Warenkorb
if (typeof merkur !== 'undefined') { $(document).ready(merkur.config('COOKIECONSENT').init); }

Der Alltag im Mittelalter

Die Autorin: Maike Vogt-Lüerssen wurde am 24. März 1956 in Wilhelmshaven geboren, ist verheiratet und hat einen Sohn. Sie studierte Geschichtswissenschaft, Biologie und Pädagogik an der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn. Seit 1987 beschäftigt sich die Autorin intensiv mit den historischen Epochen Antike, Mittelalter und Renaissance. Folgende Bücher sind bereits erschienen: "40 Frauenschicksale aus dem 15. und 16. Jahrhundert", "Der Alltag im Mittelalter" "Neros Mutter - Agrippina die Jüngere und ihre Zeit", "Katharina von Bora - Martin Luthers Frau", "Lucrezia Borgia - Das Leben einer Papsttochter in der Renaissance", "Martin Luther - In Wort und Bild", "Anna von Sachsen - Gattin von Wilhelm von Oranien", "Wer ist Mona Lisa? " Auf der Suche nach ihrer Identität" und "Margarete von Österreich - Die burgundische Habsburgerin und ihre Zeit."
Die Autorin lebt seit 1995 in Australien.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
  • "Im Mittelalter nahm das männliche Geschlecht mit Unterstützung der Kirche die vorherrschende Position in der menschlichen Gesellschaft ein. Nur die Jungen wurden im Alter von 12 bis 15 Jahren für mündig erklärt, d.h. sie wurden waffenfähig, regierungsfähig, rechtsfähig und heiratsfähig. Als Hausherren besaßen die Männer schließlich sowohl die personenrechtliche Gewalt über alle Familienangehörigen als auch die sachenrechtliche Verfügungsgewalt über den gesamten Familienbesitz. Das bedeutete, daß die unmündigen Ehefrauen und die unmündigen Kinder, die dem Schutz oder der Munt des Ehemannes und Vaters unterstanden, vor Gericht nur von diesem vertreten werden konnten. Der Herr des Hauses hatte aber wiederum auch für die Vergehen seiner Familienangehörigen allein zu haften und sich für deren Rechtsansprüche einzusetzen.

    Da nur die Männer uneingeschränkt rechts-, geschäfts- und vermögensfähig waren, verwalteten sie zudem die Bes itztümer ihrer Gattinnen und Kinder. Außerdem stand ihnen im Falle echter Not zu, ihre Familienangehörigen zu verkaufen und, falls berechtigte Gründe vorlagen, zu töten.

    Die mündigen Söhne selbst mußten sich der Muntgewalt ihres Vaters, wenn auch eingeschränkt, solange fügen, bis sie das väterliche Haus verließen und einen eigenen Hausstand gründeten.

    Das Los der Frauen dagegen änderte sich nie! Aus der Muntgewalt ihres Vaters gelangten sie in die Muntgewalt ihres Gatten. Falls ihre Ehemänner starben, hatten sie sich wieder in die Muntgewalt des Vaters, des ältesten männlichen Verwandten väterlicherseits oder in die Muntgewalt des schon mündigen Sohnes zu begeben.

    Die Hauptfunktion der Frau war, für einen gesunden, möglichst männlichen Nachkommen zu sorgen! Schließlich zeigte sich die Qualität der Ehefrau in erster Linie in ihrer Gebärfähigkeit. (...)
    Die Unfruchtbarkeit der Ehefrau war im Mittelalter einer der häufigsten Scheidungsgründe.

    Zusätzlich wurde von der Frau die absolute Treue zum Ehemann verlangt. Wurde sie beim Ehebruch erwischt, besaß der Gatte das Recht, sie zu töten. Er selbst dagegen konnte, ohne schwerwiegende Folgen erwarten zu müssen, zu mehreren Frauen sexuellen Kontakt pflegen.

    Außerdem hatte die Frau ihrem Ehemann gegenüber vollkommen ergeben zu sein und - wie folgende im Mittelalter beliebte Geschichte verdeutlicht - seine Launen geduldig und demütig zu ertragen:
    'Während der Belagerung der Stadt Viterbo durch die Römer unterhielten sich ... die römischen Anführer in den Kampfpausen über Helden und gute Pferde, Jagdvögel und schöne Frauen. Die einen waren froh, von i hren Ehefrauen getrennt zu sein; die anderen priesen die Tugendhaftigkeit ihrer Frauen, am lautesten Conlatinus, der mit der Römerin Lucretia verheiratet war: 'Ich habe die allerehrbarste Frau.' König Tarquinius verwettete seine Seligkeit darauf, daß seine Frau noch tugendhafter sei, und sie ritten sofort nach Rom zurück, um die Probe zu machen. Als Conlatinus mitten in der Nacht ankam, sprang Lucretia aus dem Bett und lief ihrem Mann entgegen, um ihn freundlichst zu begrüßen. Seinem barschen Verlangen, sie sollte ihnen Essen machen, kam sie mit Eifer nach und bediente selber die beiden Männer bei Tisch. Als die edle Frau ein Getränk auftrug, erhob der Wirt den Becher und schüttete ihr den Wein ins Gesicht. Die Flüssigkeit lief auf ihr Kleid. Sie stand auf und verneigte sich höflich vor ihm. Klaglos zog sie sich um und nahm den Tischdienst wieder auf und sorgte sich um den Gast, bis dieser zufrieden schlafengegangen war. Ganz anders war der Empfang in der nächsten Nacht am Königsh of. Die Königin wollte nicht aufstehen, und als der König sie bat, ihm eine Mahlzeit anzurichten, antwortete sie: 'Ich bin an diesem Hof weder Truchseß noch Schenke, auch nicht Kämmerer oder Koch. Ich weiß nicht, was du von mir willst. Es kümmert mich nicht, ob du noch etwas zu essen bekommst.' Daraufhin mußte der König Lucretia den
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum April 2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8334-4354-1
Verlag BoD – Books on Demand GmbH
Maße (L/B/H) 22,1/17,1/2,5 cm
Gewicht 612 g
Auflage 2. überarbeitete Auflage
Buch (Kunststoff-Einband)
Buch (Kunststoff-Einband)
23,90
23,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Ihr Feedback ist anonym. Wir nutzen es, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kundenservice wenden.

Kundenbewertungen

Es wurden noch keine Bewertungen geschrieben.