Sichtbare Gebrauchsspuren auf einigen Seiten z.B. leichte Knicke oder vereinzelte Markierungen möglich. Die gelieferte Auflage und das Cover können ggf. abweichen.
Susanne Kaloff trinkt keinen Alkohol mehr. Warum? Nicht weil ihr Doktor besorgt dazu riet, sondern weil sie freiwillig rausfinden wollte, wie dieses launenhafte Leben eigentlich nüchtern schmeckt, wie sich Stimmungen ohne Betäubung und Situationen ohne Verstärker anfühlen. Vor allem aber wollte sie dringend wissen: Wer bin ich eigentlich ohne einen Drink an meiner Seite? Wie überlebt man Langeweile, Unsicherheit, Stress, Kummer, Feiern und Paris ohne Wein, Bier, Gin Tonic oder Champagner? Wie ist es, emotionale Fallgruben bei glasklarem Verstand zu erleben? Sie nutzt die trockene Zeit, um vergangene Abstürze, blamable Kapriolen und abgebrochene Absätze aufzudecken und sich Gedanken über die Rolle von Alkohol in unserer Gesellschaft zu machen. Warum trinken wir eigentlich alle? Nach einem zwölfmonatigen Selbstversuch, etlichen ?Krisen und schwindel-erregender Ekstase fand sie viele Antworten – und zu sich selbst.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Auf dieses Buch bin ich tatsächlich ganz klassisch durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden. Dort wurde von Susanne Kaloff und ihrem Experiment fortan ohne Alkohol zu leben berichtet. Das hat mich neugierig gemacht.
Susanne Kaloff ist Journalistin. Und zwar Journalistin, die zumeist für Lifestyle-Magazine schreibt. Da gehört Alkohol bei Veranstaltungen schon fast zum guten Ton. Umso schwieriger ist es, dort stark zu bleiben. Sie beschreibt in ihrem Buch sehr offen, wie sie bisher mit dem Thema Alkohol umgegangen ist – nämlich so, wie wohl die meisten von uns. Man trinkt zusammen mit Freunden, weil es einfach dazugehört. Man trinkt auch schon mal alleine, weil man traurig ist, sich langweilt oder weil man eine Belohnung braucht. Und jeder hat so seine peinlichen Geschichten, was einem unter zu viel Alkoholeinfluss passiert ist. Manche erzählt man im Nachhinein gerne als lustige Anekdoten, und für manche schämt man sich Zeit seines Lebens. Eine solche Episode hat bei Susanne Kaloff den Anstoß gegeben, es einmal ohne zu probieren. Am Anfang hat sie sich vorgenommen, es ein ganzes Jahr durchzuhalten, darüber ein Buch zu schreiben, und dann das Thema zu überdenken.
Das Buch kann man einfach so weg lesen. Aber wer auf Grund des sehr witzigen Titels denkt, dass es sich um ein eher witziges Buch handelt, der wird enttäuscht sein. Susanne Kaloff beschreibt sehr detailliert, wie es ihr in diesem Jahr ergangen ist. Sie beschreibt, wie es ihre Familie, Freunde, Bekannten und Kollegen aufgenommen haben. Sie erzählt, was es mit ihr selbst gemacht hat. Und sie kommt zu einem für mich überraschenden Ergebnis für sich selbst. Erschreckt hat mich die häufige Reaktion ihrer Umwelt. Die war so ähnlich, wie ich es erfahren habe, als ich Veganerin geworden wurde. Man entscheidet sich etwas zukünftig einfach nicht mehr zu sich nehmen zu wollen. Damit stößt man zumeist erst einmal auf Unverständnis. Man kann es nicht einfach so im Raum stehen lassen, sondern man wird gezwungen, sich zu erklären. Und durch diese Erklärung fühlen sich dann die anderen persönlich angegriffen und verteidigen sich. Und so beginnt ein nettes Spiel, bei dem es am Ende heißt, dass man die anderen missionieren möchte. Dabei möchte man einfach nur seine Ruhe haben und das tun, wozu man sich entschieden hat. Niemand ist verpflichtet sich deshalb zu erklären oder die gleiche Entscheidung zu treffen.
Das andere, was mich an diesem Erfahrungsbericht fasziniert und gleichzeitig sehr erschreckt hat, ist, wie wichtig Alkohol bei uns in der Gesellschaft ist. Wenn jemand nüchtern bleibt – egal aus was für Gründen – wird er schnell zum Außenseiter. Und nüchtern betrachtet werden weinselige Abende immer unangenehmer, um so mehr Alkohol geflossen ist. Irgendwann kann man über die Gespräche der anderen einfach nicht mehr lachen. Was für eine Konsequenz soll man daraus ziehen? Trotzdem zu solchen Anlässen gehen, wo getrunken wird? Sich komplett zurückziehen und nach neuen, ebenfalls nüchternen Freunden suchen? Ein nicht ganz einfaches Thema. Und wie ich persönlich finde, kommt noch erschwerend hinzu, dass es oftmals eine zu kleine Auswahl an leckeren alkoholfreien Getränken gibt, und diese dann auch noch unverschämt teuer sind.
Mich hat dieses Buch auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht. Mal sehen, wie ich mit dem Thema weiter umgehen werde.
Das im September 2020 erschienene Taschenbuch ist ein Opfer des Corona-Lockdowns geworden. Es sollte schon früher in diesem Jahr erscheinen, aber der Verlag hat den Termin nach hinten heraus verschoben. Sicherlich nicht die schlechteste Idee! Und die Taschenbuchausgabe hat ein neues Cover bekommen. Ob dieses jetzt schöner ist, mag ich nicht entscheiden. Aber ich finde, dass es jetzt mehr nach einem Ratgeber aussieht und somit nicht mehr mit einem Buch aus dem Bereich Humor verwechselt werden kann.
Leider ist das Taschenbuch nicht erweitert worden. Mich hätte interessiert, ob die Autorin neue Erfahrungen berichten kann, bzw. ob sie inzwischen wieder Alkohol trinkt.
Ein Selbstversuch, der tiefe Einblicke in das eigene Seelenleben bietet
Bewertung am 11.07.2018
Bewertungsnummer: 470573
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Die Autorin stellt Fragen, die unbequem sind in einer Gesellschaft, in der die Droge, das Zellgift Alkohol als Kulturgut gehandelt wird. Sowohl die Selbsterkenntnis, was sie alles mit dem Alkohol "weggetrunken" hat an Höhen und Tiefen, zu scharfen Kanten des Lebens, als auch die Reflexion mit einem verharmlosten Alltagsgetränk machen dieses Buch sehr lesenswert!
Meinung aus der Buchhandlung
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Susanne Kaloff berichtet in diesem Buch von ihrer persönlichen Entscheidung keinen Alkohol mehr zu trinken und zeigt dabei, wie sehr Alkohol in unserer Gesellschaft verankert ist.
"Nüchtern betrachtet war's betrunken nicht so berauschend" ist dabei kein dogmatischer Abstinenzratgeber, sondern zeigt die Höhen und Tiefen eines Lebens ohne Alkohol und wie sich das gesellschaftliche Leben verändert, wenn man auf einmal nicht mehr "mittrinkt".
Kein Begrüßungsprosecco, kein Bierchen am Strand, kein Glas Rotwein nach einem stressigen Arbeitstag - wie sie das durchhält und auch wie schwer es sein kann "Nein" zu sagen, zeigt Kaloff auf eindrucksvolle Art und Weise.
Die von ihr beschriebenen Situationen sind größtenteils nachvollziehbar und aus dem Leben gegriffen.
Humorvoll und stellenweise sarkastisch, dabei immer ehrlich und selbstkritisch.
Absolut lesenswert!
Susanne Kaloff nimmt ihr eigenes und das Trinkverhalten ihres Umfelds bewusst unter die Lupe. Verschreibt sich der Abstinenz und schreibt darüber. Das Resultat ist ein Ratgeber ohne Rat zu geben - ein humoristischer Perspektivwechsel einer Frau, die in ihrem Leben Regie führt. Mir ist durch die Lektüre sehr deutlich geworden, wie das Nervengift Alkohol romantisiert, akzeptiert und routiniert in Gebrauch ist. Und ganz wichtig: Ich konnte sehr oft schmunzeln!
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