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Der Weg der verlorenen Träume

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Masuren, Ostpreußen – 1918: Trotz zahlreicher Entbehrungen führt die junge Hedwig ein glückliches Leben. Nach der Heirat mit einem aufstrebenden Musiker und der Geburt zweier Kinder muss sie jedoch ihren eigenen Weg im Leben gehen. Als Hedwig sich endlich angekommen fühlt, zerstört das nahende Ende des 2. Weltkrieges alles. Hedwig und ihrer Tochter Margarethe gelingt die Flucht nach Norddeutschland. Dort kämpfen die beiden Frauen um ein neues Glück, doch auch Margarethes Leben verläuft nicht gradlinig …
Der Weg der verlorenen Träume ist die Geschichte zweier Frauen, die stark und mutig allen Widerständen, die das Schicksal ihnen aufzwingt, trotzen und sich dabei nie selbst verleugnen.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 500 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 06.04.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783958131354
Verlag Edition oberkassel
Dateigröße 1854 KB
Verkaufsrang 43.957
eBook
8,99
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?Ein ostpreußisches Mädchen weint nicht,??
von Elke Seifried aus Gundelfingen am 01.08.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

?Hornhaut auf der Seele - so hatte es ihre Großmutter Auguste einmal ausgedrückt.? Diese braucht man eindeutig, wenn man ein solches Schicksal erträgt und dabei nie den Mut verliert. Hier wird eine ergreifende und bewegende Familiengeschichte erzählt, die sich um Hedwig Mahnstein und später auch ihre Tochter Margarethe dreht, und... ?Hornhaut auf der Seele - so hatte es ihre Großmutter Auguste einmal ausgedrückt.? Diese braucht man eindeutig, wenn man ein solches Schicksal erträgt und dabei nie den Mut verliert. Hier wird eine ergreifende und bewegende Familiengeschichte erzählt, die sich um Hedwig Mahnstein und später auch ihre Tochter Margarethe dreht, und die sicher stellvertretend für so viele ostpreußischen Familien ihrer Zeit steht. Die Erzählung beginnt mit der Nachricht, dass der Erste Weltkrieg beendet ist. Man lernt Hedwig und ihrer Familie kennen, erfährt nach und nach von der Machtergreifung, der Begeisterung, der Zweifel und der Gleichgültigkeit der Bevölkerung, Man erlebt mit, wie sukzessive die jüdischen Familien zuerst freiwillig fliehen und dann abtransportiert werden, welchen Druck die NASDAP auf jeden, der Zweifel äußert oder nicht so spurt wie geplant, aufbaut und schließlich wie die ersten Soldaten fast allesamt begeistert in den Krieg ziehen müssen. Viele Todesnachrichten, die sich einschleichende Ernüchterung, die Einsicht, dass der Krieg verloren ist, dass Herannahen der russischen Truppen, die Flucht vor ihnen, das Kriegsende und die Ankunft in Norddeutschland, der Weg in den Süden, die Hürden und Probleme im Schwaben, das Hoffen, wer aus der Familie hat noch überlebt, und schließlich auch Tochter Margarete und die Männerwelt sind weitere wichtige Stationen und Szenen um die sich die Geschichte, die mit zahlreichen spannend, interessanten Details aus dem Alltagsleben und so einigen Überraschungen punkten kann, rankt. Der Schreibstil der Autorin liest sich flüssig, leicht und angenehm. Sie lässt einen Erzähler aus Hedwigs Perspektive plaudern. Anfangs machte die Erzählung auf mich einen eher nüchternen, berichtenden Eindruck, bei dem mir die Gefühle fast ein wenig zu kurz kamen. Das schreckliche Schicksal, dass jedoch, spätestens als Hedwig schwanger wird, einsetzt, hat mich dann aber emotional völlig gefangen. Ich habe mit ihr unter den Erniedrigungen gelitten, habe mit ihr darauf gehofft, dass ihr Ehemann Albert seinen Lebenswandel in den Griff bekommt, ich habe mit ihr die Enttäuschung erlebt, als sie im Hotel Adlon vor vollendeten Tatsachen steht, mir hat es wie ihr fast das Herz zerrissen, als sie ihren Sohn Werner mit fünfzehn mit dem Volkssturm in den Krieg ziehen lassen muss, ich habe mit ihr Schmerzen gefühlt, aber ich habe mich auch immer wieder richtig mit ihr gefreut, wie z.B. als sie nach und nach erfährt, wer aus ihrer Familie den Krieg überstanden hat, nicht nur einer Eisscholle sei Dank. ?Bei Hedwigs Eltern gab es weder Fahnen noch sonstige Hinweise auf die Partei. Von dem Firlefanz halte ich nichts.?. Bruder Karl jedoch ?der Überzeugung, jeder rechte und gute Deutsche müsse bedingungslos hinter dem Führer stehen.? Mitläufer, heiße Verfechter der Ideen des Nationalsozialismus, Widerstandskämpfer, Uninteressierte, politisch Engagierte, fast all das findet sich in der großen Familie Mahnstein, was nicht, wird stellvertretend von Bekannten und Freunden abgebildet. Toll wird auch die Rolle der Frau dargestellt. Während Hedwig schon früh auf eigenen Beinen stehen will, ganz besonders mit ihrer Ausbildung zur Damen und auch Herrenschneiderin, was bisher eigentlich Männern vorbehalten war, sich auch ihre Gedanken zur politischen Entwicklung macht, nicht alles ohne Widerspruch hinnimmt, gibt es auch solche, die in ihrer Rolle als Hausfrau völlig aufgehen und bei denen das Wort des Ehemanns alles gilt. ?Wozu brauche ich eine Ausbildung? Ich werde ohnehin heiraten und Kinder bekommen.?, sind so z.B. die Worte von Schwester Paula. Alltag so wie er wirklich war, das prägende Wort des Lehrers, die Begeisterung für die HJ, was kam auf den Tisch, die Alltagspflichten, und vieles mehr auch hier bekommt man einen tollen Einblick. Die Charaktere sind toll angelegt und beschrieben. Hedwig mit ihrer selbstlosen Art habe ich aufgrund ihrer Größe und Stärke von Anfang an sehr geschätzt und schnell ins Herz geschlossen. Ich ziehe ebenso wie vor ihrer Mutter Auguste wirklich meinen Hut. Schwiegermutter Johanna hingegen hätte ich oft am liebsten Gift gegeben, weil sie sich für etwas Besseres hält. Hedwigs Ehemann, Musikus und Lebenskünstler, Albert hätte ich gerne nicht nur einmal an den Ohren gezogen und ihm ganz deutlich gesagt, wo sein Platz sein muss und so ist hier wirklich ein jeder Mitspieler, bis hin zur kleinen Nebenrolle wie z.B. die von Herr Rosenbaum, dem kleinen Inhaber einer Bücherei, der sie kostenlos lesen lässt und dann den Absprung verpasst, authentisch und gelungen gezeichnet. Oft habe ich mich beim Lesen gefragt, wie ich mich wohl an Hedwigs und auch später an Margaretes Stelle verhalten hätte. Hätte ich die Kraft gehabt für die harte Arbeit fast rund um die Uhr, hätte ich den Erniedrigungen durch ihre Schwiegermutter Johanna ertragen, hätte ich das Rückgrat gehabt, mich gegen die Anweisungen für mein jüdisches Lehrmädchen einzusetzen, hätte ich die Stärke gehabt, trotz Erfrierungen, offenen Beinen weiter durch den Kugelhagel zu marschieren um meine Tochter zu retten und den Russen zu entkommen oder hätte ich die Größe gehabt, den faulen, stehlenden Schwiegersohn nicht sofort mit einem großen Krach aus dem Haus zu werfen? Das sind nur einige wenige Beispiele dafür, welches Leid Hedwig ohne je zu klagen ertragen hat. ?Alles im Leben hat seinen Sinn, wenngleich wir ihn nicht immer sehen und noch weniger verstehen?. Größten Respekt vor dieser Frau, die die Hoffnung nie verloren und stets aus jeder noch so schlimmen Situation das Beste gemacht hat. Ein bewegendes Stück Zeitgeschichte, das auf wahren Begebenheiten basiert und auf jeden Fall wert ist gelesen zu werden. Noch fünf Sterne für mich

Historischer Roman über wahre Schicksale
von einer Kundin/einem Kunden aus Eschweiler am 30.07.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Masuren, 1918. Die junge Hedwig lebt im deutschen Teil von Polen und will vor allem eins: ein glückliches Leben führen. Dafür gehört sie aber auch Selbstbestimmung, was zu dieser Zeit für junge Frauen schwierig ist. Doch dann trifft sie auf Albert, der auch nach den Sternen greifen will und... Masuren, 1918. Die junge Hedwig lebt im deutschen Teil von Polen und will vor allem eins: ein glückliches Leben führen. Dafür gehört sie aber auch Selbstbestimmung, was zu dieser Zeit für junge Frauen schwierig ist. Doch dann trifft sie auf Albert, der auch nach den Sternen greifen will und sie in ihren Träumen unterstützt. Doch reicht seine Unterstützung aus in einer Zeit, die aus lauter politischen Unruhen und Umbrüchen besteht und die gerade für Frauen ganz andere Wege sieht? Hedwig ist von Anfang an eine starke Persönlichkeit, die mit ihrem Schicksal zwar hadert, aber nicht sich unterkriegen lässt. Sie steckt voller Tatendrang, so dass sie auf jeden Fall über das ganze Buch hinweg die Person ist, die die Handlung voran treibt. Mal bleiben ihre Handlungsmotive aus heutiger moderner Sicht unklar, aber da es sich hier um eine wahre Persönlichkeit handelt, wird vieles nicht anders gegangen sein. Spannend an diesem Roman ist, dass Hedwig einer realen Person nachempfunden ist, genauso wie alle anderen Figuren, aber es sich hier nicht um "große" Persönlichkeiten handelt. So erhält der Roman ganz automatisch eine Authentizität, die man sich als Leserin nur wünschen kann. Der Erzähltempo ist schnell, aber die Autorin hat sich auf diesen paar hundert Seiten auch viel Zeit vorgenommen, in der unglaublich viel passiert. Fast 60 Jahre umfasst die Zeitspanne der Haupthandlung, die in eine kleine Rahmenhandlung eingebettet ist. Dennoch verliert man als Leserin nicht den Faden und der rote Faden ist stets sichtbar. Durch die schnelle Erzählweise bleibt auch der Spannungsbogen konstant groß, ohne das für mich Tiefe verloren gegangen ist. Für mich ein schönes Buch, das vor allem durch die Authentizität der Charaktere lebt. Auch wenn manche Ereignisse so unglaublich klingen, beruht die gesamte Geschichte auf historischen Tatsachen, was das Buch für mich zu einem seltenen Kleinod macht. Und wer Rebecca Michéles Schreibstil kennt, der weiß, dass man auch hier ihr Können bemerken wird.

Ein bewegendes Zeitzeugnis
von Karin Wenz-Langhans aus Limbach am 26.07.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Masuren, Ostpreußen 1918: Der erste Weltkrieg ist endlich vorüber, aber er hat auch seine Spuren in der ostpreußischen Familie Mahnstein hinterlassen. An der jungen Hedwig, eine der Mahnstein-Töchter, bleibt zudem viel Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister hängen, da die Mutter kränklich ist. Dennoch verfolgt sie gegen alle Widerstände ihren... Masuren, Ostpreußen 1918: Der erste Weltkrieg ist endlich vorüber, aber er hat auch seine Spuren in der ostpreußischen Familie Mahnstein hinterlassen. An der jungen Hedwig, eine der Mahnstein-Töchter, bleibt zudem viel Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister hängen, da die Mutter kränklich ist. Dennoch verfolgt sie gegen alle Widerstände ihren Traum von einer Ausbildung als Schneiderin, obwohl es zur damaligen Zeit verpönt war, dass Frauen einer Arbeit nachgingen. Auch durch ihre Heirat mit einem aufstrebenden Musiker und der Geburt zweier Kinder denkt Hedwig nicht ans Aufgeben, obwohl sie es mit ihren Schwiegereltern alles andere als leicht hat. Als Hedwig endlich ihre Ziele verwirklicht sieht, zerstört der Zweite Weltkrieg alles, was sich die Familie aufgebaut hat. Diesmal entführt die Autorin die Leser nicht auf die britischen Inseln, sondern in das Ostpreußen der Weimarer Republik und des anschließenden Dritten Reichs. Dabei erzählt sie eine ergreifende und bewegende Familiengeschichte, in deren Mittelpunkt Hedwig Mahnstein und später ihre Tochter Margarethe steht. Sie erzählt von Hedwigs Kampf gegen die gesellschaftlichen Zwänge ihrer Zeit, die das Ziel der Frauen in einer Heirat und ihren Platz am heimischen Herd und bei ihren Kindern sehen. Man muss Hedwig bewundern, mit welcher Stärke und Vehemenz sie ihren Weg verfolgt. Überhaupt kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Mahnstein-Frauen Kämpferinnen und auch stolz darauf sind. Gerade für Margarethe ist das Durchhaltevermögen der Frauen ihrer Familie immer wieder ein Vorbild, sich nicht unterkriegen zu lassen. Ganz stark ist die Darstellung der Charaktere: sie sind sehr vielschichtig gezeichnet und immer wieder für Überraschungen gut. Besonders widersprüchlich empfand ich dabei den Vater von Hedwig, der sich überhaupt nicht damit anfreunden kann, dass seine Tochter einen Beruf und die Selbständigkeit anstrebt, aber ihr dennoch in wirklich gefährlichen Situationen den Rücken stärkt. Oder auch Hedwigs Bruder Karl, der sich desillusioniert von der Politik der Weimarer Republik empfänglich für die Propaganda von Hitler zeigt, was beim Rest der Familie auf Unverständnis stößt. Und doch, wenn es darauf ankommt, beweisen die Mahnsteins, dass sie eine Familie sind. Zwiespältig hat mich auch Hedwigs späterer Ehemann zurückgelassen, der zwar Hedwig in ihren Träumen unterstützt, wenn es jedoch um seine eigenen Lebensziele geht, äußerst egoistisch vorgeht. Albert ist einfach zu leichtlebig und zu optimistisch, ganz das Gegenteil der starken Hedwig, die ihm jedoch viel zu lange alles durchgehen lässt. Die Geschichte endet nicht mit der nervenaufreibenden Flucht aus Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkriegs, vielmehr begleitet der Leser Hedwig und Margarethe noch viele Jahre durch das Nachkriegsdeutschland und die Bundesrepublik und erlebt dabei einige Momente, die man schon als kleine Wunder bezeichnen kann. Sehr interessant ist aber auch das Nachwort der Autorin, das für mich eine Überraschung bereithielt. Und wieder mal zeigt, dass das Leben die spannendsten und unglaublichsten Geschichten erzählt.