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Am Seil

Roman. Ausgezeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2005

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Bert Kesperg kann nicht mehr laufen, jedenfalls nicht ohne Gehhilfe, seine Hände zittern, der ehemalige Englisch- und Sportlehrer verfällt mitunter in eine minutenlange Starre. Nach der Scheidung von seiner Frau lebt er in einem Seniorenwohnheim. Er liebt seine Pflegerin, die schöne und ihm ungewöhnlich zugewandte Pauline. Am gleichen Tag, an dem sie ihm eröffnen muß, daß ihr gekündigt wurde, erhält Bert überraschend Besuch von seinem Sohn Gert. Im Dämmer seines Zimmers glaubt er einen Moment lang, es sei der Tod, der ihn holen kommt.

Bert hat nie viel von seinem Sohn gehalten. Und Gert scheint dieses Bild mit jedem Wort, jedem Schritt zu bestätigen. Der ehemals bekannte Fernseh-Moderator steckt nach einem Übergriff auf seine Assistentin und nach einem schweren Autounfall, bei dem seine junge Geliebte ums Leben kam, in einer tiefen Krise. Doch als die beiden das Altersheim verlassen und in Berts Auto zu dem Hof fahren, auf dem sie früher gelebt haben, wendet sich das Blatt. Jenseits ihres lebenslangen Machtkampfes entwickelt sich eine prekäre Nähe, und es ist Gert, der den Entschluß, den sie beide stillschweigend gefaßt haben, zielstrebig umsetzt ...

Thomas Lang erhielt für einen Auszug aus diesem Roman den Ingeborg-Bachmann-Preis 2005. Er erzählt aus wechselnder Perspektive und mit einer perfekten Choreographie, präzis und packend, von einem geradezu archaischen Vater-Sohn-Konflikt, der eine überraschende Lösung erfährt. Dabei gelingen ihm gleichzeitig bewegende und nicht selten von absurder Komik aufgeladene Bilder, die einen tief berühren und lange nachwirken.

Portrait
Thomas Lang, Jahrgang 1956, ist gebürtiger Stuttgarter und lebt in Brauweiler bei Köln als freier Journalist und Autor.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 174
Erscheinungsdatum 12.04.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-54368-5
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 20,6/12,9/1,9 cm
Gewicht 280 g
Auflage 3
Buch (gebundene Ausgabe)
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Ausgezeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis 2005
von einer Kundin/einem Kunden am 29.01.2006

Der Text, für den Thomas Lang im letzten Jahr den Bachmann-Preis gewann, ist das Schlusskapitel dieses Romans. Vater Bert und Sohn Gert kraxeln hinauf in den Dachboden einer Scheune, beide zum Suizid entschlossen, wie es scheint. Zum schon bekannten Ende gibt es jetzt die Vorgeschichte eines Lebensbunds zweier Verlierer,... Der Text, für den Thomas Lang im letzten Jahr den Bachmann-Preis gewann, ist das Schlusskapitel dieses Romans. Vater Bert und Sohn Gert kraxeln hinauf in den Dachboden einer Scheune, beide zum Suizid entschlossen, wie es scheint. Zum schon bekannten Ende gibt es jetzt die Vorgeschichte eines Lebensbunds zweier Verlierer, eben Vater und Sohn. Und die ist genauso gut wie der Schluss, also exzellent. Wie es dazu kam, dass nur der Selbstmord ein Ausweg scheint, erfährt man aus der Schilderung des früheren Lebens auf dem Bauernhof und dem jetzigen Dasein zwischen Altenheim und Chorea Huntington (Vater) sowie zerstörter Karriere als Fernsehstar und Unfalltod der Geliebten (Sohn). Es mischt sich in der Geschichte manches, wie auch in der Beziehung der beiden, die zwischen Nähe und totaler Distanz schwankt. Dieser Roman ist mit viel Kunstverstand geschrieben, mal komisch, mal traurig, immer aber sehr präzise und auch lebendig.