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Der Idiot

Fjodor M. Dostojewski

(5)
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Beschreibung

Fürst Myschkin kommt nach einem langen Sanatoriumsaufenthalt in der Schweiz zurück nach Sankt Petersburg. Bisher hat man ihn wegen seiner kindlich-naiven Art und der starken Epilepsie hinter vorgehaltener Hand als Idioten bezeichnet. Die lange Isolation im Sanatorium hat ihn jedoch verändert. Er besitzt nun eine besondere Aura. Auf seine Mitmenschen übt er eine starke Anziehungskraft aus. Der Wille, anderen Gutes zu tun, hat sich im Sanatorium in einem Maße gesteigert, dass Myschkin kaum noch an etwas anderes denkt. Zudem hat er seinen Blick dafür geschärft, wo Menschen seiner Hilfe bedürfen.
Zwei Frauen konkurrieren um den charismatischen Rückkehrer. Es entspricht ganz dem Charakter Myschkins, seine Entscheidung zwischen den beiden auf Mitleid und nicht auf Liebe zu gründen. Doch Mitleid ist eine unzureichende Grundlage für eine erfüllte Beziehung. Alle Beteiligten sind unzufrieden. Die fragile Situation droht zu eskalieren.

Fjodor Dostojewski legt den Charakter des Lew Myschkin in »Der Idiot« an wie eine Wiederkehr Jesus Christi. Die Folgen seines Handelns erinnern jedoch eher an Don Quijote. »Der Idiot« wurde in zahlreiche Sprache übersetzt und mehrfach verfilmt. Der Roman gehört zu den großen Werken der russischen Literatur.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 998 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 19.02.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783746044323
Verlag Books on Demand
Dateigröße 1845 KB

Kundenbewertungen

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" Um die Vollkommenheit zu erreichen, muss man zuerst vieles nicht verstehen "
von Jérôme aus Bad Eilsen am 05.03.2014
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wer ist dieser Fürst Myschkin, der einem von Beginn an sympathisch erscheint, dieser Sonderling, welcher eine kindliche Unschuld verkörpert und des Öfteren mit seiner daraus resultierenden Naivität den Leser durchweg entzückt. Dieser ganz besondere Mensch scheint der Inbegriff des schönen und guten Idealmenschen zu sein, so das ... Wer ist dieser Fürst Myschkin, der einem von Beginn an sympathisch erscheint, dieser Sonderling, welcher eine kindliche Unschuld verkörpert und des Öfteren mit seiner daraus resultierenden Naivität den Leser durchweg entzückt. Dieser ganz besondere Mensch scheint der Inbegriff des schönen und guten Idealmenschen zu sein, so das es nicht so abwegig erscheint eine Parallele zu Jesus zu sehen. Seine Kindheit ist geprägt durch eine Isolation vor der Gesellschaft und ihren Konventionen. Genau diese fehlende Unterweisung in ihre Normen, wird sich in seinen späteren Handlungen hoffnungslos auswirken. Schon zu Beginn seiner Ankunft in Russland wird er Teil eines Prozesses, der durch unerwartete Geschehnisse, einer verborgenen Kausalität zu Folgen scheint, die den Fürsten in eine Welt hineinzieht und ihn nicht mehr loslassen wird. Durch seine unbekümmerte und liebevolle Art wird er schon bald in die soziale Gruppe der Familie Jepantschin involviert. Es ist seine ungeheure Authentizität, welche der eines Kindes gleicht, die sofort durchblicken lässt, dass er nicht versucht einer entfernten Idealgestalt zu gleichen, sondern vielmehr ohne jeglichen Schein seine Natürlichkeit offenbart. Diese sanftmütige Offenherzigkeit lässt ihn anfällig machen für Intrigen, ganz dem Motto folgend " der Ehrliche ist der Dumme ". Im folgenden Romanverlauf wird er zu einer Art Instanz bei der man sein Leid plagt und sich einen Rat einholt. Er ist niemandem abgeneigt, ob es sein Gegenspieler Rogoshin ist, der ihn sogar umbringen wollte oder eine Gruppe, die sich durch nihilistisches Gedankengut auszeichnet. Doch Dostojewski zeichnet noch einen anderen Charakter, der zeigt, dass sich das fehlen einer gesellschaftlichen Erziehung auch in einen komplett konträren Phänotypen umschlagen kann. Zu diesen Personen gehört die große Liebe des Fürsten Nastassja Filippowna, die die Regeln der Gesellschaft auf eine andere Art und Weise kompromittiert. Ihre charakterlichen Grundzüge zeichnen sich durch intrigantes, rebellenhaftes, aber auch wahnsinniges Verhalten aus. Fürst Myschkin entdeckt allerdings noch etwas anderes an dieser Frau. Bei der Betrachtung einer Fotografie Nastassjas sprechen ihn grenzenloser Stolz, aber auch etwas erstaunlich Gutherziges an, was in ihm mitleidige Gefühle für sie hervorruft. Nastassja entwickelt ebenfalls eine Liebe zu ihm, befürchtet jedoch seine göttliche Unschuld zu verderben und gibt sich daraufhin dem machtgierigen Rogoshin hin, den sie aber immer wieder versetzt und zwischenzeitlich zum Fürsten zurückkehrt. Es entsteht eine komplizierte Dreiecksbeziehung die sich tragisch entwickeln wird. Das knapp 1000 Seitige Werk ist durch eine große Vielzahl an Charakteren geprägt, die so unfassbar psychologisch durchleuchtet werden, dass man als Leser einfach nur über die ungeheure Menschenkenntnis Dostojewskis staunen kann. Es scheint als würde der Autor über eine ganz besondere Anlage zur Empathie verfügen, mit der er seine Protagonisten so realistisch darzustellen vermag. Der Roman ist größtenteils durch sehr lange Dialoge geprägt, die gerne mal 150 Seiten lang sein können, dennoch schafft er es aber an manchen Stellen den Leser durch seine Erzählweise so zu fesseln, dass man sich als ein Teil des Dialoges fühlt und sich in das 19. Jahrhundert zurückversetzt fühlt. Geniales Meisterwerk.

Viel Pathos
von einer Kundin/einem Kunden aus Straelen am 17.03.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

...vermittelt Dostojewskij auch in diesem grandiosen Werk. Fürst Myschkin ist Dreh- und Angelpunkt dieses tragischen Romanes, in dem sich Arm und Reich gegenüber stehen. Er kommt von einem Klinikaufenthalt zurück nach Petersburg und stürzt sich sofort in eine zwielichtige, sowie kaum durchsichtige Gesellschaft. Unglückliche Lieb... ...vermittelt Dostojewskij auch in diesem grandiosen Werk. Fürst Myschkin ist Dreh- und Angelpunkt dieses tragischen Romanes, in dem sich Arm und Reich gegenüber stehen. Er kommt von einem Klinikaufenthalt zurück nach Petersburg und stürzt sich sofort in eine zwielichtige, sowie kaum durchsichtige Gesellschaft. Unglückliche Liebe, Industrialisierung und Nihilismus des 19. Jahrhunderts prägen dieses Buch stark. Protagonisten werden beinahe psychisch analysiert und die Handlungen sind oft von Naivität gezeichnet. Myschkin ist stets bestrebt, alles zum Guten zu wenden. Leider klappt das sehr oft nicht und er kommt immer wieder in missliche Situationen. Anfangs erscheint er als ein armes Mäuschen, was sich später aber zu einem allseits gemochten und teilweise bewunderten jungen Mann entwickelt. Seine Liebe zu den Menschen und seine Gutgläubigkeit lässt ihn aber sehr leicht ausnutzen. Der Fürst ist durch seine Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Liebenswürdigkeit und Einfühlungsvermögen so sympathisch, dass man diesen Roman einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Dostejewkij hat auf wunderbare Weise die Stimmung Russlands des 19. Jahrhunderts eingefangen, sodass man sich bereits nach wenigen Seiten mittendrin wähnt. Dieses Werk ist außerordentlich packend und aufregend. Der Schriftsteller versteht es, die Spannung wie den berühmten roten Faden durch die gesamte Geschichte zu ziehen. Alles in allem: ein Meisterwerk!

Zeitlos
von Kerstin Tumer aus Wien am 18.07.2009
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Dostojewskij entwirft mit unheimlichem Fingerspitzengefühl einen gewaltigen Personenkreis, vermengt Gesellschaftsschichten und Weltanschauungen zu einem Organismus,der in wechselnden Kulissen immer wieder neu arrangiert und neu entflammt wird. Er fängt zeitlose Fragen ein,spricht über Wirtschaftskrisen, Heimatverlust und seelis... Dostojewskij entwirft mit unheimlichem Fingerspitzengefühl einen gewaltigen Personenkreis, vermengt Gesellschaftsschichten und Weltanschauungen zu einem Organismus,der in wechselnden Kulissen immer wieder neu arrangiert und neu entflammt wird. Er fängt zeitlose Fragen ein,spricht über Wirtschaftskrisen, Heimatverlust und seelische Entwurzelung, dem römischen Katholizismus als Ursache des Atheismus...tiefe Wesenszüge des Menschentums allgemein. Wer sich durch die gewaltige Textmenge schlägt und mit den recht komplexen russischen Namen langsam vertraut macht, wird fürstlich belohnt.


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