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Das Floß der Medusa

Roman

18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?

Rezension
"Ein Meisterwerk, das uns mit der unbequemen Wahrheit konfrontiert: Unter bestimmten Bedingungen ist die Spezies Mensch zu allem fähig." Deutschlandfunk
Portrait
Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Mit seinem Roman "Das Floß der Medusa" stand er auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, und er erhielt den Bayerischen Buchpreis.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 592
Erscheinungsdatum 14.01.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-71719-4
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,5/11,6/4,3 cm
Gewicht 472 g
Abbildungen schwarzweisse Abbildungen
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

L.Eidner, Thalia-Buchhandlung Chemnitz

Rund 400 Menschen auf einer Fregatte Richtung Senegal und kein einziges gutes Omen in Sicht. Franzobel's Roman greift die Tragödie von 1816 neu auf und macht, mit viel Ironie und unterschwelligem Spott, deutlich wie schnell Menschen zu Monstern werden können.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
27 Bewertungen
Übersicht
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Wie lange bleibt der Mensch in einer Notsituation noch bei Sinnen?
von einer Kundin/einem Kunden am 30.01.2019

Aufgrund des Schiffsunglücks der Medusa kämpft ein Teil der Menschen die an Bord waren und nun auf einem Floß festsitzen, ums Überleben. Je mehr Zeit die Verlorenen an Bord verbringen desto mehr Menschlichkeit verlieren sie. Kannibalismus, Gewalt und Verzweiflung werden zum Alltag auf dem Floß. Eine äußerst düstere Geschichte d... Aufgrund des Schiffsunglücks der Medusa kämpft ein Teil der Menschen die an Bord waren und nun auf einem Floß festsitzen, ums Überleben. Je mehr Zeit die Verlorenen an Bord verbringen desto mehr Menschlichkeit verlieren sie. Kannibalismus, Gewalt und Verzweiflung werden zum Alltag auf dem Floß. Eine äußerst düstere Geschichte die auf einer wahren Begebenheit beruht und welche ab und zu für Magenumdrehen sorgt. Was aber kein Grund ist dieses Buch zu vernachlässigen. Als Leser kann man trotz, der in manchen Situationen etwas brutalen Wortwahl und den Teils grenzwertigen Vorkommnissen, am Ball bleiben und sich im Buch durchkämpfen. Ein geschickter Schachzug des Autoren lässt Sie von Seite zu Seite weiterstaunen.

Harte Kost!
von einer Kundin/einem Kunden am 10.05.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Zimperlich darf man nicht sein denn die Schicksale und Ereignisse gehen gewaltig unter die Haut. Mich fesselte die Geschichte, trotz vieler Fachausdrücke und französischer Namen, trieb mich die makabere Neugier voran. Schaudernd und Haarsträubend!!

Von Kannibalen und anderen Menschen
von einer Kundin/einem Kunden am 18.02.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Mit dem Roman - Das Floss der Medusa - ist dem österreichischen Schriftsteller Franzobel das Debüt auf der ganz großen Bühne gelungen: es war für den deutschen Buchpreis 2017 nominiert und hat es bis zur Shortlist geschafft. Den Preis hat ein anderer Österreicher bekommen, allerdings muss sich Franzobels Roman nicht unter seinem... Mit dem Roman - Das Floss der Medusa - ist dem österreichischen Schriftsteller Franzobel das Debüt auf der ganz großen Bühne gelungen: es war für den deutschen Buchpreis 2017 nominiert und hat es bis zur Shortlist geschafft. Den Preis hat ein anderer Österreicher bekommen, allerdings muss sich Franzobels Roman nicht unter seinem Scheffel stellen. Gewonnen hat er dann schlussendlich den bayrischen Buchpreis. Eine tatsächlich geschehene Katastrophe dient als Vorlage für diese sehr realitätsnah beschriebene Ereignisse. Der Roman teilt sich mit einem berühmten Gemälde seinen Titel. Jenes wurde von Théodore Géricault gemalt und erinnert an die katastrophale Seefahrt. 1816 war das Schiff Medusa auf dem Weg in eine westafrikanische Kolonie, lief auf eine Sandbank auf. Weil es zuwenig Rettungsboote gab - wurde knapp die Hälfte der 400 Personen an Bord - auf ein hastig zusammengebautes Floss verfrachtet. Mir hat dieser düstere Abenteuerroman sehr gut gefallen und das lag auch am Erzählstil. Der Schriftsteller schafft es den Leser trotz der harten Kost, Schiffsunglück, Trauma und Kannibalismus, immer bei Laune zu halten und den Text sprachlich aufzulockern. Etwa indem der Schriftsteller seine Protagonisten mit Personen aus Film und Fernsehen vergleicht und somit die eine oder andere Figur dem Leser länger in Erinnerung bleibt. In den ersten Kapiteln wird dem geneigten Leser einige der 400 Passagiere und Besatzungsmitglieder vorgestellt, vom Schiffsjungen der zu Hause ausgerissen ist, bis zum Kapitän, der sein Amt nicht durch sein Können zu Verdanken hat. Dem Leser drängt aber auch ein anderer Vergleich auf, etwa die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer. Zwischen den Zeilen kreist die Geschichte also auch immer ein wenig um die Frage der Menschlichkeit, damals wie heute. Franzobel hat mit - Das Floss der Medusa - mein Interesse geweckt und bin gespannt, was der Autor noch in petto hat.