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Mein Name ist Marytė

Roman

Bibliothek der Entdeckungen Band 9

Alvydas Šlepikas

(2)
Buch (Taschenbuch)
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Beschreibung

Einer beginnt den Krieg, einer geht als Sieger hervor, Witwen und Kinder aber zählen stets zu den Verlierern. Der Zweite Weltkrieg fand ein Ende, sie haben ihn verloren, denn die Gefallenen waren ihre Väter, die Witwen ihre Mütter. Die Welt war voller Wut und ermattet. Und sie – nur Kinder. Wolfskinder. Alvydas Šlepikas’ Roman 'Mein Name ist Maryteÿ' erzählt in berührender Weise die lange in Vergessenheit geratene Geschichte ostpreußischer Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Einmarsch der Roten Armee. Von Hunger und materieller Not getrieben, gingen sie über die Memel nach Litauen, um dort bei Bauern um Essen und Obdach zu betteln oder auch bei diesen für Brot und Unterkunft zu arbeiten. Der Roman beruht auf langen Gesprächen des Autors mit diesen Wolfs kindern, von denen nicht wenige von litauischen Familien großgezogen wurden und einige bis heute im Land leben. Ein Buch über Liebe, Mitgefühl und Erinnerung.

ALVYDAS ŠLEPIKAS, geb. 1966, studierte am Staatlichen Konservatorium (heute Musik-Akademie) Schauspiel (bis 1992) und Regie (bis 1994). Regisseur, Drehbuchautor für Kino- und Fernsehfilme sowie TV-Serien. Gedichtbände 'Taika tavo kraujui' (Friede deinem Blut, 1997), 'Tylos arte· jantis' (2004), Prosaband 'Lietaus dievas' (Der Regengott, 2005). Der Roman 'Mein Name ist Maryteÿ ' (2012) wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Autor lebt in Vilnius.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 01.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-96311-123-5
Verlag Mitteldeutscher Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,3/1,7 cm
Gewicht 275 g
Illustrator Helmut Stabe
Übersetzer Markus Roduner
Verkaufsrang 121538

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Kundenbewertungen

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Bedrückend, schockierend, deprimierend – aber wichtig. Ein Buch, das man haben – und lesen! – sollte.
von einer Kundin/einem Kunden aus Naumburg am 14.01.2018
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

„Mein Name ist Marytė“ ist ein bedrückendes, stellenweise schockierendes und deprimierendes Buch, aber ein wichtiges Buch. Šlepikas erzählt die Geschichte Renates, eines wohl sechsjährigen, deutsch-stämmigen Mädchens aus Ostpreußen, das im Winter 1946/47 von der Mutter und den Geschwistern getrennt wird und nun als ‚Wolfski... „Mein Name ist Marytė“ ist ein bedrückendes, stellenweise schockierendes und deprimierendes Buch, aber ein wichtiges Buch. Šlepikas erzählt die Geschichte Renates, eines wohl sechsjährigen, deutsch-stämmigen Mädchens aus Ostpreußen, das im Winter 1946/47 von der Mutter und den Geschwistern getrennt wird und nun als ‚Wolfskind‘ hungernd und frierend durch die Wälder Ostpreußens streift. In Litauen, so heißt es, lebten freundliche Leute, die den Kindern Arbeit und Essen gäben. Und so machen sich mehrere Wolfskinder auf, um dort ihr Heil zu finden – was nicht immer gelingt. --x-- Šlepikas‘ Erzählstil ist seiner Profession als Drehbuchautor geschuldet – und gewöhnungsbedürftig. Das Buch liest sich wie eine Regieanweisung: nüchtern, distanziert, anfangs auch gehetzt. Ich muss gestehen, dass ich bis zum Schluss nicht recht ‚in das Buch hineingefunden‘ habe. Ein großer Erzähler ist Šlepikas sicher nicht, aber ein guter Dokumentator. Ihm ist es gelungen, eine offenbar große Zahl von Einzelschicksalen solcher Wolfskinder, die er interviewte, zu einer eindrücklichen Geschichte zu verdichten und sie so der Nachwelt zu erhalten – dafür gebührt Šlepikas Ehre und Dank. (Peinlich berührt hat mich Šlepikas‘ Bemerkung im Nachwort, dass offenbar selbst junge Deutsche mit dem Begriff ‚Wolfskind‘ eher Tarzan-Stories verbinden als die Leiden ihrer Großeltern-Generation.) Šlepikas widersteht der Versuchung, die Erzählung durch Schilderung von Gewalt ‚aufzupeppen‘ als auch in ethnisch-nationale Gut-Böse-Klischees zu verfallen. Hier geht es um Kinder, denen, wenn nicht das Leben, so doch die Kindheit genommen wurde. --x-- Šlepikas‘ Erzählung wurde in Litauen 2012 zum „Buch des Jahres“ gekürt. Die deutsche Übersetzung erschien 2015. Sie wurde von Markus Roduner besorgt und ist weitgehend hervorragend gelungen – und das trotz des schwer nachzuvollziehenden Partizipienreichtums des Litauischen und der landläufigen Tendenz zur Reihung von Substantiven. Das Buch hat knapp 200 Seiten. Es erschien 2015 im Mitteldeutschen Verlag und ist von außerordentlicher Qualität: hochwertiger Einband, passende Illustrationen (Kinderspielzeug der Zeit). Ein Buch, das man haben – und lesen! – sollte.

super
von einer Kundin/einem Kunden aus Kamenz am 28.11.2015
Bewertet: Einband: Kunststoff-Einband

Dies ist ein tolles Buch. Es ist gut geschrieben und man will eigentlich gar nicht aufhören mit lesen. Am Anfang sehr fesselnd, danach fällt die Spannungskurve. Leider ohne konkretes Ende. Habe auch noch kein Nachfolgewerk gefunden, in welchem sich auflöst, was mit den beschriebenen Charakteren geschieht. Meiner Meinung nach Pfl... Dies ist ein tolles Buch. Es ist gut geschrieben und man will eigentlich gar nicht aufhören mit lesen. Am Anfang sehr fesselnd, danach fällt die Spannungskurve. Leider ohne konkretes Ende. Habe auch noch kein Nachfolgewerk gefunden, in welchem sich auflöst, was mit den beschriebenen Charakteren geschieht. Meiner Meinung nach Pflichtliteratur für die 9./10. Klassenstufe.


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  • Haben Sie Erbarmen mit mir, mein Herr, haben Sie Mitleid, Gott wird es Ihnen vergelten, mein Kind ist schon kräftig, es kann arbeiten, fürchtet die Arbeit nicht, ich gebe es schweren Herzens weg, aber da sind noch vier, die auf mich warten, später, wenn es nicht mehr gebraucht wird, kann es heimkommen. Der Bauer, dick und mit Schnauzbart, mustert schließlich das Kind von allen Seiten, prüft die Zähne, hebt die Arme, und kommt zum Schluss, das Kind sei zu mager, er ist nicht einverstanden. Die Bauersfrau, vielleicht um sich nicht grämen zu müssen, bemüht sich nicht hinzuhören, lädt alles, was nicht verkauft wurde, auf den Wagen - sie wollen nach Hause fahren. Geh, geh, Weib, wie soll er denn nach Hause kommen, wo dich finden? Das Kind ist ein ganz liebes, aber wir sterben vor Hunger, wir sterben, kein Überleben, wie soll ich die Kleinen durchfüttern, nimm, mein Herr, meinen kleinen Sohn, nimm ihn, nur ein halber Sack Kartoffeln? Wozu sollte ich ihn brauchen, wozu? Was für ein Arbeiter soll aus ihm werden - klein und schwach, den muss man aufpäppeln, da ist nichts zu machen, ich bin nicht der Herrgott ...