Zwischen Ambition und Rebellion

Zwischen Ambition und Rebellion

Karrieren Berliner Kochbuchautorinnen

Buch (Gebundene Ausgabe)

25,00 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Alle Welt kocht. Dies suggerieren zumindest die dicht bestückten Regale jeder größeren Buchhandlung, in denen sich Kochbücher für die traditionelle, die regionale, die mediterrane, die vegetarische, die vegane, die Diät- oder Slow-Food-Küche, Kochbücher für den Single-Haushalt und Kochbücher, die von Landfrauen und den sozial engagierten „Tafeln“ herausgegeben werden, aneinanderreihen, gefolgt von all den Veröffentlichungen, zu denen sich TV- und andere Starköche veranlasst sehen.
Diese Bücher und ihre Autorinnen bzw. Autoren sind es jedoch nicht, die Birgit Jochens’ Interesse geweckt haben. Ihr Blick ist auf historische Kochbücher gerichtet, insbesondere auf solche, die seit den Anfängen des Kochbuchbooms, also vom Ende des 18. Jahrhunderts an, publiziert wurden.

Jede der zehn Berlinerinnen, die vorgestellt werden, hatte ihre eigenen Motive für das Schreiben eines Kochbuchs, darunter Lina Morgenstern, um 1870 international bekannt als Gründerin von Volksküchen, Hedwig Heyl, eine Fabrikbesitzerin und Protagonistin der Frauenbewegung, und Ottilie Palfy, Inhaberin einer privaten „Irren-Anstalt“. Betrachtet werden auch Vertreterinnen aus den Anfängen weiblicher Kochbuch-Produktion, wie die Verlegerin Friederike Helene Unger und Sophie Wilhelmine Scheibler. Vorgestellt wird zudem Lilo Aureden, eine Bestseller-Autorin der 1950er-Jahre, und Ursula Winnington, die mit exotisch-erotischer Koch-Literatur die DDR-Küche aufmischte und seit der deutschen Wiedervereinigung auch den Westen verführt. Die porträtierten Frauen waren alle Pionierinnen in ihrem Metier und suchten sich zu profilieren, oft in der Auseinandersetzung mit tradierten Rollenbildern. Manchmal ist die Karriere abrupt gestoppt worden, etwa die von Ruth von Schüching, eine der produktivsten Drehbuchschreiberinnen des Stummfilms, die nach 1933 ihrer jüdischen Herkunft wegen zu emigrieren gezwungen war.

Birgit Jochens macht mit Kochbuchautorinnen bekannt, die großenteils aus dem Blick geraten sind. Darüber hinaus entlockt sie den Kochbüchern ihrer Protagonistinnen, was diese über die Ernährungsgewohnheiten der jeweiligen Zeit verraten und garniert dies mit zeittypischen Rezepten. Mit kleinen Exkursen werden technische, wirtschaftliche und soziale Voraussetzungen beschrieben, die den Rezeptsammlungen zugrunde liegen: Wie wurde in einer „Schwarzen Küche“ gekocht? Wo konnte man in Alt-Berlin Lebensmittel kaufen? Welche Kinderkost hielt man für geeignet?

Birgit Jochens, geboren 1948, war nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und der Freien Universität Berlin zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Siegen und der
Freien Universität Berlin. Von 1990 bis 2013 leitete sie das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Regional- und Zeitgeschichte, darunter Deutsche Weihnacht: Ein Familienalbum 1900–1945 (5. Auflage, 2006).

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.06.2021

Verlag

Verlag für Berlin-Brandenburg

Seitenzahl

160

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

29.06.2021

Verlag

Verlag für Berlin-Brandenburg

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

22,6/21,7/2,1 cm

Gewicht

846 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-947215-88-1

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