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Das Teemännchen

Heinz Strunk

(13)
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Beschreibung

Heinz Strunks Geschichten. Lange, kurze, ganz kurze. Zum Teil knüpfen sie an bekannte Strunk’sche Themenwelten an, Einsamkeit, Sexualnot, Körperverfall, Alkohol, Übergewicht. Sie sind aber anders geschrieben als Strunks vorherige Bücher: immer pointiert, aber oft nicht komisch, manchmal absonderlich, traumlogisch, düster, grotesk, so zum Beispiel die Geschichte von dem DDR-Bürger, der durch politische Verfolgung so gebrochen wird, dass er die Wende als perfides Zersetzungsmanöver des Regimes missversteht und seine graue Zonenwohnung nie mehr verlässt. In anderen Stücken verabreden sich Kleinwagen zum Aufstand gegen die Menschen, erlebt Axl Rose von Guns n' Roses auf dem Hamburger Kiez seine Höllenfahrt, verwandelt sich eine Schönheitskönigin durch Arbeit im Schnellimbiss in eine alte Vettel, wird ein Mann an der Autobahn auf einem Windrad gekreuzigt, gerät eine Wilhelm-Busch-Expertin im Radio komplett aus der Fassung. Vor einigen Jahren hat Heinz Strunk eine Sammlung mit Erzählungen von Botho Strauss herausgegeben; die kurze Form liegt ihm am Herzen. Dies ist mithin kein Nebenwerk, keine Sammlung von Gelegenheitstexten, sondern ein Buch, in dem Heinz Strunk als Autor wieder ein Stück weiter zu sich kommt.

Aus der Verbindung von bitterem Ernst und böser Komik ergibt sich die literarische Sprengkraft, die Strunks bessere Werke haben. Dieser Band gehört dazu. Wolfgang Schneider Der Tagesspiegel 20181202

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 21.08.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-06449-5
Verlag Rowohlt
Maße (L/B/H) 21,1/13,5/2,2 cm
Gewicht 315 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 169840

Buchhändler-Empfehlungen

V. Rüdiger, Thalia-Buchhandlung Lübeck

Wenn Sie schwarzen Humor und Heinz Strunk mögen, ist dieses Buch mit vielen Kurzgeschichten aus verschiedenen Alltagsituationen genau richtig. Manche Einblicke wirken auf den ersten Blick lustig und manche eher ernster.

Für alle Fans von Charles Bukowski

J. Heintz, Thalia-Buchhandlung Lübeck

Die Stories von Heinz Strunk sind derbe, berührend, traurig und doch ästhetisch und schön. Seine Geschichten handeln von Leid, von Verfall, vom Abstieg verschiedener Menschen. Literarisch hat er sich übertroffen, überzeugt mit Sprache und Wortwahl, die zu den Szenerien seiner jeweiligen Geschichten passen. Gleichzeitig erkennt man seinen Ton und seinen skurrilen Humor.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
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Gut. Gut. Gut.
von einer Kundin/einem Kunden aus Erfurt am 07.01.2019

Heinz Strunk ist auf dem besten Wege, einer meiner Lieblingsschriftsteller zu werden. Er schreibt auf, was man denken könnte, ohne wenn und aber.

Das Teemännchen
von einer Kundin/einem Kunden aus Baden-Baden am 29.10.2018

Heinz Strunks feine Kurzgeschichten sind einfach genial. Sie handeln von den Abgründen und Schwächen der Gesellschaft. Pointiert komisch und manchmal düster nimmt Strunk die Themen Alkohol, Einsamkeit, Übergewicht oder Körperverfall unter die Lupe. Meisterlich geschrieben - ein hervorragendes Buch.

Heinz Strunk geht dahin, wo es wehtut. Wo der Schmerz unerträglich ist. Und trotzdem ertragen wird.
von einer Kundin/einem Kunden aus Bremen am 12.09.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Heinz Strunk gehört für mich zu den größten deutschen Literaten unserer Zeit ("Böll, Grass, Mann. Alles Scheiße." Zitat aus "Fleckenteufel" von Strunk). Wie kein anderer gelingt es ihm in seinen Romanen, Hörspielen und Filmen, das Leben und Leiden von Menschen zu schildern, die am Boden der Gesellschaft, am Ende der Menschlichke... Heinz Strunk gehört für mich zu den größten deutschen Literaten unserer Zeit ("Böll, Grass, Mann. Alles Scheiße." Zitat aus "Fleckenteufel" von Strunk). Wie kein anderer gelingt es ihm in seinen Romanen, Hörspielen und Filmen, das Leben und Leiden von Menschen zu schildern, die am Boden der Gesellschaft, am Ende der Menschlichkeit angekommen sind und sehen, da ist nichts mehr. Nur noch eine schmerzhafte Melancholie, mit der sich abzufinden der einzige Weg in dem Dilemma der Existenz ist. Egal ob reich, arm, hässlich, schön, schlau oder dumm, irgendwann sind alle gleich arm dran. Wie schon in dem Meisterwerk "Der goldene Handschuh" fehlt in der Kurzgeschichtensammlung "Das Teemännchen" der Humor fast völlig. Abgesehen von kleinen komischen Momenten (Nasi Goreng) ist der Erzählton düster und genau beobachtend. Und das ist brutal, fast unerträglich, aber auch gut so. Denn was bleibt, sind mal mehr, mal weniger lange Texte, die in einer absolut präzisen Sprache Figuren zum Leben erwecken, die nie der Lächerlichkeit preisgegeben werden, sondern ihre Würde oder zumindest ihre Menschlichkeit behalten dürfen. Sei es Axl Rose in einer der wenigen wirklich komischen, aber auch sehr traurigen Geschichten oder das fettleibige Pärchen vorm Raststättenspielautomaten, das auf das Glück wartet, das niemals kommen wird. Heinz Strunk hat für mich mit "Das Teemännchen" ein Meisterwerk der deutschsprachigen Literatur vorgelegt. Schwer zu ertragen aber sprachlich brilliant. Und von einer still glimmenden Wärme und Zuneigung für die Randexistenzen und versauten Lebenswege, für die Kaputten, die Hässlichen, die Außenseiter. Und dafür liebe ich Heinz Strunk. Sehr empfehlen möchte ich die Hörbuchfassung, von Heinz Strunk in gewohnt großartiger Trockenheit gelesen. Auch wenn man sich manchmal wie in einem Boxring vorkommt, in dem verbale Kinnhaken und Magentreffer nur so auf einen einprasseln.


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