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Der heilige Nikolaus, Bischof von Myra

Annäherungen aus Geschichte, Legenden und Theologie

Thomas Schumacher

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Beschreibung

Kaum ein Heiliger erfreut sich einer größeren Popularität und Verehrung als der heilige Nikolaus. Wer aber ist Nikolaus eigentlich gewesen?
Nicht eine bestimmte Episode aus seinem Leben oder bedeutsame Werke lassen sich historisch festmachen. Wer Nikolaus also gewesen ist oder welche Taten er vollbracht haben mag, entzieht sich dem geschichtlichen Zugriff. Im Unterschied zu anderen Heiligen hat man Nikolaus aber schon bald nach seinem Tod als Heiligen par excellence, als »Über-Heiligen«, als Helfer in jeder Not verehrt: der schon in seinem irdischen Leben von der himmlischen Verklärung durchdrungen galt und nun vom Himmel her das göttliche Heil in mannigfacher Fülle wirkt.
Ausgehend von der ersten Erzählung über die große Tat des Nikolaus hat sich seine Verehrung verbreitet, in vielerlei Gestalt, in West und Ost, von damals bis heute. Weil auf dieser langen Wegstrecke allerlei Folklore um die Gestalt des heiligen Nikolaus gewachsen ist, lohnt sich der Gang zurück bis an die Wurzel.
Das Buch nähert sich der Gestalt des heiligen Nikolaus aus mehreren Perspektiven: von der Geschichte her, über die Legenden und mit Hilfe der Theologie. Der Text skizziert die Entstehung und rasche Ausbreitung seiner Verehrung und bietet die berühmtesten Legenden aus dem 6. und 9. Jhd. in einer wörtlichen Übersetzung aus dem Original.

Thomas Schumacher, Dr. phil. Dr. theol.
Autor zahlreicher theologischer Schriften u.a. zur christlichen Existenz, Feier der Eucharistie, Theologie des Amtes, Ehe und Spiritualität

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 136
Erscheinungsdatum 15.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-942013-46-8
Verlag Pneuma Verlag
Maße (L/B/H) 21,6/13,9/1,5 cm
Gewicht 203 g
Auflage 1

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  • Kaum ein Heiliger erfreute sich durch die Jahrhunderte einer größeren Popularität und Verehrung als der heilige Nikolaus. Wer aber ist Nikolaus eigentlich gewesen?

    Die Spurensuche in der Antike trifft auf eine zu Beginn des 6. Jhd. in der Provinz Lykien in Kleinasien sowie in Konstantinopel bestehende Heiligenverehrung sowie auf eine bedeutende Legende, in der diese Verehrung zum Ausdruck kam und die zur Ausbreitung der Nikolaus-Verehrung wesentlich beigetragen hat. Etwas historisch Belastbares aber lässt sich über das Leben des Nikolaus nicht ausmachen: keine Daten, keine Fakten, keine großen Taten, kein Lebenslauf.

    Dass Nikolaus aber kein fiktiver Heiliger gewesen ist, sondern dass dieser Mann tatsächlich gelebt hat, zeigt sich insbesondere daran, dass man sein Grab bewahrte und verehrte. Nicht bestimmte besondere biographische Taten sind es also gewesen, darin besteht ein Unterschied zu anderen Heiligen, die Nikolaus als irdischer Mensch vollbracht hätte und für die man ihn verehren würde; nicht besondere Tugenden oder ein heroischer asketischer Kampf wie bei den Mönchsheiligen. Daher kam seiner irdischen Vita keine Bedeutung zu. Besondere Charakteristika in Person oder Biographie oder Schwerpunkte seines irdischen Handelns spielten bei der Entstehung der Nikolaus-Verehrung zumindest keine derart wichtige Rolle, dass man diese überliefert hätte. Die tatsächliche Vita des Nikolaus blieb somit verborgen.

    Wichtig für die Hochschätzung des Nikolaus war vielmehr etwas anderes: In der Kirche hatte sich der Glaube Bahn gebrochen, dass die Märtyrer, die mit Christus gleich geworden sind im Tod und die mit ihm nun bei Gott im Himmel verherrlicht sind, dass diese ihren Brüdern und Schwestern auf Erden weiterhin verbunden sind und deren Anliegen fürbittend vor Gott tragen. Bald nach dem Ende der Christenverfolgungen weitete sich der Kreis jener verehrten Heiligen und man bezog u.a. Asketen darin ein, die analog zum blutigen Martyrium zeit ihres Lebens im Kampf gegen die Versuchungen widerstanden haben. Es waren Gestalten wie der Mönch Antonius, aber auch andere Typen wie Martin von Tour, die man als bei Gott Vollendete ansah. Vermehrt wurden zudem Bischöfe als die Nachfolger der Apostel diesem verehrten Kreis der Heiligen zugerechnet. Im Kontext der Christianisierung Lykiens und der Abgrenzung gegen heidnische Götter und Kulte ist de facto auch Nikolaus die Verehrung eines Heiligen zugewachsen.

    Warum? Vermutlich hatte es im Leben des Nikolaus als Bischof von Myra wohl Ansätze dafür gegeben, dass die Menschen ihr Vertrauen auf den im Himmel geglaubten Nikolaus setzten und gerade durch ihn Hilfe von Gott er-hofften. Möglicherweise hat er sich, als er Bischof war, für unschuldig Verurteilte eingesetzt und sie vor dem Henker bewahrt - die Nikolaus-Legende baut auf dieses Grundmotiv zumindest auf. Ein historisches Wissen darüber steht jedoch nicht zur Verfügung.

    De facto hat sich bei den Christen in Lykien der Glaube manifestiert, dass Nikolaus vom Himmel her Hilfe in aller Not erbringen könne, und dieser Glaube wurde wohl nicht enttäuscht, sondern immer weiter genährt. So hat der Pro-zess der Christianisierung in Lykien zugleich wie ein Katalysator gewirkt und den Namen des Nikolaus groß gemacht.

    Hand in Hand ging die Nikolaus-Verehrung mit der Entstehung und Verbreitung der Nikolaus-Legende, der sog. "Prãxis" von der Rettung der drei Offiziere, in deren erstem Teil erzählt wird, wie drei weitere unschuldig Verurteilte durch das Eingreifen des Nikolaus vor dem Tode bewahrt wurden. Eine mögliche historische Wurzel im Leben des Nikolaus für die Entstehung dieser Legende muss dahingestellt bleiben.

    Ein weiteres Element aber ist in der Legende dargestellt, das sich für die Etablierung der Nikolaus-Verehrung als wesentlich erwiesen hat: In der Legende kam über den Aspekt der Rettung hinaus vor allem auch die Auffassung zum Ausdruck, dass Nikolaus bereits auf Erden einen verklärten L
  • Kapitel 1: Anfänge der Nikolaus-Verehrung
    - historisch nicht greifbar, aber wirklich
    - Verehrung zielt auf historisch reale Person
    - Nikolaus ist der exemplarische Heilige
    Kapitel 2: »Prãxis de stratelatis« – Die Erzählung von der Rettung der drei Offiziere [»Stratelatenwunder«]
    - »Prãxis« – Tat – Großtat Gottes
    - Hinweise auf die Zeit Justinian I.
    - Rückbezug auf Konstantin als idealen christlichen Kaiser
    - Entstehungszeit der Erzählung und Rückbezüge
    - Überlieferung der Erzählung
    - Der Text der Erzählung
    Kapitel 3 Ausbreitung der Nikolaus-Verehrung bis zum Bilderstreit
    - Myra – Lykien – Konstantinopel
    - frühe Nikolaus-Verehrung in Italien
    - Bilderstreit
    - Durchbruch der Nikolaus-Verehrung im 9. Jhd.
    Kapitel 4 »Vita per Michaelem« – Vita im Kontext des Bilderstreits
    - Nikolaus-Vita als neuartige literarische Komposition
    - Die Wahrheit der Nikolaus-Vita
    - Entstehung und Überlieferung
    - Inhalte der »Vita per Michaelem«
    - »Prãxis« von den drei Töchtern (n.10-17)
    - »Prãxis« von der Rettung der Seeleute (n.34-36)
    - »Prãxis« von den Kornschiffen (n.37-39)
    Kapitel 5: Weitere Nikolaus-Überlieferungen und Fortgang der Verehrung
    - Methodius ad Theodorum
    - Enkomion Methodii
    - Synaxarienvita
    - Vita compilata
    - Vita des Symeon Metaphrastes
    - Weitere Textstücke zur Vita
    Kapitel 6: Ausbreitung der Nikolaus-Verehrung auch im Abendland
    - Süditalien
    - Ausbreitung der Nikolaus-Verehrung auf dem Weg literarischer Zeugnisse nach Norden
    - Nikolaus im kirchlichen Leben in Mitteleuropa
    - Beförderung der Nikolaus-Verehrung seit der Translation der vermeintlichen Reliquien nach Bari
    Kapitel 7: Bildhafte Darstellungen des heiligen Nikolaus
    - Ikonendarstellungen
    - Handschriften, Glasfenster und Malerei
    Ausblick: Spätere Entwicklungen
    Literaturhinweise