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Das Urteil

(ungekürzte Lesung)

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Es war an einem Sonntagvormittag im schönsten Frühjahr. Georg Bendemann, ein junger Kaufmann, saß in seinem Privatzimmer im ersten Stock eines der niedrigen, leichtgebauten Häuser, die entlang des Flusses in einer langen Reihe, fast nur in der Höhe und Färbung unterschieden, sich hinzogen. Er hatte gerade einen Brief an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund beendet, verschloss ihn in spielerischer Langsamkeit und sah dann, den Ellbogen auf den Schreibtisch gestützt, aus dem Fenster auf den Fluss, die Brücke und die Anhöhen am anderen Ufer mit ihrem schwachen Grün.
Portrait
Franz Kafka, geb. am 3.7.1883 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren. Von 1901-06 studierte er zunächst kurze Zeit Germanistik, dann Jura. Nach der Promotion zum Dr. jur. absolvierte er eine einjährige 'Rechtspraxis', trat dann 1907 in die 'Assicurazioni Generali' ein und ging 1908 als Jurist zur 'Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt', wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1922 blieb. Ende 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz, es war der Beginn einer Tuberkulose, an der er einige Jahre später, am 3. Juni 1924, starb.§Franz Kafka, der notorisch einsame und unverstandene Einzelgänger, hat wie kein zweiter die deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts geprägt. In einzigartiger - kafkaesker - Weise thematisierte er die vielfältigen Ängste des Menschen: mit einer Sprache, die an Klarheit nicht zu übertreffen ist und die stets im unüberwindlichen Gegensatz zur thematischen Undurchschaubarkeit steht.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium MP3
Sprecher Markus Pol
Erscheinungsdatum 15.05.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783990757956
Verlag Audio Media Digital
Spieldauer 27 Minuten
Format & Qualität MP3, 27 Minuten, 26.09 MB
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Buchhändler-Empfehlungen

„Kafkas Abrechnung“

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Das Urteil als Kafkas Abrechnung:
Im Gegensatz zu seinem "Brief an den Vater" ist diese in eine Geschichte verpackt - und dennoch beschreibt sie das selbe.

Der Mann kümmert sich liebevoll um den alten Vater, der zu nichts mehr selbst fähig ist. Auch besinnt er sich eines alten Freundes und schreibt diesem von seinem Leben seit die zwei getrennte Wege gingen. Er erzält von seiner Verlobten, seiner Arbeit, seinem Vater.
Alsbald wirft dieser - kerngesund - demselben boshaft seine Verfehlungen vor. Er habe den Freund vergessen, mit dem der Vater doch Kontakt gehalten hat. Er habe seine Verlobte nicht aus Liebe genommen. Er habe sein Leben verwirkt.
Aus Verzweiflung springt der Sohn von einer Brücke.

Hat nicht auch Kafka selbst alles gegeben, das der Vater nicht anerkannte.
Hat auch nicht dieser somit sein Urteil über den Sohn gesprochen?

Eine gelungene Parabel, ganz im Stile Kafkas biographisch und abstrakt.
Das Urteil als Kafkas Abrechnung:
Im Gegensatz zu seinem "Brief an den Vater" ist diese in eine Geschichte verpackt - und dennoch beschreibt sie das selbe.

Der Mann kümmert sich liebevoll um den alten Vater, der zu nichts mehr selbst fähig ist. Auch besinnt er sich eines alten Freundes und schreibt diesem von seinem Leben seit die zwei getrennte Wege gingen. Er erzält von seiner Verlobten, seiner Arbeit, seinem Vater.
Alsbald wirft dieser - kerngesund - demselben boshaft seine Verfehlungen vor. Er habe den Freund vergessen, mit dem der Vater doch Kontakt gehalten hat. Er habe seine Verlobte nicht aus Liebe genommen. Er habe sein Leben verwirkt.
Aus Verzweiflung springt der Sohn von einer Brücke.

Hat nicht auch Kafka selbst alles gegeben, das der Vater nicht anerkannte.
Hat auch nicht dieser somit sein Urteil über den Sohn gesprochen?

Eine gelungene Parabel, ganz im Stile Kafkas biographisch und abstrakt.

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Einer von Kafkas besten Romanen in seiner Originalfassung von 1912! Die Darstellung des Vater-Sohn-Konflikts bleibt unübertroffen! Einer von Kafkas besten Romanen in seiner Originalfassung von 1912! Die Darstellung des Vater-Sohn-Konflikts bleibt unübertroffen!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Gesammelte Werke
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 24.10.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Der Einband sieht sehr wertig aus, besonders mit der Goldprägung, sodass ich mir durchaus vorstellen könnte, dieses Buch auch zu verschenken. Die Seiten sind sehr dünn, oft druckt die andere Seite hindurch. Zum Inhalt muss ich sicherlich nicht viel sagen - alle Werke Kafkas sind dort enthalten, die die... Der Einband sieht sehr wertig aus, besonders mit der Goldprägung, sodass ich mir durchaus vorstellen könnte, dieses Buch auch zu verschenken. Die Seiten sind sehr dünn, oft druckt die andere Seite hindurch. Zum Inhalt muss ich sicherlich nicht viel sagen - alle Werke Kafkas sind dort enthalten, die die Leser immer wieder vor Herausforderungen stellen...

Kafka inspiriert!
von Zitronenblau am 02.04.2008
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es sind nicht immer die bekannten Werke, die einen Schriftsteller auszeichnen. Was der Masse gefällt und entsprechend rezipiert wird, gibt noch lange keinen Hinweis darauf, was im Individuellen bestaunt werden darf! Seine Sprache und seine Erzählungen sind unbeschreiblich eigen, vom Kafkaesken geprägt, durch Flaubert beeinflusst, stilsicher und einzigartig. Kafka... Es sind nicht immer die bekannten Werke, die einen Schriftsteller auszeichnen. Was der Masse gefällt und entsprechend rezipiert wird, gibt noch lange keinen Hinweis darauf, was im Individuellen bestaunt werden darf! Seine Sprache und seine Erzählungen sind unbeschreiblich eigen, vom Kafkaesken geprägt, durch Flaubert beeinflusst, stilsicher und einzigartig. Kafka ist ein Mysterium. Man liest ihn nicht nur so weg, jedes Wort ist treffgenau gesetzt und hat eine Bedeutung. Hier ist so viel Interpretationsspielraum möglich, dass die Literatur fast schon wieder ganz im eigenen Sinne und vollkommen frei gelesen werden kann. Kafka ist nur schwierig, wenn man sich davor fürchtet, selber frei und ungezwungen lesen zu können. Kafkas Welt ist ein Hochgenuss, teilweise skuril, grotesk, absurd und verrückt: und genau dieses "Kranke" ist eigentlich das "Gesunde"! Sehr empfehlenswert! (Außerdem enthalten: "Das Urteil", "Die Verwandlung" etc.)