Gott der Barbaren

Roman

Stephan Thome

(14)
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Beschreibung

China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.

In seinem packenden neuen Buch erzählt Stephan Thome eine Vorgeschichte unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.

"Vor allem aber gelingt es dem Autor, die geheimnisvoll in sich geschlossene und faszinierende Welt des chinesischen Denkens vor Augen zu führen. ... Einerseits ist dieses groß angelegte Buch also eine suggestive Einführung in die chinesische Ästhetik und Geschichtsauffassung, andererseits kann man es aber auch als einen spannenden Abenteuerroman lesen."
Helmut Böttiger, DIE ZEIT 13.09.2018

Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung ins Deutsche. Sein Roman Grenzgang gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand – wie auch sein zweiter Roman Fliehkräfte – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans Grenzgang den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 719
Erscheinungsdatum 10.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42825-2
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 21,8/14,2/4,8 cm
Gewicht 831 g
Auflage 2

Buchhändler-Empfehlungen

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Dieser Roman spielt in einer Zeit, als China noch ein Einflussgebiet der europäischen Kolonialmächte war. Dass Thome Sinologe ist, sieht man an der Vielfältigkeit und am Umfang.

Vertraute Aktualitäten

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

China zur Zeit des 2. Opiumkriegs (1856-1860). Crash der Kulturen: China versus England/ Frankreich; einheimische Religion versus Christentum; Kaiser versus Rebellen. Und über allem die Frage: Wer sind eigentlich die Barbaren? Das Buch bietet Einblick in eine ferne und in vielem doch erstaunlich nahe Zeit.

Kundenbewertungen

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von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021

Ein großer epochaler Roman über das China des 19. Jahrhunderts zur Zeit der Opium Kriege, bei denen über 30 Millionen Menschen umgekommen sind. Thome beschreibt den Zusammenprall der europäischen und der chinesischen Kultur - hier die Franzosen und Engländer, die in China eigentlich nichts anderes als Handel treiben möchten, dor... Ein großer epochaler Roman über das China des 19. Jahrhunderts zur Zeit der Opium Kriege, bei denen über 30 Millionen Menschen umgekommen sind. Thome beschreibt den Zusammenprall der europäischen und der chinesischen Kultur - hier die Franzosen und Engländer, die in China eigentlich nichts anderes als Handel treiben möchten, dort die Chinesen, die an ihrer jahrtausendealten Tradition festhalten, keinerlei Veränderungen wünschen und die Eindringlinge brutal bekämpfen. Ein Thema, das bis heute nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat.

von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021

Wussten Sie, dass der größte Bürgerkrieg der Weltgeschichte um 1860 in China stattgefunden hat? Auslöser war der Aufstand einer ominösen christlichen Sekte. Am Ende waren ca. 30 Millionen Menschen tot. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht eines deutschen Missionars, eines englischen Generals und eines Generals einer chine... Wussten Sie, dass der größte Bürgerkrieg der Weltgeschichte um 1860 in China stattgefunden hat? Auslöser war der Aufstand einer ominösen christlichen Sekte. Am Ende waren ca. 30 Millionen Menschen tot. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht eines deutschen Missionars, eines englischen Generals und eines Generals einer chinesischen Privatarmee... Mit diesem Roman wird deutlich, dass Thome, der gelernter Sinologe ist, dezeit zu den besten Erzählern gehört. Spannend, sprachlich brilliant und hochinteressant.

Barbarische Zustände
von einer Kundin/einem Kunden aus Nürnberg am 16.05.2019

Jetzt habe ich das Buch seit ca. 2 Wochen zu Ende gelesen und bin mir auch jetzt nicht ganz sicher wie ich das Buch bewerten soll. Ich habe mindestens 6 Wochen für dieses Buch benötigt und zwischen Wow und ich ertrage es nicht mehr, waren alle Gefühlsrichtungen dabei. Ein junger Missionar aus Deutschland reist nach Asien, um ... Jetzt habe ich das Buch seit ca. 2 Wochen zu Ende gelesen und bin mir auch jetzt nicht ganz sicher wie ich das Buch bewerten soll. Ich habe mindestens 6 Wochen für dieses Buch benötigt und zwischen Wow und ich ertrage es nicht mehr, waren alle Gefühlsrichtungen dabei. Ein junger Missionar aus Deutschland reist nach Asien, um dort die Menschen zu bekehren. Interessant fand ich die Länder, die bereist wurden. Außerdem begegnet er einigen Leuten auf dieser missionarischen Reise, deren Erlebnisse der Autor ebenfalls erzählen lässt. Und da war mein erstes Problem: Es gab mehrere Ich-Erzähler und ich brauchte immer eine Weile, bis ich erkannte, wer denn gerade an der Reihe ist. Dies förderte meinen Lesegenuss nicht unbedingt. Außerdem schockierte mich die Härte, mit der der Autor die Erlebnisse schildert, auch wenn mich eigentlich der Titel vorwarnen hätte müssen. Gott der Barbaren, es geht wirklich barbarisch zu in dem Buch. Ich will gar nicht daran zweifeln, dass hier nicht die Realität abgebildet wurde, aber für mich war es einfach des Guten zu viel. Es war allerdings nicht alles schlecht. Der Autor kann erzählen, hat sicherlich gut recherchiert, kennt sich auf dem Gebiet aus und schafft es gut zu beschreiben. Leider konnten mich die Beschreibungen nicht 500+ Seiten lang begeistern, da hätte mir ein Bruchteil davon gereicht. Das Buch wird mir trotzdem lange in Erinnerung bleiben, auf Grund der Härte und der Menge an barbarischen Handlungen in der asiatischen Welt.


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