Der Halbbart
detebe Band 24637

Der Halbbart

Roman. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020 (Longlist)

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Beschreibung

Der Sebi ist nicht gemacht für die Feldarbeit oder das Soldatenleben. Viel lieber mag er Geschichten. Im Jahr 1313 hat so einer es nicht leicht in einem Dorf in der Talschaft Schwyz, wo Engel kaum von Teufeln zu unterscheiden sind. Vom Halbbart, einem Fremden von weit her, erfährt er, was die Menschen im Guten wie im Bösen auszeichnet – und wie man auch in rauen Zeiten das Beste aus sich macht.

»Der Halbbart ist ein neuer Lewinsky – und das reicht als Qualitätssiegel.«
SonntagsBlick, Zürich

Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, ist seit 1980 freier Schriftsteller. International berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger. Sein jüngster Roman, ›Der Halbbart‹, war nominiert für den Schweizer und den Deutschen Buchpreis. Sein Werk erscheint in 14 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux, Frankreich, und im Winter in Zürich.

Details

  • Einband

    Gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    26.08.2020

  • Verlag Diogenes
  • Seitenzahl

    688

  • Maße (L/B/H)

    18,8/12,1/4,3 cm

Beschreibung

Details

  • Einband

    Gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    26.08.2020

  • Verlag Diogenes
  • Seitenzahl

    688

  • Maße (L/B/H)

    18,8/12,1/4,3 cm

  • Gewicht

    498 g

  • Auflage

    2. Auflage

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-257-07136-8

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Bewertung am 06.10.2021

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman spielt im Jahr 1313. Sebi ist der jüngste von drei Brüdern und taugt nicht besonders für schwere körperliche Arbeiten. Er versteht sich mehr auf's Zuhören und Erzählen und macht sich viele Gedanken. Die Geschichte des Halbbarts wird von ihm in 83 Kapiteln, welche wie aneinandergereihte Kurzgeschichten anmuten, erzählt. Die Einstreuung altertümlicher Begriffe sowie die naive Betrachtungsweise und der teils humorvolle Erzählstil des jungen Sebi verleihen dem Buch einen einzigartigen Charme, besonders im Hinblick auf die bisweilen wenig zimperliche Handhabung der Dinge im Mittelalter.

Bewertung am 06.10.2021
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Der Roman spielt im Jahr 1313. Sebi ist der jüngste von drei Brüdern und taugt nicht besonders für schwere körperliche Arbeiten. Er versteht sich mehr auf's Zuhören und Erzählen und macht sich viele Gedanken. Die Geschichte des Halbbarts wird von ihm in 83 Kapiteln, welche wie aneinandergereihte Kurzgeschichten anmuten, erzählt. Die Einstreuung altertümlicher Begriffe sowie die naive Betrachtungsweise und der teils humorvolle Erzählstil des jungen Sebi verleihen dem Buch einen einzigartigen Charme, besonders im Hinblick auf die bisweilen wenig zimperliche Handhabung der Dinge im Mittelalter.

Großartige Erzählkunst meets facettenreiche Charaktere

Lesendes Federvieh aus München am 31.12.2020

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es gibt manche Geschichten, bei den sich während des Lesens bereits ein leiser Abschiedsschmerz einstellt, obwohl noch mehrere hundert Seiten übrig sind. "Der Halbbart" ist für mich eines jener seltenen Werke, das am liebsten nie enden sollte. Charles Lewinsky schildert darin nicht nur die ersten Schritte seines Protagonisten Sebi in Richtung Erwachsenwerden, sondern lässt eposartig ein ganzes mittelalterliches Dorf mitsamt seiner liebens- wie verachtenswerten Bewohner lebendig werden. In 83 Kapiteln erzählt er ebenso viele Geschichten aus der Sichtweise des 13-jährigen Sebi, die allesamt zusammenfließen zu einem großartigen Epos, dessen Sogwirkung man sich nur schwerlich entziehen kann. Gerade durch die Einfachheit der Sprache, die mit Schweizer Dialekt gewürzt ist, ist die Erzählung in ihrer ungeschönten, kindlichen Direktheit überaus eindringlich. Das bedeutet jedoch auch, dass dem mittelalterlichen Setting entsprechende Folterszenen detailliert geschildert werden, wie beispielsweise die stundenlange brutale Hinrichtung Teobaldo Brusatis oder die unsterile Amputation eines Beins. Besonders herausragend finde ich jedoch die scharfen Charakterzeichnungen, welche das Innerste einer Person erlebbar nach außen kehren und das mit außerordentlicher Prägnanz und Weisheit. Zum einen wäre das der liebenswürdige, gutherzige wie arglose Sebi, dessen Reifeprozess man mitsamt der Höhen und Tiefen lebhaft mitverfolgen kann, zum anderen der titelgebende Halbbart. Zu Beginn nimmt er die Rolle des Fremden im Dorfe ein, dessen von Brandmalen gezeichnetes Äußeres auf eine düstere Vergangenheit schließen lässt und ihn zugleich zum Einzelgänger macht. Stück für Stück lernt man nicht nur seine grausame Geschichte, sondern auch seine erstaunliche Klugheit kennen, die für zahlreiche wichtige Gedankenanstöße sorgt. Herzerwärmend, teils brutal, aber stets mitreißend hat Charles Lewinsky mit "Der Halbbart" eine eposartige Erzählung vom Erwachsenwerden, Freundschaft und Familie sowie der Kunst des Geschichtenerzählens geschaffen, die trotz ihres mittelalterlichen Schauplatzes absolut zeitlos ist.

Großartige Erzählkunst meets facettenreiche Charaktere

Lesendes Federvieh aus München am 31.12.2020
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es gibt manche Geschichten, bei den sich während des Lesens bereits ein leiser Abschiedsschmerz einstellt, obwohl noch mehrere hundert Seiten übrig sind. "Der Halbbart" ist für mich eines jener seltenen Werke, das am liebsten nie enden sollte. Charles Lewinsky schildert darin nicht nur die ersten Schritte seines Protagonisten Sebi in Richtung Erwachsenwerden, sondern lässt eposartig ein ganzes mittelalterliches Dorf mitsamt seiner liebens- wie verachtenswerten Bewohner lebendig werden. In 83 Kapiteln erzählt er ebenso viele Geschichten aus der Sichtweise des 13-jährigen Sebi, die allesamt zusammenfließen zu einem großartigen Epos, dessen Sogwirkung man sich nur schwerlich entziehen kann. Gerade durch die Einfachheit der Sprache, die mit Schweizer Dialekt gewürzt ist, ist die Erzählung in ihrer ungeschönten, kindlichen Direktheit überaus eindringlich. Das bedeutet jedoch auch, dass dem mittelalterlichen Setting entsprechende Folterszenen detailliert geschildert werden, wie beispielsweise die stundenlange brutale Hinrichtung Teobaldo Brusatis oder die unsterile Amputation eines Beins. Besonders herausragend finde ich jedoch die scharfen Charakterzeichnungen, welche das Innerste einer Person erlebbar nach außen kehren und das mit außerordentlicher Prägnanz und Weisheit. Zum einen wäre das der liebenswürdige, gutherzige wie arglose Sebi, dessen Reifeprozess man mitsamt der Höhen und Tiefen lebhaft mitverfolgen kann, zum anderen der titelgebende Halbbart. Zu Beginn nimmt er die Rolle des Fremden im Dorfe ein, dessen von Brandmalen gezeichnetes Äußeres auf eine düstere Vergangenheit schließen lässt und ihn zugleich zum Einzelgänger macht. Stück für Stück lernt man nicht nur seine grausame Geschichte, sondern auch seine erstaunliche Klugheit kennen, die für zahlreiche wichtige Gedankenanstöße sorgt. Herzerwärmend, teils brutal, aber stets mitreißend hat Charles Lewinsky mit "Der Halbbart" eine eposartige Erzählung vom Erwachsenwerden, Freundschaft und Familie sowie der Kunst des Geschichtenerzählens geschaffen, die trotz ihres mittelalterlichen Schauplatzes absolut zeitlos ist.

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Sabine Rudolph

Thalia Dresden - Schillerplatz

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5/5

... spielt im tiefen Mittelalter und es scheint, als sei es heute

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was für eine Wucht - da lässt Lewinsky einen Jungen im tiefen Mittelalter erwachsen werden, und es scheint, als sei es heute! Sebi (Eusebius) lernt die Welt in all ihren Facetten kennen und dabei den Menschen, der doch diese Welt macht. Mir fehlen die Worte, um angemessen über diesen großartigen Roman zu schreiben. Es geht um Gut und Böse, Leben und Tod, Liebe und Hass und alles dazwischen, drumherum das pure mittelalterliche Leben. So naiv Sebi auch daherkommt, seine Klugheit und Urteilsfähigkeit, sein Mut, seinen eigenen Weg zu gehen, seine Großherzigkeit sind einfach beeindruckend. Ich bin froh, noch ein paar Seiten lesen zu können, denn eigentlich darf dieses Buch nie aufhören.
5/5

... spielt im tiefen Mittelalter und es scheint, als sei es heute

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Was für eine Wucht - da lässt Lewinsky einen Jungen im tiefen Mittelalter erwachsen werden, und es scheint, als sei es heute! Sebi (Eusebius) lernt die Welt in all ihren Facetten kennen und dabei den Menschen, der doch diese Welt macht. Mir fehlen die Worte, um angemessen über diesen großartigen Roman zu schreiben. Es geht um Gut und Böse, Leben und Tod, Liebe und Hass und alles dazwischen, drumherum das pure mittelalterliche Leben. So naiv Sebi auch daherkommt, seine Klugheit und Urteilsfähigkeit, sein Mut, seinen eigenen Weg zu gehen, seine Großherzigkeit sind einfach beeindruckend. Ich bin froh, noch ein paar Seiten lesen zu können, denn eigentlich darf dieses Buch nie aufhören.

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Gemischte Gefühle

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Für historisch interessierte Leser. Anfangs mitreissend erzählt. Leider ließ meine Begeisterung zwischendurch nach und ich habe Seiten übersprungen.
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