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Paradies verloren

Roman

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Wer hat bloß die Engel aus der Welt verbannt, obwohl ich sie noch immer um mich spüre?« Ein überraschender Gedanke für eine junge Frau, die am eigenen Leibe erfahren mußte, daß unsere Welt »mehr mit der Hölle zu tun hat als mit dem Paradies«. Alma ist eines Abends auf einer ziellosen Fahrt durch São Paulo in die Favela Paraisópolis geraten und vergewaltigt worden. Um den Schatten zu bannen, reist sie mit ihrer Freundin Almut in das Land ihrer gemeinsamen Kindheitsträume, Australien, und begegnet in der Leere der Wüste einer Stille, die sie versöhnt. Doch die Traumzeit ist längst vergangen, die mythische Welt der Aborigines versunken: »Mein Australien war eine Fiktion.« Alma nimmt Abschied von den Reservaten des Garten Eden und macht die Welt zu ihrer Wüste – nicht ohne darin ihre Spuren zu hinterlassen. Ob von Füßen oder Flügeln: dem alternden Literaturkritiker, dessen Weg sie kreuzt, ist sie eine Offenbarung des Himmels.

In seinem neuen Roman erbringt Cees Nooteboom den poetischen Beweis dafür, daß Phantasie Flügel verleiht und daß die Verstoßung aus dem Paradies das Beste war, das Gott für die Literatur hatte tun können. Denn Geschichten sind wie Engel, sie verkehren zwischen dem Irdischen und dem Imaginären, mit einer entscheidenden Einschränkung: die Passage verläuft nicht ohne Störungen, das ist ihr Ursprung. Der Irrfahrt Almas erwächst eine der schönsten Geschichten seit Miltons Dichtung über Adam und Eva.
Portrait

Cees Nooteboom wurde am 31. Juli 1933 in Den Haag geboren. 1955 erschien sein erster Roman Philip en de anderen, der drei Jahre später auch in Deutschland unter dem Titel Das Paradies ist nebenan veröffentlicht wurde (und 2003 in der Neuübersetzung von Helga van Beuningen unter dem Titel Philip und die anderen erneut eine große Lesergemeinde fand). Nooteboom berichtete 1956 als junger Autor über den Ungarn-Aufstand, 1963 über den SED-Parteitag, und fünf Jahre später über die Studentenunruhen in Paris (gesammelt in dem Band Paris, Mai 1968). Seine inzwischen in mehreren Bänden gesammelten Reiseberichte, die weniger Reportagen als vielmehr von genauer Beobachtung getragene, reflektierende Betrachtungen sind, festigten Nootebooms Ruf als Reiseschriftsteller. 1980 fand Nooteboom zurück zur fiktionalen Prosa und erzielte mit dem inzwischen auch verfilmten Roman Rituale (Rituelen) große Erfolge. Sein umfangreiches Werk, das in viele Sprachen übersetzt ist, umfasst Erzählungen, Berichte, Gedichte und vor allem große Romane wie Allerseelen (Allerzielen). Die neun Bände seiner Gesammelten Werke enthalten neben den bereits publizierten Büchern zahlreiche erstmals auf deutsch vorliegende Texte. Der Quarto-Band Romane und Erzählungen versammelt die gesamte fiktionale Prosa des Autors. Cees Nooteboom lebt in Amsterdam und auf Menorca.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 156
Erscheinungsdatum 30.10.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-45808-2
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,8/11,1/1 cm
Gewicht 104 g
Originaltitel Paradijs verloren
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Helga van Beuningen
Verkaufsrang 89.781
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Sehr poetisch“

Maike Hiltmann, Thalia-Buchhandlung Jena

Das ist wahre Kunst! Nooteboom gelingt es, mit gekonntem literarischem Bewusstsein die Geschichte des Sündenfalls in unsere Zeit zu projizieren ohne belehrend zu wirken. Er porträtiert zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten und verbindet sie auf zauberhafte Weise miteinander. Die Handlung reicht von Brasilien über Australien bis Österreich, Deutschland und die Niederlande, wobei Nooteboom sein Talent als Reiseautor unter Beweis stellt. Durch die spannende Selbstreflexion des Autors auf sein eigenes Werk in Prolog und Epilog wird der Leser schließlich aus der weiten Welt in die Gegenwart zurückgeholt. Wunderbar! Das ist wahre Kunst! Nooteboom gelingt es, mit gekonntem literarischem Bewusstsein die Geschichte des Sündenfalls in unsere Zeit zu projizieren ohne belehrend zu wirken. Er porträtiert zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten und verbindet sie auf zauberhafte Weise miteinander. Die Handlung reicht von Brasilien über Australien bis Österreich, Deutschland und die Niederlande, wobei Nooteboom sein Talent als Reiseautor unter Beweis stellt. Durch die spannende Selbstreflexion des Autors auf sein eigenes Werk in Prolog und Epilog wird der Leser schließlich aus der weiten Welt in die Gegenwart zurückgeholt. Wunderbar!

Kundenbewertungen

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In fernen Ländern
von Polar aus Aachen am 29.07.2008

Auf Paradiese versteht sich Cees Nooteboom. Er hat sie auf seinen Reisen zu Gesicht bekommen, ihre Vergänglichkeit erfahren und sie in seinem Werk bewahrt. Die Geschichte Almas, die ein schreckliches Schicksal in Sao Paulo ereilt, ist auch der Versuch einer Heilung. Das Paradies wird es schon schaffen, der Ort,... Auf Paradiese versteht sich Cees Nooteboom. Er hat sie auf seinen Reisen zu Gesicht bekommen, ihre Vergänglichkeit erfahren und sie in seinem Werk bewahrt. Die Geschichte Almas, die ein schreckliches Schicksal in Sao Paulo ereilt, ist auch der Versuch einer Heilung. Das Paradies wird es schon schaffen, der Ort, der ein Leben lang auf einen wartet, den es nur zu finden gilt. Für sie ist es Australien. Von klein auf hat sie sich dorthin gesehnt. Was liegt näher, als hinzufliegen? Nootebooms Roman ist die Geschichte einer Vertreibung, einer Suche, einer Ernüchterung. Das Australien, das Alma zu kennen glaubt, ist untergegangen. Nicht nur weil sie sich selbst mitbringt, auch weil das wahre Paradies in ihr lebt. Selbst an einem entlegenen Strand hinterläßt der Mensch Spuren, denen die nächsten Menschen folgen. Das Paradies ist längst besiedelt. Und so warnt Alma die Leser davor, den Garten Eden da draußen zu suchen, ihn lieber in sich zu bewahren. Cees Nooteboom ist eine poetisch anrührende Geschichte über das Suchen und Finden gelungen.