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Glorreiche Ketzereien

Roman

(3)
Als Maureen Phelan nachts in ihrer Küche einen Einbrecher überrascht und ihn mit einer Devotionalie erschlägt, ahnt sie nicht, dass sie damit eine Reihe von fatalen Ereignissen in Gang setzt. Natürlich muss zunächst der Leichnam entsorgt und der Küchenboden geschrubbt werden, allerdings hat Maureen eine ausgesprochene Abneigung gegen Hausarbeiten jedweder Art, weshalb sie ihren Sohn Jimmy einbestellt. Der kontrolliert das organisierte Verbrechen der Stadt, die Geldverleiher und Buchmacher, die Drogenkuriere und Zuhälter. Natürlich will auch Jimmy sich nicht die Hände schmutzig machen, das überlässt er in der Regel anderen – beispielsweise seinem alten Kumpel Tony Cusack, Trinker, Vater von sechs Kindern, alleinerziehend, wenn man überhaupt von Erziehung sprechen kann. Der älteste Sohn Ryan hat mit seinen fünfzehn Jahren schon eine beachtliche Karriere als Dealer hingelegt. Eine seiner Klientinnen ist die junge Prostituierte Georgie. Deren Freund Robbie steigt gerne mal in Häuser ein und ist seit Kurzem spurlos verschwunden … Lisa McInerneys Debütroman ist eine bitterböse Komödie über die Macht des Zufalls und das Leben in einem krisengeschüttelten Land, das geprägt ist von Gewalt und Bigotterie. Eine literarische Tour de Force, fulminant erzählt, voller Empathie und groteskem Humor.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 448 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 25.06.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783954380954
Verlag Verlagsbuchhandlung Liebeskind
Dateigröße 1242 KB
Übersetzer Werner Löcher-Lawrence
Verkaufsrang 9.242
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

„"Das ist nicht witzig." "Daran solltest du verdammt noch mal denken", antwortete er. "Nicht witzig!"“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

"Jimmy rechnete.

Ein sauberer Mord war große Kunst, und das schlug sich im Preis nieder. Er konnte sich einen Profi holen, aber selbst wenn er gewisse Gefälligkeiten ins Spiel brachte, umsonst gab`s nichts, und es passte ihm nicht, fünfstellige Summen für das Verknoten von losen Enden von etwas auszugeben, was letztlich eine Familiengeschichte war. Seit fünf beschissenen Jahren schon versuchte er diesen Schlamassel unter Kontrolle zu bringen!

Du wirst alt, höhnte die Stadt. Alt und fett und weich in der Birne..."

Um genau diese fünf Jahre geht es in diesem knallharten irischen Großstadtroman: Als Jimmy Phelan, Kopf des örtlichen Verbrechens, von seiner Mutter geholt wird, die versehentlich einen Einbrecher erschlagen hat, ruft man reflexartig natürlich nicht die Polizei! Sondern läßt mit Hilfe eines alten Weggefährten, Tony Cusack, die Leiche verschwinden. Dumm nur, wenn jener alte Kumpel heute viel zu viel trinkt, und dann den Mund nicht halten kann. Das aber ausgerechnet Cusacks verhasste Nachbarin von all dem weiß, zusätzlich Tonys 15-jährigen Sohn, Ryan, verführt, macht alles nicht besser. Ist Ryan doch gerade dabei, sich im Milieu einen Namen zu machen. Seine empathievolle Ader ist da allerdings nicht wirklich hilfreich...

Ein ganz großer harter Roman, McInerneys Cork ist eine realistische Mischung aus Sex, Gewalt, unehelichen Kindern (auch heute noch keine Kleinigkeit ebenda), Drogen, Mord, Prostitution und Katholizismus - und dazu gibt es eine bitter-süße Liebesgeschichte, hoch erotisch, aber weder schmuddelig noch kitschig!
"Jimmy rechnete.

Ein sauberer Mord war große Kunst, und das schlug sich im Preis nieder. Er konnte sich einen Profi holen, aber selbst wenn er gewisse Gefälligkeiten ins Spiel brachte, umsonst gab`s nichts, und es passte ihm nicht, fünfstellige Summen für das Verknoten von losen Enden von etwas auszugeben, was letztlich eine Familiengeschichte war. Seit fünf beschissenen Jahren schon versuchte er diesen Schlamassel unter Kontrolle zu bringen!

Du wirst alt, höhnte die Stadt. Alt und fett und weich in der Birne..."

Um genau diese fünf Jahre geht es in diesem knallharten irischen Großstadtroman: Als Jimmy Phelan, Kopf des örtlichen Verbrechens, von seiner Mutter geholt wird, die versehentlich einen Einbrecher erschlagen hat, ruft man reflexartig natürlich nicht die Polizei! Sondern läßt mit Hilfe eines alten Weggefährten, Tony Cusack, die Leiche verschwinden. Dumm nur, wenn jener alte Kumpel heute viel zu viel trinkt, und dann den Mund nicht halten kann. Das aber ausgerechnet Cusacks verhasste Nachbarin von all dem weiß, zusätzlich Tonys 15-jährigen Sohn, Ryan, verführt, macht alles nicht besser. Ist Ryan doch gerade dabei, sich im Milieu einen Namen zu machen. Seine empathievolle Ader ist da allerdings nicht wirklich hilfreich...

Ein ganz großer harter Roman, McInerneys Cork ist eine realistische Mischung aus Sex, Gewalt, unehelichen Kindern (auch heute noch keine Kleinigkeit ebenda), Drogen, Mord, Prostitution und Katholizismus - und dazu gibt es eine bitter-süße Liebesgeschichte, hoch erotisch, aber weder schmuddelig noch kitschig!

„Glorreiche Ketzereien? Glorreicher Roman!“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Prekäre irische Lebensumstände: prügelnde Väter, Alkohol, Drogen, Gewalt. Die Autorin lässt uns in das Leben ihrer Protagonisten eintauchen, an ihren Nöten und Verstrickungen teilnehmen. Allen voran die Geschichte des jungen Ryan, die keinen Leser kalt lassen wird. Durchwoben ist dies alles mit großer Wärme und dunklem Witz.

Was für ein beeindruckendes Debüt!
Prekäre irische Lebensumstände: prügelnde Väter, Alkohol, Drogen, Gewalt. Die Autorin lässt uns in das Leben ihrer Protagonisten eintauchen, an ihren Nöten und Verstrickungen teilnehmen. Allen voran die Geschichte des jungen Ryan, die keinen Leser kalt lassen wird. Durchwoben ist dies alles mit großer Wärme und dunklem Witz.

Was für ein beeindruckendes Debüt!

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Weniger wäre mehr
von Krimisofa[dot]com am 22.09.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein Leben kann sehr schnell zu Ende sein. Zack, eins über den Schädel gezogen und schon wird es dunkel für den Rezipient. Andererseits kann ein Leben verdammt lange sein, Menschen kämpfen mit den übelsten Krankheiten gegen den Tod und widersetzen sich Jahr für Jahr. Doch am Ende bekommt der... Ein Leben kann sehr schnell zu Ende sein. Zack, eins über den Schädel gezogen und schon wird es dunkel für den Rezipient. Andererseits kann ein Leben verdammt lange sein, Menschen kämpfen mit den übelsten Krankheiten gegen den Tod und widersetzen sich Jahr für Jahr. Doch am Ende bekommt der Sensenmann uns doch alle ? jeden von uns. Und dann kommen wir in den Himmel, oder die Hölle; oder verrotten einfach nur in einer Holzkiste unter der Erde. Was auch immer passiert, Lisa McInerney hat ein Buch geschrieben, in dem es um Mord, Moral und etliche andere Dinge geht. Ryan ist der Sohn von Tony Cusack und Bruder von fünf Geschwistern. Sein Vater war fleißig ? nicht nur, was die Kinderzeugung betrifft. Er trinkt auch gerne und kennt Jimmy Phelan, der jetzt seine Hilfe benötigt, denn in der Wohnung dessen Mutter Maureen liegt eine Leiche, die wegmuss. Na, habt ihr noch den Überblick? Moment, es geht noch weiter, denn da ist noch Georgie: Prostituierte, Drogensüchtige und auf der Suche nach Robbie, bei dem sie wohnt und der plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Drogen besorgt ihr Ryan, der gerade mal fünfzehn ist und seine erste Freundin ? Karine ? hat. In der ersten von vielen Szenen hat er einen ziemlich verfrühten Samenerguss ? vom Drogendealen hat er zu der Zeit mehr Ahnung. Es war zu Beginn eine on/off-Beziehung, die mich mit dem Buch verband, eigentlich sollte es bei [Vorschau #11] dabei sein, ist aber kurz vor deren Erscheinen rausgeflogen. Das Cover ist nicht gerade ansprechend ? mehr shabby als shiny;?, und repräsentiert so gewissermaßen den Inhalt. Nicht das dieser nicht ansprechend wäre, aber doch speziell; ohne richtigen Hauptcharakter, ganz zu schweigen von Protagonisten ? ein Buch voller Antihelden trifft es eher. Ich war anfangs wirklich geneigt, dieses Buch abzubrechen, doch andererseits war es doch interessant. Verlage sind immer auf der Suche nach Autoren mit einem außergewöhnlichen Schreibstil, mit einem Schreibstil, der sich vom Einheitsbrei abhebt ? der Liebeskind Verlag hat mit ?Glorreiche Ketzereien? den Jackpot geknackt, denn ein solches Buch, so weit vom Mainstream weg, wie es nur geht, habe ich tatsächlich noch nie gelesen. Voller Innovationen, voller Überraschungen. Aber eines sei auch gesagt: schön ist das Kind zwar einigermaßen, aber lieb sicher nicht, denn alle, wirklich jeder Charakter, der in dem Buch auftritt, hat Dreck am Stecken. Lange sucht man in diesem Pulk an Charakteren den einen, den Hauptcharakter ? Tony? Nein. Maureen? Jaaaa, nein, nicht wirklich. Also schon irgendwie, aber, hm, eher nein. Gut, weiter ? Jimmy? Nope. Georgie? Auch irgendwie, aber dann doch nicht so ganz. Tatsächlich ist Ryan, der Schnellspritzer, der Charakter, der die Geschichte irgendwann an sich reißt. Und auch im Bett macht er sich irgendwann, klar, er hat ja auch genug Zeit, der Plot geht über mehrere Jahre in denen man beobachten kann, wie Ryan heranwächst, um schließlich erwachsen zu werden. Zwischendurch gibt es immer wieder kursive Kapitel, die zumeist sehr emotional sind und aus der ersten Person Ryans erzählen. Die Geschichte bietet einiges; Fellatio und Cunnilingus, Sakrileg und Skapulier ? und einen Nachbarschaftsstreit, der irgendwann eskaliert. Neben Sex und Drogen spielt auch die Kirche eine große Rolle, vor allem Maureens Zerrissenheit zwischen Schuld und Glaube. Sie sieht den Geist ihres unabsichtlichen Mordopfer immer in ihrer Wohnung herumgeistern, was ihr nicht ganz geheuer ist ? aber sie findet einen Weg, damit umzugehen. Damit, und mit ihrer inneren Zerrissenheit. McInerney hat einen guten und düsteren und äußerst maskulinen Schreibstil, was man vor allem am Vokabular merkt, das teilweise sehr vulgär ist. Das Buch ist allerdings weit weniger lustig als ich erwartet hätte ? das Buch wurde mir als ?bitterböse (Krimi)Komödie? beschrieben ?, oder es trifft nicht mein Humorzentrum. Teilweise verliert man  sowohl beim Plot als auch bei den Charakteren die Übersicht. McInerney springt teilweise in den Zeiten hin und her, was zwar selten vorkommt, aber umso verwirrender ist. Charaktere tauchen zwei, drei mal auf und beim dritten Mal weiß man gar nicht mehr, wer das jetzt nochmal war. Dadurch, dass sich die Geschichte über mehrere Jahre zieht, wirkt sie teilweise inkohärent. Und der Schreibstil ist stellenweise sehr zäh, von der Spannung gar nicht zu sprechen; was ich aber nicht der Autorin anlasten will, das kann auch an der Übersetzung liegen. Alles in allem ist ?Glorreiche Ketzereien? aber wirklich sehr außergewöhnlich und ich bin froh, es doch beendet zu haben, auch wenn es nicht zu hundert Prozent meinen Geschmack trifft. So richtig will McInerneys Debüt auch nicht ins Krimigenre passen, dafür aber in viele andere. Das Feuilleton feiert ? ich halte mich eher zurück. Bewertung für den Showdown entfällt, weil es so etwas in der bewährten Form nicht gibt. Rl;dr: ?Glorreiche Ketzereien" von Lisa McInerney ist ein zwar kein wirklicher Krimi, dafür aber weit weg vom Mainstream. Ein Buch, so vielschichtig und mit so vielen interessanten Charakteren, dass man sich erst eingrooven muss. Ein Buch ohne Protagonisten und voller Antihelden; und dennoch schließt man sie irgendwann ins Herz - was ist da schon Mord, Drogenhandel oder Prostitution? Dennoch hat das Buch auch einige Schattenseiten; man fliegt nicht gerade durch die Geschichte und verliert auch öfter mal den Überblick