Heimkehr nach Fukushima

Roman

Adolf Muschg

(6)
Die Leseprobe wird geladen.
eBook
eBook
16,99
16,99
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
Sofort per Download lieferbar
Sie können dieses eBook verschenken  i

Weitere Formate

gebundene Ausgabe

22,00 €

Accordion öffnen
  • Heimkehr nach Fukushima

    C.H.Beck

    Sofort lieferbar

    22,00 €

    C.H.Beck

eBook (ePUB)

16,99 €

Accordion öffnen

Beschreibung

Der Architekt Paul Neuhaus, frisch verlassen, erhält eine Einladung von seinen alten Freunden Ken-Ichi und Mitsuko. Der Bürgermeister eines Dorfes nahe beim Unglücksmeiler von Fukushima, Mitsukos Onkel, bittet Neuhaus, ihn zu besuchen. Die Gegend ist verstrahlt, die Dörfer sind verlassen, die kontaminierte Erde ist abgetragen. Die Regierung wünscht die Rückbesiedlung, aber die Menschen haben Angst. Der Bürgermeister will Neuhaus für eine Künstlerkolonie gewinnen - in der verstrahlten Zone -, um neue Hoffnung zu wecken. Neuhaus reist mit Mitsuko an und sie geraten in eine unentrinnbar intensive Nähe zueinander. Ist in der schönen, verseuchten Landschaft Fukushimas eine Zukunft möglich wie auch in der Liebe zwischen Paul und Mitsuko?
Sie beide begleitet die Lektüre Adalbert Stifters. So wie dort die geheimnisvolle Kette von Ursache und Wirkung die Bereiche des Lebens gleichermaßen verknüpft, so stellt die unheilvolle Kettenreaktion im Atommeiler in Fukushima nicht nur die Japaner vor die Frage, was diese Katastrophe über uns alle sagt. Sind wir im Zentrum der Gefahr nicht näher an unserer Wahrheit und an der unserer Gegenwart?

Adolf Muschg, geboren 1934 in Zürich, war u. a. Professor für deutsche Sprache und Literatur an der ETH in Zürich und Präsident der Akademie der Künste Berlin. Sein umfangreiches Werk, darunter die Romane «Im Sommer des Hasen» (1965), «Albissers Grund» (1977), «Das Licht und der Schlüssel» (1984), «Der Rote Ritter» (1993), «Sutters Glück» (2004), «Eikan, du bist spät» (2005) und «Kinderhochzeit» (2008), wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Hermann-Hesse-Preis, der Georg- Büchner-Preis, der Grimmelshausen-Preis, der Grand Prix de Littérature der Schweiz und zuletzt der Preis der internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft. Im Verlag C.H.Beck erschienen Muschgs Reden «Was ist europäisch?» (2005), die Romane «Sax» (2010), «Löwenstern» (2012), «Die Japanische Tasche» (2015) und «Der weiße Freitag» (2017) sowie die Essays und Reden «Im Erlebensfall» (2014). Außerdem erschien ein biographisches Porträt Adolf Muschgs von Manfred Dierks «Lebensrettende Phantasie» (2014).

Produktdetails

Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Erscheinungsdatum 20.07.2018
Verlag C. H. Beck
Seitenzahl 244 (Printausgabe)
Dateigröße 2670 KB
Sprache Deutsch
EAN 9783406727030

Buchhändler-Empfehlungen

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Hamm

"Heimkehr nach Fukushima" ist gewiss keine leichte Kost weder inhaltlich noch sprachlich. Und doch oder gerade deshalb hat mich das Buch berührt und verzaubert.

Adalbert Stifter und das schönste Dorf Japans

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

" Besuchen Sie uns in Japan ,solange es noch steht ", das ist die dringliche Einladung an Paul Neuhaus - Architekt und Lebenskünstler- vom Bürgermeister des ehemals schönsten Dorfes mitten im verstrahlten Gebiet Fukushimas. Eine internationale Künstlerkolonie soll entstehen, ähnlich wie Worpswede. Paul Neuhaus nimmt die Einladung an und erlebt die existentielle Spannung sich zwischen wunderschön blühenden Kirschbäumen und schwarzen Plastiksäcken mit verseuchtem Müll zu bewegen , das ist einfach nur erschreckend und irrational. Auch die Angst der Menschen vor Verseuchung, die soziale Ausgrenzung derer die dort lebten und die verzweifelten Anstrengungen des Bürgermeisters der Wiederbesiedlung sind kaum auszuhalten. Die Liebesgeschichte zwischen Paul und Mitsuko bietet für mich keine Option auf Hoffnung , ist in meinen Augen sonderbar , nicht nachvollziehbar und hat auch mit Adalbert Stifters Zitaten und Passagen versehen für mich nicht die erwartete Tiefe. Die Hommage an Fukushima, an Japan , seine Menschen und Werte - die ist allerdings mehr als gelungen !

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
2
3
1
0
0

Heimkehr nach Fukushima
von einer Kundin/einem Kunden aus Wettswil am 21.12.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die Geschichte ist gut recherchiert, das Thema durchaus interessant. Ärgerlich sind Fehler. Das Rückenmark bildet kein Blut. Ich dachte, das wisse heute jeder Fünftklässler. Spätestens der Lektor, falls nicht weggespart, hätte dies merken müssen. Die Fantasien alter Männer sind schwer zu ertragen. Hier grenzen sie an Fantasien... Die Geschichte ist gut recherchiert, das Thema durchaus interessant. Ärgerlich sind Fehler. Das Rückenmark bildet kein Blut. Ich dachte, das wisse heute jeder Fünftklässler. Spätestens der Lektor, falls nicht weggespart, hätte dies merken müssen. Die Fantasien alter Männer sind schwer zu ertragen. Hier grenzen sie an Fantasien eines Teenagers. Ich bin selber im Pensionsalter und erwarte von einem Mann vom Format eines Herrn Muschg eine gewisse Würde.

von einer Kundin/einem Kunden aus Landau am 26.09.2018
Bewertet: anderes Format

Auf Muschgs Sprache muss man sich definitiv einlassen - tut man dies jedoch, gerät man in einen Sog, den man nicht mehr so leicht verlassen kann! Ein eindringliches Buch.

Über die Nachwirkungen der Katastrophe von Fukushima
von einer Kundin/einem Kunden aus Leiblfing am 14.09.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Adolf Muschg – Heimkehr nach Fukushima Japan scheint mit einem Fluch belegt zu sein, was atomare Katastrophen betrifft. Nach Hiroshima und Nagasaki, erlebt 2011 auch Fukushima seinen Super-Gau. Genau hier setzt Adolf Muschg mit seinem Roman an, allerdings weniger bei der Katastrophe selbst, sondern vielmehr bei den Folgen, di... Adolf Muschg – Heimkehr nach Fukushima Japan scheint mit einem Fluch belegt zu sein, was atomare Katastrophen betrifft. Nach Hiroshima und Nagasaki, erlebt 2011 auch Fukushima seinen Super-Gau. Genau hier setzt Adolf Muschg mit seinem Roman an, allerdings weniger bei der Katastrophe selbst, sondern vielmehr bei den Folgen, die die Bevölkerung zu tragen hat, lange nachdem die Weltöffentlichkeit schon wieder wegsieht. Der Bürgermeister eines japanischen Dorfes, nahe des Unglücksmeilers von Fukushima gelegen und damit in der Sperrzone, möchte den Ort wieder mit Leben füllen. Die ehemaligen Bewohner sollen zurückkehren, obwohl die Böden verseucht sind. Er lädt den Architekten Paul Neuhaus ein, dieser soll als Botschafter und Pionier fungieren. Gleichzeitig bahnt sich eine Liebelei mit der Nichte des Bürgermeisters an. Paul kommt als Besucher, als Außenstehender und nimmt als solcher den Leser an die Hand. Er informiert sich, er interviewt Menschen. Dieser, sowohl sprachlich als auch inhaltlich anspruchsvolle Roman hat es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. Tatsächlich fand ich ihn nicht leicht zu lesen, was zum Teil an der nicht gekennzeichneten wörtlichen Rede liegt. Auch setzt der Autor einiges an vertiefter Allgemeinbildung voraus. Etliche Abschweifungen in unterschiedliche kulturelle Bereiche machen die Lektüre nicht einfacher. Das ganze Buch durchziehen immer wieder Bezüge, auch Zitate, zu Adalbert Stifter. Damit könnte ich persönlich eher weniger anfangen. Ich habe auch den Zusammenhang nicht ganz nachvollziehen können. Vielmehr empfand ich diese Zitatstellen als den Lesefluss störend, irgendwann hab ich sie dann einfach überlesen. "Erinnern und Vergessen gehören zusammen." Seite 80 Die Katastrophe von Fukushima ist allgegenwärtig, meist jedoch aus einem ganz speziellen japanischen Blickwinkel. Ich war eigentlich positiv überrascht, wie detailliert auf die Katastrophe und ihre Folgen eingegangen wird. Der Autor schafft ein umfassendes und einfühlsames Bild der ehemaligen Bewohner der Sperrzone, wobei auch die japanische Kultur und Mentalität nicht zu kurz kommt. Letztendlich geht es um die Gegenüberstellung und Abwägung von Sehnsucht nach der Heimat, dem Wunsch in das verstrahlte Gebiet zurückzukehren, und auf der anderen Seite die Gefahren für die Gesundheit. Den Protagonisten Paul muss man nicht verstehen oder gar mögen. Er ist nur sehr holzschnittartig dargestellt, um ihn geht es nicht. Er ist nur der Mittler, der dem Leser Zugang zur Bevölkerung dieses kleinen japanischen Ortes macht. So mein Empfinden. Auch die Liebesgeschichte passiert ihm eher und wirkt teilweise etwas skurril. Das mag an den Beschreibungen liegen. Dieser Roman hat ein spezielles Thema und er ist insgesamt besonders. Sicherlich wird er mir länger im Gedächtnis bleiben. Die Nominierung auf der Longlist halte ich für gerechtfertigt, allerdings finde ich es auch in Ordnung, dass er es nicht auf die Shortlist geschafft hat. Auf jeden Fall ein interessantes Buch, mit ganz neuen Gedankenansätzen.

  • artikelbild-0