Der gescheiterte Staat

(1)
Ein Staat gilt als gescheitert, wenn er sich nicht um Völkerrecht und internationale Abkommen schert, die Sicherheit seiner Bewohner und ihre Bürgerrechte nicht mehr schützt, ja die Institutionen der Demokratie selbst unterminiert. Solche 'Schurkenstaaten' wieder auf den Weg von Freiheit, Recht und Demokratie zu bringen ist seit Jahrzehnten das erklärte Ziel der Weltmacht USA. Doch was, wenn die dominierende Supermacht selbst unter die Definition eines 'gescheiterten Staates' fällt? Diese Frage des berühmten Gesellschaftskritikers Noam Chomsky ist mehr als eine ironische Provokation. Mit verstörender Präzision zeichnet er die Entwicklungslinien einer Politik nach, die lange vor Bush begann: die immer offenere Missachtung internationaler Verträge und Institutionen, eine aggressive Außenpolitik, die die Gefahr von Instabilität und Terror erhöht statt vermindert, aber auch die Erosion der Demokratie im Inneren durch eine bis dato unerhörte Machtkonzentration in den Händen der Privatwirtschaft.
Portrait
Noam Chomsky, geboren 1928, ist Professor am Massachusetts Institute of Technology. Seine Bücher zu Themen der Politik, Philosophie und Linguistik sind internationale Bestseller und wurden in 23 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen von ihm 'Keine Chance für den Frieden' und 'Die Zukunft des Staates'.
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 399
Erscheinungsdatum 25.08.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-88897-452-6
Verlag Antje Kunstmann
Maße (L/B/H) 21,4/14,9/3,7 cm
Gewicht 610 g
Originaltitel Failed states. The abuse of power and the assault on democracy
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Gabriele Gockel, Bernhard Jendricke, Thomas Wollermann
Verkaufsrang 40.723
Buch (gebundene Ausgabe)
24,90
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Andere Kunden interessierten sich auch für

Wird oft zusammen gekauft

Der gescheiterte Staat

Der gescheiterte Staat

von Noam Chomsky
(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,90
+
=
Die Abwicklung

Die Abwicklung

von George Packer
Buch (Taschenbuch)
14,99
+
=

für

39,89

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertung
Übersicht
0
1
0
0
0

Die USA als gescheiterter Staat
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 18.05.2008

"Wir garantieren die Sicherheit der Welt, schützen unsere Verbündeten, halten gefährdete Seewege offen und führen Krieg gegen den Terror", wohingegen China andere Länder bedrohe und "ein Wettrüstenauslösen könnte" – was für die Vereinigten Staaten unvorstellbar wäre. Das Council on Foreign Relations (auf Seite 14) zur US-Politik gegenüber China In "Der gescheiterte... "Wir garantieren die Sicherheit der Welt, schützen unsere Verbündeten, halten gefährdete Seewege offen und führen Krieg gegen den Terror", wohingegen China andere Länder bedrohe und "ein Wettrüstenauslösen könnte" – was für die Vereinigten Staaten unvorstellbar wäre. Das Council on Foreign Relations (auf Seite 14) zur US-Politik gegenüber China In "Der gescheiterte Staat" widmet sich der Professor für Linguistik am MIT (Massachusetss Institute of Technology) als einer der bedeutendsten linken Intellektuellen Nordamerikas, einem wie er es nennt "selbstkritischen Blick in den Spiegel" durch sich unschwer erkennen lässt, "dass die Vereinigten Staaten in vielem an einen gescheiterten Staat erinnern." "Der gescheiterte Staat" versteht sich als Gesamtkritik an den USA, ihrer Innen-, Außen- und Wirtschaftspolitik, weshalb dieses Buch sich auch nicht scheut in der Geschichte weiter zurückzugehen, als nur bis zum Jahr 2001. So verweist er im Zusammenhang mit dem "Star Wars"-Programm der US-Regierung (das neben Raketenabwehr auch orbitale Angriffswaffen umfasst, mit denen innerhalb von 30 Minuten weltweit jedes beliebige menschliche Ziel ausradiert werden könnte) auf die lange Geschichte der Weltall-gestützen Kriegsführung seit Reagan und die besorgniserregenden Entwicklungen unter Bill Clinton. Kritik gilt also nicht rein der Bush-Administration, sondern bricht ein Tabu, durch das sich die Ablehnung des Kritikers Noam Chomsky gut verstehen lässt, verzichtet er doch auf eine retrospektive Idealisierung vergangener US-Regierungen. Chomsky spricht dabei betont nie von Amerika, sondern von der Regierung und dem System, welches den Willen des Volkes, durch den es im Grunde legitimiert wird, nur zu häufig ignoriert. So hat etwa der Erzschurke Osama bin Laden laut CIA-Mitarbeiter Michael Scheuer "...sehr genau die Gründe genannt, weshalb er gegen die USA Krieg führt. Keiner dieser Gründe hat irgendetwas mit unserer Freiheit und Demokratie zu tun, aber sehr viel mit der US-Politik und dem amerikanischen Vorgehen in der muslimischen Welt." Um Frieden und Wohlstand des eigenen Landes zu sichern wagt die USA ein gefährliches Spiel, das sie als Verbündete jener Regime auftreten lässt, die von ihr einst als Achse des Bösen bezeichnet wurden. Selbst Menschenrechtsverletzungen und Expansionsdrang finden in der US-Geschichte große Vorbilder, wie den Indianerkriegen, die als großangelegter Völkermord von der damaligen Weltöffentlichkeit, sofern man von einer solchen überhaupt sprechen konnte, bedenkenlos hingenommen wurde und das in der damals mustergültigen Demokratie. Bereits die Jacksonian Democrats formulierten aus Gründen der Selbstverteidigung und Berufung auf Gottes Willen einst die Adams-Doktrin: "Expansion... ist der Weg zur Sicherheit", die schlussendlich voraussetzt das nur eine Weltherrschaft durch die USA der Schlüssel zum Weltfrieden oder zumindest Sicherheit für die US-Interessen sein kann. Der Umfang dieses Buches ist überragend und selbst wenn sich Noam Chomskys Kritik als Schwarz-Weiß-Sicht banalisieren lässt, ist sie doch grundsätzlich den Tatsachen entsprechend. Fazit: Nach der Lektüre dieses Werks wird es dem Leser umso klarer, wie sich die Probleme der USA in ihrer Gesamtheit erfassen lassen und woraus sie entstanden sind. Noam Chomskys Kritik ist verständlich, fundiert, logisch und enthüllt fast beiläufig aber schonungslos die Schattenseiten des US-Systems.