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Der vergessene Weltkrieg

Europas Osten 1912–1923

›Der vergessene Weltkrieg‹ ist die bisher nicht geschriebene Meistererzählung, die faszinierende, großartige Darstellung eines unbekannten, neu zu entdeckenden Weltkrieges: des Krieges in Osteuropa von 1912 bis 1923. In unserer Geschichtserinnerung reduziert sich der Erste Weltkrieg auf den Stellungskrieg und die Materialschlachten in Nordfrankreich. Welche unermesslichen Tragödien sich im Osten abspielten, ist aus dem Bewusstsein gestrichen.
Die Schauplätze reichen vom 1. Balkankrieg 1912 über den habsburgischen Teil der Ukraine bis nach Russland Anfang der 20er Jahre. Schon der Zuschnitt der beiden Bände – ›1912–16 Imperien‹ und ›1917–23 Nationen‹ – ist faszinierend neu. Die Perspektive weitet sich aber noch inhaltlich, denn im ethnisch und religiös zerklüfteten Osten wird der Krieg rasch zu einem ›Rassenkrieg‹ und bildet so den Auftakt zum größeren Rassenkrieg 20 Jahre später. Ein Werk, dass »noch viele Jahre lang gelesen und diskutiert werden wird«, so Professor Timothy Snyder.
Rezension
»Wer all dies noch einmal - oder zum ersten Mal - nachvollziehen möchte, der greife zum großen Wurf von Borodziej und Górny über den "vergessenen Weltkrieg" in Europas Osten.« Der Tagesspiegel

»„Der vergessene Krieg“ hat wissenschaftlichen Anspruch und richtet sich zugleich an ein breiteres Publikum.« Deutschlandfunk Kultur

Das Buch ist "ein ganz großer Wurf und immer höchst anregend. Und mehr noch, dank der vorzüglichen Übersetzung von Bernhard Hartmann ist es gut zu lesen und kann wegen seiner breiten Perspektive jederzeit als Lektüre auch Nichtspezialisten empfohlen werden. ... ein weitgespannter Streifzugs durch eine in Deutschland oft verkannte und ignorierte Region - allerdings auf höchstem wissenschaftlichem Niveau und am Puls der Forschung. Es ist höchst erfreulich, dass die Wissenschaftliche Buchgesellschaft das verlegerische Risiko einer deutschen Ausgabe dieses großen Wurfs eingegangen ist." Stephan Lehnstaedt, Sehepunkte

»[…] Ein neues historisches Werk […], das eine faszinierende und großartige Darstellung eines immer wieder wenig beachteten und oft unbekannten Weltkriegs bietet: des Krieges in Osteuropa von 1912 bis 1923.« versalia

»Dieses Werk behandelt den Osten Europas zwischen 1912 und 1923 mit der analytischen Kraft, die diesen Teil des Weltkrieges endlich in unser Bewusstsein bringt - und uns verstehen lässt, warum sein Erbe bis in die Gegenwart reicht.« Prof. Jörn Leonhard, Universität Freiburg

Das Thema des Buches »sind die Ostfronten des Krieges, die im Westen so oft vernachlässigt worden sind. Doch das Buch ist nicht eine bloße Widergutmachung, die den Osten lediglich der Geschichte des Westens hinzufügt, sondern eine neue Art von Synthese, die die gesamte Region in all ihrer Vielfalt zusammenführt und die Geschichte der Reiche und die Erfahrungen der Menschen erkundet. Es ist voll von feiner Erzählkunst und interessanten Interpretationen und wird noch jahrelang gelesen und diskutiert werden.«
Prof. Timothy Snyder, Yale University

»Mit einer Fülle bislang unbekannter Quellen und aufschlussreichen Materialien, gerade auch zum Alltagsleben, gelingt es Borodziej und Górny auf großartige Weise, die Geschichte des „Großen Krieges“ neu und spannend zu schreiben.« Prof. Peter Oliver Loew, Deutsches Poleninstitut Darmstadt

»Auf höchstem wissenschaftlichem Niveau und am Puls der Forschung« Sehepunkte

»Gerade die von ihnen gewählte Form in der Aufteilung der Stofffülle in einige wenige Hauptkapitel mit einer Vielzahl von darin enthaltenen historischen Exkursen ist sehr gelungen und man legt beide Bände mit beachtlichem Erkenntniszugewinn aus der Hand.« Das Historisch-Politische Buch

»Es ist höchst erfreulich, dass die Wissenschaftliche Buchgesellschaft das verlegerische Risiko einer deutschen Ausgabe dieses großen Wurfs eingegangen ist.« Sehepunkte
Portrait
Maciej Górny, geb. 1976, war Fellow am Imre Kertész Kolleg Jena und ist heute außerordentlicher Professor am Historischen Institut der Polnischen Akademie der Wissenschaften Warschau und am DHI Warschau. Der Osteuropahistoriker ist im polnischen wie im deutschen Wissenschaftsbetrieb gleichermaßen heimisch.
Auf Deutsch erschien von ihm zuletzt "Die Wahrheit ist auf unserer Seite. Nation, Marxismus und Geschichte im Ostblock" (2011); 2018 erscheint von ihm "Science Embattled. Eastern European Intellectuals and the Great War".
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  • Artikelbild-0
  • Band 1
    Einleitung 7

    I DIE FRONTEN 17
    Kapitel 1 Der Weg zum Krieg 18
    Kapitel 2 Praludium – der Balkan 1912–1913 42
    Kapitel 3 Ehe noch die Blatter fallen 70
    Kapitel 4 Ermattung 154

    II DAS HINTERLAND 177
    Kapitel 1 Das Hinterland oder Im Rucken der Front 178
    Kapitel 2 Informationshunger 219
    Kapitel 3 Loyalitaten 240

    Kapitel 1 Im ersten Moment 266
    Kapitel 2 Neue Ordnungen 308
    Kapitel 3 Die zivilisatorische Mission 336

    ANHANG 371
    Karten 372
    Bibliografischer Kommentar 375
    Verzeichnis der benutzten Literatur 385
    Anmerkungen 394
    Verzeichnis der Exkurse 413
    Abbildungsnachweis 413
    Personenregister 414

    Band 2
    Einleitung:
    Die Februarrevolution – drei Revolutionen..7

    I GIGANTEN UND PYGMÄEN 21
    Kapitel 1 Gemeinsam und getrennt – die Ethnisierung der Armee 22
    Kapitel 2 Kriege (1917–1923) 76
    Kapitel 3 Kriege der Nationen 133

    II KALEIDOSKOP 201
    Kapitel 1 Soziale Konflikte 202
    Kapitel 2 Transformation 287

    III MAFIA 351
    Kapitel 1 Nationalbewegungen 352
    Kapitel 2 Der „Krieg der Geister“ im Osten 374
    Kapitel 3 Die Pariser Konferenz und der Vertrag von Versailles 405
    Schluss Gewinner und Verlierer 451

    ANHANG 481
    Karten 482
    Verzeichnis der Exkurse 485
    Abbildungsnachweis 485
    Anmerkungen 486
    Verzeichnis der benutzten Literatur 521
    Personenregister..540
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 960
Erscheinungsdatum 01.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8062-3820-4
Verlag Wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
Maße (L/B/H) 24,4/16,9/8,6 cm
Gewicht 1757 g
Abbildungen 124 schwarzweisse Abbildungen, mit 6 Karten
Verkaufsrang 127844
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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Das große Chaos
von S.A.W aus Salzburg am 13.02.2019

Wer dieses Buch liest, versteht, warum das 20. Jhdt. für Osteuropa so desaströs war. Die Autoren beschreiben die Auswirkungen des Selbstmordes der Kaiserreiche im 1. Weltkrieg. Zar, Sultan und 2 Kaiser versagten, dankten ab und hinterließen ein blutiges Chaos, von 1912 bis 1989 fand der Osten keinen Frieden. Die Katastrophe bega... Wer dieses Buch liest, versteht, warum das 20. Jhdt. für Osteuropa so desaströs war. Die Autoren beschreiben die Auswirkungen des Selbstmordes der Kaiserreiche im 1. Weltkrieg. Zar, Sultan und 2 Kaiser versagten, dankten ab und hinterließen ein blutiges Chaos, von 1912 bis 1989 fand der Osten keinen Frieden. Die Katastrophe begann mit den Balkankriegen, über den Weltkrieg und die nationalen Bürgerkriege, dem 2. Weltkrieg ging es weiter bis zum Zusammenbruch des Kommunismus. Die Stärke dieses Buches liegt im Bezug auf alle vorhandenen Quellen, die überheblichen Strategien der Generäle sind nur der Ausgangspunkt, wichtiger sind die Auswirkungen auf Soldaten, Bauern, Städter, Frauen, Wirtschaft und Kultur. Nach A. Toynbee fand in all diesen Ländern der Zusammenbruch der von Byzanz beeinflussten Zivilisation statt, im Kampf gegen die traditionellen Gegner Deutschland und Österreich. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker brachte keine Befreiung, das Gift des Nationalismus schuf nur neue, kleinere Vielvölkerstaaten die ihre Minderheiten noch stärker unterdrückten als die Kaiser vorher. Es gab nämlich keine Nationen sondern nur einen Flickenteppich von Volksgruppen, die im Falle Ungarns sogar zahlreicher waren als das ungarische Staatsvolk. Deswegen brach die Nachkriegsunordnung 1945 noch desaströser zusammen. Russland und teilweise die Türkei eroberten ihre Reiche zurück mit noch mehr Gewalt, weswegen sie alle Legimität verloren. 1989 war dann alle Luft heraußen. Noch heute leiden die Völker unter erneutem Machtrausch mit ungewissem Ausgang. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Deutschland gewinnt den Krieg"

Ein außergewöhnliches Werk
von Sikal am 21.01.2019

Während in Deutschland vielerorts Gedenktafeln erinnern sollen, Großbritannien und Frankreich den „Großen Krieg“ durch Gedenkfeiern im Gedächtnis behalten, ist der Erste Weltkrieg im Osten und Südosten Europas beinahe in Vergessenheit geraten. Diesem „Vergessen werden“ wollen die beiden Autoren Borodziej und Górny mit diesem... Während in Deutschland vielerorts Gedenktafeln erinnern sollen, Großbritannien und Frankreich den „Großen Krieg“ durch Gedenkfeiern im Gedächtnis behalten, ist der Erste Weltkrieg im Osten und Südosten Europas beinahe in Vergessenheit geraten. Diesem „Vergessen werden“ wollen die beiden Autoren Borodziej und Górny mit diesem großartigen Werk entgegen wirken. Bereits in der Einleitung stellen sie klar, dass es kein klassisches Geschichtsbuch sein soll, sondern ein Mittelweg zwischen der Militärgeschichte einerseits sowie der Entwicklung von Kultur und Wissenschaft andererseits, so werden viele Zeitzeuge zitiert, die einen eigenen Blick auf das Kriegsgeschehen oder das ganze Drumherum legen. Der erste Teil beschäftigt sich mit den Imperien von 1912 – 1916 und behandelt den Kampf der Monarchien und Reiche auf dem Boden Osteuropas. Das Buch gibt Einblicke in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, schildert den Auslöser und viele andere historische Fakten. Auch die davor stattfindenden Balkankriege werden ausführlich behandelt, die als „Präludium des Ersten Weltkrieges“ bezeichnet werden. Die bereits dort erreichten Grenzverschiebungen lassen Minderheiten entstehen, die allgemein als „Ballast“ betrachtet werden. Pogrome und Flüchtlingsströme, die Verfolgung einzelner Volksgruppen werden ebenso herausgearbeitet wie die jeweiligen Frontlinien, der Materialeinsatz, die verlustreichen Schlachten und vieles mehr. Der zweite Teil „Nationen“ behandelt den Zeitraum 1917 bis 1923 und schildert den Zusammenbruch der alten Reiche und das Aufkommen der neuen Staatenwelt. Dieser Band beschreibt die Russische Revolution, die Entstehung der Nationen, wie beispielsweise die baltischen Staaten oder Ungarn, viele Einzelschicksale, der Krieg gegen Juden und soziale Konflikte. Natürlich wird der Bogen bis zum Kriegsende gespannt, Sieger und Verlierer gegenübergestellt, der Vertrag von Versailles analysiert. Das Buch ist großartig geschrieben, fesselt mit umfangreichen Fakten und ist ergänzt durch viele persönliche Einblicke in das Kriegsgeschehen – viele Beobachter oder auch Soldaten haben ihre Perspektive klargelegt und wissen von so mancher Anekdote zu berichten. Die beiden Historiker Wlodzimierz Borodziej und Maciej Górny haben umfassend recherchiert, geben einen Einblick in einen wichtigen Bereich der jüngeren Geschichte Europas und bieten Anlass für spannende Diskussionen. Dieses Werk ist für Geschichtsinteressierte ein absolutes Muss, die hochwertige Ausführung der beiden Bücher in einem Schuber machen auch als Geschenk was her. Das Buch verdient sich auf jeden Fall 5 Sterne und eine Leseempfehlung.