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Heaven & Earth

Kamasi Washington ist ein in Los Angeles geborener Multiinstrumentalist und Produzent. Seine erste Band, The Young Jazz Giants, gründete der Sohn des Saxofonisten Ricky Washington zusammen mit Stephen "Thundercat" Bruner, Ronald Burner Jr. und Cameron Graves in der High School. Danach studierte Washington Musikethnologie an der UCLA und kollaborierte unter anderem mit Snoop Dogg, Kendrick Lamar und Raphael Saadiq. Sein 2015 veröffentlichtes Debütalbum "The Epic", eine 3CD-Box von 174 Minuten Spieldauer, wurde als Meilenstein der Musikgeschichte gepriesen und weltweit mit Preisen ausgezeichnet. Es brachte ihm 2016 in Deutschland einen Jazz-Echo sowie Jazz-Platinaward ein. Wie auch "The Epic" präsentiert sich das Doppelalbum "Heaven And Earth" als monumentales Konzeptwerk. Es besteht aus zwei Hälften, die sich metaphorisch Himmel und Erde und damit den zwei Seiten der menschlichen Existenz zuordnen lassen. Die 16 Songs nahm Washington mit seiner Band The Next Step und Mitgliedern des Kollektivs The West Coast Get Down in den Henson Studios in Los Angeles auf. Das Songwriting und die Kompositionen stammen von Washington, bei den Arrangements gingen ihm Thundercat, Terrace Martin, Ronald Bruner, Jr., Cameron Graves, Brandon Coleman, Miles Mosley, Patrice Quinn, Tony Austin und viele andere mehr zur Hand.
Rezension
Ganz in der Tradition von afroamerikanischen Musikern wie Sun Ra oder George Clinton erforscht Kamasi Washington mit seinem Jazz interstellare Sphären. Nach dem innovativen Debütalbum "The Epic" von 2015 ist das Konzeptalbum "Heaven & Earth" noch opulenter und ausufernder geworden. Washington fungiert als Komponist und Arrangeur einer 60-köpfigen Formation, die neben Bläsern und einer gut ausgebauten Percussion- und Rhythmussektion auch aus Streichern und einem Gospelchor besteht. Dem 37-jährigen Tenorsaxophonisten aus Los Angeles gelang 2015 mit seinem Debüt "The Epic" der internationale Durchbruch. Seine Arrangements zeichneten sich bereits damals durch ihre extreme Länge und unerschöpfliche Opulenz aus. Doch auf "Heaven And Earth" überbietet sich Washington nun wiederum selbst. Die Soli sind noch ausufernder und überschlagen sich sogar manchmal. Die Songlängen liegen nie unter fünf Minuten, sondern umspannen meistens um die neun und manchmal sogar zwölf Minuten. Insgesamt zweieinhalb Stunden umfasst das zweiteilige Konzeptalbum. Während sich der erste Teil "Earth" laut Kamasi Washington damit beschäftigt, wie er die Dinge um sich herum wahrnehme, geht es im zweiten Teil "Heaven" um seine Vorstellung, wie die Dinge sein könnten. "The world that my mind lives in, lives in my mind" stellt er dem Werk als Leitspruch vorweg. Das klingt meditativ und man hat den Eindruck, dass die Musik weniger aufgekratzt als beim Debüt klingt und dafür versöhnlicher daherkommt. Und tatsächlich begibt sich Washington noch mehr zu seinen Wurzeln, der spirituellen Seite des Jazz, mit der er als Kind in einer Gospelkirche musikalisch sozialisiert wurde. Dies diente ihm auch als Perspektive, als er in seiner Jugend in Los Angeles mit Bandenkriminalität konfrontiert war. Doch Washington sucht nicht nur den Eskapismus im Spirituellen, sondern verweist in seinen Stücken auch immer wieder auf Konflikte der Afroamerikaner in den USA. Diese Musik dient nicht der Entspannung, sondern soll vielmehr aufrütteln. Der Opener "Fists Of Fury" verweist namentlich auf den gleichnamigen Bruce-Lee-Film. Ebenso verhält es sich mit dem Eröffnungsstück des zweiten Teils: "Space Travellers Lullaby" klingt nach Science- Fiction-Soundtracks aus den 50er-Jahren, die den Weg vorgeben, hin zu Reminiszenzen an den Space Jazz von Sun Ra, einen anderen großen Visionär des Jazz. Eine Auflösung der dicht überlagerten musikalischen Strukturen erfolgt oft erst im Schlussakkord, der dafür aber mit einem epischen Echo nachhallt. Washington scheint das Chaos in der Dualität von Himmel und Erde eingrenzen zu wollen. Doch am Ende sind die Grenzen zwischen Himmel und Erde fließend. Sie verschwimmen zunehmend, wie auf dem Plattencover, auf dem der Musiker vor dem sich spiegelnden Horizont posiert. Jonas Kiss (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Anzahl 3
Erscheinungsdatum 22.06.2018
EAN 0889030017628
Genre Jazz
Hersteller Indigo
Verkaufsrang 724
Musik (CD)
15,99
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