Das System zurückerobern

Moralische Verantwortung, Arbeitsteilung und die Rolle von Organisationen in der Gesellschaft

Lisa Herzog

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Beschreibung


Ist die Welt der Lohnarbeit eine seelenlose Maschine und sind Angestellte nur Rädchen im Getriebe des Systems?

Anhand empirischer Fallstudien analysiert Lisa Herzog die Natur von Organisationen aus einer normativen Perspektive: ihren regelgebundenen Charakter, die Art, mit geteiltem Wissen umzugehen, Organisationskulturen und ihre Beziehung zur Moral. Sie untersucht, wie individuelles Handeln und Organisationsstrukturen ineinandergreifen müssten, um moralische Fallgruben zu vermeiden, und entwickelt die Idee eines "transformativen Handelns" - eine kritische, kreative Art, sich auf die eigene Rolle in einer Organisation einzulassen und dabei grundlegenden moralischen Normen verpflichtet zu bleiben.

Weiter geht es um politische und institutionelle Veränderungen, die nötig wären, um Organisationen in eine gerechte Gesellschaft einzubetten. Ob wir uns dem "System" unterwerfen oder versuchen, es zurückzuerobern, ist eine Frage von größter politischer Wichtigkeit in unserer globalisierten Welt.


»In her excellent treatise, Lisa Herzog argues for a comprehensive and original conception of an ethics of and within institutions. A much-needed, methodologically innovative contribution to a topic we need to think more about if we want to understand the complexities of our social life.« Rainer Forst, Goethe University Frankfurt

»Lisa Herzog's work reflects a closer engagement with empirical literature on human behaviour and organizational theory than is found in any other leading ethical theory. Moreover, the integration she proposes is original, her discussions are rich and subtle, and her policy discussion is highly nuanced . . . this is an important work that makes a real contribution to our understanding of the ethical dimensions of organizations.« Debra Satz, Standford University

»This groundbreaking study is the rare case of a work of philosophy, in which central claims are developed by drawing directly on either own empirical material or relevant empirical scholarship. With the courage to synthesize far-ranging topics, using a high degree of sociological imagination, and with analytically trained argumentative skills, Lisa Herzog opens up an unjustly neglected area of moral or social philosophy.« Axel Honneth, Columbia University

Lisa Herzog lehrte Political Philosophy and Theory an der Hochschule für Politik München und ist seit 2019 Professorin an der Philosophischen Fakultät und dem Center for Philosophy, Politics and Economics der Universität Groningen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Ideengeschichte des politischen und wirtschaftlichen Denkens, die normative Bewertung von (Finanz-)Märkten sowie Fragen der Ethik in Organisationen. Von 2007-2011 war sie Rhodes Scholar an der University of Oxford und wurde 2019 mit dem Tractatus-Preis sowie dem Deutschen Preis für Philosophie und Sozialethik ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum 01.10.2021
Verlag Wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
Seitenzahl 424
Maße 23,3/15,4/0,2 cm
Gewicht 635 g
Originaltitel Reclaiming the System. Moral Responsibility, Divided Labour, and the Role of Organizations in Society
Übersetzer Thorben Knobloch
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-534-27361-4

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  • 1. Einführung: Subjekte und Systeme 9
    Teil I Moralische Verantwortung in schwierigen Kontexten
    2. Moralische Verantwortung, sozial eingebettet 31
    3. Moralische Normen in sozialen Kontexten 54
    4. Organisationen: Hierarchien geteilter Arbeit 69
    Teil II Die moralischen Herausforderungen des Organisationslebens
    5. Die Unzulänglichkeit von Regeln 91
    6. Die Verwendung von Wissen in Organisationen 120
    7. Die Verantwortung für die Organisationskultur 156
    8. Selbst und Rolle: Transformatives Handeln in Organisationen 189
    Teil III Die gesellschaftliche Rolle von Organisationen
    9. Organisationen innerhalb der Gesellschaft: Ein »nicht-idealer« Ansatz 237
    10. Organisationen innerhalb der Gesellschaft: Was ist möglich? 264
    Anhang 287
    Eine Anmerkung zum Verhältnis normativer Theoriebildung und qualitativer Methoden 287
    Danksagung 300
    Anmerkungen 307
    Literaturverzeichnis 377

    Register 410