiten. Diese Punkte sind zwar wichtig, um ihn als Charakter richtig verstehen zu können, doch wird der Krimi da leicht zur Nebensache. Einige Abschnitte, bei denen er politisch diskutierte oder grübelte konnten mich nur wenig erreichen. Letztlich gaben die gelungenen Kapitel mit Verhören und Prozess den Ausschlag, dass ich mich doch für 4 Sterne entschieden habe. Fazit: Gelungen, aber mehr Milieustudie als Krimi. Wer Spannung sucht, ist hier falsch. Aber gut, der Ausgang ist eh bekannt ;-) Mit Blut sollte man auch kein Problem haben, die geschilderte Zerlegung einer Leiche ist nicht ohne.

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Denise Körner

Mayersche Kamen

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„Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt der Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Kurbjuweits romanhafte Verarbeitung des wohlbekannten Kriminalfalles bietet nicht nur spannende Unterhaltung und kurzweiliges Schaudern, sondern zeichnet sich vor allem durch eine gründliche Studie der damaligen Verhältnisse im „Zwischenkriegsdeutschland“ aus. Die teils deftige Darstellung des Milieus in dem sich Haarmann lange Zeit ungeschoren bewegen konnte, zeigt die bittere Realität abseits der Roaring Twenties. Über allem schwebt der verlorene Krieg, die anschließende Demütigung von Versailles und deren Auswirkungen auf das tägliche Leben der einfachen Leute. Die Schilderung von Armut, Resignation und fehlender Perspektiven wirken bedrückend, desillusionierend, lassen ansatzweise erahnen, wie die „Bestie von Hannover“ entstehen und so lange unentdeckt wüten konnte. Sie bietet aber auch eine Erklärung für das folgende Unheil, welches Deutschland einige Jahre später erneut erfasste. „ Aus den Augen macht er Sülze, aus dem Hintern macht er Speck, aus den Därmen macht er Würste und den Rest, den schmeißt er weg.“
4/5

„Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt der Haarmann auch zu dir, mit dem kleinen Hackebeilchen.

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

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Haarmann

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Fritz Haarmann wurde am 25.4.1925 hingerichtet. Hier haben wir einen Roman, der sich teilweise dokumentarisch an den echten Ermittlungsarbeiten in Hannover „entlangschlängelt“. Der Ermittler Lahnstein und sein familiärer Hintergrund sind jedoch fiktiv. Hannover in den frühen zwanziger Jahren ist düster und frustrierend, aber authentisch beschrieben. Der Fall Haarmann ist grausam und die Verschleppung und Vertuschung der Ermittlungen sind erschreckend. Kein Buch, was man mal ebenso liest – denn es ist eben teilweise wirklich passiert… und einige Fragen sind heute noch aktuell: Wie weit darf die Polizei gehen? Darf man ein „bisschen“ foltern? Lesetipp!
4/5

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Fritz Haarmann wurde am 25.4.1925 hingerichtet. Hier haben wir einen Roman, der sich teilweise dokumentarisch an den echten Ermittlungsarbeiten in Hannover „entlangschlängelt“. Der Ermittler Lahnstein und sein familiärer Hintergrund sind jedoch fiktiv. Hannover in den frühen zwanziger Jahren ist düster und frustrierend, aber authentisch beschrieben. Der Fall Haarmann ist grausam und die Verschleppung und Vertuschung der Ermittlungen sind erschreckend. Kein Buch, was man mal ebenso liest – denn es ist eben teilweise wirklich passiert… und einige Fragen sind heute noch aktuell: Wie weit darf die Polizei gehen? Darf man ein „bisschen“ foltern? Lesetipp!

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