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Die Kurden

Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion

Wer weiß um den Krieg, den die Regierung in Ankara seit 2015 gegen die Kurden führt? Wer erinnert sich an die Repressionen in den 1990ern? Hierzulande kennt man allenfalls die PKK und fragt sich vielleicht verwundert, warum immer noch Tausende mit den Farben und Symbolen dieser "Terrororganisation" in ganz Europa auf die Straßen gehen. Schamberger und Meyen zeigen, dass die Verfolgung der Kurden in der Gründungsgeschichte der Türkei wurzelt und dass der eigentliche Putsch dort schon 2015 stattfand - ein ziviler Putsch durch die AKP. Doch der Westen will sein Bündnis mit dem Erdogan-Regime nicht gefährden und lässt deshalb ein 25-Millionen-Volk im Stich.
Portrait
Kerem Schamberger, Jahrgang 1986, ist politischer Berichterstatter und Kommunikationswissenschaftler an der LMU München. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Unterdrückung der Kurden in der Türkei und übt scharfe Kritik an Recep Erdogan und an der deutschen Politik. Aufgrund seines politischen Engagements drohte ihm zeitweise das Berufsverbot in Deutschland, Monitor berichtete. "Das vergessene Volk" ist sein erstes Buch.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 04.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86489-207-3
Verlag Westend
Maße (L/B/H) 21,6/13,7/2,5 cm
Gewicht 334 g
Auflage 1
Verkaufsrang 89752
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Von kurdischem Aktionismus in Deutschland, unvollständigen Schilderungen über Vorgänge
von Peter Krackowizer aus Neumarkt am Wallersee am 05.02.2019

Kerem Schamberger, ein Mitglied der marxistischen Linken, zieht von einem Treffen kurdischer Aktionisten in Deutschland zum nächsten, schildert Beiträge von Gastrednern, die selbst eher fanatisch erscheinen und der Journalist Michael Meyen bringt alles zu Papier. Nach 20, 30 der rund 230 Seiten konnte ich bereits erkennen, d... Kerem Schamberger, ein Mitglied der marxistischen Linken, zieht von einem Treffen kurdischer Aktionisten in Deutschland zum nächsten, schildert Beiträge von Gastrednern, die selbst eher fanatisch erscheinen und der Journalist Michael Meyen bringt alles zu Papier. Nach 20, 30 der rund 230 Seiten konnte ich bereits erkennen, dass dieses Buch wohl eher einseitig berichtet, sprunghaft und manchmal ohne vollständige Information über Geschichte und Vorgänge in den Gebieten der Kurden. Es wird öfter mit Wortfetzen oder einzelnen Sätzen etwas angerissen, aber nicht weiter erklärt. Auch finde ich, dass das Buch trotz Kapitel und Unterkapitel eher unstrukturiert wirkt. Also man liest nicht unbedingt das im Kapitel, was gerade als Überschrift darüber steht. Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, was die PKK macht ist in Ordnung, was die türkische Staatsmacht unternimmt, ist böse, dass die Kurden eigentlich gar kein vereintes Kurdistan wollen, weil sie untereinander in Streitigkeiten verstrickt sind. Eine kurdische Aktivistin in Deutschland versteht den deutschen Rechtsstaat nicht mehr, dass er ihre Wohnung gefilzt und ihre Telefonate monatelang überwacht hatte, nur weil sie an Demonstrationen teilgenommen und dabei mal ab und zu einer Anzeige wegen Landfriedenbruch oder Hausfriedensbruch gekommen war. Und deshalb konnte die Kurdin erst ein Jahr verspätete ihr Studium – in Deutschland – abschließen. Ein Aktivistenpärchen erzählt von ihrem Buch über die politischen Vorgänge rund um die Kurden und Türken, das sich aber schlecht verkauft. Aber in diesem Buch hier wird dafür daraus zitiert. Schließlich taucht im Buch noch ein Österreicher auf, der ebenfalls als linker Aktivist mehrere Jahre in Gebieten der Kurden lebte, kämpfte. Es ist also ein Buch mehr oder weniger über Aktivisten und Träumer in Deutschland und weniger ein Buch über Geschichte der Kurden und Hintergründe der Probleme. Ehrlich gesagt habe ich nicht wirklich verstanden, was die Autoren dieses Buches mitteilen wollen.

Ein Volk ohne Staat
von Sikal am 26.10.2018

Das Buch „Die Kurden“ gibt uns einen Einblick in das größte staatenlose Volk der Welt – 30 Millionen Kurden gibt es, in Teilen der Türkei, des Irans, des Iraks und in Syrien. Immer wieder hört man von Konflikten innerhalb der Region, doch – wie so oft – wird durch Fremdeinwirkung von außen dieser Konflikt noch verschärft. ... Das Buch „Die Kurden“ gibt uns einen Einblick in das größte staatenlose Volk der Welt – 30 Millionen Kurden gibt es, in Teilen der Türkei, des Irans, des Iraks und in Syrien. Immer wieder hört man von Konflikten innerhalb der Region, doch – wie so oft – wird durch Fremdeinwirkung von außen dieser Konflikt noch verschärft. Die beiden Autoren Kerem Schamberger und Michael Meyen spannen den Bogen weit zurück in die Geschichte und berichten von den Schwierigkeiten, die zum Großteil in der Vergangenheit entstanden sind. Schamberger ist politischer Berichterstatter und Kommunikationswissenschaftler an der LMU München. Meyer war ursprünglich Journalist und ist mittlerweile ebenfalls an der LMU in München. Bereits im Vorwort heißt es: „… Es [das Buch] erzählt, wie sich die Westmächte den Nahen und Mittleren Osten nach dem Ersten Weltkrieg zurechtgeschnitten haben und warum die neuen Staaten in der Region kein Interesse an einer kurdischen Nation hatten. Im Gegenteil. Sie haben alles getan, damit Sprache, Kultur und Identität verschwinden.“ Und so blieb es auch – kurdische Städte und Dörfer werden zerstört, ihre Sprache verboten. Bereits nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Ende des Osmanischen Reiches wurde den Kurden ein eigener Staat versprochen, doch die Grenzen wurden willkürlich gezogen und einen kurdischen Staat gibt es bis heute nicht. Auch die Rolle Mustafa Kemal Atatürks ist in dieser Hinsicht umstritten und wird in dem Buch hervorgekehrt. Anfangs wird über die Verbindungen nach Deutschland berichtet, wird versucht die kurdische Frage zu erörtert, welche Probleme auch hier entstehen und warum die Symbole der PKK so brisant sind. Deutschland liefert nicht nur Waffen in die Türkei, sondern sieht sich als Verbündeten. Und so ist es für Erdogan ein Leichtes, das kurdische Volk auch weiterhin zu unterdrücken und zu bekämpfen. Ein äußerst wichtiges Buch und ein besonderer Zugang der beiden Autoren: Schemberger (Deutsch-Türke), ein politischer Aktivist, dem die kurdische Frage am Herzen liegt und Meyer, der Neuland betreten hat und einen anderen Blickwinkel auf dieses Thema wirft. Dem Buch darf man viele Leser wünschen und hoffen, dass auch die Politik irgendwann mal einlenkt. Im Epilog findet man noch einen wichtigen Absatz, der die Probleme der Region sehr schön zusammenfasst: „Demokratie ist der Schlüssel, um die Probleme dieses Landes zu lösen. In der Türkei leben mehr als 50 Minderheiten. Ein Staat, eine Sprache, eine Nation: Diese Formel kann nicht funktionieren. Die Kurden sind die größte Minderheit im Land. Dieses Volk lässt sich weder türkifizieren noch sonst irgendwie auf die Knie zwingen.“ Und weiter heißt es: „Demokratie ist etwas anderen als ein kurdischer Staat. Demokratie kann zunächst einfach nur ein bisschen weniger Zentralregierung heißen und ein bisschen mehr Autonomie.“ Man darf es der Region wünschen. Gerne vergebe ich für dieses wichtige Buch 5 Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

Regt zum Nachdenken an
von Gertie G. aus Wien am 11.09.2018

Dieses Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, wie auch die Geschichte der Kurden nicht ganz einfach ist. Jahrhundertelang leben die Kurden in nomadischen Stammesverbänden. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich über Teile der heutigen Türkei, des Irans, Irak und Syrien. Hotspots in dem an Konflikten nicht gerade armen Mittleren Oste... Dieses Buch ist nicht ganz einfach zu lesen, wie auch die Geschichte der Kurden nicht ganz einfach ist. Jahrhundertelang leben die Kurden in nomadischen Stammesverbänden. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich über Teile der heutigen Türkei, des Irans, Irak und Syrien. Hotspots in dem an Konflikten nicht gerade armen Mittleren Osten. So werden die Kurden immer wieder zum Spielball der Interessen der Mächtigen. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs wird den Kurden die Schaffung eines eigenen Staates versprochen, doch niemals eingelöst. Im Gegenteil, Kemal Ata Türk negiert die kurdische Ethnie und bestimmt türkisch als einzige Sprache. „Ein Volk, eine Sprache, eine Fahne“ ist Ata Türks Motto. Die kurdische Sprache wird verboten und bleibt es bis vor kurzem. Immer wieder erheben sich die Kurden und versuchen sie Gehör zu verschaffen. Als der IS in ihre Gebiete eindringt, kämpfen sie Seite an Seite mit den verhassten Türken oder Syrern. Doch sobald der gemeinsam Feind zurückgedrängt ist, zerfallen die Koalitionen. Die Repressalien unter Erdogan nehmen genauso zu, wie dessen Paranoia. Meine Meinung: Ein wichtiges Buch, das zum Verstehen der komplexen kurdischen Situation beiträgt. Interessant sind die Stellungnahmen und Geschichten verschiedener kurdisch-stämmiger Personen, die hier zu Wort kommen. Faszinierend finde ich auch, dass es unter den verschiedenen Stämmen/Familien-Clans welche gibt, die ihren Mädchen und Frauen viele Rechte einräumen und andere, die dies nicht tun. Ambivalent ist das Verhalten der deutschen Regierung, die der türkischen Regierung Waffen liefert, die sie gegen die Kurden einsetzt und dies abstreitet. Der Besitz von kurdischen Fahnen und anderen Symbolen ist auch in Deutschland verboten, weil Ankara von „Terroristen“ spricht. Menschen, die in Deutschland für die Kurden Partei ergreifen, sind für den deutschen Staatsschutz verdächtig und werden beobachtet. Da sind mir doch die Österreich und Belgien lieber, die sich von der aktuellen Regierung in Ankara distanzieren und deshalb von vielen gescholten werden. Fazit: Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Gerne gebe ich 5 Sterne.