Iva atmet

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Iva atmet

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ab 14,99 €

Beschreibung

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.03.2021

Verlag

Frankfurter Verlags-Anstalt

Seitenzahl

320

Beschreibung

Rezension

»Ihre Kunst ist politisch. Fakt ist: Sie hat etwas zu sagen und sie tut es auch. Amanda Lasker-Berlin – ein Name, den man sich besser einprägen sollte.« MDR ›UNTER BÜCHERN

Details

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.03.2021

Verlag

Frankfurter Verlags-Anstalt

Seitenzahl

320

Maße (L/B/H)

21,1/13,4/3 cm

Gewicht

419 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-627-00285-5

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Viel geschrieben, wenig gesagt.

Bewertung aus Essen am 29.05.2022

Bewertungsnummer: 1720382

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Iva, eine junge Mutter und Krankenschwester, hat keine Ausweichmöglichkeit mehr: Ihr Vater liegt im Sterben, sie kann nicht anders, sie muss in das alte Familienanwesen in Dresden zurückzukehren, um die in seiner Nähe zu sein. Dafür muss sie ihr Baby Shlomo und ihren Mann Roy einige Tage allein lassen muss. Iva sieht sich in der alten Heimat mit Erinnerungen konfrontiert: Die von der Großmutter geliebten Köcherbäume, die genau wie sie selbst entwurzelt wurden, die Geschwister, die sich auf unterschiedlichen Wegen vom Vater abgewandt haben, die Mutter, die nicht mehr da ist. Iva ist eine aufgewühlte junge Frau, gezeichnet von einem Trauma, dessen Ursprünge durch verschiedene Rückblicke deutlich wird. Die Treffen der Erwachsenen im Haus, das seltsame Verhalten der Mutter und dann noch die Großmutter, mit ihren Zeichnungen und ihren Erinnerungen an Afrika. Roy, den sie als Kind kennenlernt und sein Vater, der sie über ihren Vater und Großvater ausfragt und sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzt. Das Alles hatte sie hinter sich gelassen. Zurück in Dresden lernt Iva Ismene kennen, eine ebenfalls junge und gebrochene Frau, auf ihre eigene Art und Weise von der Vergangenheit markiert. Die beiden entwickeln eine unkonventionelle Beziehung zueinander. Irgendwie steht Iva die 18 Tage bis zum Tod ihres Vaters durch, zu dem die eigentlich gar keine Beziehung mehr hatte, bevor sie in ihr altes Leben zurückkehrt. Im Rahmen eines Lesefestivals durfte ich das Buch lesen und daraufhin an einer Gesprächsrunde mit der Autorin teilnehmen. Das Lesen fiel mir schwer, die Story zog sich für mich, aber ich versuchte, mir Fragen zu stellen und die vielen Fragezeichen der Erzählung als Grundlage von verschiedenen Deutungen zu nutzen. Das Gespräch mit der Autorin war dahingehend ziemlich ernüchternd, als habe sie sich tatsächlich wenig bei der Umsetzung gedacht. Abgesehen von dieser persönlichen Erfahrung, kratzt der Roman meiner Meinung nach an verschiedenen Oberflächen, ein Blick in die Tiefe hätte sich gelohnt, entstand jedoch nie. Die Erzählperspektive passt zu dem Werk, ein unpersönlicher, nicht Iva selbst, tatsächlich wäre Iva meiner Meinung nach nicht in der Lage selber zu erzählen. Sie ist sehr schweigsam und passiv, was eine Figur ruhig sein darf, jedoch besteht ihr Charakter meines Empfindens nach nur aus ihrem Trauma und ist ansonsten sehr flach. Eigentlich sind alle Figuren beschädigt, in ihrer Beschädigung gefangen und dadurch determiniert, sodass es nicht zu einer Entwicklung der Handlung kommt und auf dem emotionalen Status Quo der Figuren verharrt wird. Dabei lassen sich viele spannende Motive entdecken: Ivas Probleme mit der Mutterschaft, die Köcherbäume als Symbol für Entwurzelung, die Frage nach Schuld und den Umgang damit und der eine Vater, der zu viel über die Vergangenheit redet und der, der alles verschweigt. Alles wird genannt, aber sonst nicht weiter behandelt. Für mich wurde letzten Endes viel geschrieben, aber wenig gesagt.
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Viel geschrieben, wenig gesagt.

Bewertung aus Essen am 29.05.2022
Bewertungsnummer: 1720382
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Iva, eine junge Mutter und Krankenschwester, hat keine Ausweichmöglichkeit mehr: Ihr Vater liegt im Sterben, sie kann nicht anders, sie muss in das alte Familienanwesen in Dresden zurückzukehren, um die in seiner Nähe zu sein. Dafür muss sie ihr Baby Shlomo und ihren Mann Roy einige Tage allein lassen muss. Iva sieht sich in der alten Heimat mit Erinnerungen konfrontiert: Die von der Großmutter geliebten Köcherbäume, die genau wie sie selbst entwurzelt wurden, die Geschwister, die sich auf unterschiedlichen Wegen vom Vater abgewandt haben, die Mutter, die nicht mehr da ist. Iva ist eine aufgewühlte junge Frau, gezeichnet von einem Trauma, dessen Ursprünge durch verschiedene Rückblicke deutlich wird. Die Treffen der Erwachsenen im Haus, das seltsame Verhalten der Mutter und dann noch die Großmutter, mit ihren Zeichnungen und ihren Erinnerungen an Afrika. Roy, den sie als Kind kennenlernt und sein Vater, der sie über ihren Vater und Großvater ausfragt und sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzt. Das Alles hatte sie hinter sich gelassen. Zurück in Dresden lernt Iva Ismene kennen, eine ebenfalls junge und gebrochene Frau, auf ihre eigene Art und Weise von der Vergangenheit markiert. Die beiden entwickeln eine unkonventionelle Beziehung zueinander. Irgendwie steht Iva die 18 Tage bis zum Tod ihres Vaters durch, zu dem die eigentlich gar keine Beziehung mehr hatte, bevor sie in ihr altes Leben zurückkehrt. Im Rahmen eines Lesefestivals durfte ich das Buch lesen und daraufhin an einer Gesprächsrunde mit der Autorin teilnehmen. Das Lesen fiel mir schwer, die Story zog sich für mich, aber ich versuchte, mir Fragen zu stellen und die vielen Fragezeichen der Erzählung als Grundlage von verschiedenen Deutungen zu nutzen. Das Gespräch mit der Autorin war dahingehend ziemlich ernüchternd, als habe sie sich tatsächlich wenig bei der Umsetzung gedacht. Abgesehen von dieser persönlichen Erfahrung, kratzt der Roman meiner Meinung nach an verschiedenen Oberflächen, ein Blick in die Tiefe hätte sich gelohnt, entstand jedoch nie. Die Erzählperspektive passt zu dem Werk, ein unpersönlicher, nicht Iva selbst, tatsächlich wäre Iva meiner Meinung nach nicht in der Lage selber zu erzählen. Sie ist sehr schweigsam und passiv, was eine Figur ruhig sein darf, jedoch besteht ihr Charakter meines Empfindens nach nur aus ihrem Trauma und ist ansonsten sehr flach. Eigentlich sind alle Figuren beschädigt, in ihrer Beschädigung gefangen und dadurch determiniert, sodass es nicht zu einer Entwicklung der Handlung kommt und auf dem emotionalen Status Quo der Figuren verharrt wird. Dabei lassen sich viele spannende Motive entdecken: Ivas Probleme mit der Mutterschaft, die Köcherbäume als Symbol für Entwurzelung, die Frage nach Schuld und den Umgang damit und der eine Vater, der zu viel über die Vergangenheit redet und der, der alles verschweigt. Alles wird genannt, aber sonst nicht weiter behandelt. Für mich wurde letzten Endes viel geschrieben, aber wenig gesagt.

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Eine ganz besondere, poetische Sprache

Lia48 am 14.04.2021

Bewertungsnummer: 1481452

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

INHALT: Ivas Vater hat eine Hirnblutung. Bereits vor sieben Jahren hatte der Vater einen Schlaganfall gehabt und wurde danach nie wieder der Alte, konnte weder allein essen noch sich waschen. „Das ist gut, oder nicht, denkt Iva. Dass von diesem Menschen nicht mehr übrig ist als ein maroder Körper.“ Vor 1,5 Jahren haben sie das letzte Mal miteinander telefoniert. Zur Mutter, die damals abgehauen ist, hat Iva keinen Kontakt mehr. Neuigkeiten von ihren Geschwistern erfährt sie nur über das Internet. Das Portal des Elternhauses wird noch immer von zwei Köcherbäumen geziert, die ihr Vater dort einbetonierte, als Andenken an die Kindheit der Großmutter im damaligen Deutsch-Südafrika. Das heutige Namibia war ihr Zuhause gewesen. Und während der Vater im Sterben liegt, wird Iva die Zerrüttung der Familie und die Frage nach historischer Schuld vor Augen geführt: Der Großvater im Dritten Reich, die Villa voller Raubkunst und Jagdtrophäen aus Namibia, der rechts eingestellte Vater, der Bruder, dem früher Ritalin verabreicht wurde und die Schwester, die nun weit entfernt von ihnen ihren Frieden sucht. MEINUNG: Auch bei ihrem zweiten Buch begeistert Amanda Lasker-Berlin von Anfang an mit ihrer poetischen, von zahlreichen Metaphern gezeichneten Sprache. Zwar bin ich mir nicht sicher, ob ich ihre Wortspielereien stets richtig interpretiert habe, dennoch habe ich sie genossen und musste immer wieder innehalten, um die Worte auf mich wirken zu lassen. Das machte es für mich zu einem Buch, das man nicht unbedingt am Stück verschlingen, sondern für das man sich Zeit lassen möchte. Ich hatte stets das Gefühl, dass die Autorin sehr differenziert ihre Umgebung wahrgenommen, in sich aufgesogen und sie äußerst atmosphärisch zu Papier gebracht hat. Beschreibungen wie „Ihre Schlafanzüge schmiegen sich an das verschnörkelte Geländer.“, „Zwischen den Fugen friert Moos.“ oder „Er hat Drachenhaut von der Kälte.“, machten das Buch für mich sprachlich sehr besonders und lesenswert. Vor allem zu Beginn fielen mir die vielen kurzen, abgehackten Sätze auf. Sie passten für mich gut zum Gemütszustand von Iva, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Vater im Sterben liegt. Insgesamt wurden die Gefühle meinem Empfinden nach sehr gut transportiert. Thematisch kannte ich vorher nur den Klappentext und sehr viel mehr möchte ich auch gar nicht verraten, da nicht viel mehr als das geschieht. Es werden verschiedene interessante Inhalte im Buch angeschnitten (historische Schuld, zerrüttete Familien, Kolonialverbrechen, Antisemitismus, Partnerschaft, usw.). Hier hätte ich mir teilweise noch mehr inhaltliche Tiefe gewünscht. Manches wird nur angedeutet, was Platz für eigene Mutmaßungen lässt. Insgesamt wirkte das Buch auf mich ziemlich melancholisch und trostlos. Daher fand ich die außergewöhnlichen Figuren von Ismene und Alexander sehr erfrischend. Mit Iva habe ich sehr mitgefiebert und gelitten. Die Metapher bei ihr mit den Blättern in der Lunge, die am Ende vollends aufgelöst wird, empfand ich als besonders gelungen. FAZIT: Erneut begeistert Amanda Lasker-Berlin mit ihrer poetischen, von zahlreichen Metaphern gezeichneten Sprache. Atmosphärisch und mit viel Gefühl führt sie einen durch das Buch, welches ich gerne gelesen habe. Lediglich bei manchen Themen hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht. 4/5 Sterne!
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Eine ganz besondere, poetische Sprache

Lia48 am 14.04.2021
Bewertungsnummer: 1481452
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

INHALT: Ivas Vater hat eine Hirnblutung. Bereits vor sieben Jahren hatte der Vater einen Schlaganfall gehabt und wurde danach nie wieder der Alte, konnte weder allein essen noch sich waschen. „Das ist gut, oder nicht, denkt Iva. Dass von diesem Menschen nicht mehr übrig ist als ein maroder Körper.“ Vor 1,5 Jahren haben sie das letzte Mal miteinander telefoniert. Zur Mutter, die damals abgehauen ist, hat Iva keinen Kontakt mehr. Neuigkeiten von ihren Geschwistern erfährt sie nur über das Internet. Das Portal des Elternhauses wird noch immer von zwei Köcherbäumen geziert, die ihr Vater dort einbetonierte, als Andenken an die Kindheit der Großmutter im damaligen Deutsch-Südafrika. Das heutige Namibia war ihr Zuhause gewesen. Und während der Vater im Sterben liegt, wird Iva die Zerrüttung der Familie und die Frage nach historischer Schuld vor Augen geführt: Der Großvater im Dritten Reich, die Villa voller Raubkunst und Jagdtrophäen aus Namibia, der rechts eingestellte Vater, der Bruder, dem früher Ritalin verabreicht wurde und die Schwester, die nun weit entfernt von ihnen ihren Frieden sucht. MEINUNG: Auch bei ihrem zweiten Buch begeistert Amanda Lasker-Berlin von Anfang an mit ihrer poetischen, von zahlreichen Metaphern gezeichneten Sprache. Zwar bin ich mir nicht sicher, ob ich ihre Wortspielereien stets richtig interpretiert habe, dennoch habe ich sie genossen und musste immer wieder innehalten, um die Worte auf mich wirken zu lassen. Das machte es für mich zu einem Buch, das man nicht unbedingt am Stück verschlingen, sondern für das man sich Zeit lassen möchte. Ich hatte stets das Gefühl, dass die Autorin sehr differenziert ihre Umgebung wahrgenommen, in sich aufgesogen und sie äußerst atmosphärisch zu Papier gebracht hat. Beschreibungen wie „Ihre Schlafanzüge schmiegen sich an das verschnörkelte Geländer.“, „Zwischen den Fugen friert Moos.“ oder „Er hat Drachenhaut von der Kälte.“, machten das Buch für mich sprachlich sehr besonders und lesenswert. Vor allem zu Beginn fielen mir die vielen kurzen, abgehackten Sätze auf. Sie passten für mich gut zum Gemütszustand von Iva, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Vater im Sterben liegt. Insgesamt wurden die Gefühle meinem Empfinden nach sehr gut transportiert. Thematisch kannte ich vorher nur den Klappentext und sehr viel mehr möchte ich auch gar nicht verraten, da nicht viel mehr als das geschieht. Es werden verschiedene interessante Inhalte im Buch angeschnitten (historische Schuld, zerrüttete Familien, Kolonialverbrechen, Antisemitismus, Partnerschaft, usw.). Hier hätte ich mir teilweise noch mehr inhaltliche Tiefe gewünscht. Manches wird nur angedeutet, was Platz für eigene Mutmaßungen lässt. Insgesamt wirkte das Buch auf mich ziemlich melancholisch und trostlos. Daher fand ich die außergewöhnlichen Figuren von Ismene und Alexander sehr erfrischend. Mit Iva habe ich sehr mitgefiebert und gelitten. Die Metapher bei ihr mit den Blättern in der Lunge, die am Ende vollends aufgelöst wird, empfand ich als besonders gelungen. FAZIT: Erneut begeistert Amanda Lasker-Berlin mit ihrer poetischen, von zahlreichen Metaphern gezeichneten Sprache. Atmosphärisch und mit viel Gefühl führt sie einen durch das Buch, welches ich gerne gelesen habe. Lediglich bei manchen Themen hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht. 4/5 Sterne!

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