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Dämmer und Aufruhr

Roman der frühen Jahre

(6)
Wer spricht, wenn einer von früher erzählt? Das fragt sich ein Autor in dem kleinen Hotel am Meer, in dem seine Eltern vor Jahrzehnten glückliche Tage verbracht hatten, die letzten vor ihrer Trennung. Er bewohnt das Zimmer, das sie bewohnt haben, und schreibt dort an der Geschichte seiner frühen Jahre, erzählt sie mit der Distanz des Schriftstellers als eine auch fremde Geschichte: Er greift zu den Mitteln und Freiheiten des Romans, um der Geschichte seiner Sexualität, die zugleich die Geschichte seines beginnenden Schreibens ist, einen Rahmen zu geben, eine Lebenslegende, die doch nah an der eigenen schmerzlichen Wahrheit bleibt, zu der auch die gescheiterte Ehe seiner Eltern gehört. Der Krieg hat die Eltern zusammengewürfelt, die junge Schauspielerin aus Wien und den talentierten Kriegsheimkehrer mit verlorenem Bein aus Hannover, der vor dem Nichts stand. Alles, was sie wollen, ist der Enge ihrer Zeit entfliehen, jeder auf seine Art, daran zerbricht ihre Ehe. Der kleine Sohn kommt ins Internat, ein Drama der Details nimmt seinen Lauf, jenseits aller verstehenden Sprache auf einer Klinge aus so beklemmender wie betörender Gewalt.
In seinem großen autobiografischen Roman "Dämmer und Aufruhr" dringt Kirchhoff mit starken Erinnerungsbildern und großem erzählerischen Atem in die Tiefen des eigenen Abgrunds vor. Dabei erzählt er vom Eros einer Kindheit und Jugend, davon, wie Wörter zu Worten wurden und daraus schließlich das eigene Schreiben, der Weg hin zur Literatur.

"Wenige Tage vor seinem Geburtstag erscheint nun sein vielleicht wichtigstes Buch [...] Es enthält das gesamte Ausgangsmaterial eines altersweise gestimmten Formulierungskünstlers [...]. In seinen sorgfältig gemeißelten Sätzen über die Eltern, die ihre Kinder sich selbst überlassen haben und selber Verlorene waren, liegt etwas Feierliches, stolz Vergebliches und streng Überformuliertes, das an den längst verflogenen Suhrkamp-Weihrauch erinnert, ganz wunderbar ist und melancholisch macht."
Iris Radisch, Die ZEIT
Portrait
Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Nach seinen von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten Romanen "Die Liebe in groben Zügen" (FVA 2012) und "Verlangen und Melancholie" (FVA 2014) wurde Kirchhoff für seine Novelle "Widerfahrnis" (FVA 2016), die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet und erhielt in China den Preis für das beste ausländische Buch des Jahres 2017. Das Gesamtwerk Bodo Kirchhoffs erscheint in der Frankfurter Verlagsanstalt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 480 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 23.06.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783627022631
Verlag Frankfurter Verlagsanstalt
Dateigröße 1102 KB
Verkaufsrang 4.810
eBook
12,99
bisher 19,99 * Befristete Preissenkung des Verlages

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Buchhändler-Empfehlungen

„...zur Sprache gebracht...“

Annegret Klingbeil, Thalia-Buchhandlung Bad Oeynhausen

Ein Leben: rückhaltlos und intensiv reflektiert, in sorgfältig ausgesuchten und gesetzten Wörtern zu ausdrucksstarker Sprache geformt... und wieder-erlebt...
Literatur, die unauslöschliche Bilder zeichnet - für andere, damit Fremde am eigenen Erleben teilhaben und 'wissend' werden.
Am Schluss ist es schwer, miterlebt zu haben - berührt worden zu sein - und nun das Wissen zu behalten und mit zu tragen. Aber das bedeutet auch: Mensch sein! Und Mensch sein ist gut!
Ein Leben: rückhaltlos und intensiv reflektiert, in sorgfältig ausgesuchten und gesetzten Wörtern zu ausdrucksstarker Sprache geformt... und wieder-erlebt...
Literatur, die unauslöschliche Bilder zeichnet - für andere, damit Fremde am eigenen Erleben teilhaben und 'wissend' werden.
Am Schluss ist es schwer, miterlebt zu haben - berührt worden zu sein - und nun das Wissen zu behalten und mit zu tragen. Aber das bedeutet auch: Mensch sein! Und Mensch sein ist gut!

„"Wer spricht da, wenn einer von früher erzählt, auf sein erstes Glühen in der Kindheit blickt?"“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Ja, wer spricht dann? Sind es echte Erinnerungen? Oder doch Begebneheiten, die oft erzählt, und damit zu Erinnerungen werden?

Bodo Kirchhoff geht mit seinem "Roman der frühen Jahre" souverän mit diesem Thema um: Er schafft es, die Zeit ab seinem vierten Geburtstag zu schildern, in poetischen Bildern, so wie man sich eben erinnert! An den ersten Urlaub, allein mit der Mutter in Kitzbühl, beeindruckt von der massiven Präsenz der Alpen - die 1952 natürlich den größtmöglichen Kontrast zur immer noch völlig zerstörten Heimatstadt Hamburg bieten.Er erinnert sich an andere Urlaube, mit beiden Elternteilen, auch mit der Großmutter, anmutig die Schönheit des Schwarzwaldes beschreibend. Aber auch an das Alltagsleben, an die immer währenden Geldsorgen, an die Existenzangst des Vaters, an all die körperlich und psychisch versehrten Menschen in Deutschland...
Und der Ich-Erzähler fragt sich aus der Kinder-Perspektive: Wo beginnt mütterlicher sexueller Missbrauch? Und am Ende dieses einfühlsamen Buches weiß der Autor, was seine Mutter ihm angetan hat - vielleicht nicht mit Absicht, nicht körperlich verletzend, aber doch so viel....

Ein eindringliches, gefühlvolles Buch - wie man es Bodo Kirchhoff dank all seiner Macho-Allüren fast nicht zugetraut hätte (Man erinnere sich nur an den "Porsche")! Wichtig und nötig! Und kein Buch für Voyeure....



Ja, wer spricht dann? Sind es echte Erinnerungen? Oder doch Begebneheiten, die oft erzählt, und damit zu Erinnerungen werden?

Bodo Kirchhoff geht mit seinem "Roman der frühen Jahre" souverän mit diesem Thema um: Er schafft es, die Zeit ab seinem vierten Geburtstag zu schildern, in poetischen Bildern, so wie man sich eben erinnert! An den ersten Urlaub, allein mit der Mutter in Kitzbühl, beeindruckt von der massiven Präsenz der Alpen - die 1952 natürlich den größtmöglichen Kontrast zur immer noch völlig zerstörten Heimatstadt Hamburg bieten.Er erinnert sich an andere Urlaube, mit beiden Elternteilen, auch mit der Großmutter, anmutig die Schönheit des Schwarzwaldes beschreibend. Aber auch an das Alltagsleben, an die immer währenden Geldsorgen, an die Existenzangst des Vaters, an all die körperlich und psychisch versehrten Menschen in Deutschland...
Und der Ich-Erzähler fragt sich aus der Kinder-Perspektive: Wo beginnt mütterlicher sexueller Missbrauch? Und am Ende dieses einfühlsamen Buches weiß der Autor, was seine Mutter ihm angetan hat - vielleicht nicht mit Absicht, nicht körperlich verletzend, aber doch so viel....

Ein eindringliches, gefühlvolles Buch - wie man es Bodo Kirchhoff dank all seiner Macho-Allüren fast nicht zugetraut hätte (Man erinnere sich nur an den "Porsche")! Wichtig und nötig! Und kein Buch für Voyeure....



„Brillant !!!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Die Kindheits-und Jugenderinnerungen von Bodo Kirchhoff sind unglaublich berührend! Ein monumentales und sprachlich brillantes Werk! Sie werden sich einfach festlesen! Die Kindheits-und Jugenderinnerungen von Bodo Kirchhoff sind unglaublich berührend! Ein monumentales und sprachlich brillantes Werk! Sie werden sich einfach festlesen!

„Sprachgewaltiger "Auto"-Biographischer Roman!“

Stephan Kliem, Thalia-Buchhandlung Krefeld

In bildgewaltiger Sprache erzählt der Autor von seinen frühen Lebensjahren. Zurückgezogen in ein Hotelzimmer, die Eltern verbrachten vor über fünfzig Jahren dort ihren vermutlich letzten gemeinsamen glücklichen Sommer, lässt der altgewordene Autor seine Kindheit und Jugend Revue passieren. Für durchaus anspruchsvolle Leser, denen eine gewisse Erotik recht ist! Lesen! In bildgewaltiger Sprache erzählt der Autor von seinen frühen Lebensjahren. Zurückgezogen in ein Hotelzimmer, die Eltern verbrachten vor über fünfzig Jahren dort ihren vermutlich letzten gemeinsamen glücklichen Sommer, lässt der altgewordene Autor seine Kindheit und Jugend Revue passieren. Für durchaus anspruchsvolle Leser, denen eine gewisse Erotik recht ist! Lesen!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
4
1
1
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Diese Sprache!
von einer Kundin/einem Kunden aus Offenbach am 05.07.2018

Dieses Buch nimmt einen mit seiner wunderschönen Sprache völlig gefangen. Man folgt dem in ein verunsichertes Nachkiegsdeutschland geborenen Autor durch seine Kinderheits- und Jugenderinnerungen, wird permanent erstaunt, herausgefordert und berührt. Selten hat mich der Sound eines Romans nach wenigen Seiten so süchtig gemacht wie hier. Inhaltlich sind manche Passagen... Dieses Buch nimmt einen mit seiner wunderschönen Sprache völlig gefangen. Man folgt dem in ein verunsichertes Nachkiegsdeutschland geborenen Autor durch seine Kinderheits- und Jugenderinnerungen, wird permanent erstaunt, herausgefordert und berührt. Selten hat mich der Sound eines Romans nach wenigen Seiten so süchtig gemacht wie hier. Inhaltlich sind manche Passagen schwer zu ertragen. Kirchhoff findet aber einen Weg, auf distanzierte Weise undistanziert über unaussprechliches zu schreiben, manche ? aus heutiger Sicht ? furchtbaren Erlebnisse sind so poetisch beschrieben, dass man den Schmerz hinter den Worten nur erahnen kann. Ein beeindruckendes Buch.