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Tram 83

Roman

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Eine heruntergekommene afrikanische Großstadt - wer hierherkommt, hat ein Ziel: Geld machen, egal wie. Das Tram 83 ist der einzige Nachtclub der Stadt, sein pulsierendes Zentrum. Verlierer und Gewinner, Profiteure und Prostituierte, Ex-Kindersoldaten und Studenten, sie alle treffen in dieser Höhle aufeinander, um zu essen, zu tanzen, um sich zu betrinken und sich zu vergessen. Hier, an diesem von Kriegen und Korruption gezeichneten Ort, treffen sich auch zwei ungleiche Freunde wieder: Lucien, der Schriftsteller, findet auf der Flucht vor Erpressung und Zensur Schutz bei Requiem, der sich durch das Leben gaunert. Rhythmisch und rau erzählt Fiston Mwanza Mujila die Geschichte zweier ungleicher Freunde.
Portrait
Fiston Mwanza Mujila wurde 1981 in Lubumbashi, Demokratische Republik Kongo, geboren. Er schreibt Lyrik, Prosa und Theaterstücke und unterrichtet afrikanische Literatur an der Universität Graz. Sein Roman Tram 83 wurde mit dem Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt, dem Peter-Rosegger-Literaturpreis und dem Etisalat-Preis für Literatur ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Man Booker International Prize und des Prix du Monde. Mujila lebt in Graz.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 16.07.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-293-20803-2
Verlag Unionsverlag
Maße (L/B/H) 19/12,3/2 cm
Gewicht 231 g
Auflage 1
Übersetzer Katharina Meyer, Lena Müller
Buch (Taschenbuch)
12,95
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Kundenbewertungen

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Afrika
von einer Kundin/einem Kunden am 07.06.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die Bar Tram 83 in einer afrikanischen Stadt ist der Treffpunkt für Kolonialisten, Touristen, Alkoholikern, Prostituierten, Verbrechern und Menschen die einfach auf der Suche nach dem Glück sind. Das Tempo ist hoch, die Jazzmusik allgegenwärtig. Hier findet ein Wiedersehen zwischen zwei alten Freunden statt, der eine ist ein Schriftsteller,... Die Bar Tram 83 in einer afrikanischen Stadt ist der Treffpunkt für Kolonialisten, Touristen, Alkoholikern, Prostituierten, Verbrechern und Menschen die einfach auf der Suche nach dem Glück sind. Das Tempo ist hoch, die Jazzmusik allgegenwärtig. Hier findet ein Wiedersehen zwischen zwei alten Freunden statt, der eine ist ein Schriftsteller, der andere ein Erpresser, dazwischen ein europäischer Verleger. Es ist am Anfang nicht so leicht sich im Buch hineinzufinden, das Tempo ist sehr hoch. Aber dann auf einmal ist man dort, man hört die Musik, fühlt die Atmosphäre und die Hitze. Das Buch schildert einen afrikanischen Staat, der über das heutige Europa und die gemeinsame kolonial Geschichte reflektiert, gezeichnet vom Krieg, Korruption & Globalisierung. Sehr Lesenswert

Tram 83
von miss.mesmerized am 18.09.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Äquatorialafrika, es könnte Kongo sein, es könnte überall sein. Ein Ort namens Stadtland bildet die Kulisse für ein unglaubliches Schauspiel. Im „Tram 83“, eine Mischung aus Bar, Bordell und lokalem Handelsplatz für quasi alles, nahe des Bahnhofs gelegen, treffen sich allabendlich die Bewohner und die Touristen. Junge Mädchen, genannt... Äquatorialafrika, es könnte Kongo sein, es könnte überall sein. Ein Ort namens Stadtland bildet die Kulisse für ein unglaubliches Schauspiel. Im „Tram 83“, eine Mischung aus Bar, Bordell und lokalem Handelsplatz für quasi alles, nahe des Bahnhofs gelegen, treffen sich allabendlich die Bewohner und die Touristen. Junge Mädchen, genannt Küken und kaum die Pubertät erreicht, bieten ihre Körper ebenso an wie erwachsene Frauen. Die Arbeiter der nahegelegenen Minen betrinken sich ebenso wie die Studenten. Ex-Kindersoldaten versuchen zu vergessen, ebenso wie die Verlierer des korrupten Staates. Unter ihnen auch Requiem, der sich mit Erpressung und zwielichtigen Geschäften ganz gut positionieren konnte. Lucien wiederum, erfolgloser Schriftsteller und Träumer, hat weniger Glück und die Tatsache, dass Requiem noch eine Rechnung mit ihm offen hat, wird es nicht leichter machen. Alle versuchen zu überleben in einem Land, das von regelmäßigen Stromausfällen, unsicherer politischer Lage und ausländischen Kräften geprägt wurde. Im Tram 83 verschwinden die Unterschiede jedoch manchmal, denn die Kellnerinnen schnauzen alle gleichermaßen an. „Am Anfang war der Stein, und der Stein schuf den Besitz und der Besitz den Rausch“ – man sagt guter Literatur nach, dass sie im ersten Satz schon alles unterzubringen mag, was die danach folgenden Seiten beinhalten. Fiston Mwanza Mujila hat sehr viel seines Romans hineingepackt in diesen ersten Satz: die Steine der Diamantminen, eine schier unerschöpfliche Geldquelle – für wenige. Ursache von Korruption und Verderbtheit. Schuld nicht nur an unsäglicher Armut, sondern auch der Suche nach dem Rausch und der Flucht vor der Realität. Der Alltag in Afrika, den uns der Autor präsentiert und den er nicht an einen Ort oder ein Land bindet, ist für uns Europäer verschreckend. Nichts lässt mich jedoch daran zweifeln, dass das Leben vielerorts genauso ist, wie wir es in „Tram 83“ kennenlernen. Was sonst hören wir aus Afrika außer Korruption, Drogen- und Alkoholabhängigkeit, Prostitution schon von Minderjährigen, kriegswilde Generäle, tödliche Minen etc. Viel Hoffnung auf Besserung gibt uns auch dieses Buch nicht. Was fasziniert jedoch so an diesem Roman, der dem Autor zahlreiche Preise eingebracht hat und in vielen Ländern von der Presse bejubelt wird? Wir haben keine Erzählung und Handlung, der ein Erzähler stringent folgt. Viel mehr folgt das Geschehen dem afrikanischen Rhythmus, wird unterbrochen, hat Wiederholungen, bestimmte Segmente tauchen regelmäßig auf. Wie im Jazz wird mal scheinbar improvisiert, dann geben wieder klare Regeln den Takt vor. Der Ton ist manchmal brutal laut, dann in einem fast heiteren Allegro bis hin zu einem leisen Piano, kulminierend in einem immer mehr Fahrt aufnehmenden Crescendo. Man muss sich in den ungewohnten Rhythmus einlesen, findet aber zunehmend Gefallen daran. Ein afrikanischer Roman also – jein. Man merkt, dass Fiston Mwanza Mujila Europa und seine Kultur kennt. Die oben bereits zitierte Stelle, die jedem Christen sofort das Johannesevangelium in Gedächtnis ruft, deutet an, dass hier auch mit der Frage des Kolonialismus gespielt wird. Es kam kein Erlöser nach Afrika; die Europäer, denen man im Roman begegnet, sind reiche Touristen oder Nachfahren der Kolonialzeit, die in abgeschotteten Stadtvierteln unter sich bleiben. Nur zum Vergnügen kehren sie ins „Tram 83“ ein und mischen sich unter die Einheimischen. Abgelöst werden sie nach und nach von den Chinesen, die möglicherweise ein neues Zeitalter einläuten werden. Das muss auch Lucien merken, der seine Literatur nach Europa verkaufen will – aber dort hat man schon kein Interesse mehr an Afrika. Zu wenig exotisch ist es mittlerweile. Bleibt am Ende nur noch, sich ins Getümmel des Tram zu stürzen und sich zu vergnügen, denn der Morgen hat wenig zu bieten.