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Die Pitards

Roman. Mit e. Nachw. v. Elke Schmitter

Georges Simenon

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Beschreibung

Als Kapitän Lannec endlich seinen eigenen Frachter besitzt, ist das der Anfang vom Ende. Die nötige Bürgschaft hat er von den Pitards bekommen, der Familie seiner Frau Mathilde. Und so kann er Mathilde nicht verbieten, an der Jungfernfahrt der »Tonnere-de-Dieu«, der »Donnerwetter«, teilzunehmen. In der erdrückenden Enge des Schiffes wachsen Missgunst und Misstrauen – sowohl zwischen den Eheleuten als auch innerhalb der Besatzung. Ein Unheil kündender Brief und ein aufziehender Sturm verheißen ebenfalls nichts Gutes.

"Simenon lesen, das ist zum einen eine Erinnerung an die frühen Lesesüchte. Als Bücher noch eine Droge waren. Und Simenon lesen ist, als sähe man dem Leben direkt ins Auge." Thomas Andre Hamburger Abendblatt, 23.11.2018

Georges Simenon, geboren am 13. Februar 1903 im belgischen Lüttich, gestorben am 4. September 1989 in Lausanne, gilt als der »meistgelesene, meistübersetzte, meistverfilmte, in einem Wort: der erfolgreichste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts« (Die Zeit). Seine erstaunliche literarische Produktivität (75 Maigret-Romane, 117 weitere Romane und mehr als 150 Erzählungen), viele Ortswechsel und unzählige Frauen bestimmten sein Leben. Rastlos bereiste er die Welt, immer auf der Suche nach dem, »was bei allen Menschen gleich ist«. Das macht seine Bücher bis heute so zeitlos.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 04.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-00443-4
Reihe Die großen Romane
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 21,3/13,4/1,9 cm
Gewicht 291 g
Auflage 1
Übersetzer Kristian Wachinger

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Ein warmherziges Buch über den steinigen Weg hin zur Selbstbestimmtheit der Frauen

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Langenfeld

Großartige Sozialstudie des Lebens der Frauen in den 50er Jahren. Ihre mangelnden Chancen. Ihre Abhängigkeiten von ihren Männern. Ihre Rechtlosigkeit. Berufliche Unabhängigkeit war oft gepaart mit einem Beruf im Rotlichtmillieu und der gesellschaftlichen Ächtung. Manche rutschen unabsichtlich ins gesellschaftliche Abseits, andere entscheiden sich ganz bewußt für diese Branche. Dieser Roman zeigt sehr schön die ganz normale Menschlichkeit, Verwundbarkeit und Sensibilität der Frauen, die sich immer am gesellschaftlichen Rand befinden. Wie sie kämpfen und füreinander da sind. Dieser Roman rüttelt wach und mahnt uns zur Achtsamkeit, unsere Freiheit und unsere Rechte zu schützen. Absolut lesenswert.

Kundenbewertungen

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Nicht-Maigret-Roman
von einer Kundin/einem Kunden am 04.07.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

George Simenon taucht in diesem relativ kurzen Nicht-Maigret-Roman tief in das Sujet der Stripteasebars in Cannes um 1954 ein. Eine Welt, die er anscheinend gut kannte und genossen hatte. Der Roman hat eine bemerkenswerte Dichte, wenn auch wenig Story. Dennoch erfährt man einiges davon, wie die Stripteasetänzerinnen leben, vo... George Simenon taucht in diesem relativ kurzen Nicht-Maigret-Roman tief in das Sujet der Stripteasebars in Cannes um 1954 ein. Eine Welt, die er anscheinend gut kannte und genossen hatte. Der Roman hat eine bemerkenswerte Dichte, wenn auch wenig Story. Dennoch erfährt man einiges davon, wie die Stripteasetänzerinnen leben, von ihren Eifersüchteleien und Leidenschaften. Zwar hat mich dieses Sujet nicht ganz so zwingend ergriffen wie Simenons Roman Das Haus am Kanal, aber lesenswert ist Striptease doch. Für mich ist Simenon ein bemerkenswerter Autor, wenn er etwas anderes als Krimis schreibt. Auch das Nachwort mit dem Titel “Eine Studie weiblichen Verlangens” von Ulrich Wickert ist gelungen. Er berichtet z.B. von seiner Begegnung mit Günter Grass, der tatsächlich viel von Simeons Non-Maigrets gehalten hatte. Wickert kann auch einiges von Simenons privaten Leben berichten, dass wohl genauso turbulent war wie seine Romane.

Georges Simenon – Striptease
von Miss.mesmerized am 29.06.2019
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Frankreich 1950er Jahre, Cannes, Hauptstadt der Schönen und Reichen – und der schönen, aber nicht so reichen und erfolgreichen Mädchen wie Célita. Gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin Marie-Lou arbeitet sie als Stripteasetänzerin im „Monico“. Wie immer bevor der Inhaber Léon Tourmaire ein Mädchen anstellt, testet er auch ihre Fähig... Frankreich 1950er Jahre, Cannes, Hauptstadt der Schönen und Reichen – und der schönen, aber nicht so reichen und erfolgreichen Mädchen wie Célita. Gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin Marie-Lou arbeitet sie als Stripteasetänzerin im „Monico“. Wie immer bevor der Inhaber Léon Tourmaire ein Mädchen anstellt, testet er auch ihre Fähigkeiten im Bett, doch Célita macht es ihm nicht leicht, was ihn besonders reizt, eine Affäre mit ihr zu beginnen, obwohl seine Frau Florence ebenfalls im Monico arbeitet und beide stets im Blick hat. Célita wartet auf ihre Chance die Gattin zu ersetzen, doch als die junge Maud Leroy auftaucht, ist nicht nur ihr Platz in Gefahr, sondern sie droht auch noch einen gefährlichen Fehler zu begehen. Wer Georges Simenon von dem Commissaire Maigret Krimis kennt, wird etwas überrascht sein von seinem roman dur, einer Bezeichnung, die Simenon selbst für die Werke jenseits des Pariser Ermittlers gewählt hat. Kennzeichnen dieser Geschichten ist vielfach, dass man auf der anderen Seite des Verbrechens steht und die Person hinter der Tat kennenlernt. Weniger das einschneidende Ereignis steht im Fokus als das, was letztlich dazu geführt hat. So ist auch „Striptease“ kein Kriminalroman, obwohl gedroht wird, Waffen besorgt werden und es am Ende auch eine Leiche gibt. Die Handlung wird im Wesentlichen aus Sicht der 32-jährigen Célita geschildert. Über ihren Werdegang vor ihrer Ankunft in Cannes erfährt man nur wenig, auch da gab es schon Affären mit verheirateten Männern, die für sie nicht gut endeten. Die Mädchen im Monico sind trotz immer wiederkehrenden Streitereien eine eingeschworene Gemeinschaft, mit dem Rest der Bevölkerung der Kleinstadt haben sie nicht viel zu tun, es wäre auch undenkbar, denn zu dieser Zeit war öffentlich zur Schau gestellte Nacktheit noch ein absolutes Tabu. Célita hofft auf das bessere Leben, aber sie setzt dabei immer auf Männer statt sich ihrer eigenen Fähigkeiten zu bemächtigen. Vermutlich ist ihr gar nicht klar, dass nur sie selbst der Schlüssel aus dieser Situation sein kann. Entsprechend ausweglos scheint die Lage, als Maud ihren Platz als Geliebte einnimmt. Dass sie dennoch das Herzen am rechten Fleck hat, sieht man vor allem im zweiten Teil des Buchs, der Célita auch von ihrer verletzlichen Seite zeigt und den langsamen, aber unaufhaltsamen Verfall beschreibt. Simenon hatte die Geschichte eigentlich als Drehbuch angelegt, der Inhalt hätte jedoch zu seiner Zeit niemals die Zensur passiert, weshalb die Idee einer Verfilmung bald wieder aufgegeben wurde. Es gibt sicherlich Romane, die intensiver das Gefühlsleben und den Niedergang einer Protagonistin schildern, aber gerade in der Kürze und Fokussierung liegt Simenons überzeugende Stärke. Eine ganz andere, aber nicht minder lesenswerte Seite des Autors.


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