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Blockadebuch

Leningrad 1941-1944

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gebundene Ausgabe
Erstmals unzensiert: „eine ergreifende Dokumentation über die Leningrader Blockade“ Ingo Schulze.

Als Ales Adamowitsch und Daniil Granin 1974 begannen, Überlebende der 900 Tage andauernden Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht zu interviewen, ahnten sie nicht, worauf sie sich einließen. Die beiden Autoren wollten kein neues Heldenepos erstellen, sondern dokumentieren, wie es den Menschen ergangen war, die damals in der Stadt eingeschlossen waren, unter Hunger, Kälte und Beschuss litten und viele ihrer Angehörigen und Freunde verloren. Um das „Blockadebuch“ 1981 zum ersten Mal veröffentlichen zu dürfen, mussten sie viele Wahrheiten der sowjetischen Zensur opfern. Erst jetzt erscheint eine vollständige Ausgabe, die die geführten Interviews sowie Tagebücher aus den Blockadejahren ohne Zensurstriche präsentieren kann.

Mit einem Vorwort von Ingo Schulze.

„Sie retteten sich, indem sie andere retteten. Selbst wenn sie starben, haben sie auf ihrem letzten Weg noch jemanden aufgerichtet. Und wenn sie überlebten – dann nur, weil ein anderer sie mehr brauchte als sie sich selbst.“ Aus dem „Blockadebuch“.
Rezension
"Das Werk ist ein gigantisches Mahnmal gegen den Krieg" SRF 2 Kultur 20190111
Portrait
Daniil Granin, geboren 1919, studierte Elektrotechnik, arbeitete als Ingenieur, meldete sich 1941 als Kriegsfreiwilliger. Veröffentlichte ab 1949 zahlreiche Romane, von denen viele ins Deutsche übersetzt wurden. Zusammen mit Ales Adamowitsch verfasste er 1987 „Das Blockadebuch“. Am 27. Januar 2014 hielt er eine vielbeachtete Rede vor dem Deutschen Bundestag zum Gedenken an die Opfer der Leningrader Blockade. Daniil Granin starb am 4. Juli 2017 in St. Petersburg.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 703
Erscheinungsdatum 17.08.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-351-03735-2
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 23,3/16,2/4,5 cm
Gewicht 982 g
Originaltitel Blokadnaja Kniga
Abbildungen mit 51 Fotos schwarzweiß, mitlaufend
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Ruprecht Willnow, Helmut Ettinger
Verkaufsrang 90794
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Susanne Gey, Thalia-Buchhandlung Hürth

Fast 900 Tage dauerte die Belagerung Leningrads im Zweiten Weltkrieg. Eine unvorstellbare Hungersnot mit rund 1 Million toter Zivillisten lässt uns das Grauen dieser Zeit nur erahnen. Dieses Buch brennt die Berichte der Überlebenden in die Seele der Leser :so viel Leid & Mut .

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BLOCKADEBUCH - Das erschütternde Dokument über die Belagerung Leningrads in ungekürzter Ausgabe
von j.h. aus Berlin am 18.10.2018

1974 - also 30 Jahre nach Ende der 900 Tage andauernden Blockade der russischen Stadt Leningrad durch die deutsche Wehrmacht - begannen die Schriftsteller Daniil Granin (1919-2017) und Ales Adamowitsch (1927-1994) einfache Menschen zu interviewen, die die Blockade erlebt und überlebt hatten. Ziel war nicht ein neues Heldenepos, ... 1974 - also 30 Jahre nach Ende der 900 Tage andauernden Blockade der russischen Stadt Leningrad durch die deutsche Wehrmacht - begannen die Schriftsteller Daniil Granin (1919-2017) und Ales Adamowitsch (1927-1994) einfache Menschen zu interviewen, die die Blockade erlebt und überlebt hatten. Ziel war nicht ein neues Heldenepos, sondern die Sicherung von Alltagserinnerungen für die Nachwelt: "Augenzeugen der Blockade reichten uns an Leidensgenossen aus jener Zeit weiter. Damals - Mitte bis Ende der 70er Jahre - waren viele von ihnen noch am Leben. Wir gingen von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung, hörten zu und nahmen mit dem Tonbandgerät auf, was sie uns erzählten. Anfangs taten wir das gemeinsam, dann trennten wir uns, um mit mehr Menschen sprechen zu können. Warum mit mehr Menschen? Weil sich herausstellte, dass jeder seine eigene Geschichte hatte. Seine Tragödie, sein Drama, seine Erlebnisse und seine Toten. Die Menschen hungerten und starben auf verschiedene Weise. Wir hatten bereits hundert Berichte beisammen und noch nicht eine einzige Wiederholung." (S. 14) Das 1982 erstmals gekürzt erschienene Buch gliedert sich in 2 Teile. Die Autoren verwenden dabei die Aussagen der Zeitzeugen abwechselnd in einem nach verschiedenen Kriterien (beispielsweise Hunger und der Kampf ums tägliche Brot) gegliederten Text - also nicht als komplexe personalisierte Interviews. Für Teil 1 wurden die ab 1974 in Gesprächen erfassten Aussagen verwendet, die in erschütternder Weise auch die psychologischen Nachwirkungen der 30 Jahre zurückliegenden Ereignisse verdeutlichen. Teil 2 dokumentiert Aussagen aus zeitgenössischen Tagebüchern, die das Grauen aus der Sicht des Tages reflektierten und insofern noch größere Authentizität haben als die 30 Jahre später im Rückblick gewonnenen Aussagen. Die sowjetische Zensur war in den frühen 1980er Jahren wenig erbaut über die von den als gängige Geschichtsschreibung etablierten Heldenepen abweichenden Aussagen des Blockadebuches. So fielen Erinnerungen an Kannibalismus, sexuellen Notstand und Kritik an der stalinistischen Führung der Streichung zum Opfer. Der DDR-Verlag Volk und Welt veröffentlichte 1984 und 1987 die 2 Teile in der freigegebenen Version in Übersetzung durch Ruprecht Willnow (*1926). Nach langjährigen Bemühungen konnte Daniil Granin 2014 in Russland erstmals die vollständige Ausgabe veröffentlichen: "Wir haben uns entschlossen, die über das ganze Manuskript verstreuten Passagen, die von der Zensur akribisch ausgetilgt wurden, zu zwei weiteren kurzen Kapiteln zusammenzuführen und diese in die neue Ausgabe des Blockadebuches einzufügen. So soll es in vollem Umfang wiederhergestellt und in diesen Punkten ergänzt werden." (S. 660 f.) Die vom AUFBAU-Verlag nun vorgelegte vollständige Ausgabe enthält die Übersetzung von Ruprecht Willnow aus den 1980er Jahren - ergänzt von Helmut Ettinger. Am Anfang stehen ein Vorwort des Schriftstellers Ingo Schulze (*1962) und eine anlässlich der Neuausgabe geschriebene Einführung von Daniil Granin. Zahlreiche Schwarzweiß-Fotos innerhalb des Textes ergänzen den Band. BLOCKADEBUCH ist ganz gewiss nicht einfach zu lesen. Die erschütternden Fakten dürften hierzulande den wenigsten bekannt sein. Umso wichtiger ist die Veröffentlichung vor dem Hintergrund immer weiter greifender Relativierungen der deutschen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Stichwort: "Fliegenschiss") einerseits und der geschichtsvergessenen Reaktivierung antirussischer Bedrohungs-Feindbilder auch in der offiziellen deutschen Politik!