Der Revolver

detebe Band 24584

Fuminori Nakamura

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Beschreibung

In einer Regennacht findet ein junger Mann in den Straßen von Tokio eine Leiche – und neben ihr einen Revolver. Nishikawa nimmt die Waffe an sich und entwickelt schon nach kurzer Zeit eine unheimliche Obsession. All seine Gedanken, sein ganzes Leben kreisen um das perfekte kleine Wunderwerk. Und um die vier Kugeln, die sich noch immer in der Trommel befinden. Irgendwann ist es nicht mehr genug, die Waffe zu besitzen. Er muss sie abfeuern.

Fuminori Nakamura, geboren 1977 in Tokai, studierte Öffentliche Verwaltung und Staatsverwaltung an der Universität Fukushima. 2002 erschien sein Debüt ›Ju‹ (›Der Revolver‹). Inzwischen hat er in Japan über ein Dutzend Romane veröffentlicht, die in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Fuminori Nakamura lebt in Tokio.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 28.04.2021
Verlag Diogenes
Seitenzahl 192
Maße (L/B/H) 17,7/11,2/1,5 cm
Gewicht 165 g
Auflage 1
Originaltitel Juu
Übersetzer Thomas Eggenberg
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-24584-4

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Die Beziehung eines Menschen zu einem Objekt

maskedbookblogger am 26.04.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

In einer gewöhnlichen Nacht findet der Protagonist namens Nishikawa dieses Romans in den Straßen von Tokio eine Leiche. Neben der Leiche befindet sich ein Revolver. Handelt es sich hierbei um einen Selbstmord? Nishikawa entscheidet sich dazu die Waffe mitzunehmen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelt er eine Obsession. Sein ganzes Leben, seine Entscheidungen und seine Gedanken kreisen um diese Waffe. Er ist nervös, und weiß nicht was er mit der Waffe anstellen soll. Die vier Kugeln, die sich in der Trommel befinden, findet er kurios. Irgendwann ist es nicht mehr genug, die Waffe zu besitzen. Er muss sie abfeuern. Nach dem Lesen des Buches habe ich erst gemerkt, dass es sich bei diesem Roman, um mein erstes Buch eines asiatischen Autors handelt! Spannend! Das knapp 200-seitige Buch konnte ich sehr schnell durchlesen. Besonders durch den fleißigen Schreibstil des Autors konnte ich durch die Seiten fliegen. Auch wenn der Roman auf den ersten Blick total unspektakulär anfängt, entfacht der Autor innerhalb kurzer Zeit ein Feuerwerk. Wir verfolgen die Story um Nishikawa und merken immer mehr, wie stark sich der Protagonist dieses Buches in die Waffe verguckt. Dabei gelingt es dem Autor besonders den inneren Zustand, also die Psyche von Nishikawa, hervorragend zu beleuchten. Hier wird besonders die Macht in Bezug auf eine Waffe gut aufgegriffen. Für mich persönlich ist dies ein hochaktuelles Thema, das zurzeit auch in den Medien präsent erscheint. Aus diesem Grund fragt man sich als Leser, inwiefern Nishikawa schon diese böse Seite lang aufgewiesen hat. So wird der mentale Kampf des Protagonisten durchgängig zum Thema. Man merkt einfach, wie der Protagonist sich zu unlogischen bzw. nicht sozialen Handlungen verleitet, welche ein normaler Mensch eigentlich nicht tätigen würde. Nichtsdestotrotz fehlte mir in diesem Roman so ein Highlight, welches dem Buch einen positiven Schub verleiten würde. Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Autor mit diesem Werk ein hochinteressantes Buch entwirft, indem die Beziehung zwischen einem Studenten und seiner Waffe intensiv thematisiert wird. Für mich war es mal eine Abwechslung, da es wirklich ein Noir-Roman ist, welchen man eigentlich nicht täglich liest.

Die Beziehung eines Menschen zu einem Objekt

maskedbookblogger am 26.04.2021
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In einer gewöhnlichen Nacht findet der Protagonist namens Nishikawa dieses Romans in den Straßen von Tokio eine Leiche. Neben der Leiche befindet sich ein Revolver. Handelt es sich hierbei um einen Selbstmord? Nishikawa entscheidet sich dazu die Waffe mitzunehmen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelt er eine Obsession. Sein ganzes Leben, seine Entscheidungen und seine Gedanken kreisen um diese Waffe. Er ist nervös, und weiß nicht was er mit der Waffe anstellen soll. Die vier Kugeln, die sich in der Trommel befinden, findet er kurios. Irgendwann ist es nicht mehr genug, die Waffe zu besitzen. Er muss sie abfeuern. Nach dem Lesen des Buches habe ich erst gemerkt, dass es sich bei diesem Roman, um mein erstes Buch eines asiatischen Autors handelt! Spannend! Das knapp 200-seitige Buch konnte ich sehr schnell durchlesen. Besonders durch den fleißigen Schreibstil des Autors konnte ich durch die Seiten fliegen. Auch wenn der Roman auf den ersten Blick total unspektakulär anfängt, entfacht der Autor innerhalb kurzer Zeit ein Feuerwerk. Wir verfolgen die Story um Nishikawa und merken immer mehr, wie stark sich der Protagonist dieses Buches in die Waffe verguckt. Dabei gelingt es dem Autor besonders den inneren Zustand, also die Psyche von Nishikawa, hervorragend zu beleuchten. Hier wird besonders die Macht in Bezug auf eine Waffe gut aufgegriffen. Für mich persönlich ist dies ein hochaktuelles Thema, das zurzeit auch in den Medien präsent erscheint. Aus diesem Grund fragt man sich als Leser, inwiefern Nishikawa schon diese böse Seite lang aufgewiesen hat. So wird der mentale Kampf des Protagonisten durchgängig zum Thema. Man merkt einfach, wie der Protagonist sich zu unlogischen bzw. nicht sozialen Handlungen verleitet, welche ein normaler Mensch eigentlich nicht tätigen würde. Nichtsdestotrotz fehlte mir in diesem Roman so ein Highlight, welches dem Buch einen positiven Schub verleiten würde. Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Autor mit diesem Werk ein hochinteressantes Buch entwirft, indem die Beziehung zwischen einem Studenten und seiner Waffe intensiv thematisiert wird. Für mich war es mal eine Abwechslung, da es wirklich ein Noir-Roman ist, welchen man eigentlich nicht täglich liest.

Eine Obession mit Folgen

Shades.of.paper aus Deutsch Evern am 09.08.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

"Der Revolver" ist ein sehr klug erzählter Kurzroman, der es schafft, auf nur 180 Seiten eine unheimliche Dynamik zu erzeugen. Die Handlung ist schnell zusammengefasst, die Ausmaße, die Nishikawas Denken und Handeln annehmen, aber haarsträubend und unabsehbar. Was macht es mit einem Menschen, plötzlich einen Gegenstand zu besitzen, der über Leben und Tod entscheiden kann? Der Protagonist selbst ist ein schwieriger Charakter, der instabil, egoistisch und gnadenlos ist und sich nur wenig um seine Umwelt schert. Ich fand es teilweise sehr unheimlich, "in seinem Kopf" zu stecken und seine Gedankengänge zu kennen. Es war für mich tatsächlich sehr unverhersehbar, wie er sich wann verhalten würde - ein bisschen machte er dabei den Eindruck einer tickenden Zeitbombe. Nakamura erzählt auf den Punkt gebracht und scharfsinning. Hier driftet nichts ins Surreale oder Fantastische ab, wie man das sonst öfter aus japanischer Literatur gewohnt ist. Das Ende des Romans kam für mich unerwartet, war aber wirklich genial gelöst und führt dazu, dass mir "der Revolver" nicht mehr so schnell aus dem Kopf gehen wird. Ich kann das Buch empfehlen, besonders wenn man auf eine schnelle Lektüre aus ist, die man gut zwischenschieben kann oder die man auf einer längeren Bahnfahrt verschlingen möchte! 4

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Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

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Ein innerer Kampf

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Wie kann es dazu kommen, dass ein harmloser Student zum Mörder wird?Dramaturgisch wunderbar aufgebaut, sprachlich faszinierend und spannend aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Wandlung des Protagonisten zum Psychopathen wird so eindrucksvoll erzählt, dass man nicht aufhören kann zu lesen. Ein schlankes und schnörkelloses Debüt - der Roman ist sein erster in Japan erschienener Roman.
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"Der Revolver war mein Ein und Alles. Ohne ihn hatte mein Leben keinen Sinn."

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

In einer verregneten Nacht findet der junge Mann Nishikawa eine Leiche und direkt neben ihr einen Revolver. Völlig fasziniert von der Schusswaffe, nimmt er sie an sich und entwickelt bereits nach kurzer Zeit eine unheimliche Obsession. Egal wo er sich grad befindet, seine Gedanken kehren immer wieder zu der Waffe zurück und er beginnt sein Leben von ihr leiten zu lassen. In der Trommel befinden sich nach dem Fund noch vier Patronen und irgendwann ist es für Nishikawa nicht mehr genug, die Waffe nur zu besitzen. Er muss sie abfeuern. Fuminori Nakamura konnte mich bereits mit „Der Dieb“ enorm begeistern. Nun hat der Diogenes-Verlag das bereits 2003 erschienene Debüt des japanischen Autors nach Deutschland geholt und es hat sich wieder einmal unheimlich gelohnt! Die Sprache von Nakamura ist wunderbar zu lesen, was auch sehr dem Übersetzer Thomas Eggenberg geschuldet ist, der hier wirklich gute Arbeit geleistet hat. So wird man von der ersten Seite an mitgerissen und folgt dem Protagonisten Nishikawa in seine Welt der Obsession. Man kann sich anfangs sehr schwer in seine Situation hineinversetzen, denn wenn ich (mal angenommen) irgendwo eine Leiche finden würde, wäre mein letzter Gedanke, die Waffe einzustecken. Wenn ich mit Übergeben fertig bin, würde ich die Polizei rufen. Anders im Fall von Nishikawa, der nach eigener Aussage auch selten über sein eigenes Handeln nachdenkt. Für ihn ist mit dem ersten Blick auf den Revolver klar, dass er ihn besitzen muss und damit löst er unweigerlich weitere Handlungen aus, die ihn immer mehr in eine völlige Obsession stürzen, aus der er kaum noch herauskommen kann. Nakamura steigert sich von Seite zu Seite und lässt seinen Protagonisten immer weiter einem tiefen Abgrund entgegen taumeln. Als Leser fragt man sich, ob Nishikawa es schafft, letztendlich doch nicht zu fallen oder ob er an seiner Besessenheit zerbricht und damit einen unheimlich tiefen Fall in die Dunkelheit in Kauf nimmt. Obwohl der Stil von Nakamura unheimlich ruhig ist, verschlingt man die knapp 180 Seiten an einem Stück. Das ist wirklich großes Kino!
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