Wie man eine Raumkapsel verlässt

CD Standard Audio Format, Lesung

Alison McGhee

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Beschreibung

Von einer emotionalen Kraft, die einem den Atem nimmt

Will ist einer, der geht. Von zu Hause zur Schule zur Arbeit und wieder zurück. Tag für Tag. Er geht an diesem kleinen Kerl vorbei, der auf Schmetterlinge wartet. Vorbei an Superman, dem Obdachlosen. Vorbei an dem wahnsinnigen Hund, der immer bellt.
Aber es gibt auch Orte, an die will er nicht, kann er nicht gehen: die Brücke über die Fourth Street, den Laden mit den hundert chinesischen Segenssprüchen – Orte, die er immer mit seinem Vater besucht hat und der sich das Leben genommen hat.
Will muss herausfinden, wie er auf seine Probleme zugehen kann, statt vor ihnen wegzulaufen. Vielleicht, indem er den Mut findet, wieder mit seiner Freundin Playa zu sprechen? Ist das der Weg raus aus der Traurigkeit und ins Leben zurück?

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Maik Rogge
Spieldauer 77 Minuten
Altersempfehlung ab 12 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 23.04.2021
Verlag United Soft Media
Anzahl 1
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783803292452

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2 Bewertungen

5 Sterne

4 Sterne

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5/5

Ein ganz besonderes Buch

CorniHolmes am 09.06.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

4,5 Sterne Als ich das erste Mal von „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ hörte, wusste ich sofort, dass ich das Buch lesen muss. Titel und Klappentext überzeugten mich auf Anhieb und von dem tollen Cover habe ich auf den ersten Blick wie magisch angezogen gefühlt. Die Autorin Alison McGhee war mir überdies nicht unbekannt. Ich habe letztes Jahr ein Werk aus ihrer Feder gelesen und da dieses ein echtes Highlight für mich war, zögerte ich wirklich keine Sekunde lang und ließ „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ nur zu gerne bei mir einziehen. Die meisten Leute sind keine Geher. Will aber ist einer. Er geht, täglich. Um sich den Tag aus den Fußsohlen rauszulaufen, um ihn aus sich heraussickern zu lassen. Er geht zur Schule, zu seinem Job im Ein-Dollar-Laden und wieder zurück. Sein Weg führt ihn an vielen Orten vorbei, die er liebt. Es gibt aber auch Orte, zu denen ihn seine Füße nicht tragen. An der Brücke über der Fourth Street, dem Voodoo-Laden mit den hundert chinesischen Segenssprüchen und dem Haus seiner Freundin Playa kann er gerade einfach nicht vorbeigehen. Die Erinnerungen, die mit ihnen verbunden sind, sind zu schmerzhaft. Das Laufen bietet Will die notwendige Gelegenheit, um mit dem Geschehenen fertigzuwerden und auch das Backen hilft ihm bei seinem Verarbeitungsprozess. Immerzu versucht Will zu Hause das Maisbrot seines verstorbenen Vaters nachzubacken. Ob es Will noch gelingen wird, seine Probleme anzugehen, anstatt vor ihnen davonzulaufen? Wird er seinen Weg finden? Als mein Exemplar bei mir eintraf und ich es das erste Mal aufschlug, war ich äußerst überrascht von der Innengestaltung. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ besitzt ausschließlich auf den rechten Seiten Text – die linken werden stets von einer Kalligrafie geziert, genauer gesagt von chinesischen Segenssprüchen. Insgesamt hundert Stück gibt es von ihnen und dementsprechend ist auch die Erzählung in hundert knappe Kapitel unterteilt. Da das Buch sehr dünn ist und nur wenig Text enthält, ist die Geschichte also ausgesprochen kurz. Damit ich hatte nicht gerechnet, muss ich sagen. Ich hatte gedacht, dass es sich bei „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ um eine Erzählung im klassischen Stil handelt. Dass ich diesbezüglich überrascht wurde, fand ich aber überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil, ich mag außergewöhnlich aufgemachte Bücher richtig gerne und bin immer offen für neue innovative Erzählformen. Erwartungsvoll begann ich also mit dem Lesen… - und ich sollte nicht enttäuscht werden. Alison McGhee ist mit „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ in meinen Augen ein einzigartiger Jugendroman gelungen, in welchem sie auf eine kunstvolle und sensible Weise eine sehr emotionale und ernste Thematik behandelt. Die Geschichte strahlt trotz ihrer Ruhe eine große Kraft aus und obwohl sie so komprimiert und episodenhaft ist, steckt bemerkenswert viel in ihr. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ ist so ein Buch, das nachwirkt und im Gedächtnis bleibt. Mich zumindest hat die Erzählung sehr zum Nachdenken angeregt und ich gehe fest davon aus, dass ich sie so schnell nicht wieder vergessen werde. Was das Buch definitiv zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Art und Weise wie es geschrieben wurde. Die Geschichte wird versähnlich erzählt, sodass sich die kurzen Kapitel fast schon wie Gedichte lesen. Normalerweise ist das nicht so mein Ding, mit Lyrik habe ich es irgendwie nicht so, aber hier hat es mir ungemein gut gefallen. Jedermanns Sache wird dieser spezielle Erzählstil wohl nur vermutlich nicht sein und auch ich muss zugeben, dass ich mich erst an ihn gewöhnen musste. Nachdem es mir aber gelungen ist, mich komplett darauf einzulassen, hat sich das Buch einfach nur wunderschön für mich lesen lassen. Hier auch mal ein ganz großes Lob an die Übersetzerin Birgit Kollmann, die das Original ganz hervorragend ins Deutsche übertragen hat! Geschildert wird alles ausschließlich aus der Sicht des 16-jährigen Will in der Ich-Perspektive. Mit Will hat die Autorin einen ganz besonderen Protagonisten erschaffen. Er ist ein überaus freundlicher, nachdenklicher und mitfühlender Mensch, musste in seinen jungen Leben aber leider schon viel Schweres durchmachen. Als Leser*in erfährt man erst so nach und nach, was Will widerfahren ist und warum seine Lebenssituation gerade eine so belastende ist. Warum hat er mit dem Laufen begonnen? Aus welchen Gründen meidet er manche Orte? Wieso geht er Playa aus dem Weg? Und warum möchte er unbedingt das perfekte Maisbrot backen? Langsam erhält man ein immer klareres Bild und erkennt, wie viel Trauer, Schmerz und Kummer in Will steckt. Der Suizid seines Vaters, die Vergewaltigung von seiner Freundin – Will muss sich gerade mit echt heftigen Dingen auseinandersetzen. Also ich habe die Darstellung seines Verarbeitungsprozesses als vollkommen realistisch empfunden. Um mit seinen Gefühlen klarzukommen, konzentriert sich Will auf das Leid anderer und versucht deren Leben besser und schöner zu machen. Ich habe Will unheimlich liebgewonnen. Mich haben seine Versuche, andere Menschen aufzuheitern, sehr berührt und zu sehen, wie er seine Umwelt wahrnimmt, hat mich ungemein fasziniert. Und, das muss ich hier einfach noch loswerden: Wills ständiges Maisbrot-Gebacke hat mir total Appetit auf Maisbrot gemacht. Obwohl ich keine Ahnung habe wie Maisbrot schmeckt (soweit ich weiß, habe ich noch nie welches gegessen) und Wills Backexperimente zudem alle misslingen, habe ich beim Lesen irgendwie plötzlich die unbändige Lust auf Maibrot verspürt. Ich glaube, ich muss demnächst mal ein Maisbrot essen. Fazit: Einzigartig, packend, berührend. Eine ganz besondere Geschichte, die nachhallt. Alison McGhee hat mit „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ einen außergewöhnlichen Roman aufs Papier gebracht, in welchem sie auf eine feinfühlige, originelle und poetische Weise schwere Themen behandelt wie Selbstmord, Missbrauch, Trauer und Verlust. Trotz seiner Kürze und Komprimiertheit vermittelt die Erzählung erstaunlich viel und obwohl sie sehr ruhig und ganz ohne Dramatik erzählt wird, reißt sie einen durchweg mit. Mich hat die Geschichte sehr bewegt und nachdenklich gestimmt und den einfühlsamen Will habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich kann „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ jedem nur ans Herz legen und vergebe 4,5 – hier gerundet auf 5 von 5 Sternen!

5/5

Ein ganz besonderes Buch

CorniHolmes am 09.06.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

4,5 Sterne Als ich das erste Mal von „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ hörte, wusste ich sofort, dass ich das Buch lesen muss. Titel und Klappentext überzeugten mich auf Anhieb und von dem tollen Cover habe ich auf den ersten Blick wie magisch angezogen gefühlt. Die Autorin Alison McGhee war mir überdies nicht unbekannt. Ich habe letztes Jahr ein Werk aus ihrer Feder gelesen und da dieses ein echtes Highlight für mich war, zögerte ich wirklich keine Sekunde lang und ließ „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ nur zu gerne bei mir einziehen. Die meisten Leute sind keine Geher. Will aber ist einer. Er geht, täglich. Um sich den Tag aus den Fußsohlen rauszulaufen, um ihn aus sich heraussickern zu lassen. Er geht zur Schule, zu seinem Job im Ein-Dollar-Laden und wieder zurück. Sein Weg führt ihn an vielen Orten vorbei, die er liebt. Es gibt aber auch Orte, zu denen ihn seine Füße nicht tragen. An der Brücke über der Fourth Street, dem Voodoo-Laden mit den hundert chinesischen Segenssprüchen und dem Haus seiner Freundin Playa kann er gerade einfach nicht vorbeigehen. Die Erinnerungen, die mit ihnen verbunden sind, sind zu schmerzhaft. Das Laufen bietet Will die notwendige Gelegenheit, um mit dem Geschehenen fertigzuwerden und auch das Backen hilft ihm bei seinem Verarbeitungsprozess. Immerzu versucht Will zu Hause das Maisbrot seines verstorbenen Vaters nachzubacken. Ob es Will noch gelingen wird, seine Probleme anzugehen, anstatt vor ihnen davonzulaufen? Wird er seinen Weg finden? Als mein Exemplar bei mir eintraf und ich es das erste Mal aufschlug, war ich äußerst überrascht von der Innengestaltung. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ besitzt ausschließlich auf den rechten Seiten Text – die linken werden stets von einer Kalligrafie geziert, genauer gesagt von chinesischen Segenssprüchen. Insgesamt hundert Stück gibt es von ihnen und dementsprechend ist auch die Erzählung in hundert knappe Kapitel unterteilt. Da das Buch sehr dünn ist und nur wenig Text enthält, ist die Geschichte also ausgesprochen kurz. Damit ich hatte nicht gerechnet, muss ich sagen. Ich hatte gedacht, dass es sich bei „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ um eine Erzählung im klassischen Stil handelt. Dass ich diesbezüglich überrascht wurde, fand ich aber überhaupt nicht schlimm. Ganz im Gegenteil, ich mag außergewöhnlich aufgemachte Bücher richtig gerne und bin immer offen für neue innovative Erzählformen. Erwartungsvoll begann ich also mit dem Lesen… - und ich sollte nicht enttäuscht werden. Alison McGhee ist mit „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ in meinen Augen ein einzigartiger Jugendroman gelungen, in welchem sie auf eine kunstvolle und sensible Weise eine sehr emotionale und ernste Thematik behandelt. Die Geschichte strahlt trotz ihrer Ruhe eine große Kraft aus und obwohl sie so komprimiert und episodenhaft ist, steckt bemerkenswert viel in ihr. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ ist so ein Buch, das nachwirkt und im Gedächtnis bleibt. Mich zumindest hat die Erzählung sehr zum Nachdenken angeregt und ich gehe fest davon aus, dass ich sie so schnell nicht wieder vergessen werde. Was das Buch definitiv zu etwas ganz Besonderem macht, ist die Art und Weise wie es geschrieben wurde. Die Geschichte wird versähnlich erzählt, sodass sich die kurzen Kapitel fast schon wie Gedichte lesen. Normalerweise ist das nicht so mein Ding, mit Lyrik habe ich es irgendwie nicht so, aber hier hat es mir ungemein gut gefallen. Jedermanns Sache wird dieser spezielle Erzählstil wohl nur vermutlich nicht sein und auch ich muss zugeben, dass ich mich erst an ihn gewöhnen musste. Nachdem es mir aber gelungen ist, mich komplett darauf einzulassen, hat sich das Buch einfach nur wunderschön für mich lesen lassen. Hier auch mal ein ganz großes Lob an die Übersetzerin Birgit Kollmann, die das Original ganz hervorragend ins Deutsche übertragen hat! Geschildert wird alles ausschließlich aus der Sicht des 16-jährigen Will in der Ich-Perspektive. Mit Will hat die Autorin einen ganz besonderen Protagonisten erschaffen. Er ist ein überaus freundlicher, nachdenklicher und mitfühlender Mensch, musste in seinen jungen Leben aber leider schon viel Schweres durchmachen. Als Leser*in erfährt man erst so nach und nach, was Will widerfahren ist und warum seine Lebenssituation gerade eine so belastende ist. Warum hat er mit dem Laufen begonnen? Aus welchen Gründen meidet er manche Orte? Wieso geht er Playa aus dem Weg? Und warum möchte er unbedingt das perfekte Maisbrot backen? Langsam erhält man ein immer klareres Bild und erkennt, wie viel Trauer, Schmerz und Kummer in Will steckt. Der Suizid seines Vaters, die Vergewaltigung von seiner Freundin – Will muss sich gerade mit echt heftigen Dingen auseinandersetzen. Also ich habe die Darstellung seines Verarbeitungsprozesses als vollkommen realistisch empfunden. Um mit seinen Gefühlen klarzukommen, konzentriert sich Will auf das Leid anderer und versucht deren Leben besser und schöner zu machen. Ich habe Will unheimlich liebgewonnen. Mich haben seine Versuche, andere Menschen aufzuheitern, sehr berührt und zu sehen, wie er seine Umwelt wahrnimmt, hat mich ungemein fasziniert. Und, das muss ich hier einfach noch loswerden: Wills ständiges Maisbrot-Gebacke hat mir total Appetit auf Maisbrot gemacht. Obwohl ich keine Ahnung habe wie Maisbrot schmeckt (soweit ich weiß, habe ich noch nie welches gegessen) und Wills Backexperimente zudem alle misslingen, habe ich beim Lesen irgendwie plötzlich die unbändige Lust auf Maibrot verspürt. Ich glaube, ich muss demnächst mal ein Maisbrot essen. Fazit: Einzigartig, packend, berührend. Eine ganz besondere Geschichte, die nachhallt. Alison McGhee hat mit „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ einen außergewöhnlichen Roman aufs Papier gebracht, in welchem sie auf eine feinfühlige, originelle und poetische Weise schwere Themen behandelt wie Selbstmord, Missbrauch, Trauer und Verlust. Trotz seiner Kürze und Komprimiertheit vermittelt die Erzählung erstaunlich viel und obwohl sie sehr ruhig und ganz ohne Dramatik erzählt wird, reißt sie einen durchweg mit. Mich hat die Geschichte sehr bewegt und nachdenklich gestimmt und den einfühlsamen Will habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich kann „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ jedem nur ans Herz legen und vergebe 4,5 – hier gerundet auf 5 von 5 Sternen!

3/5

Etwas zu knapper Roman über ein emotionales Thema

Buchstabenträumerin am 18.05.2021

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sowohl am Klappentext als auch an diesem großartigen Cover kam ich nicht vorbei. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ von Alison McGhee hatten mich vom Fleck weg neugierig gemacht. „Will ist einer, der geht“, lautet der erste Satz vom Klappentext. „Manchmal muss man sich den Tag rauslaufen“, sagt er. Er geht an vielen Orten und Menschen vorbei, doch viel interessanter sind die Orte, an denen er nicht vorbeigeht. Eine Brücke, einen Laden und das Haus seiner besten Freundin. Warum das so ist, erschließt sich dem/r Leser/in erst im Verlauf des Buches. In kurzen Episoden wird Will’s Alltag eingefangen, kleine Momentaufnahmen, mehr nicht, manchmal bestehen die Episoden gar nur aus Gedanken. Ich hatte anfangs mehr erwartet, ich war enttäuscht, dass dieser Roman nicht mehr Text hat, nicht ausführlicher beschreibt, nicht mehr in die Tiefe geht. Denn das Thema an sich ist wahnsinnig gut und interessant! Warum nur so wenige Zeilen darauf verwenden? Doch nun, im Nachhinein, merke ich, dass zumindest auch so etwas nachwirkt. Beim Aufschlagen des Buches war ich sehr überrascht über die Gestaltung. Jeweils auf der linken Seite befindet sich eine Kalligrafie, rechts wird die halbe Seite von Text eingenommen. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ ist dadurch ein äußerst komprimierter Roman. Also rechnete ich mit tiefgründigen Aussagen, Beobachtungen mit Tragweite und geballter Emotionalität. Doch wieder wurde ich überrascht. Die geschilderten Situationen sind teils sogar ziemlich banal, vor allem, wenn Will von seinem Job und seinem Chef „Major Tom“ erzählt. Oder von dem Nachbarskind, das Schmetterlinge beobachtet. Was soll ich als Leserin aus diesen Zeilen mitnehmen? Was sollen sie in mir auslösen? Alison McGhee ließ mich ratlos stehen. Doch ab der Mitte des Romans verlagert sich der inhaltliche Schwerpunkt. Will beginnt, über sein Gehen zu reflektieren, er lässt Erinnerungen zu an Erlebnisse, die sich in sein Herz gekrallt haben und wegen denen er bestimmten Orten aus dem Weg geht. Hier wird man als Leser:in langsam abgeholt, man erfährt, was Will widerfahren ist und was ihn belastet. Warum er das Maisbrot unbedingt perfekt hinkriegen muss. Warum er den Kontakt zu seiner Freundin Playa meidet. Langsam zeigt sich das vollständige Bild eines jungen Lebens, das erschüttert wurde. Doch wer ist dieser Will eigentlich? Zwar kommen einige Hintergründe zu seinem Leben ans Licht, doch die Figur von Will blieb für mich wenig greifbar. Er geht zur Schule, er hat einen Job, er hat Freunde, er kommt gut mit Menschen zurecht, verstellt sich ihnen gegenüber aber auch gerne absichtlich. Seine Mutter liebt ihn. Doch darüber hinaus ist er wie eine weiße Wand, man kann ihm nach eigenem Gutdünken Eigenschaften zu- oder absprechen und ihn nach den eigenen Vorstellungen formen. Das störte mich nicht allzu sehr, doch ich hätte ihn gerne mehr in ehrlicher und offener Konversation bzw. Interaktion mit Freunden oder der Mutter erlebt, um ein besseres Verständnis von ihm zu bekommen. Weitere Figuren, Wills Vater, Playa und Major Tom, spielen nur am Rande eine Rolle. Auch hier hätte ich mir gewünscht, dass die Beziehungen der Figuren zu Will stärker ausgebaut worden wären. Was ich hingegen sehr an der Geschichte mochte, war die Ruhe, die sie beim Lesen ausstrahlt. Sie wirkt beinahe träumerisch und kommt ganz ohne Dramatik aus. Dennoch sind die Gefühle da, sie liegen nur zwischen den Zeilen versteckt. Sicherlich bietet „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ viel Potenzial zur Analyse für alle, die sich dafür begeistern. Die Autorin lässt hier genügend Freiraum zur Interpretation. Für alle, die lieber einen klassischen Roman lesen, könnte „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ hingegen vielleicht ein Fehlgriff sein. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ von Alison McGhee ist ein ungewöhnlicher Roman, der in kurzen Episoden das Leben des jungen Will beleuchtet. Es ist keine Erzählung im gewöhnlichen Sinn, sondern vielmehr eine teils zusammenhanglose Ansammlung von Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen. Anfangs war ich enttäuscht, eine derart bruchstückhafte Geschichte in Händen zu halten, nichtsdestotrotz wirkt sie nach und rückblickend habe ich sie gerne gelesen. Eine Empfehlung für alle, die sich gerne auf assoziative und experimentelle Geschichten einlassen.

3/5

Etwas zu knapper Roman über ein emotionales Thema

Buchstabenträumerin am 18.05.2021
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Sowohl am Klappentext als auch an diesem großartigen Cover kam ich nicht vorbei. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ von Alison McGhee hatten mich vom Fleck weg neugierig gemacht. „Will ist einer, der geht“, lautet der erste Satz vom Klappentext. „Manchmal muss man sich den Tag rauslaufen“, sagt er. Er geht an vielen Orten und Menschen vorbei, doch viel interessanter sind die Orte, an denen er nicht vorbeigeht. Eine Brücke, einen Laden und das Haus seiner besten Freundin. Warum das so ist, erschließt sich dem/r Leser/in erst im Verlauf des Buches. In kurzen Episoden wird Will’s Alltag eingefangen, kleine Momentaufnahmen, mehr nicht, manchmal bestehen die Episoden gar nur aus Gedanken. Ich hatte anfangs mehr erwartet, ich war enttäuscht, dass dieser Roman nicht mehr Text hat, nicht ausführlicher beschreibt, nicht mehr in die Tiefe geht. Denn das Thema an sich ist wahnsinnig gut und interessant! Warum nur so wenige Zeilen darauf verwenden? Doch nun, im Nachhinein, merke ich, dass zumindest auch so etwas nachwirkt. Beim Aufschlagen des Buches war ich sehr überrascht über die Gestaltung. Jeweils auf der linken Seite befindet sich eine Kalligrafie, rechts wird die halbe Seite von Text eingenommen. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ ist dadurch ein äußerst komprimierter Roman. Also rechnete ich mit tiefgründigen Aussagen, Beobachtungen mit Tragweite und geballter Emotionalität. Doch wieder wurde ich überrascht. Die geschilderten Situationen sind teils sogar ziemlich banal, vor allem, wenn Will von seinem Job und seinem Chef „Major Tom“ erzählt. Oder von dem Nachbarskind, das Schmetterlinge beobachtet. Was soll ich als Leserin aus diesen Zeilen mitnehmen? Was sollen sie in mir auslösen? Alison McGhee ließ mich ratlos stehen. Doch ab der Mitte des Romans verlagert sich der inhaltliche Schwerpunkt. Will beginnt, über sein Gehen zu reflektieren, er lässt Erinnerungen zu an Erlebnisse, die sich in sein Herz gekrallt haben und wegen denen er bestimmten Orten aus dem Weg geht. Hier wird man als Leser:in langsam abgeholt, man erfährt, was Will widerfahren ist und was ihn belastet. Warum er das Maisbrot unbedingt perfekt hinkriegen muss. Warum er den Kontakt zu seiner Freundin Playa meidet. Langsam zeigt sich das vollständige Bild eines jungen Lebens, das erschüttert wurde. Doch wer ist dieser Will eigentlich? Zwar kommen einige Hintergründe zu seinem Leben ans Licht, doch die Figur von Will blieb für mich wenig greifbar. Er geht zur Schule, er hat einen Job, er hat Freunde, er kommt gut mit Menschen zurecht, verstellt sich ihnen gegenüber aber auch gerne absichtlich. Seine Mutter liebt ihn. Doch darüber hinaus ist er wie eine weiße Wand, man kann ihm nach eigenem Gutdünken Eigenschaften zu- oder absprechen und ihn nach den eigenen Vorstellungen formen. Das störte mich nicht allzu sehr, doch ich hätte ihn gerne mehr in ehrlicher und offener Konversation bzw. Interaktion mit Freunden oder der Mutter erlebt, um ein besseres Verständnis von ihm zu bekommen. Weitere Figuren, Wills Vater, Playa und Major Tom, spielen nur am Rande eine Rolle. Auch hier hätte ich mir gewünscht, dass die Beziehungen der Figuren zu Will stärker ausgebaut worden wären. Was ich hingegen sehr an der Geschichte mochte, war die Ruhe, die sie beim Lesen ausstrahlt. Sie wirkt beinahe träumerisch und kommt ganz ohne Dramatik aus. Dennoch sind die Gefühle da, sie liegen nur zwischen den Zeilen versteckt. Sicherlich bietet „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ viel Potenzial zur Analyse für alle, die sich dafür begeistern. Die Autorin lässt hier genügend Freiraum zur Interpretation. Für alle, die lieber einen klassischen Roman lesen, könnte „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ hingegen vielleicht ein Fehlgriff sein. „Wie man eine Raumkapsel verlässt“ von Alison McGhee ist ein ungewöhnlicher Roman, der in kurzen Episoden das Leben des jungen Will beleuchtet. Es ist keine Erzählung im gewöhnlichen Sinn, sondern vielmehr eine teils zusammenhanglose Ansammlung von Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen. Anfangs war ich enttäuscht, eine derart bruchstückhafte Geschichte in Händen zu halten, nichtsdestotrotz wirkt sie nach und rückblickend habe ich sie gerne gelesen. Eine Empfehlung für alle, die sich gerne auf assoziative und experimentelle Geschichten einlassen.

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Episodenhaft, melancholisch-liebenswert und etwas in uns anrührend, lässt uns die vielfach ausgezeichnete Autorin den 16jährigen Will kennen lernen. Der empfindsame Junge hat einiges " wegzustecken", bewältigt allmählich sein Leben + versucht anderen zu helfen - toll übersetzt!
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Episodenhaft, melancholisch-liebenswert und etwas in uns anrührend, lässt uns die vielfach ausgezeichnete Autorin den 16jährigen Will kennen lernen. Der empfindsame Junge hat einiges " wegzustecken", bewältigt allmählich sein Leben + versucht anderen zu helfen - toll übersetzt!

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Wie kann nur so viel Inhalt in einer so kurzen Geschichte stecken? Alison McGhee erzählt von Verlust und Schmerz aber auch von Heilung und Freundschaft. Wie kann man weitergehen, wenn das Leben einen von den Füßen reißt? Schritt für Schritt...
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