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Ritchie Girl

Roman

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Beschreibung


Paula Bloom kehrt nach ihrer Ausbildung in Camp Ritchie, Maryland als amerikanische Besatzungsoffizierin in ein zerstörtes und gebrochenes Deutschland zurück, das sie vor neun Jahren über Nacht verlassen hatte. Als Tochter eines amerikanischen Geschäftsmannes führte sie im Berlin der Nazizeit ein Leben im goldenen Käfig. Ein Leben, das eine Lüge war. Jetzt glaubt Paula, dass sie niemals vergeben kann. Nicht den Deutschen. Und nicht sich selbst.

Während in Nürnberg über die Hauptkriegsverbrecher gerichtet wird, arbeitet man in einem Camp der US-Army nahe Frankfurt längst wieder mit Nazitätern zusammen. Im Maschinenraum des Kalten Krieges haben Pragmatiker das Sagen, an deren Zynismus Paula verzweifelt. Hier trifft sie auf Johann Kupfer, einen österreichischen Juden, der den Amerikanern seine Dienste anbietet. Er behauptet, der größte Spion des Zweiten Weltkriegs gewesen zu sein. Paula soll herausfinden, ob das die Wahrheit ist. Doch wer die Wahrheit sucht, muss sie auch ertragen.

In einem Roman von ungeheurer erzählerischer Wucht schreibt Pflüger über Schuld und Scham, aber auch über Hoffnung und die Kraft der Liebe.

Details

  • Verkaufsrang

    4930

  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    11.09.2021

  • Verlag Suhrkamp
  • Seitenzahl

    464

Beschreibung

Details

  • Verkaufsrang

    4930

  • Einband

    gebundene Ausgabe

  • Erscheinungsdatum

    11.09.2021

  • Verlag Suhrkamp
  • Seitenzahl

    464

  • Maße (L/B/H)

    21,1/13,2/3,7 cm

  • Gewicht

    579 g

  • Auflage

    2. Auflage

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-518-43027-9

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4.5

44 Bewertungen

5 Sterne

4 Sterne

3 Sterne

2 Sterne

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Hervorragende Zeitgeschichte

Bewertung aus Sundern am 19.11.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Von Andreas Pflüger kannte ich bisher nur die Krimis um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron. Dieses Buch hat mich überrascht und begeistert. Paula Bloom kehrt nach einer Ausbildung bei der US-Army nach Deutschland zurück, wo sie als Tochter eines wohlhabenden amerikanischen Geschäftsmanns aufgewachsen ist. Nach dem Tod des Vaters geht sie in die USA, studiert und meldet sich im 2. Weltkrieg zur Armee. Es gibt nur wenige Frauen im Camp Ritchie und sie werden vor allem als Sekretärinnen eingesetzt. In Italien und Deutschland arbeitet Paula als Übersetzerin und soll dabei auch feststellen, ob der Gefangene Johann Kupfer wirklich "SIEBEN", ein gefürchteter Spion, ist. Sie baut eine Beziehung zu ihm auf, auch, weil sie hofft, von ihm etwas über das Schicksal ihres verschollenen Freundes Georg zu erfahren. Aber sie muss sich auch den Dämonen der Vergangenheit stellen und stellt erschreckt fest, dass die USA nicht immer gegen die Nazis gekämpft haben und auch ihr Vater in solche geheimen Geschäftsbeziehungen verwickelt war. Das Buch schildert in Romanform ein Stück Zeitgeschichte direkt nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Dabei bezieht es sich weitestgehend auf Tatsachen und reale Personen. Reinhard Gehlen z.B. stieg - obwohl nachweislich ein hoher Nazifunktionär - zum Chef des Bundesnachrichtendienstes auf. Die Adenauerregierung nahm es dabei nicht so genau, wenn jemand nützlich war. Ähnlich gingen die Besatzungsmächte vor. Nach den Nürnberger Prozessen wurden nur noch wenige Nazis verurteilt, viele bekamen einen Persilschein. Pflüger schildert diese Zeit vielschichtig, die Zerrissenheit und Armut der Menschen, die Machenschaften hinter den Kulissen, Gewalt und Not. Das geht unter die Haut und hat mir viele Erkenntnisse beschert, die mir fremd waren. Paula und die anderen Figuren sind nahbar und dicht beschrieben. Alle Menschen haben in irgendeiner Weise Schuld auf sich geladen, die "zehn Gerechten" sind nur schwer zu finden. Das Buch erfordert manchmal Geduld und Wissen über die Vergangenheit schadet nicht. Aber es lohnt sich! Ein sehr eindrückliches Buch, das man nicht vergisst, zumal es auch heute noch immer Bezüge zu der schändlichen Vergangenheit gibt.

Hervorragende Zeitgeschichte

Bewertung aus Sundern am 19.11.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Von Andreas Pflüger kannte ich bisher nur die Krimis um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron. Dieses Buch hat mich überrascht und begeistert. Paula Bloom kehrt nach einer Ausbildung bei der US-Army nach Deutschland zurück, wo sie als Tochter eines wohlhabenden amerikanischen Geschäftsmanns aufgewachsen ist. Nach dem Tod des Vaters geht sie in die USA, studiert und meldet sich im 2. Weltkrieg zur Armee. Es gibt nur wenige Frauen im Camp Ritchie und sie werden vor allem als Sekretärinnen eingesetzt. In Italien und Deutschland arbeitet Paula als Übersetzerin und soll dabei auch feststellen, ob der Gefangene Johann Kupfer wirklich "SIEBEN", ein gefürchteter Spion, ist. Sie baut eine Beziehung zu ihm auf, auch, weil sie hofft, von ihm etwas über das Schicksal ihres verschollenen Freundes Georg zu erfahren. Aber sie muss sich auch den Dämonen der Vergangenheit stellen und stellt erschreckt fest, dass die USA nicht immer gegen die Nazis gekämpft haben und auch ihr Vater in solche geheimen Geschäftsbeziehungen verwickelt war. Das Buch schildert in Romanform ein Stück Zeitgeschichte direkt nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Dabei bezieht es sich weitestgehend auf Tatsachen und reale Personen. Reinhard Gehlen z.B. stieg - obwohl nachweislich ein hoher Nazifunktionär - zum Chef des Bundesnachrichtendienstes auf. Die Adenauerregierung nahm es dabei nicht so genau, wenn jemand nützlich war. Ähnlich gingen die Besatzungsmächte vor. Nach den Nürnberger Prozessen wurden nur noch wenige Nazis verurteilt, viele bekamen einen Persilschein. Pflüger schildert diese Zeit vielschichtig, die Zerrissenheit und Armut der Menschen, die Machenschaften hinter den Kulissen, Gewalt und Not. Das geht unter die Haut und hat mir viele Erkenntnisse beschert, die mir fremd waren. Paula und die anderen Figuren sind nahbar und dicht beschrieben. Alle Menschen haben in irgendeiner Weise Schuld auf sich geladen, die "zehn Gerechten" sind nur schwer zu finden. Das Buch erfordert manchmal Geduld und Wissen über die Vergangenheit schadet nicht. Aber es lohnt sich! Ein sehr eindrückliches Buch, das man nicht vergisst, zumal es auch heute noch immer Bezüge zu der schändlichen Vergangenheit gibt.

Raubt mir den Atem

Bewertung am 04.10.2021

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ritchie Girl beleuchtet ein besonders wahnwitzige Kapitel amerikanischer und deutscher Geschichte: das Ende des zweiten Weltkriegs, die letzten Kriegswirren und den rasanten Umbruch danach. Das Cover wird der spannenden Geschichte nicht besonders gerecht, gibt es doch kaum Aufschluss über den Inhalt. Trotzdem ist das Buch ein echter Blickfang, da es einen blutroten Schnitt hat. Der Roman ist wirklich außergewöhnlich: Pflüger baut auf umfangreichster Recherche auf und gibt auch der:m Leser:in viele Hintergrundinformationen. Gleichzeitig schreibt er mir einer Intensität, die bedrückt und den Atem nimmt. Manche Bilder werde ich so schnell nicht mehr los. Das spricht einerseits sehr für das Buch, andererseits hat es mir das Weiterlesen auch ganz schön schwer gemacht. Die Geschichte selbst ist spannend, authentisch, rasant und durch den historischen Kontext auch äußerst aufschlussreich. Der Autor lässt einen quasi über Paula Blooms Schulter ein höchst aufrüttelndes Kapitel von Krieg und Moral miterleben. Klare Empfehlung zum Lesen, für alle geschichtsinteressierten gleich doppelt!

Raubt mir den Atem

Bewertung am 04.10.2021
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Ritchie Girl beleuchtet ein besonders wahnwitzige Kapitel amerikanischer und deutscher Geschichte: das Ende des zweiten Weltkriegs, die letzten Kriegswirren und den rasanten Umbruch danach. Das Cover wird der spannenden Geschichte nicht besonders gerecht, gibt es doch kaum Aufschluss über den Inhalt. Trotzdem ist das Buch ein echter Blickfang, da es einen blutroten Schnitt hat. Der Roman ist wirklich außergewöhnlich: Pflüger baut auf umfangreichster Recherche auf und gibt auch der:m Leser:in viele Hintergrundinformationen. Gleichzeitig schreibt er mir einer Intensität, die bedrückt und den Atem nimmt. Manche Bilder werde ich so schnell nicht mehr los. Das spricht einerseits sehr für das Buch, andererseits hat es mir das Weiterlesen auch ganz schön schwer gemacht. Die Geschichte selbst ist spannend, authentisch, rasant und durch den historischen Kontext auch äußerst aufschlussreich. Der Autor lässt einen quasi über Paula Blooms Schulter ein höchst aufrüttelndes Kapitel von Krieg und Moral miterleben. Klare Empfehlung zum Lesen, für alle geschichtsinteressierten gleich doppelt!

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Ritchie Girl

von Andreas Pflüger

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Matthias Kesper

Thalia Kassel

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5/5

"Wie ich sagte: Die einen Nazis hängt man, die anderen hofiert man. Eichmann würde jetzt lächeln."

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Nach seiner phantastischen Trilogie um die blinde Agentin Jenny Aaron, die nach dem Verlust ihres Sehvermögens nicht aufgibt und zurück in den aktiven Dienst kehrt, steht abermals eine ganz starke Frau, Paula Bloom, im Mittelpunkt des neuen Romans, von Andreas Pflüger. Eines vorab: Dieses Buch ist kein Thriller, obwohl es zum Nägel beissen spannend ist - fast alles ist wahr und nur sehr schwer zu ertragen - aber es ist gut, sehr gut und, leider, bitter nötig! Paula ist Deutsch-Amerikanerin, jüdischen Glaubens und flieht 1937 in die Vereinigten Staaten. Als das sogenannte Camp Ritchie, eine gemeinsame Ausbildungsstätte des amerikanischen Geheimdienstes und der US-Armee seine Pforten im vorletzten Kriegsjahr auch für Frauen öffnet, verpflichtet sie sich und wird zur Übersetzerin ausgebildet. Als Unteroffizierin, höhere Dienstgrade waren damals, "natürlich", den Männern vorbehalten, kehrt sie in den letzten Kriegstagen nach Europa zurück. Erster Einsatz in Italien, wo sie erstmals , es sind die Tage nach dem Tod Mussolinis, mit einem hochrangigen SS-Mann zusammentrifft, der weder Reue zeigt, noch Furcht vor Bestrafung oder Rache der Sieger - zu wichtig ist er doch für alles, was da jetzt kommen wird... Kurze Zeit darauf wird Paula nach Nürnberg versetzt, wo den überlebenden Nazi-Größen um Göring der Prozess gemacht wird. Auch hier die gleiche Situation: Leute wie Reinhard Gehlen hängt man nicht, sondern lässt sie einen neuen deutschen Geheimdienst aufbauen, sie haben das Wissen, sie haben die Verbindungen, und der Feind steht ja nunmehr im Osten. Was außer einem sehr engen Freund Paulas niemand weiß, ist, dass sie auch einen äußerst privaten Grund hatte, sich bei der Armee zu verdingen: Sie liess die Liebe ihres Lebens, Georg, bei ihrer Ausreise in Deutschland zurück. Und sie hofft, ihn, trotz aller Unwahrscheinlichkeit, zu finden. Erst recht, nachdem sie ihn vermeintlich in den Wirren der Tage nach Mussolinis Tod gesehen hat. Ein Mann könnte ihr helfen, der legendäre "Sieben", der in einem Kriegsgefangenenlager sitzt, und von dem man nicht weiß, ob er ein Agent der Nazis war, ein Doppel-Agent der Amerikaner und der Nazis, oder einfach Stalins Rache am Rest der Welt ist und war. Ein unglaubliches Katz-und Mausspiel beginnt praktisch mit seiner ersten Vernehmung - und Paula ahnt da noch nicht einmal, in welche Abgründe sie blicken wird. Eines ist aber sicher: Um Georg aufzuspüren, muss sie erst einmal herausfinden, wer sie selbst ist, und wer ihre große Liebe tatsächlich ist... Andreas Pflüger ist es gelungen, vieles von dem, was man aus den Jahren 1945 und 1946 nicht verstehen kann, in einen fulminanten Roman zu verpacken. Die komplexen Verstrickungen der deutsch/amerikanischen Wirtschaft nach 1933 sind nur ein Aspekt. Auch die geheimdienstlichen Aktivitäten, schon vor Kriegsende zwischen buchstäblich allen involvierten Staaten beschreibt er großartig, ein dreckiges Geschäft auf allen Seiten. Und manche Schuld, und sei sie noch so groß, wird ungesühnt bleiben! Ich möchte nicht weiter ins Detail gehen, aber glauben Sie mir: Dieser Roman ist wirklich unbedingt zu empfehlen, er ist vorzüglich geschrieben und eine brilliante Studie einer in jeder Hinsicht "außergewöhnlichen" Zeit!
5/5

"Wie ich sagte: Die einen Nazis hängt man, die anderen hofiert man. Eichmann würde jetzt lächeln."

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Nach seiner phantastischen Trilogie um die blinde Agentin Jenny Aaron, die nach dem Verlust ihres Sehvermögens nicht aufgibt und zurück in den aktiven Dienst kehrt, steht abermals eine ganz starke Frau, Paula Bloom, im Mittelpunkt des neuen Romans, von Andreas Pflüger. Eines vorab: Dieses Buch ist kein Thriller, obwohl es zum Nägel beissen spannend ist - fast alles ist wahr und nur sehr schwer zu ertragen - aber es ist gut, sehr gut und, leider, bitter nötig! Paula ist Deutsch-Amerikanerin, jüdischen Glaubens und flieht 1937 in die Vereinigten Staaten. Als das sogenannte Camp Ritchie, eine gemeinsame Ausbildungsstätte des amerikanischen Geheimdienstes und der US-Armee seine Pforten im vorletzten Kriegsjahr auch für Frauen öffnet, verpflichtet sie sich und wird zur Übersetzerin ausgebildet. Als Unteroffizierin, höhere Dienstgrade waren damals, "natürlich", den Männern vorbehalten, kehrt sie in den letzten Kriegstagen nach Europa zurück. Erster Einsatz in Italien, wo sie erstmals , es sind die Tage nach dem Tod Mussolinis, mit einem hochrangigen SS-Mann zusammentrifft, der weder Reue zeigt, noch Furcht vor Bestrafung oder Rache der Sieger - zu wichtig ist er doch für alles, was da jetzt kommen wird... Kurze Zeit darauf wird Paula nach Nürnberg versetzt, wo den überlebenden Nazi-Größen um Göring der Prozess gemacht wird. Auch hier die gleiche Situation: Leute wie Reinhard Gehlen hängt man nicht, sondern lässt sie einen neuen deutschen Geheimdienst aufbauen, sie haben das Wissen, sie haben die Verbindungen, und der Feind steht ja nunmehr im Osten. Was außer einem sehr engen Freund Paulas niemand weiß, ist, dass sie auch einen äußerst privaten Grund hatte, sich bei der Armee zu verdingen: Sie liess die Liebe ihres Lebens, Georg, bei ihrer Ausreise in Deutschland zurück. Und sie hofft, ihn, trotz aller Unwahrscheinlichkeit, zu finden. Erst recht, nachdem sie ihn vermeintlich in den Wirren der Tage nach Mussolinis Tod gesehen hat. Ein Mann könnte ihr helfen, der legendäre "Sieben", der in einem Kriegsgefangenenlager sitzt, und von dem man nicht weiß, ob er ein Agent der Nazis war, ein Doppel-Agent der Amerikaner und der Nazis, oder einfach Stalins Rache am Rest der Welt ist und war. Ein unglaubliches Katz-und Mausspiel beginnt praktisch mit seiner ersten Vernehmung - und Paula ahnt da noch nicht einmal, in welche Abgründe sie blicken wird. Eines ist aber sicher: Um Georg aufzuspüren, muss sie erst einmal herausfinden, wer sie selbst ist, und wer ihre große Liebe tatsächlich ist... Andreas Pflüger ist es gelungen, vieles von dem, was man aus den Jahren 1945 und 1946 nicht verstehen kann, in einen fulminanten Roman zu verpacken. Die komplexen Verstrickungen der deutsch/amerikanischen Wirtschaft nach 1933 sind nur ein Aspekt. Auch die geheimdienstlichen Aktivitäten, schon vor Kriegsende zwischen buchstäblich allen involvierten Staaten beschreibt er großartig, ein dreckiges Geschäft auf allen Seiten. Und manche Schuld, und sei sie noch so groß, wird ungesühnt bleiben! Ich möchte nicht weiter ins Detail gehen, aber glauben Sie mir: Dieser Roman ist wirklich unbedingt zu empfehlen, er ist vorzüglich geschrieben und eine brilliante Studie einer in jeder Hinsicht "außergewöhnlichen" Zeit!

Matthias Kesper
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Kerstin Hahne

Thalia Bielefeld

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4/5

Schuld, Sühne, Nachkriegszeit...

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Leser der "Jenny Aaron"-Trilogie seien gewarnt - das Thema dieses Romans liegt Andreas Pflüger offensichtlich seit Jahren am Herzen und hat daher stilistisch und inhaltlich ein anderes Päckchen auf unseren Schultern abzuladen. Zwar eine gibt es auch hier eine weibliche Hauptperson, die mit persönlichen Dämonen zu kämpfen hat, die wichtigeren "Darsteller" aber sind die Deutschen/Alt-Nazis, die unendliche Schuld auf sich geladen haben und nun trotzdem mit amerikanischen Besatzern kooperieren dürfen! Paula Bloom ist ein "Ritchie-Girl" - eine Ausnahme unter den meist männlichen Immigranten, die in psychologischer Kriegsführung im "Camp Ritchie, Maryland" geschult, die Amerikaner seit 1944 im Krieg unterstützten. Als Paula, zurück im zerbombten Deutschland mit einem befreundeten Kollegen, nicht nur einen Spion entlarven soll, sondern auch in eigener Sache Nachforschungen anstellt, kollidiert sie ständig mit dem neuen Umgang der Sieger bezüglich schuldiger Nazi-Täter. Denn während in Nürnberg gehenkt wird, laufen in Paulas Umgebung Schuldige unbehelligt herum... Pflüger mixt Fakten und Fiktion durchaus gekonnt, "name dropping" und etliche Nebenereignisse füllen die Seiten, auch die düstere Nachkriegsatmosphäre wirkt gut getroffen - seine Prota in ihrer zerrissenen Psyche und ihrer moralischen Überheblichkeit blieb mir trotzdem insgesamt irgendwie etwas blass. Das Nachwort des Autors und historsche Anmerkungen von Bodo Hechelmann, dem Chefhistoriker des BND empfand ich als aufschlussreich und interessant - ein Roman, der vielleicht dazu anstiftet, sich mit unserem Nazi-Erbe auseinander zu setzen( im Gegensatz zu der Schwemme von Nachkriegs-Familien/Frauen-Dramarama-Trilogien zur Zeit....)
4/5

Schuld, Sühne, Nachkriegszeit...

Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Leser der "Jenny Aaron"-Trilogie seien gewarnt - das Thema dieses Romans liegt Andreas Pflüger offensichtlich seit Jahren am Herzen und hat daher stilistisch und inhaltlich ein anderes Päckchen auf unseren Schultern abzuladen. Zwar eine gibt es auch hier eine weibliche Hauptperson, die mit persönlichen Dämonen zu kämpfen hat, die wichtigeren "Darsteller" aber sind die Deutschen/Alt-Nazis, die unendliche Schuld auf sich geladen haben und nun trotzdem mit amerikanischen Besatzern kooperieren dürfen! Paula Bloom ist ein "Ritchie-Girl" - eine Ausnahme unter den meist männlichen Immigranten, die in psychologischer Kriegsführung im "Camp Ritchie, Maryland" geschult, die Amerikaner seit 1944 im Krieg unterstützten. Als Paula, zurück im zerbombten Deutschland mit einem befreundeten Kollegen, nicht nur einen Spion entlarven soll, sondern auch in eigener Sache Nachforschungen anstellt, kollidiert sie ständig mit dem neuen Umgang der Sieger bezüglich schuldiger Nazi-Täter. Denn während in Nürnberg gehenkt wird, laufen in Paulas Umgebung Schuldige unbehelligt herum... Pflüger mixt Fakten und Fiktion durchaus gekonnt, "name dropping" und etliche Nebenereignisse füllen die Seiten, auch die düstere Nachkriegsatmosphäre wirkt gut getroffen - seine Prota in ihrer zerrissenen Psyche und ihrer moralischen Überheblichkeit blieb mir trotzdem insgesamt irgendwie etwas blass. Das Nachwort des Autors und historsche Anmerkungen von Bodo Hechelmann, dem Chefhistoriker des BND empfand ich als aufschlussreich und interessant - ein Roman, der vielleicht dazu anstiftet, sich mit unserem Nazi-Erbe auseinander zu setzen( im Gegensatz zu der Schwemme von Nachkriegs-Familien/Frauen-Dramarama-Trilogien zur Zeit....)

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