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América

Roman


Dumpfe Ressentiments und bohrende Engstirnigkeit – eine zum Brüllen tragikomische Geschichte


Zwei Welten, die sich fremder nicht sein könnten: hier América und Cándido, illegale Einwanderer aus Mexiko, dort das Ehepaar Mossbacher – liberale, umwelt- und ernährungsbewußte Angloamerikaner in Los Angeles ... Der Zusammenstoß Cándidos mit Delaney Mossbachers wachsgepflegtem Auto ist ein wortwörtlicher: Cándido, auf dem Weg zur Arbeit, rennt Delaney direkt vor die Haube und wird schwer verletzt. Da die Schuldfrage sich nicht klären läßt und der Mexikaner offenbar kein Englisch kann, drückt Delaney ihm eine 20-Dollar-Note in die Hand ...

Delaney sieht seine geschützte Welt zunehmend bedroht: Kojoten dringen in das Grundstück ein und töten die kleinen Hunde, dunkelhäutige, verdächtige Gestalten lungern herum, wo er seine Wanderungen macht. Jenseits der eleganten Villensiedlung, tief unten im Topanga Canyon, hausen Cándido und América wie die Tiere. Sie versuchen ihr Glück auf dem illegalen Sklavenmarkt – verfolgt von der Immigrantenpolizei, vom Hunger, von der Verachtung der Weißen, von der Bösartigkeit der eigenen Landsleute.

Rezension
"Bewegender, sozialkritischer Roman über illegale Einwanderer."
Classic-National, Österreich 09.02.2008
Portrait
T. Coraghessan Boyle, geboren 1948 in Peekskill, New York, unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles. Für seinen Roman ›World's End‹ erhielt er 1988 den PEN/Faulkner-Preis. Als Enfant terrible der amerikanischen Gegenwartskultur wurde T. C. Boyle zum Pop- und Literaturstar seiner Generation.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 01.11.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-20935-9
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19,3/12,4/2,7 cm
Gewicht 287 g
Originaltitel The Tortilla Curtain
Übersetzer Werner Richter
Verkaufsrang 63979
Buch (Taschenbuch)
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10,95
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Buchhändler-Empfehlungen

Moritz Eis, Thalia-Buchhandlung Berlin

Wie so oft schafft es Boyle Ironie und Ernsthaftigkeit so ineinander zu verstricken, dass der Leser/in nicht weiß, ob es zum Lachen oder Weinen ist. Die Geschichte spielt an der amerikanisch mexikanischen Grenze und ist so aktuell, bitter und böse, aber auch komisch, einfach gut.

Martin Russer, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Dieser gesellschaftskritische Roman aus dem Jahr 1995 um illegale Einwanderung war wohl nie aktueller als in der heutigen Zeit. Mein Persönliche Lieblingsroman von T. C. Boyle!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
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2
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0

América
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 16.07.2019

Mitte der 90er Jahre geschrieben und unheimlich aktuell. Mexikanische Immigranten versus amerikanische Mittelschicht. Liest sich wie Science Fiction, ist aber harte Realität. Packend geschrieben. Macht nachdenklich und betroffen.

,,Ich sage dir doch - er war Mexikaner..''
von Eine Kundin am 10.04.2017

Delaney, US-Bürger aus gutem Hause & Cándido, illegaler Einwanderer aus Mexiko: zwei Menschen, die durch einen Zufall aufeinandertreffen und deren Leben seither unausweichlich miteinander verbunden sind. Eine Geschichte, die mir sehr viele Lacher beschert aber auch nachdenklich gestimmt hat. Fest steht: dieses Buch ist aktuelle... Delaney, US-Bürger aus gutem Hause & Cándido, illegaler Einwanderer aus Mexiko: zwei Menschen, die durch einen Zufall aufeinandertreffen und deren Leben seither unausweichlich miteinander verbunden sind. Eine Geschichte, die mir sehr viele Lacher beschert aber auch nachdenklich gestimmt hat. Fest steht: dieses Buch ist aktueller denn je!

Steckt nicht in Vielen von uns ein bisschen Delaney?
von Xirxe aus Hannover am 21.10.2015

1995 wurde dieses Buch geschrieben, doch würde man es heute veröffentlichen, hätte vermutlich niemand Zweifel daran, dass es ein höchst aktuelles Werk ist. Denn nichts, absolut nichts hat sich seitdem verändert. Stattdessen existiert dieses beschriebene Szenario mittlerweile ebenso bei uns, wenn auch vielleicht noch nicht in die... 1995 wurde dieses Buch geschrieben, doch würde man es heute veröffentlichen, hätte vermutlich niemand Zweifel daran, dass es ein höchst aktuelles Werk ist. Denn nichts, absolut nichts hat sich seitdem verändert. Stattdessen existiert dieses beschriebene Szenario mittlerweile ebenso bei uns, wenn auch vielleicht noch nicht in dieser extremen Form. Boyle beschreibt in einem Zeitraum eines halben Jahres die Leben zweier Familien, die unterschiedlicher kaum sein könnten, obwohl die räumliche Distanz zwischen ihnen nur gering ist. Delaney, "liberaler Humanist ohne Verkehrssündenregister...", lebt in einer komfortablen Vorortwohnanlage von Los Angeles irgendwo in den Bergen, zusammen mit seiner Frau, deren Sohn, zwei Hunden und einer Katze. Cándido hingegen kam drei Wochen zuvor mit seiner jungen Frau aus Mexiko auf der Suche nach Arbeit und einem besseren Leben. Nun hausen sie unweit von Delaneys Vorortsiedlung in einem Canon in einem behelfsmäßigen Unterschlupf und versuchen, genügend Geld zu verdienen um sich eine Wohnung leisten zu können. Die Wege der Beiden kreuzen sich, als Delaney Cándido anfährt, ihn mit 20$ 'abfindet' und danach versucht, mit seinem schlechten Gewissen klar zu kommen. Boyle zeigt hier kein Schwarz-Weiß-Schema auf, sodass man vielleicht mit der einen Seite mitleidet und der anderen ihr Unglück gönnt. Delaney, der klar der Bevorzugte ist, ist kein schlechter Mensch. Er wie auch seine Frau denkt liberal, ist umweltbewusst, voller Mitgefühl für die Armen dieser Welt, Mitglied beim Kinderhilfswerk undundund. Doch als seine Prinzipien herausgefordert werden und er ungewollt direkt in Kontakt mit den Armen dieser Welt gerät, sind seine Angst und Verunsicherung größer als die Standhaftigkeit seiner Werte. Sind die Mexikaner nicht doch alle Verbrecher? Verdrecken sie nicht die Natur, verstoßen immer wieder auf's Neue gegen Gesetze? Je öfter er mit diesem Anderen konfrontiert wird, desto größer wird die Furcht. Und seine Wut über die Widersprüchlichkeit seines Denkens und Handelns steigt und sucht sich ein Ventil... Aber auch die bedauernswerten Mexikaner sind nicht nur bemitleidenswerte Menschen, denn wie überall auf der Welt gibt es hier ebenso Kriminelle, die nicht dabei zögern, auch noch den Ärmsten ihr letztes Hab und Gut zu rauben. Dennoch wird klar: Wer nichts hat, muss nicht nur um Arbeit betteln, sondern tagtäglich um sein Leben kämpfen. Denn selbst die Natur stellt sich den Menschen in den Weg... Es ist ein unglaublich gutes, aber dennoch äußerst deprimierendes Buch, denn es zeigt den Zustand unserer Welt überdeutlich: Die Wohlhabenden wollen wohlhabend bleiben und bis auf mehr oder weniger größere Almosen nichts davon abgeben. Und die Armen, die sich ebenfalls etwas mehr Wohlstand wünschen, müssen dafür ihr Leben auf's Spiel setzen.