Kostbare Tage

Roman

Ein Holt Roman Band 4

Kent Haruf

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Beschreibung

Es ist der letzte Sommer für Dad Lewis am Rand der Kleinstadt Holt – die er nie verließ, im Gegensatz zu seinen Kindern. Aber was wäre Holt ohne neue Geschichten? Die kleine Alice zieht im Nachbarhaus bei ihrer Großmutter ein, und der neue Reverend Lyle hat nicht nur mit den eigenwilligen Anwohnern zu kämpfen.

Kent Haruf, geboren 1943 in Colorado, war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers’ Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award ausgezeichnet. Sein letzter Roman, ›Unsere Seelen bei Nacht‹, wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt. Kent Haruf starb 2014.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 27.05.2020
Verlag Diogenes
Seitenzahl 352
Maße (L/B/H) 18,8/12,4/2,7 cm
Gewicht 331 g
Auflage 3. Auflage
Originaltitel Benediction
Übersetzer Pociao, Roberto de Hollanda
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-07125-2

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Letzte Tage in Holt

Bewertung aus Wetzikon ZH am 17.04.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ein sehr persönliches, höchst trauriges Buch - das erste überhaupt, das mich traurig gemacht hat. Normalerweise bin ich - aus als Frau - unsentimental. Ich hatte das Gefühl, dass entweder der Autor sich und seine Krankheit - er ist ja kurz nach Erscheinen gestorben - beschrieb oder/und jemanden, der ihm sehr nahe stand und er davon sehr betroffen wurde und eben diesen Prozess minutiös/prägnant beschreiben konnte. Ausserdem hatte ich das Gefühl, dass die Charaktere der "letzten Tage" nur ihre Namen gewechselt haben, also, dass wir hier nicht mehr Victoria & die McPhersons haben oder den Lehrer Tom mit seinen beiden Jungs, sondern die Johnsons und Lewis. Charmant alleweil, einmal zu 90% weibliche Protagonisten! Leider fehlte mir der Western-Touch, der so stark in den früheren Romanen vorkam. Kam mir eben auch wie Schwanengesang vor, der Schwan, der kurz vor dem Tod sich aufrichtet und sein Lied zum Besten gibt. Andererseits erinnerte es ein wenig an Dickens' "Christmas Carol", wo der Geizhals Ebenezer Scrooge an sein bisheriges Leben denkt und Besuch von den (toten) Geistern kriegt, wo er sein Leben Revue passieren lässt, um es zum Guten zu wenden oder Brechts "der gute Mensch von Szezuan". Leider stirbt hier Dad Lewis, was sehr eindrücklich beschrieben wird. Mir fehlte einzig der Abschluss bzw. der "Auftritt" von Frank, ob kurz vor oder eben nach Dads Tod. Ansonsten ein bewegender Roman. Mir fiel auch noch auf, dass in allen Romanen von Haruf ein Beruf dominiert: der des Lehrers. Einem roten Faden gleich. Aber auch hier hatte man als Leser das Gefühl, kurz vorbeischauen zu können und die Protagonisten besuchen zu können oder eben Beileid zu bezeugen. Zum ersten Mal ein Ende ohne die sprichwörtliche Verheissung auf "Besserung" oder Hoffnung, wie in US-Western und auch bei Harufs Holt-Stories so oft.

Letzte Tage in Holt

Bewertung aus Wetzikon ZH am 17.04.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ein sehr persönliches, höchst trauriges Buch - das erste überhaupt, das mich traurig gemacht hat. Normalerweise bin ich - aus als Frau - unsentimental. Ich hatte das Gefühl, dass entweder der Autor sich und seine Krankheit - er ist ja kurz nach Erscheinen gestorben - beschrieb oder/und jemanden, der ihm sehr nahe stand und er davon sehr betroffen wurde und eben diesen Prozess minutiös/prägnant beschreiben konnte. Ausserdem hatte ich das Gefühl, dass die Charaktere der "letzten Tage" nur ihre Namen gewechselt haben, also, dass wir hier nicht mehr Victoria & die McPhersons haben oder den Lehrer Tom mit seinen beiden Jungs, sondern die Johnsons und Lewis. Charmant alleweil, einmal zu 90% weibliche Protagonisten! Leider fehlte mir der Western-Touch, der so stark in den früheren Romanen vorkam. Kam mir eben auch wie Schwanengesang vor, der Schwan, der kurz vor dem Tod sich aufrichtet und sein Lied zum Besten gibt. Andererseits erinnerte es ein wenig an Dickens' "Christmas Carol", wo der Geizhals Ebenezer Scrooge an sein bisheriges Leben denkt und Besuch von den (toten) Geistern kriegt, wo er sein Leben Revue passieren lässt, um es zum Guten zu wenden oder Brechts "der gute Mensch von Szezuan". Leider stirbt hier Dad Lewis, was sehr eindrücklich beschrieben wird. Mir fehlte einzig der Abschluss bzw. der "Auftritt" von Frank, ob kurz vor oder eben nach Dads Tod. Ansonsten ein bewegender Roman. Mir fiel auch noch auf, dass in allen Romanen von Haruf ein Beruf dominiert: der des Lehrers. Einem roten Faden gleich. Aber auch hier hatte man als Leser das Gefühl, kurz vorbeischauen zu können und die Protagonisten besuchen zu können oder eben Beileid zu bezeugen. Zum ersten Mal ein Ende ohne die sprichwörtliche Verheissung auf "Besserung" oder Hoffnung, wie in US-Western und auch bei Harufs Holt-Stories so oft.

Sein letzter Sommer...

nicigirl85 aus Ilsenburg am 27.08.2020

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Nachdem der Autor den interessierten Leser bereits mit "Unsere Seelen bei Nacht", "Lied der Weite" und "Abendrot" nach Holt entführt hat, geht es auch in diesem Roman an den gleichen zauberhaften Ort mit seinen besonderen Bewohnern. Dieser Teil kann von jedem gelesen werden, egal ob die Vorgänger bekannt sind oder nicht, aber einen Haruf kann man sich eigentlich immer gönnen. In der Geschichte geht es um Dad Lewis, dessen Leben langsam aber sicher ein Ende nimmt. Der Sommer wird sein letzter sein. Wie fühlen sich die letzten Lebenstage mit Krankheit an? Hat man alles richtig gemacht im Leben? Tut der Tod weh? Das Besondere bei Haruf ist gewiss die sehr gefühlvolle Erzählweise, die mich als Leser völlig in seinen Bann gezogen hat. Schon allein aufgrund des Schreibstils war ich emotional ergriffen und mitgenommen. Die Kleinstadt, in der sich jeder kennt, erinnerte mich stark an mein eigenes Umfeld und so kamen bei mir direkt Heimatgefühle auf. Man fühlt sich wohl beim Lesen und mag die dargestellten Figuren sehr. Dad Lewis hat einiges hinter sich im Leben. Die Päckchen, die er zu tragen hat, haben mich doch sehr erstaunt. Besonders berührt hat mich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Egal wie viele Steine das Leben einem in den Weg legt, eine Familie sollte immer zusammenhalten. Mir hat gefallen, dass er vor seinem Ableben noch einiges klären will, sich aber wie im echten Leben nicht immer alles klären lässt und auch Wunden zurückbleiben. Die Sprünge zu anderen Figuren oder in andere Zeiten waren stets nachvollziehbar und schlüssig. Nie bin ich in der Handlung ins Schwimmen gekommen oder habe etwas nicht verstanden, eher fühlte es sich so an als wäre ich ein Teil der Geschichte. Der Roman hat sich für mich kurzweilig lesen lassen, aber mich emotional ganz schön aufgewühlt. Die Grundstimmung hatte für mich stets einen Hauch von Düsternis, was bei einem bevorstehenden Tod aber wahrscheinlich normal ist. Fazit: Der Ausflug nach Holt hat sich auf jeden Fall gelohnt, da mache ich gern wieder einen Abstecher hin. Klare Leseempfehlung von meiner Seite.

Sein letzter Sommer...

nicigirl85 aus Ilsenburg am 27.08.2020
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Nachdem der Autor den interessierten Leser bereits mit "Unsere Seelen bei Nacht", "Lied der Weite" und "Abendrot" nach Holt entführt hat, geht es auch in diesem Roman an den gleichen zauberhaften Ort mit seinen besonderen Bewohnern. Dieser Teil kann von jedem gelesen werden, egal ob die Vorgänger bekannt sind oder nicht, aber einen Haruf kann man sich eigentlich immer gönnen. In der Geschichte geht es um Dad Lewis, dessen Leben langsam aber sicher ein Ende nimmt. Der Sommer wird sein letzter sein. Wie fühlen sich die letzten Lebenstage mit Krankheit an? Hat man alles richtig gemacht im Leben? Tut der Tod weh? Das Besondere bei Haruf ist gewiss die sehr gefühlvolle Erzählweise, die mich als Leser völlig in seinen Bann gezogen hat. Schon allein aufgrund des Schreibstils war ich emotional ergriffen und mitgenommen. Die Kleinstadt, in der sich jeder kennt, erinnerte mich stark an mein eigenes Umfeld und so kamen bei mir direkt Heimatgefühle auf. Man fühlt sich wohl beim Lesen und mag die dargestellten Figuren sehr. Dad Lewis hat einiges hinter sich im Leben. Die Päckchen, die er zu tragen hat, haben mich doch sehr erstaunt. Besonders berührt hat mich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Egal wie viele Steine das Leben einem in den Weg legt, eine Familie sollte immer zusammenhalten. Mir hat gefallen, dass er vor seinem Ableben noch einiges klären will, sich aber wie im echten Leben nicht immer alles klären lässt und auch Wunden zurückbleiben. Die Sprünge zu anderen Figuren oder in andere Zeiten waren stets nachvollziehbar und schlüssig. Nie bin ich in der Handlung ins Schwimmen gekommen oder habe etwas nicht verstanden, eher fühlte es sich so an als wäre ich ein Teil der Geschichte. Der Roman hat sich für mich kurzweilig lesen lassen, aber mich emotional ganz schön aufgewühlt. Die Grundstimmung hatte für mich stets einen Hauch von Düsternis, was bei einem bevorstehenden Tod aber wahrscheinlich normal ist. Fazit: Der Ausflug nach Holt hat sich auf jeden Fall gelohnt, da mache ich gern wieder einen Abstecher hin. Klare Leseempfehlung von meiner Seite.

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Kerstin Hahne

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5/5

der vorletzte "Holt"-Roman: melancholisch, menschlich, lakonisch

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Wer diesen Autor und seine fiktive Kleinstadt "Holt" und ihre Einwohner in den riesigen weiten der "Great Plain" noch nicht kennengelernt hat, hat etwas verpasst. Haruf hat die Gabe, uns unaufgeregt und doch berührend in seinen sechs Romanen episodenhaft von verschiedenen Bewohnern des Städtchens zu erzählen und wer sich darauf einlässt, wird belohnt mit Geschichten, die real, nachvollziehbar und liebevoll-glaubhaft klingen. Auch in "Kostbare Tage" lässt Haruf seinen Protas ihre Würde: gerade Dad Lewis, der alte Mann, welcher mit seinem unheilbaren Krebs zwar unser Mitgefühl hat, aber eben auch mit einigen seinen früheren Taten keineswegs nur Zustimmung findet, ist so ein Paradebeispiel für die Menschen in diesen Romanen - Menschen wie Du und ich, die nicht immer ihre Handlungen reflektierten und mit deren Folgen dann leben müssen. Mag sein, das die letzten kostbaren Tage von Dad Lewis, seiner Familie, seinen Nachbarinnen und dem neuen Pastor der kleinen Gemeinde nicht jedermanns Ding sein mögen - Ich jedenfalls schätze Harufs Werk! P.S.Sein "Unsere Seelen bei Nacht" -posthum veröffentlicht, wurde auch verfilmt - mit R.Redford und J.Fonda....
5/5

der vorletzte "Holt"-Roman: melancholisch, menschlich, lakonisch

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

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Vom Abschiednehmen und Erinnern...

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Wieder dürfen wir die Bewohner von Holt/Colorado begleiten und teilhaben an ihrem Leben, ihren Ängsten, Sorgen und Erinnerungen... Diesmal steht die Familie Lewis im Mittelpunkt. Dad Lewis ist schwer krank und er weiß, ihm bleiben nur noch Wochen. Wenig Zeit für ihn, über sein Leben, seine Prioritäten, seine Fehler und seine Entscheidungen nachzudenken. Aber Dad's Krankheit ist auch Anlass für die Familie, Nachbarn und Freunde, Entscheidungen ihres Lebens zu reflektieren, Begegnungen und Ereignissen nachzuspüren; sich in Erinnerungen zu verlieren: Schöne und Schmerzvolle, unwiederbringlich und kostbar. Kent Haruf erzählt von Menschen wie Du und ich. Gewohnt ruhig und unprätentiös beschreibt und beobachtet er die Handlungsweisen seiner Charaktere, ohne sie zu werten. Und dennoch oder gerade deshalb gelingt ihm eine emotionale Tiefe in seinen Romanen, die dem Leser viel Raum für eigene Gedanken und Emotionen lässt. So fällt es schwer, sich am Ende des Buches von „Holt“ und seinen Bewohner zu verabschieden und das Buch zu schließen. Man lässt die Geschichten nochmal Revue passieren und ist dankbar, diesen Schatz gefunden zu haben, der im wahrsten Sinne "kostbare Stunden und Tage" des Lesens beschert hat. Wunderschön und unnachahmlich!
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Vom Abschiednehmen und Erinnern...

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Wieder dürfen wir die Bewohner von Holt/Colorado begleiten und teilhaben an ihrem Leben, ihren Ängsten, Sorgen und Erinnerungen... Diesmal steht die Familie Lewis im Mittelpunkt. Dad Lewis ist schwer krank und er weiß, ihm bleiben nur noch Wochen. Wenig Zeit für ihn, über sein Leben, seine Prioritäten, seine Fehler und seine Entscheidungen nachzudenken. Aber Dad's Krankheit ist auch Anlass für die Familie, Nachbarn und Freunde, Entscheidungen ihres Lebens zu reflektieren, Begegnungen und Ereignissen nachzuspüren; sich in Erinnerungen zu verlieren: Schöne und Schmerzvolle, unwiederbringlich und kostbar. Kent Haruf erzählt von Menschen wie Du und ich. Gewohnt ruhig und unprätentiös beschreibt und beobachtet er die Handlungsweisen seiner Charaktere, ohne sie zu werten. Und dennoch oder gerade deshalb gelingt ihm eine emotionale Tiefe in seinen Romanen, die dem Leser viel Raum für eigene Gedanken und Emotionen lässt. So fällt es schwer, sich am Ende des Buches von „Holt“ und seinen Bewohner zu verabschieden und das Buch zu schließen. Man lässt die Geschichten nochmal Revue passieren und ist dankbar, diesen Schatz gefunden zu haben, der im wahrsten Sinne "kostbare Stunden und Tage" des Lesens beschert hat. Wunderschön und unnachahmlich!

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