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Mädelsabend

Roman

Oma und Enkelin – zwei starke Frauen vom Niederrhein und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?

Eine Ehe steht nach sechzig Jahren vor dem Aus – und eine junge Mutter ringt um eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben bestimmen wird. Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim Burg Winnenthal. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause, die vielen lebenslustigen Witwen hier sind ihm unheimlich. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Sie lauscht den Lebensgeschichten der anderen Frauen und singt endlich wieder im Chor. Keine zehn Pferde werden sie hier wegbringen. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält und von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt wird, sucht sie Rat bei Ruth. Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger- und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und kuriosen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Humorvoll, warmherzig und feinfühlig spürt sie der Frage nach, was zwei Menschen zusammenhält und welche Bedeutung Freiheit und Selbstverwirklichung haben. Eindrücklich zeigt sie, dass es keine einfachen Antworten gibt, nur individuelle Wege zum Glück.
Rezension
"ein unterhaltsamer Appell, sowohl an Frauen als auch an Männer, ihre Selbstverwirklichungswünsche keinen gesellschaftlichen Normen zu unterwerfen" Jutta Langhoff Rheinische Post 20190116
Portrait
Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein geboren. Nach dem Abitur in Xanten studierte sie Journalistik und Romanistik. In den 90er-Jahren arbeitete sie bei Radio France. Als Reporterin hat sie für WDR, ZDF und VOX gearbeitet, schließlich auch als Moderatorin. Ab 2002 moderierte sie das »ARD-Morgenmagazin«. Diese Nachtschichten gab sie nach dem großen Erfolg ihres ersten Romans »Wir sind doch Schwestern« Ende 2014 auf, um sich tagsüber an den Schreibtisch zu setzen und weitere Bücher zu schreiben. Sie lebt mit ihrem Mann, Frank Plasberg, und ihrem Sohn in Köln. In der Quizshow »Paarduell« stellt das Ehepaar Wissen, Schlagfertigkeit und Teamgeist unter Beweis.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 08.11.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05150-6
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 21,1/13,1/3,2 cm
Gewicht 472 g
Auflage 5. Auflage
Verkaufsrang 23576
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?

Andrea Kowalleck, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Leichter, unterhaltsamer Roman, der sich flüssig lesen lässt und der Frage nachgeht, wie viel Freiheit und Selbstverwirklichung eine Ehe verträgt. Dabei beschreibt Anne Gesthuysen auf interessante Weise den Lebensweg von Enkelin und Großmutter und verflechtet geschickt Vergangenheit und Gegenwart miteinander.

"Ich glaube, wir haben eine gute Ehe geführt, niemand im Dorf hat schlecht über uns geredet..."

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Das ist das Fazit Walters über seine Ehe mit Ruth, die immerhin schon 65 Jahre andauert! gerade ist das "Eiserne" Ehepaar in eine Seniorenanlage gezogen, nach einem Sturz fühlt sich Ruth nicht länger in der Lage, sich um einen höchst unselbstständigen Mann und ein ganzes Haus zu kümmern. Zur selben Zeit bewirbt sich ihre Enkelin, Sara, um ein Stipendium für eine Forschungsarbeit in Cambridge. Dank ihres erfolgreichen Studiums und ihrer erfolgreichen Arbeit als Ärztin stehen die Chancen gut, den Zuschlag zu erhalten. Sollte es so kommen, müßte Sara allerdings wohl eine Wochenend-Beziehung mit Lars führen, dem Vater ihres Sohnes Paul. Aber: Könnte sie es überhaupt ertragen, ihren Sohn, der gerade zu sprechen beginnt, die ganze Woche zu Hause zu lassen? Anne Gesthuysen hat aus dieser Gemengelage einen Familienroman geschrieben, der gekonnt den Bogen von den frühen 50er Jahren des letzten Jahrhunderts bis heut schlägt. Drei Generationen kommen zu Wort, eigentlich vier, allerdings ist Paul noch nicht wirklich gut zu verstehen... Der Roman hat keine langweilige Seite, die einzelnen Kapitel, die nicht chronologisch erzählt werden, geben erst zum Ende hin ein komplettes Spiegelbild der Veränderungen gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Beziehungen in den letzten Jahrzehnten. Beste Unterhaltung mit durchaus ernsten Zwischentönen - schon fast ein Markenzeichen der Autorin....

Kundenbewertungen

Durchschnitt
39 Bewertungen
Übersicht
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Für einen Menschen vom Niederrhein total schön
von Angelika Altenhoevel aus Wachtendonk am 26.03.2020
Bewertet: eBook (ePUB)

Zum Inhalt: Eine Ehe, die nach 65 Jahren vor dem Aus steht, ja geht das denn noch? Und die junge Mutter, die mit ihrer Entscheidung nicht nur ihr Leben entscheidend verändern würde. Welchen Weg soll sie gehen? Meine Meinung: In diesem Buch passiert im Grunde wirklich nicht mehr als eben das wahre Leben und was eben so a... Zum Inhalt: Eine Ehe, die nach 65 Jahren vor dem Aus steht, ja geht das denn noch? Und die junge Mutter, die mit ihrer Entscheidung nicht nur ihr Leben entscheidend verändern würde. Welchen Weg soll sie gehen? Meine Meinung: In diesem Buch passiert im Grunde wirklich nicht mehr als eben das wahre Leben und was eben so alles passieren kann. Und das war meiner Meinung nach gut erzählt. Was mich natürlich als Kind vom Niederrhein besonders berührt hat, dass ich die Gegend einfach kenne. Auch viele der Begrifflichkeiten oder der Dialekt sind mir einfach vertraut und dadurch fand ich das Buch einfach besonders. Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Protagonisten fand ich klasse und konnte mir so manchen förmlich vor mir sehen. Fazit: Für einen Menschen vom Niederrhein total schön

Frauen früher und heute, eine bewegende Geschichte
von Elke Seifried aus Gundelfingen am 12.03.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

"Fünfundsechzig Jahre lang hatte sie an seiner Seite gestanden, seine Schwächen und Schrullen ertragen, sie konnte nicht mehr.“ Für Sara waren die Großeltern immer der Inbegriff einer guten Ehe gewesen, ein eingespieltes Team, das sich liebte und schätzte und auch die Aversionen ihres Vaters gegenüber dem Großvater hat sie ni... "Fünfundsechzig Jahre lang hatte sie an seiner Seite gestanden, seine Schwächen und Schrullen ertragen, sie konnte nicht mehr.“ Für Sara waren die Großeltern immer der Inbegriff einer guten Ehe gewesen, ein eingespieltes Team, das sich liebte und schätzte und auch die Aversionen ihres Vaters gegenüber dem Großvater hat sie nie wirklich verstanden. Dass sie ihr Bild von Opa Walter vielleicht doch überdenken muss, wird erst klar, als sie mehr aus der Vergangenheit erfährt. Ruth, Saras Großmutter liegt nach einem Brand im Seniorenheim Burg Winnethal im Krankenhaus. Zum Glück nichts Ernstes, nur ein, zwei Nächte zur Überwachung und so kann diese mit Lili Heinemann bereits wieder scheckern, als Sara sie besucht. Ruth scheint in letzter Zeit richtiggehend aufzublühen inmitten der lebenslustigen Frauen und anderen Mitbewohner im Seniorenheim und ganz besonders der Singkreis hat es ihr sehr angetan. Ganz anders hingegen Walter, den man bei einem anschließenden Besuch auf der Burg kennenlernen darf. Fest ist er davon überzeugt, dass Lili den Brand absichtlich gelegt hat, um ihren Ehemann um die Ecke zu bringen, der Singkreis schädlichen Einfluss auf seine Ruth hat und nichts wünscht er sich mehr, als mit Ruth gemeinsam zurück in sein Elternhaus Bönninghardt kehren zu können. Dass dies nach einem Sturz von Ruth für die beiden alten Leute gar nicht mehr möglich ist, ignoriert er schlechthin. Mehr als griesgrämig ist daher seine Laune und das macht auch Ruth das Leben schwer. Nun will er ihr doch tatsächlich den Kontakt zu den anderen Mitbewohnern verbieten. Ebenfalls eine Krise bahnt sich bei Sara an. Die junge Mama ist eigentlich ganz zufrieden, hat alle Hände voll zu tun, ihren Job als Ärztin mit der Mutterrolle zu vereinbaren und kommt daher auch gar nicht zum Nachdenken. Doch als ihr ihre Chefin das Angebot macht, sich für sie für ein Forschungsstipendium in Cambridge einzusetzen, leben die alten Träume wieder auf. Und auch wenn Lebensgefährte Lars sie bisher in jeder Hinsicht unterstützt hat, hat sie Bedenken ihm von ihrem Wunsch dieses Stipendium anzunehmen, zu erzählen. Wie wird sie sich entscheiden? Als Leser erfährt man durch Erzählungen nach und nach Ruths Geschichte. Es geht los mit Erinnerungen an ihr Elternhaus und ihre Oma, man darf miterleben, wie sie Walter kennenlernt, wie sie ihn trotz der Warnung „Meine Güte, hüte dich vor einem van Rennings. Sie machen ihre Ehefrauen nicht glücklich.“ heiratet, weil sie ihm sein >>Ich verspreche dir, dich niemals zu betrügen<<, sagte er heiser. >>Ich verspreche dir, ein guter Ehemann zu sein.<<, glaubt. Man erfährt vom despotischen Schwiegervater, der alles unter Kontrolle und allen das Leben schwer gemacht hat. Episoden aus dem Ehealltag, Szenen, die Ruth mit ihrem Sohn erlebt, Träume und Wünsche und auch der eine oder andere Ausreißer, den sie sich erlaubt, zeichnen nach und nach ein eindrückliches Bild ihres Lebens für das gilt, „Sie hätte etwas mehr Glück verdient gehabt.“ oder auch „Ich verlange doch gar nicht viel. Nur etwas Zeit für mich.“ Ruth eine Frau, die sich ein Leben lang hinten angestellt hat für die Familie, einen anderen Weg hat hingegen Lilis Mutter eingeschlagen. „Sie wolle noch einmal von vorn anfangen, die Krebserkrankung habe ihr gezeigt, dass sich manche Dinge nicht auf die Zukunft verschieben lassen.“ Durch Tagebucheinträge darf man zwischendurch auch auf deren Leben blicken, während man im Heute mit Sara noch darum ringen muss, welche Entscheidung die richtige ist. Die Chance ergreifen sich verwirklichen oder für die Familie zurückstecken. „Du eröffnest mir hier gerade, dass du unsere Familie aus dem Altar des Karrierestrebens opferst. Erwartest du ernsthaft, dass ich dabei ruhig bleibe.“ Lars ist auf jeden Fall genauso wenig begeistert wie ein Walter. Ebenfalls im Heute darf man zudem noch ganz viele amüsante Episoden aus dem Alltag auf der Burg erleben. Man darf gemeinsam mit Lili Pläne schmieden wie >>Keine Sorge. Wir müssen ihn ja nicht gleich um die Ecke bringen<<, sagte sie und zwinkerte ihr zu. >>Aber vielleicht braucht er eine besondere Therapie.<<, darf ihren Unterhaltungen lauschen, bei denen für mich ebenso galt, wie für „Sara hätte so gerne die Polizisten gesehen, die sich Ende der Vierzigerjahre von Ottilie Oymann einen Sexunfall schildern lassen.“, oder man darf bei einem historischen Burgfest Zeuge davon werden, wie es bei einer Greifvogelshow heißt, ein Falke „kackte Walter auf die Schuhe“. Der einnehmende Schreibstil der Autorin hat mich von Anfang an gefangen genommen. Trotz der Fülle an berührenden, stellenweise auch wirklich schockierenden Momenten, Ruht muss wirklich viele Demütigungen hinnehmen, fehlt niemals die Leichtigkeit. Für diese sorgt sie mit einer perfekt dosierten Prise an Humor. Ich konnte so z.B. unheimlich viel schmunzeln, ganz besonders, wenn die Bewohner von Burg aus dem Nähkästchen plaudern und dabei vor allem Lili und auch Ottilie kein Blatt vor den Mund nehmen. Zudem lässt sie unheimlich viel Spannung entstehen, wird sich eine Ruth jetzt nach 65 Jahren noch von Walter trennen, was wird aus ihm dann, wie entscheidet sich Sara, wird die junge Familie daran zerbrechen, wenn sie geht. Die Autorin ist eine Meisterin der Figurenzeichnung. Der innere Zwiespalt, „Ruth kam sich vor wie eines dieser Zootiere, die in die Freiheit entlassen werden sollen, aber partout nicht aus dem Käfig herausgehen.“, den sowohl Ruth als auch Sara erleben, ist perfekt dargestellt. Ich konnte mich so richtig in die beiden Frauen hineinfühlen. Zudem schafft Anne Gesthuysen, dass man mit seinen Sympathien für die einzelnen Mitspieler immer hin und hergerissen ist. Im einen Moment hätte ich so Walter einen Tritt versetzen können, wenn er wieder einmal besonders gehässig war, im nächsten hätte ich ihn am liebsten in den Arm genommen, wenn von ihm ein so hilfloses, „Aber ich muss doch auf sie achtgeben. Das habe ich doch immer gemacht, sie ist doch meine Frau. Ein Mann muss auf seine Familie achtgeben. Was sollen die Leute denn denken, wenn ich sie ganz allein lasse. Die fangen doch an zu tratschen.“ Auch allen anderen Mitspieler sind gelungen dargestellt.

Frauenrolle gestern und heute
von Dreamworx aus Berlin am 27.02.2020

Die 88-jährige Ruth van Rennings zieht mit ihrem 90-jährigen Ehemann Walter nach einem Sturz in die Seniorenresidenz Burg Winnenthal. Dort blüht Ruth regelrecht auf, denn schnell hat sie unter den Bewohnern neue Freundinnen gewonnen, mit denen sie sich lebhaft austauscht. Aber auch der Chor hat es ihr angetan, bei dem sie kräfti... Die 88-jährige Ruth van Rennings zieht mit ihrem 90-jährigen Ehemann Walter nach einem Sturz in die Seniorenresidenz Burg Winnenthal. Dort blüht Ruth regelrecht auf, denn schnell hat sie unter den Bewohnern neue Freundinnen gewonnen, mit denen sie sich lebhaft austauscht. Aber auch der Chor hat es ihr angetan, bei dem sie kräftig mitwirkt. Walter dagegen möchte nichts mehr, als zurück in sein altes Zuhause, was die 65-jährige Ehe der beiden auf eine harte Probe stellt. Derweil erhält Enkelin Sara, eine alleinerziehende Mutter, die als Ärztin arbeitet, eine Zusage für ein Forschungsstipendium für Cambridge und muss sich bald entscheiden, wie ihr Leben mit ihrem Lebensgefährten Lars und Söhnchen Paul weitergehen soll, wenn sie für längere Zeit pendeln muss. Bei ihren Besuchen in der Seniorenresidenz bei den Großeltern merkt Sara bald, dass bei den beiden der Haussegen in Schieflage geraten ist… Anne Gesthuysen hat mit „Mädelsabend“ einen unterhaltsamen und gleichsam tiefgründigen Generationenroman vorgelegt, der Vergangenheit und Gegenwart mit einer gewissen Leichtigkeit verbindet und einen guten Entwicklungsquerschnitt vom Zweiten Weltkrieg bis ins jetzt zieht. Der flüssig-gefühlvolle und feinsinnige Erzählstil lässt den Leser schnell in die Handlung eintauchen und sich sowohl an Ruths als auch an Saras bewegen, um beide mit ihrer Gedanken- und Gefühlswelt gut kennenzulernen. Dabei darf er die Unterschiedlichkeit der Möglichkeiten entdecken, die beiden Frauen in ihrer jeweiligen Zeit zur Verfügung standen bzw. stehen. Die Autorin lässt nicht nur die spießigen Fünfziger Jahre wieder auferstehen und macht einen Schwenk in die 70er, sondern gibt Einblick in Anti-Atomkraft-Demos, die rheinische Karnevalskultur sowie die sich in all den Jahren im Wandel befindliche Rolle der Frau. War sie am Anfang nur Hausfrau und Mutter und benötigte sogar die Erlaubnis ihres Ehemannes, um den Führerschein zu machen oder einer Arbeit nachzugehen, darf sie heutzutage nicht nur wählen, sondern ist auch beruflich gefordert und trifft mittlerweile ihre eigenen Entscheidungen. Wunderbar stellt die Autorin das Leben der 88-jährigen Ruth und ihrer über 30-jährigen Enkelin gegenüber und zeigt die unterschiedlichen Möglichkeiten der beiden Frauen in ihrer jeweiligen Zeit auf. Oftmals hat man als Leser das Empfinden, beide Schicksale in ähnlicher Art zu kennen. Gerade deshalb trifft die Geschichte einen Nerv. Die Charaktere sind wunderbar lebendig gestaltet und wachsen dem Leser mit ihrem unterschiedlichen Naturell schnell ans Herz, so dass er mit ihnen fühlen und ihren Entscheidungen entgegenfiebern kann. Ruth ist eine Frau aus wohlhabendem Hause, die nach jahrzehntelanger Unterdrückung durch ihren Ehemann und die gesellschaftlichen Konventionen im Seniorenheim endlich aufblüht und auf den Geschmack der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, gekommen ist. Walter ist ein Griesgram, der das Heft in der Hand behalten will und seine Ehefrau nicht wiedererkennt, die sich auf einmal nichts mehr von ihm sagen lässt. Seine Autorität schwindet schneller, als ihm lieb ist. Kein Wunder, dass er lieber wieder nach Hause möchte, wo er noch das Sagen hatte. Sara ist eine selbständige Frau, die sich beruflich weiterentwickeln möchte. Aber sie ist auch Lebensgefährtin und Mutter, so dass ihr die Entscheidung nicht leicht fällt. Doch so modern sich ihr Freund Lars auch gibt, fällt er schnell in die Rolle eines Mannes, der seine Frau lieber bei sich haben möchte, um ihre Pflichten zu erfüllen. „Mädelsabend“ ist ein sehr interessanter und nachdenklich stimmender Roman über die Rolle der Frau und der Entwicklung von damals bis heute, die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen und wie sie sich dabei selbst nicht verlieren sollten, um diesen zu entsprechen. Wunderbar feinsinnig erzählt kann es hier nur eine absolute Leseempfehlung geben! Vor allem Männer sollten diesen Roman aufmerksam lesen…