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"Wenn Deutschland so scheiße ist, warum sind Sie dann hier?"

Ein Strafrichter urteilt

Stephan Zantke

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Beschreibung

Eigentlich ist Stephan Zantke bloß ein einfacher Strafrichter in Zwickau. Doch Ende 2017 machte er europaweit Schlagzeilen. Vor seinem Gericht stand ein libyscher Flüchtling. Die Liste schwerwiegender Vorwürfe gegen ihn war lang. Als der Angeklagte über „Scheißdeutschland“ schimpfte, fragte Zantke: „Wenn es bei uns so scheiße ist, warum sind Sie dann hier?“ Der Satz machte Karriere. Dass die medialen Reaktionen so heftig ausfielen, zeigt, dass Zantke einen Nerv getroffen hatte. Die Frage war ein Ausdruck seines angestauten Ärgers angesichts einer Vielzahl von Kriminellen, die nach und nach den Respekt vor der Justiz und dem Staat verlieren.
In diesem Buch berichtet Zantke von seinen drastischsten Fällen. Von einem 14-jährigen Jungen, der es schaffte, eine ganze Ortschaft in Angst zu versetzen. Von einer Bande, die sich darauf spezialisierte, Rentner zu überfallen. Zantke gibt Einblicke in deutsche Parallelwelten und kriminelle Milieus. Er zeigt, wie nah uns das Verbrechen eigentlich ist. Und wie machtlos der Staat oftmals bleibt. Der Richter wirft einen schonungslosen Blick auf eine überforderte Justiz und Kriminelle, die sich die Schwäche des Staates zunutze machen. Eine nachdenklich stimmende Analyse. Und ein Plädoyer für ein überfälliges Umdenken.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 250
Erscheinungsdatum 08.10.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7423-0720-0
Verlag Riva
Maße (L/B/H) 21,8/14,9/2,2 cm
Gewicht 370 g
Verkaufsrang 38870

Kundenbewertungen

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ein empfehlenswertes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Krefeld am 25.01.2019

Diese Buch ist hoch interessant und Klasse geschrieben. Es gewährt Einblick in die Arbeit eines Richters und zeigt wie eingeschränkt ein Richter durch den Gesetzgeber ist.

P. Steffen
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 09.01.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Die eBook Inhalte sind sofort nach Bestellung zur Verfügung bereitgestellt! Bin sehr zufrieden! Kann Thalia jedem Empfehlen! Hatte noch nie Probleme gehabt! Sehr zuverlässig!

"Vor dem Gesetz sind wir alle gleich" Tatsächlich?
von Dr. M. am 30.10.2018

Mal angenommen, ich gehe abends in eine Kneipe und brülle "Bier!", randaliere ein wenig herum, werde rausgeschmissen, trete anschließend gegen ein paar Autos, breche Spiegel ab, komme in Polizeigewahrsam, randaliere dort weiter und spucke einer Beamtin ins Gesicht. Was würde wohl mit mir passieren? Genau: nichts! Dazu müsste ich... Mal angenommen, ich gehe abends in eine Kneipe und brülle "Bier!", randaliere ein wenig herum, werde rausgeschmissen, trete anschließend gegen ein paar Autos, breche Spiegel ab, komme in Polizeigewahrsam, randaliere dort weiter und spucke einer Beamtin ins Gesicht. Was würde wohl mit mir passieren? Genau: nichts! Dazu müsste ich allerdings Abdul K. heißen, eine ungeklärte Identität besitzen und einen Asylantrag gestellt haben. Richter Zantke schreibt: "Die Nacht verbringt der Mann im Polizeigewahrsam. Am nächsten Morgen wird er wieder freigelassen. Und er taucht erst einmal wieder unter." Zantke erlangte mit seiner Frage, die hier nun zum Buchtitel gemacht wurde, Berühmtheit, weil er in diesem Prozess gegen Abdul K. gerade zufällig von einem Journalisten beobachtet wurde. In diesem Prozess ging es nicht um den oben beschriebenen Zwischenfall, sondern um eine spätere Tat. Davor allerdings lag noch ein Messerangriff, bei dem auch Polizisten anwesend waren. Selbst danach wurde der gute Abdul nicht dauerhaft aus dem Verkehr gezogen. Nachdem er dann später in einem Supermarkt randalierte, war offenbar das Maß voll. Zantke verurteilte Abdul zu 30 Monaten Haft. Der Verteidiger legte Berufung ein, Abdul kam frei und ist seitdem verschwunden. Das stärkt das Vertrauen in den Rechtsstaat. Wer nun glaubt, es ginge in diesem Buch ausschließlich um solche Fälle, der wird bereits in der Einleitung feststellen, dass sich dieses Buch auch noch mit neun völlig anders gelagerten Anklagen auseinandersetzt, die Zantke detailliert beschreibt. Abduls Verhöhnung des deutschen Rechtssystems ist nur ein Sonderfall. Nachdem sich Zantke vom riva-Verlag zu diesem Buch überreden ließ, beschloss er, ein repräsentatives Bild seiner Arbeit abzuliefern. Und das ist ihm sehr gut gelungen, denn seine Beschreibungen lassen tief in das seltsame System der bundesdeutschen Rechtssprechung blicken. Zantke selbst bezeichnet sich übrigens als einen Mann, der sich auf einer niemals endenden Suche befindet, "der bis heute mit sich ringt, wie er Recht sprechen und Gerechtigkeit walten lassen kann". Offensichtlich ist sich Zantke, ein Westdeutscher im sächsischen Justizsystem, dessen bewusst, dass es eine erhebliche Kluft zwischen dem Rechtsempfinden in der Bevölkerung und dem gesprochenen Recht gibt, die sich nicht schließt, sondern in letzter Zeit eher heftig ausdehnt. Er gilt unter Kollegen als Hardliner, was einigermaßen entlarvend ist, denn er geht nach einem Prinzip vor, das eine gewisse Verwandtschaft mit der antiautoritären Kuschelpädagogik der 1970er Jahre aufweist. Beim ersten Vergehen, kriegt man eine zweite Chance, beim zweiten tut es etwas weh, und erst beim dritten wird es hart. Zantke selbst sieht sich keineswegs als Hardliner. Da kann man ihm nur zustimmen. Hart zu sein hätte auch keinen großen Sinn, denn – wie man am Ende des Buches erfährt – die meisten Urteile werden auf der nächsten Ebene sowieso wieder entschärft. Und diese entschärften Urteile muss der Verurteilte natürlich auch nicht vollständig absitzen. Dieses System will den Rechtsbrecher verstehen und ihn wieder zurück auf den richtigen Weg bringen. Das ist gar nicht so einfach, denn auch Richter Zantke wird bemerkt haben, dass ihm viele seiner Kunden nicht nur einmal begegnen. Vielleicht haben sie ja sein System nicht wirklich verstanden. Und vor der dritten Begegnung, nach der es dann richtig hart wird, liegen schließlich auch noch Opfer von Straftaten, die es wohl nicht gegeben hätte, wenn schon beim ersten Mal etwas weniger tolerant reagiert worden wäre. Ein System, das auf Täterverständnis basiert und die Leiden der Opfer kaum berücksichtigt, trägt keineswegs zum gesellschaftlichen Frieden bei. Wenn man genügend Empathie besitzt, um sich in den zehn von Zantke geschilderten Fällen in die Lage der Opfer zu versetzen, dann beschleicht einen nämlich ein Gefühl von Ohnmacht und Wut. Nach Ansicht der Verfechter dieses Rechtssystems darf man das jedoch wahrscheinlich nicht tun, weil es eben einen anderen Ansatz verfolgt. Mir ist das nach diesem Buch auch emotional klar geworden. Und dafür gibt es die fünf Sterne. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Menschen andere Urteile als Richter Zantke gesprochen hätten. Die neun anderen Fälle von Zantke befassen sich mit links- und rechtsradikalen Zeitgenossen, Kinderschändern, Vergewaltigern, Raub, Drogendelikten, Diebstahl und Körperverletzung. Am Ende folgt ein Nachwort mit dem Titel "Quo Vadis, Justitia?".


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