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Mit der Faust in die Welt schlagen

2 CDs, Lesung. MP3 Format. Ungekürzte Ausgabe

(80)
Zwei Brüder, ein Dorf in Ostsachsen und eine Wut, die immer größer wird
Philipp und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Im Sommer flirrt hier die Luft über den Betonplatten, im Winter bricht der Frost die Straßen auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Die Perspektivlosigkeit wird für Philipp und Tobias immer bedrohlicher. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation. Während sich der eine Bruder in sich selbst zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine Wut.
Es ist eine Geschichte unserer Zeit, unser zerrissenen Welt, die Lukas Rietzschel erzählt. Hochaktuell - und ein Stück beklemmender, politisierter Literatur!
Portrait
Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in Ostsachsen, lebt in Görlitz. 2012 wurde sein erster Text im ZEIT Magazin veröffentlicht, seitdem folgten Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien. 2017 war er Gewinner bei poet|bewegt. Für das Manuskript seines Romandebüts wurde er 2016 beim Retzhof-Preis für junge Literatur ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Christoph Letkowski
Anzahl 2
Erscheinungsdatum 07.09.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783957131324
Verlag Hörbuch Hamburg
Auflage 1
Spieldauer 540 Minuten
Verkaufsrang 117
Hörbuch (CD)
15,09
bisher 17,99

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Buchhändler-Empfehlungen

„Wenn der Hass sich Bahn bricht..“

Julia Neubert, Thalia-Buchhandlung Dresden

Der 1994 in Räckelwitz, einem Dorf in der Oberlausitz, geborene Lukas Rietzschel lässt uns in "Mit der Faust in die Welt schlagen" in klarer nüchterner Sprache die beklemmende Geschichte einer Durchschnittsfamilie mit verfolgen.
Die Brüder Tobias und Philipp wachsen in der sächsischen Einöde auf. Schon seit ihrer Kindheit schwelt ein diffuser Hass in ihrem Elternhaus, der sich später auf die Brüder überträgt.
Während sich der jüngere Bruder, Tobias, zunehmend einer rechten Clique verpflichtet fühlt, zieht sich der ältere Bruder zurück und bleibt stumm angesichts der Radikalisierung in seinem Umfeld.
Im Heimatort der Brüder soll die alte Grundschule als Flüchtlingsheim genutzt werden. Das will Tobias nicht hinnehmen und trifft eine folgenschwere Entscheidung...

Lukas Rietzschel ist mit seinem Debütroman eine beklemmend authentische Geschichte gelungen.


Der 1994 in Räckelwitz, einem Dorf in der Oberlausitz, geborene Lukas Rietzschel lässt uns in "Mit der Faust in die Welt schlagen" in klarer nüchterner Sprache die beklemmende Geschichte einer Durchschnittsfamilie mit verfolgen.
Die Brüder Tobias und Philipp wachsen in der sächsischen Einöde auf. Schon seit ihrer Kindheit schwelt ein diffuser Hass in ihrem Elternhaus, der sich später auf die Brüder überträgt.
Während sich der jüngere Bruder, Tobias, zunehmend einer rechten Clique verpflichtet fühlt, zieht sich der ältere Bruder zurück und bleibt stumm angesichts der Radikalisierung in seinem Umfeld.
Im Heimatort der Brüder soll die alte Grundschule als Flüchtlingsheim genutzt werden. Das will Tobias nicht hinnehmen und trifft eine folgenschwere Entscheidung...

Lukas Rietzschel ist mit seinem Debütroman eine beklemmend authentische Geschichte gelungen.


Vera Theus, Thalia-Buchhandlung Solingen

Eine kluge Analyse der Umstände, die zur Radikalisierung der Menschen führen können, gepaart mit einer einfühlsamen Geschichte zweier Brüder. Hochaktuell und lesenswert. Eine kluge Analyse der Umstände, die zur Radikalisierung der Menschen führen können, gepaart mit einer einfühlsamen Geschichte zweier Brüder. Hochaktuell und lesenswert.

Frauke Geiger, Thalia-Buchhandlung Oldenburg

Ziemlich harte Kost über zwei Brüder, die in die rechte Szene abdriften. Der unpersönliche Erzählstil schafft Distanz, sodass ich -trotz des krassen Themas- dabeibleiben konnte. Ziemlich harte Kost über zwei Brüder, die in die rechte Szene abdriften. Der unpersönliche Erzählstil schafft Distanz, sodass ich -trotz des krassen Themas- dabeibleiben konnte.

Isabell Blinne, Thalia-Buchhandlung Köln

Ein erschreckendes Portrait, dass zeigt wie schnell blinder Hass und Wut wachsen und sich ausbreiten können. Genau so realitätsnah, wie bewegend. Eine faszinierende Geschichte. Ein erschreckendes Portrait, dass zeigt wie schnell blinder Hass und Wut wachsen und sich ausbreiten können. Genau so realitätsnah, wie bewegend. Eine faszinierende Geschichte.

Bettina Mohler, Thalia-Buchhandlung Soest

Ein Roman, wie er aktueller nicht sein könnte. Ein Erklärungsversuch der sächsischen Provinz, der einen hilf- und ratlos zurück lässt. Für Fans von Philipp Winkler's "Hool". Hart! Ein Roman, wie er aktueller nicht sein könnte. Ein Erklärungsversuch der sächsischen Provinz, der einen hilf- und ratlos zurück lässt. Für Fans von Philipp Winkler's "Hool". Hart!

„Mit dem Osten über den Osten Reden“

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

" Ich bin nicht der Ost-Erklärer oder der Wende-Erklärer,
aber ich kann eine andere Perspektive geben
als etwa der Journalismus."
" Man kann mit dem Osten reden.
Und über den Osten mit dem Osten reden"
Lukas Rietzschel
Das wäre ein guter Anfang. Lesen Sie das
vielbeachtete Debüt des jungen Autoren.

" Ich bin nicht der Ost-Erklärer oder der Wende-Erklärer,
aber ich kann eine andere Perspektive geben
als etwa der Journalismus."
" Man kann mit dem Osten reden.
Und über den Osten mit dem Osten reden"
Lukas Rietzschel
Das wäre ein guter Anfang. Lesen Sie das
vielbeachtete Debüt des jungen Autoren.

Der Roman schlägt gewaltig ein, tief in unsere gegenwärtigen, gesellschaftlichen Untiefen. Ein literarisches Debüt, wie ein Faustschlag, dass ein ungleiches Brüderpaar porträtiert! Der Roman schlägt gewaltig ein, tief in unsere gegenwärtigen, gesellschaftlichen Untiefen. Ein literarisches Debüt, wie ein Faustschlag, dass ein ungleiches Brüderpaar porträtiert!

„Roman mit brandaktuellem Thema“

Andrea Kowalleck, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Lukas Rietzschel hat seinen Debütroman einem brandaktuellem Thema gewidmet,in dem er die Abwanderung junger Leute in ländlichen Gegenden, Perspektivlosigkeit und Fremdenhass im Osten Deutschlands beschreibt. Er schreibt aus der Sicht zweier Brüder, die als Kinder in einem kleinen Ort in Sachsen zu Jugendlichen heranwachsen und mit der Trennung ihrer Eltern, den damit verbundenen Problemen und vielen Mißständen im Umfeld konfrontiert werden. An die sehr kurzen Sätze und die etwas unpersönliche, kühle Art des Schreibens musste ich mich erst gewöhnen. Ansonsten ist dieses Buch sehr realistisch, ehrlich, mutig, interessant und ohne Wertung geschrieben, so dass der Leser sich seine eigene Meinung dazu bilden darf und noch längere Zeit zum Nachdenken angeregt wird. Lukas Rietzschel hat seinen Debütroman einem brandaktuellem Thema gewidmet,in dem er die Abwanderung junger Leute in ländlichen Gegenden, Perspektivlosigkeit und Fremdenhass im Osten Deutschlands beschreibt. Er schreibt aus der Sicht zweier Brüder, die als Kinder in einem kleinen Ort in Sachsen zu Jugendlichen heranwachsen und mit der Trennung ihrer Eltern, den damit verbundenen Problemen und vielen Mißständen im Umfeld konfrontiert werden. An die sehr kurzen Sätze und die etwas unpersönliche, kühle Art des Schreibens musste ich mich erst gewöhnen. Ansonsten ist dieses Buch sehr realistisch, ehrlich, mutig, interessant und ohne Wertung geschrieben, so dass der Leser sich seine eigene Meinung dazu bilden darf und noch längere Zeit zum Nachdenken angeregt wird.

„Ein Ost-Roman zur richtigen Zeit“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Sachsen 2018: Woher kommt der Fremdenhass und gibt es auch fast 30 Jahre nach der Wende tatsächlich noch ein spezifisch ostdeutsches Lebensgefühl, auch bei der Jugend? Bei Rietzschel eine Jugend in der Lausitz zwischen 2000 und 2015, lange nach der DDR, aber von blühenden Landschaften nichts in Sicht. Frust, Langeweile und Misserfolge bestimmen das Leben zweier Brüder aus einer zwar nicht harmonischen, aber auch nicht außergewöhnlich dysfunktionalen Familie. Also alles nichts besonderes. Trotzdem geraten sie in ein rechtsextremes Milieu, aus dem direkt die Taten von Chemnitz und Köthen entstanden sein könnten, geschrieben lange davor. Ein ungemein aktueller Roman, hochbrisant und literarisch wertvoll über brennende Fragen unserer Zeit und das große Warum? Sachsen 2018: Woher kommt der Fremdenhass und gibt es auch fast 30 Jahre nach der Wende tatsächlich noch ein spezifisch ostdeutsches Lebensgefühl, auch bei der Jugend? Bei Rietzschel eine Jugend in der Lausitz zwischen 2000 und 2015, lange nach der DDR, aber von blühenden Landschaften nichts in Sicht. Frust, Langeweile und Misserfolge bestimmen das Leben zweier Brüder aus einer zwar nicht harmonischen, aber auch nicht außergewöhnlich dysfunktionalen Familie. Also alles nichts besonderes. Trotzdem geraten sie in ein rechtsextremes Milieu, aus dem direkt die Taten von Chemnitz und Köthen entstanden sein könnten, geschrieben lange davor. Ein ungemein aktueller Roman, hochbrisant und literarisch wertvoll über brennende Fragen unserer Zeit und das große Warum?

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Die Story ist einfach und beklemmend. Eine Lösung aussichtslos? Das sind Innenansichten aus Deutschland ohne Wertung. Ein denkbarer Ansatz zum Streitgespräch.











Die Story ist einfach und beklemmend. Eine Lösung aussichtslos? Das sind Innenansichten aus Deutschland ohne Wertung. Ein denkbarer Ansatz zum Streitgespräch.











Katalin Kocsis, Thalia-Buchhandlung Neubrandenburg

Ein schnörkelloser Roman mit kühler nüchterner Schreibweise. Ein sehr guter Einblick in die Entwicklung von einigen kleinen ostdeutschen Orten nach dem Mauerfall. Sehr aktuell. Ein schnörkelloser Roman mit kühler nüchterner Schreibweise. Ein sehr guter Einblick in die Entwicklung von einigen kleinen ostdeutschen Orten nach dem Mauerfall. Sehr aktuell.

„höchst aktuell und literarisch ausdrucksstark“

Inga Roos, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Dieser Roman macht es seinen Lesern nicht leicht. Dennoch empfinde ich ihn als gelungene literarische Auseinandersetzung mit der aktuellen Migrationsdebatte im Zusammenhang mit der Perspektivlosigkeit in ostdeutschen Regionen.

Im Fokus stehen die Brüder Philipp und Tobias, geboren in den 90er Jahren. Sie erleben in ihrer Kindheit eine sehr positive Aufbruchstimmung, die jedoch durch familiäre Krisen und dem demographischen Wandel in der ostdeutschen Ortschaft in ihrer Jugend ins wanken gerät. Hauptsächlich durch die fehlende Motivation durch Erwachsene Vorbilder und durch die Unfähigkeit Fragen zu stellen bzw. Verhältnisse zu hinterfragen entsteht eine Lähmung, die sich dann im Zuge der turbulenten Ereignisse 2015 zu einer großen Entladung von Wut gegen Migranten umwandelt.

Rietzschels Text hat diese psychologischen Prozesse literarisch ausdrucksstark wie poetisch künstlerisch beeindruckend umgesetzt. Wobei ich denke, dass er manchmal die Lesbarkeit aus den Augen verloren hat. (Leider gibt es auch inhaltliche Ungenauigkeiten, z. B. gab es 2004 noch kaum Handys, die Fotos machen konnten. ) Ich empfehle diesen Roman daher Lesern von Ingo Schulze, Clemens Meyer und Lutz Seiler.
Dieser Roman macht es seinen Lesern nicht leicht. Dennoch empfinde ich ihn als gelungene literarische Auseinandersetzung mit der aktuellen Migrationsdebatte im Zusammenhang mit der Perspektivlosigkeit in ostdeutschen Regionen.

Im Fokus stehen die Brüder Philipp und Tobias, geboren in den 90er Jahren. Sie erleben in ihrer Kindheit eine sehr positive Aufbruchstimmung, die jedoch durch familiäre Krisen und dem demographischen Wandel in der ostdeutschen Ortschaft in ihrer Jugend ins wanken gerät. Hauptsächlich durch die fehlende Motivation durch Erwachsene Vorbilder und durch die Unfähigkeit Fragen zu stellen bzw. Verhältnisse zu hinterfragen entsteht eine Lähmung, die sich dann im Zuge der turbulenten Ereignisse 2015 zu einer großen Entladung von Wut gegen Migranten umwandelt.

Rietzschels Text hat diese psychologischen Prozesse literarisch ausdrucksstark wie poetisch künstlerisch beeindruckend umgesetzt. Wobei ich denke, dass er manchmal die Lesbarkeit aus den Augen verloren hat. (Leider gibt es auch inhaltliche Ungenauigkeiten, z. B. gab es 2004 noch kaum Handys, die Fotos machen konnten. ) Ich empfehle diesen Roman daher Lesern von Ingo Schulze, Clemens Meyer und Lutz Seiler.

„Der Mensch braucht eine Überzeugung….“

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Lukas Rietschel schreibt in seinem Roman über die Brüder Philipp und Tobias, die kurz nach der Wende in der sächsischen Provinz aufwachsen. Eltern, verheiratet - Elektriker und Krankenschwester von Beruf, arbeiten ganztags, um das neu gebaute Eigenheim abzahlen zu können. Großeltern, die für ihre Enkel da sind, wenn Eltern nicht greifbar sind. Dies könnte in der Summe von einem stabilen Umfeld zeugen…..

Eine trostlose Umgebung, Bildungsarmut, hohe Arbeitslosigkeit und schlussendlich die Perspektivlosigkeit der Jugend in Ostsachsen, sind in dem Debüt der ideale Nährboden für das Gedeihen von Rechtsradikalität und damit verbundener Gewalt.

Das beschreibt der Autor zu Beginn des Buches unspektakulär und harmlos, später umso realistischer und packender!
Lukas Rietschel schreibt in seinem Roman über die Brüder Philipp und Tobias, die kurz nach der Wende in der sächsischen Provinz aufwachsen. Eltern, verheiratet - Elektriker und Krankenschwester von Beruf, arbeiten ganztags, um das neu gebaute Eigenheim abzahlen zu können. Großeltern, die für ihre Enkel da sind, wenn Eltern nicht greifbar sind. Dies könnte in der Summe von einem stabilen Umfeld zeugen…..

Eine trostlose Umgebung, Bildungsarmut, hohe Arbeitslosigkeit und schlussendlich die Perspektivlosigkeit der Jugend in Ostsachsen, sind in dem Debüt der ideale Nährboden für das Gedeihen von Rechtsradikalität und damit verbundener Gewalt.

Das beschreibt der Autor zu Beginn des Buches unspektakulär und harmlos, später umso realistischer und packender!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
80 Bewertungen
Übersicht
26
40
10
2
2

Jugendliche in Ostsachsen auf der Suche nach ihrer Identität
von einer Kundin/einem Kunden aus Hahnenbach am 10.11.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

?Mit der Faust in die Welt schlagen?. Der Wut und dem Frust Ausdruck verleihen, doch damit nichts lösen. Wir sind in den Jahren 2000 ? 2004 in Ostsachsen. Die Wiedervereinigung/Wende liegt 10, bzw. 14 Jahre zurück. Die Industrie der DDR erwies sich zu großen Teilen als zu veraltet... ?Mit der Faust in die Welt schlagen?. Der Wut und dem Frust Ausdruck verleihen, doch damit nichts lösen. Wir sind in den Jahren 2000 ? 2004 in Ostsachsen. Die Wiedervereinigung/Wende liegt 10, bzw. 14 Jahre zurück. Die Industrie der DDR erwies sich zu großen Teilen als zu veraltet und nicht zukunftsfähig. Fabrikruinen zeugen davon. Was nicht wirtschaftlich arbeitete wurde abgewickelt. Das sind die Gesetze des Marktes. Ein Schock. Was früher dem Leben dieser Menschen in dem kleinen Ort in Ostsachsen einmal Struktur gab, ist nicht mehr. Die bisherige Ideologie hat keinen Bestand mehr. Seite 132 über gesprengte Schornsteine: ?Mit jeder Sprengung verschwindet ein Relikt ihrer Geschichte?. Besser kann man das Lebensgefühl dieser Menschen nicht ausdrücken. Die Angst über den Verlust ihrer eigenen Identität. Vor diesem Hintergrund spielt der Roman ?Mit der Faust in die Welt schlagen? von Lukas Rietzschel. Das ganze Buch wird getragen von einer düsteren Stimmung. Dazu schreibt der Autor vielfach in kurzen, abgehackten Sätzen. Wir lernen eine ganz normale Familie kennen, Vater, Mutter, 2 Söhne und die Großeltern. Mit der neuen Zeit hat man sich inzwischen arrangiert. Die Mutter arbeitet als Krankenschwester und der Vater ist Handwerker. Die Familie kann sich jetzt endlich ein Eigenheim bauen. Aufbruch. Als Gast dieser heilen Familie kommt Uwe dazu, ein ehemaliger Arbeitskollege des Vaters. Ein guter Arbeiter und Kumpel, jedoch arbeitslos. Seine Frau hat ihn verlassen und ist in den Westen. Es wird gemunkelt er war IM bei der Stasi, habe seine Frau bespitzelt. Ob es stimmt oder auch nicht, weiß der Leser bis zum Ende nicht genau. Er gehört zu den Verlierern der Wende und ertränkt seinen Kummer in Alkohol. Wir gehen mit den beiden Söhnen Philipp und Tobias zur Schule, lernen deren Lehrer und Freunde kennen. Dort tauchen erstmals Nazi-Symbole auf, die mit Tüchern verhängt und dann entfernt werden. Auf die Frage was das sei, bekommen die Kinder keine erklärenden Antworten. Über die Bedeutung dieser Symbole schweigt man sich aus. Es wäre der Einstieg zu einer Vergangenheitsbewältigung. Doch darüber redet man nicht. Nur so viel sagt der Rektor, sie sollten sich von bestimmten Jugendlichen fernhalten. Verbote hatten schon immer einen besonderen Reiz, so auch hier. Im 2. Buch, es beschreibt die Jahre von 2004 ? 2006 baut sich langsam die Gewalt auf. Ist es mangelnde Bildung? Auf jeden Fall jugendliche Selbstüberschätzung, gepaart mit jugendlicher Überheblichkeit. ?Die Schule ist blöd und auf dem Gymnasium lernt man nur Zeug, das man später nie braucht?, ist ein Vorwand, sich beim Lernen nicht anstrengen zu wollen. Bequemer ist es, den vermeintlichen Wortführern des neuen Freundeskreises nachzurennen, deren Sichtweisen zu den eigenen zu machen. Man braucht ein Feindbild. Es bieten sich die Amis mit 9/11 an, doch die sind zu weit weg. In greifbarer Nähe leben die Sorben. Wahrscheinlich könnten es auch Türken, Araber, Juden oder sonst wer sein. Hauptsache man kann ein Feindbild aufbauen um sich selbst gut zu fühlen. Die Ausgrenzung der Sorben ist ein weiterer Schritt. Auf Seite 150 lesen wir von einem dtsch. Bad und dem sorbischen Bad. Der Leser sieht sich mit dem Neid der Menschen untereinander konfrontiert: ?Denen ging es immer besser als uns?. Endlich einen Sündenbock. Wo Neid ist, kommt auch Aggression ins Spiel. Langsam schaukelt es sich höher. Dass der Vater von Philipp und Tobias die Familie verlassen hat und zu seiner neuen Freundin gezogen ist und somit der Mensch aus dem Leben der Brüder verschwindet, der ihnen im Alltag hätte Ratgeber und Freund sein können, macht es für Tobias und Philipp noch schwerer, sich im Leben einzurichten und einen Platz zu finden. Von nun an geben die neuen Freunde Philipp und Tobias vor, was richtig und falsch ist. Dieses Buch ?MIT DER FAUST IN DIE WELT SCHLAGEN? ist kein alltäglicher Roman, den man in lockeren Musestunden weglesen und danach zur Tagesordnung übergehen kann. Ich habe dieses Buch zweimal hintereinander gelesen, damit ich auch die Feinheiten der Nebenschauplätze erfassen konnte. Am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten. Warum sind Menschen in den neuen Bundesländern so empfänglich für Nazis? Nazis gab und gibt es überall auf der Welt, in überschaubarer Zahl überall in Deutschland. Doch warum so eine geballte rechte Szene in Teilen der ehemaligen DDR? Ist es die Angst vor Fremden, in diesem Fall Flüchtlingen? Oder geht da eine Angst um, im eigenen Leben zu kurz zu kommen? Anders sein heißt nicht besser oder schlechter sein, sondern einfach nur anders ? völlig wertfrei. Bemerkenswert ist mir der Satz: ?Sie schreien ?Heil Hitler? und denken es sei Spaß und sie seien keine Nazis?. Interessant wäre zu erfahren, wie sie sich selbst definieren. Zum Schluss möchte ich noch auf einen Satz auf Seite 202 eingehen: ?Alle anderen dürfen stolz auf ihr Land sein, nur in Deutschland ist das verboten?. Will der Junge damit nicht eher ausdrücken: ?Alle anderen dürfen stolz auf ihr Land sein, nur wir Bürger der ehemaligen DDR nicht auf unser DDR-Deutschland?? Weil es so bitter klingt kam mir diese Auslegung in den Sinn, als ich dies las. Am Schluss des 3.Buches (2013-2014) werden die rechten Sprüche in die Tat umgesetzt. Die Situation eskaliert. Es wird lediglich "mit der Faust in die Welt geschlagen", doch keines der Probleme gelöst.

Die Wut bricht sich Bahn
von einer Kundin/einem Kunden aus Belm am 01.11.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Warum kommt es gerade ist Ostdeutschland öfter zu Rechtsextremismus, was sind die Gründe dafür ? Zum Teil geht dieses Buch dieser Frage nach. Trostlosigkeit, Langeweile , Perspektivlosigkeit, sind die Gründe dafür, dass Jugendliche, die den Halt zuhause verloren haben, Halt in anderen Gruppen finden. Erzählt wird die geschichte von... Warum kommt es gerade ist Ostdeutschland öfter zu Rechtsextremismus, was sind die Gründe dafür ? Zum Teil geht dieses Buch dieser Frage nach. Trostlosigkeit, Langeweile , Perspektivlosigkeit, sind die Gründe dafür, dass Jugendliche, die den Halt zuhause verloren haben, Halt in anderen Gruppen finden. Erzählt wird die geschichte von Philipp und Tobias, aufgewachesen in einem kleinen Dorf in Sachsen. Die Stimmung ist düster, wie die Entwicklung des Dorfes , in dem sie aufwachsen. Als dann die Familie zerbricht und auch noch Flüchtlinge ins Dorf kommen, braucht Tobias ein Ventil, denn mit dem Bruder hat er auczh gebrochen, auch der kann ihn nicht mehr beeinflussen. Genauso trostlos wie das Dorf, ist die kurze abgehackte Sprache des Autors, die sehr gut zum Geschehen passt. Ob dieses Buch ein Erklärung liefert, für vieles, was in Dresden und vielen anderen ostdeutschen Städten läuft, wäre zu einfach gedacht, Denkanstöße sind es aber allemal.

Hätte ich nicht gebraucht
von Fornika am 29.10.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Unweit von Dresden wachsen Tobias und Philip im sächsischen Hinterland auf. Auch Jahre nach der Wende ist hier von Aufbruchsstimmung keine Spur. Der DDR wird nachgetrauert, die aus dem Westen skeptisch beäugt, Flüchtlinge sowieso. Perspektive? Eigentlich keine. Die Unzufriedenheit schlägt immer mehr in Wut um. Auch bei den ganz... Unweit von Dresden wachsen Tobias und Philip im sächsischen Hinterland auf. Auch Jahre nach der Wende ist hier von Aufbruchsstimmung keine Spur. Der DDR wird nachgetrauert, die aus dem Westen skeptisch beäugt, Flüchtlinge sowieso. Perspektive? Eigentlich keine. Die Unzufriedenheit schlägt immer mehr in Wut um. Auch bei den ganz Jungen. Rietzschels Roman versucht aufzuzeigen wie und warum auch junge Leute im Osten Deutschlands zu Neonazis werden. Das gelingt ihm leider nur mäßig, in die Köpfe der Figuren kann man sich als Leser schon mal überhaupt nicht hineinversetzen. Das liegt vor allem an dem sehr nüchternen Erzählstil, Emotionen (auch negative) sucht man in der Geschichte vergebens. Natürlich habe ich mich über das braune Gedankengut geärgert, dafür hätte ich aber Rietzschels Roman nicht lesen müssen. Er stellt die Neonazis zudem durchweg als dumme, dauerbesoffene und perspektivlose Menschen dar, das erscheint mir dann doch sehr einfach gedacht. Egal ob Ost oder West. Sprachlich wirkt das Buch veraltet, immer wieder wurde ich von recht aktuellen Geschehnissen überrascht, weil ich mich in den 70ern oder 80ern wähnte. Die Handlung und auch die Figurenentwicklung sind wenig überraschend, irgendwie wirkt alles sehr konstruiert wie nach Lehrplan. Im Endeffekt hätte ich diesen Roman nicht lesen brauchen, ich habe weder neue Einsichten gewonnen, noch hätten mich Sprachstil oder außergewöhnliche Handlung fesseln können.