Großmama packt aus

Roman

(22)
»›Großmama packt aus‹ zeigt das Gesamtbild bürgerlicher Familienkatastrophen. Unbarmherzig, liebevoll, hinreißend.« Michael Naumann in der ›Zeit‹
Bekanntlich verstrickt sich jeder, der über sein eigenes Leben schreiben will, in ein Lügenknäuel. Der Kunstgriff, mit dem Irene Dische diesem Dilemma entgeht, ist genial: an ihrer Statt erzählt Großmutter Elisabeth Rother, genannt Mops, und die Enkelin setzt sich lustvoll ihrem süffisanten, gnadenlos vorurteilsbeladenen Blick aus. »Daß meine Enkeltochter so schwierig ist, hängt vor allem mit Carls geringer Spermiendichte zusammen« - zum Auftakt ein Paukenschlag, und damit wird das schlesisch-rheinische Familienensemble auf die Bühne gerufen. Carl, Elisabeths jüdischer Mann aus Leobschütz, ist ihretwegen zum Katholizismus konvertiert, was die Nazis und sein neuer Erlöser aber nicht gelten lassen wollten. Gerade noch rechtzeitig gelangte er mit Frau und Tochter nach New York, während Elisabeths Brüder aufrechte Nazis wurden und Carls Verwandtschaft im KZ endete.
Irenes Mutter, Renate, zerschnitt gerne Leichen und erzog ihre Tochter vornehmlich in der Pathologie, weil Dische, ihr unmöglicher Mann, zu Hause an einer Erfindung hockte, die ihm fast den Nobelpreis eingetragen hätte. Liesel, das Faktotum, ist moralisch unerschütterlich und Gott ebenso ergeben wie den Rothers: Nachdem sie der sterbenden Großmutter mittels Himbeergeist zu einem sanften Tod verholfen hat, bleiben ihrer Fürsorge immer noch die unbelehrbare Renate und die missratene Irene, die zwar ihre Jungfräulichkeit löblich lange verteidigt, dafür aber keinen Schulabschluß und, wie es lange schien, auch sonst wenig zustande gekriegt hat… Wie in einem Kaleidoskop fügen sich die atemlos, liebevoll-bösartig erzählten Episoden dieser deutsch-amerikanischen, katholisch-jüdischen Sippe zu einem Gesamtbild bürgerlicher Familienkatastrophen.
Portrait

Irene Dische wurde im »Vierten Reich«, einem deutsch-jüdischen Emigrantenviertel in New York City, geboren. Deutsch ist ihre Muttersprache. Ihr Vater, ein renommierter Wissenschaftler, stammt aus Galizien; ihre Mutter, 1939 aus Deutschland immigiert, war während der frühen sechziger Jahre Stellvertretende Obergerichtsmedizinerin von New York.

Irene Dische studierte in Harvard und lebt seit den achtziger Jahren vorwiegend ohne Aufenthaltserlaubnis in Berlin sowie in Rhinebeck/USA; ihr Antrag auf einen deutschen Pass ist vom Berliner Innenministerium zweimal abgelehnt worden. 1986 drehte sie den Dokumentarfilm ›Zacharias‹ über das Leben ihres Vaters. Von Hans Magnus Enzensberger entdeckt, veröffentlichte Irene Dische 1989 ihr literarisches Debüt, den Erzählungsband ›Fromme Lügen‹, der von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. Es folgten zahlreiche Romane und Erzählungsbände.

»Irene Dische mustert unsere verrückte Welt mit einer eigenartig geschliffenen Linse, die immer wieder neue Details heranholt, schmerzhaft nah, schmerzhaft genau.« Martin Ebel in der ›Hannoverschen Allgemeinen Zeitung‹

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 01.12.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-13521-4
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12/2,2 cm
Gewicht 324 g
Übersetzer Reinhard Kaiser
Verkaufsrang 29.188
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„Großmama packt aus“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Irene Dische erzählt ihre deutsch-jüdische Familiengeschichte. Sie macht es mit einem Kunstgriff und lässt ihre Biographie aus der Sicht ihrer Großmutter berichten. Diese spricht ohne Tabu alle Themen des Lebens an. Die rasante Geschichte brilliert als Hörbuch, das von Hannelore Hoger gesprochen wird. Einfach ausgezeichnet gelesen! Irene Dische erzählt ihre deutsch-jüdische Familiengeschichte. Sie macht es mit einem Kunstgriff und lässt ihre Biographie aus der Sicht ihrer Großmutter berichten. Diese spricht ohne Tabu alle Themen des Lebens an. Die rasante Geschichte brilliert als Hörbuch, das von Hannelore Hoger gesprochen wird. Einfach ausgezeichnet gelesen!

Ulrike Kaiser, Thalia-Buchhandlung Mülheim Rhein-Ruhr-Zentrum

Die Grossmutter erzählt die Geschichte ihrer Familie: Eine gnadenlose Abrechnung mit bissigem Humor, ungewöhnlichen Geschichten und skurrilen Figuren. Sehr gut erzählt! Die Grossmutter erzählt die Geschichte ihrer Familie: Eine gnadenlose Abrechnung mit bissigem Humor, ungewöhnlichen Geschichten und skurrilen Figuren. Sehr gut erzählt!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Ein autobiografischer Familienroman, der den Leser mitnimmt auf eine Reise durch die Jahrzehnte. Fesselnd geschrieben und sehr zu empfehlen! Ein autobiografischer Familienroman, der den Leser mitnimmt auf eine Reise durch die Jahrzehnte. Fesselnd geschrieben und sehr zu empfehlen!

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Temperamentvoll, witzig, leidenschaftlich und gnadenlos taucht der Leser ein, in das Leben der unerschrockenen, tatkräftigen Großmutter der Autorin. Mittendrin und Zuhause. Klasse! Temperamentvoll, witzig, leidenschaftlich und gnadenlos taucht der Leser ein, in das Leben der unerschrockenen, tatkräftigen Großmutter der Autorin. Mittendrin und Zuhause. Klasse!

„Lesenswert!“

Mechthild Stephani, Thalia-Buchhandlung Freiburg

Eine unglaublich skurrile Familiengeschichte. Eine wunderbare Sprache, Lachen das man besser verschluckt, weil es so schrecklich ist was das Leben so schreibt. Sie beginnt im Dritten Reich in Deutschland und führt uns durch die ganze Welt, sogar bis in den Urwald zu den großen Gorillas. Unglaubliche Geschichten die zu verrückt sind um sie zu erfinden.
Irene Dische schreibt eine bissige und doch liebevolle Abrechnung mit ihrer vollkommen chaotischen und verrückten Sippe. Wie schon geschrieben... unbedingt Lesenswert!
Eine unglaublich skurrile Familiengeschichte. Eine wunderbare Sprache, Lachen das man besser verschluckt, weil es so schrecklich ist was das Leben so schreibt. Sie beginnt im Dritten Reich in Deutschland und führt uns durch die ganze Welt, sogar bis in den Urwald zu den großen Gorillas. Unglaubliche Geschichten die zu verrückt sind um sie zu erfinden.
Irene Dische schreibt eine bissige und doch liebevolle Abrechnung mit ihrer vollkommen chaotischen und verrückten Sippe. Wie schon geschrieben... unbedingt Lesenswert!

Inga Roos, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Eine jüdische Lebernsgeschichte mit all ihrer Tragik und trotzdem hat die Dame ihren Humor nicht verloren. Eine jüdische Lebernsgeschichte mit all ihrer Tragik und trotzdem hat die Dame ihren Humor nicht verloren.

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Großmutter lästert über ihre Familie und das in großartig. Süffisant und absolut vorurteilsbeladen. Einfach herrlich! Großmutter lästert über ihre Familie und das in großartig. Süffisant und absolut vorurteilsbeladen. Einfach herrlich!

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Eine Familiengeschichte, die es in sich hat. Es ist klasse, den verschlungenen Pfaden zu folgen und immer mehr von dieser imposanten Sippe zu erfahren. Eine Familiengeschichte, die es in sich hat. Es ist klasse, den verschlungenen Pfaden zu folgen und immer mehr von dieser imposanten Sippe zu erfahren.

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Norderstedt

Die wunderbar erzählte, mit viel sarkastischen - mitunter recht bösem - Humor gewürzte Familiengeschichte der Familie Dische und somit ein echtes Stück Zeitgeschichte. Die wunderbar erzählte, mit viel sarkastischen - mitunter recht bösem - Humor gewürzte Familiengeschichte der Familie Dische und somit ein echtes Stück Zeitgeschichte.

„CD Hörbuch Irene Dische. "Großmama packt aus"“

Silke Buckow, Thalia-Buchhandlung Bremen

Mal komisch, mal tragisch - so lässt Irene Dische ihre Großmutter die deutsch-jüdische Geschichte ihrer Familie erzählen. Sie beginnt in Deutschland des Dritten Reiches und führt den Leser später in die USA. Eigensinn und schonungslose Ehrlichkeit zeichnet den Charakter der Großmutter aus, die ihr Leben und das ihrer Tochter und Enkeltochter in einer präzisen und doch plaudernden Art zu erzählen vermag. Mit Hannelore Hoger -bekannt als Darstellerin der Kriminalkommissarin Bella Block- ist diesem Hörbuch ein Glücksfall beschert. Es ist ein Stück wunderbar erzählte Zeitgeschichte und gleichzeitig die ganz persönliche Sicht einer Frau auf die Schwächen und Stärken ihrer Lieben. All das wird von Hannelore Hoger wundervoll vorgetragen. Die Besetzung der resolut urteilenden und doch immer liebevoll "auspackenden" Großmama nimmt man ihr gerne ab. Mal komisch, mal tragisch - so lässt Irene Dische ihre Großmutter die deutsch-jüdische Geschichte ihrer Familie erzählen. Sie beginnt in Deutschland des Dritten Reiches und führt den Leser später in die USA. Eigensinn und schonungslose Ehrlichkeit zeichnet den Charakter der Großmutter aus, die ihr Leben und das ihrer Tochter und Enkeltochter in einer präzisen und doch plaudernden Art zu erzählen vermag. Mit Hannelore Hoger -bekannt als Darstellerin der Kriminalkommissarin Bella Block- ist diesem Hörbuch ein Glücksfall beschert. Es ist ein Stück wunderbar erzählte Zeitgeschichte und gleichzeitig die ganz persönliche Sicht einer Frau auf die Schwächen und Stärken ihrer Lieben. All das wird von Hannelore Hoger wundervoll vorgetragen. Die Besetzung der resolut urteilenden und doch immer liebevoll "auspackenden" Großmama nimmt man ihr gerne ab.

„Tragischkomische Episoden aus dem Familienalltag“

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Hinter dem etwas hausbackenen Titel verbirgt sich eines der tragikomischsten und hinreißendsten Bücher der letzten Jahre. Erzählt wird die Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie im 20. Jahrhundert.

Auf bösartige und dennoch liebevolle Art packt Großmama Elisabeth aus, umwerfend und unbarmherzig werden Episoden der aus dem Schlesisch-Rheinischen stammenden Familie aneinandergereiht, die zur deutsch-amerikanischen Familie wird mit all ihren ländertypischen Katastrophen und Besonderheiten.
Das Leben von Frauen aus drei Generationen samt der ganzen Verwandtschaft wird so bewegend und atemlos geschildert, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Dieser stark autobiographische Roman zeichnet sich aus durch alles, was Lesen zum Vergnügen macht: Stilistische Souveränität, pralle Charaktere und neben aller Tragik auch Humor, Feinsinnigkeit und Klugheit. Auch das von Hannelore Hoger gelesene gleichnamige Hörbuch sei an dieser Stelle sehr empfohlen.
Hinter dem etwas hausbackenen Titel verbirgt sich eines der tragikomischsten und hinreißendsten Bücher der letzten Jahre. Erzählt wird die Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie im 20. Jahrhundert.

Auf bösartige und dennoch liebevolle Art packt Großmama Elisabeth aus, umwerfend und unbarmherzig werden Episoden der aus dem Schlesisch-Rheinischen stammenden Familie aneinandergereiht, die zur deutsch-amerikanischen Familie wird mit all ihren ländertypischen Katastrophen und Besonderheiten.
Das Leben von Frauen aus drei Generationen samt der ganzen Verwandtschaft wird so bewegend und atemlos geschildert, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Dieser stark autobiographische Roman zeichnet sich aus durch alles, was Lesen zum Vergnügen macht: Stilistische Souveränität, pralle Charaktere und neben aller Tragik auch Humor, Feinsinnigkeit und Klugheit. Auch das von Hannelore Hoger gelesene gleichnamige Hörbuch sei an dieser Stelle sehr empfohlen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
22 Bewertungen
Übersicht
17
4
1
0
0

Eines von einigen Lieblingsbüchern
von einer Kundin/einem Kunden am 20.03.2018

Von allen literarischen Gestalten, ist mir die Elisabeth, genannt Mops eine der liebsten. Irene Disches Grossmutter besticht durch eine ganz eigene Mischung von Selbstüberschätzung, Grosszügigkeit, Mut, politischer Unkorrektheit und so weiter. Da das Buch bei Gefallen sowieso mehrmals gelesen wird, lohnt sich hier auch die schöne gebundene Ausgabe.

Göttlich
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 09.02.2011

Irene Dische schreibt in diesem irrsinnig komischen Roman eine Familiengeschichte mit stark authentischen Zügen.Drei Frauengenerationen werden geschildert aus einer Familie die sich aus den Komponenten Schlesisch,Rheinisch,Deutsch und Jüdisch zusammensetzt. Eine hochexplosive Mischung.Zum Schreien komisch,nachdenklich machend und mit viel Herz und Verstand.Mitten aus dem Leben und unbedingt lesenswert.

Teilweise sehr langweilig und uninteressant
von J.G. aus Berlin am 12.09.2010

Hier handelt es sich um eine deutsch-jüdische Familiengeschichte über drei Generationen hinweg, beginnend in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Großmama ist als streng katholische Bürgerstochter aufgewachsen. Ende der 20er Jahre heiratet sie einen jüdischen Arzt aus Oberschlesien. Er konvertiert, bleibt aber dennoch für die Nationalsozialisten Jude. Er... Hier handelt es sich um eine deutsch-jüdische Familiengeschichte über drei Generationen hinweg, beginnend in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Großmama ist als streng katholische Bürgerstochter aufgewachsen. Ende der 20er Jahre heiratet sie einen jüdischen Arzt aus Oberschlesien. Er konvertiert, bleibt aber dennoch für die Nationalsozialisten Jude. Er operiert und sterilisiert Kleinkriminelle und geistig Behinderte. Zu allem Unglück wird er von der assistierenden Krankenschwester und Freundin seiner Frau denunziert. Die Großmama sieht die Geschehnisse in Deutschland in richtigem Licht und drängt ihren Mann zur Emigration nach Amerika. Ihr Bruder, der als hoher Richter seine Karriere bei den Nazis gemacht hat, versucht zu verhindern, dass sie ihrem Mann nach Amerika folgen kann. Doch es gelingt ihr schließlich mit einem Schiff nach Amerika zu fliehen. Es folgt die Geschichte der Assimilation in Amerika. Nach großen Startschwierigkeiten, gelingt es dem Großpapa eine Praxis zu eröffnen. Er verdrängt seine Herkunft und seine ermordete Familie, sogar seinen einzig überlebenden Bruder. Die Tochter Renate wird Leichenbeschauerin in New York und bekommt mit einem geizigen und egoistischen Mann zwei Kinder: Carlchen und Irene, die ganz eigenartige Menschen zu sein scheinen. Irene Dische schreibt hier ihre Autobiographie aus Sicht der Großmama. Das intelligente an dieser Vorgehensweise ist, dass die Autorin sich hinter der Großmama verstecken kann, denn sie kann sagen was die will und muss niemals politisch korrekt sein. Und Großmama tut das in einem rasanten, frechen, schnellen, amüsanten Schnodder Ton, mit einer unbedeckten Nüchternheit und gezielten Ungehörigkeit. Die Großmama lässt sich von den Nazis nicht blenden, sie ist voller Aversion gegenüber Sex. Sie ist eine hochnäsige Person, aber dennoch sehr authentisch, die bei aller Verzweiflung und Trauer nach links und rechts austeilen kann. Die Frauen werden aus Sicht der Großmama als starke Persönlichkeiten dargestellt, die Männer als das schwache Geschlecht. Dennoch bin ich der Meinung, dass diese so genannte Autobiographie vor allem bei der Irene an Glaubwürdigkeit verliert. Die erste Hälfte des Buch ist auch noch sehr interessant, die zweite Hälfte wirkt zusammengeschustert uns ist unnötig in die Länge gezogen.