Was ist dir widerfahren, Isaak?

Was ist dir widerfahren, Isaak?

Eine Spurensuche

Buch (Taschenbuch)

16,50 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.10.2020

Verlag

Manuela Kinzel Verlag

Seitenzahl

190

Maße (L/B/H)

20,8/14,9/2,2 cm

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

30.10.2020

Verlag

Manuela Kinzel Verlag

Seitenzahl

190

Maße (L/B/H)

20,8/14,9/2,2 cm

Gewicht

295 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-95544-145-6

Das meinen unsere Kund*innen

0.0

0 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Kund*innenkonto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel

Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung

Erste Bewertung verfassen

Unsere Kund*innen meinen

0.0

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

VorwortDer auf der Titelseite abgebildete Grabstein auf der Göppinger israelitischen Friedhofsabteilung war die Motivation für und der Ausgangspunkt einer schwierigen Recherche, die das Schicksal eines Jugendlichen erhellen sollte, der, belastet mit traumatischen Erfahrungen von Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung, fern der Heimat starb.Schwierig gestaltete sich die Recherche insofern, als der junge Mann keine Selbstzeugnisse, etwa ein Tagebuch, Briefe o. ä., ja nicht einmal eine Unterschrift hinterlassen hat; niemand, weder Freunde noch Verwandte, schriftlich oder mündlich überlieferte Äußerungen über ihn machte und die aufgefundenen bürokratischen Spuren außerordentlich dürftig sind.Wir wissen also nicht, was die Hauptfigur, der junge Isaak Komras, dachte, welche Vorbilder er hatte, welche Wünsche für seine Zukunft, welche Fähigkeiten, welche Empfindungen und wie er seine Zeitgenossen sah. Sein unmittelbarer familiärer Hintergrund und die gesellschaftliche Stellung der Familie in Wilna sind unbekannt. Etwas mehr Informationen sind über Isaaks mutmaßlichen Cousin erhalten, der durch sein Universitätsstudium und die Einheirat in eine Rechtsanwaltsfamilie viele Bekannte aus dem Kreis der Intellektuellen hatte, wie sich in der Vielzahl namentlich von ihm benannten Opfer der Ärzteschaft und der Rechtsanwälte ablesen lässt. Trotz der dünnen Aktenlage habe ich mich entschieden, keinen Roman zu schreiben. Erinnert werden sollte nicht an eine Kunstfigur, sondern an einen realen Menschen und die vielen Ausgelöschten. Der Schmerz über die unwiederbringlichen Verluste soll erhalten bleiben und nicht als fiktiv abgemildert werden können. Da ich nicht näher zu Isaaks Persönlichkeit, die zudem kaum Zeit hatte sich zu entwickeln, vordringen konnte, blieb nur der Umweg über Seiteneinstiege, die seine Umwelt, Zeitzeugen, Mithäftlinge, Historiker, ermöglichten. Auch bei diesem Ansatz können wir nur einen bescheidenen Ausschnitt dessen, was er gesehen und erlebt hat, erahnen. Aber sollten wir nicht wenigstens versuchen, seinen Schatten vor dem Hintergrund der Ereignisgeschichte zu sehen? Ich möchte es versuchen.Der historische Hintergrund der meisten Stationen, die der stumme Zeuge Isaak in seinem kurzen Leben durchlief, sind von der historischen Forschung gut erschlossen. Die heutige Hauptstadt Litauens, Vilnius, hatte in ihrer über 1000jährigen Geschichte verschiedene Namen, die in ihrer sprachlichen Färbung nicht nur zeigten, wer in der Stadt gelebt, sie geprägt, sondern auch wer sich ihrer bemächtigt und sie beherrscht hat: Die Polen nannten sie Wilno, die Juden Vilne, die Russen Vilnjus, die Weißrussen Vilnja, die Deutschen Wilna. Auf Isaaks Grabstein steht Wilna. Daher übernehme ich diese Bezeichnung für seine Heimat. Die Darstellung der Geschichte Wilnas, durch die Isaak wie ein scheuer Schatten huschte und die sich für ihn überwiegend im Ghetto abspielte, folgt im Wesentlichen der Darstellung von Arads "Ghetto in Flames". Einbezogen werden zusätzliche Zeitzeugen verschiedener Altersgruppen und seiner ethnischen bzw. religiösen Zugehörigkeit. Mangels Kenntnissen der familiären Präferenzen des Komras-Clans musste die Ghettogeschichte ziemlich umfangreich dargestellt werden und war eine Beschränkung auf familienrelevante Schwerpunkte nicht möglich. Der zweite Teil meiner Arbeit, der sich auf die Ausbeutung in estnischen Lagern bezieht, wertet insbesondere Zeitzeugenberichte aus. Die damals im Deutschen Reich gelegenen Lager Stutthof sowie die Wüste-Lager im Südwesten, die den dritten Teil bestimmen, sind wiederum durch die Arbeiten der dortigen Gedenkstätten und Archivare gut erforscht und stellten mir ihr Material zur Verfügung. Dasselbe gilt für Isaaks letzte Station, das DP-Lager Heidenheim, das Alfred Hoffmann dokumentierte.Mein Dank gilt allen, die mich bei dieser Arbeit durch Ratschläge, Informationen, Quellenmaterial, Grafiken, Bilder u.a. unterstützt haben. Dies sind Dr. Drywa vom Archiv Stutthof, Dr. Zekorn vom Archiv des
  • Was ist dir widerfahren, Isaak?