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Der Tod ist ein mühseliges Geschäft

Roman. Ausgezeichnet mit der Naguib Mahfouz Medal for Literature 2013

Khaled Khalifa, einer der bedeutendsten arabischen Autoren, schreibt aus seiner Heimat Damaskus über aktuelle Verwüstungen und zeitlose Hoffnungen: ein außergewöhnlicher Road-Trip durch ein zerstörtes Land.

Eine Reise durch Syrien der besonderen Art: Die drei Geschwister Fâtima, Hussain und Bulbul bringen in Hussains Minibus ihren verstorbenen Vater in dessen Heimatdorf. In früheren Zeiten kein Problem, im Krieg eine fast unlösbare Aufgabe: Das Land ist durchsetzt von Straßensperren konkurrierender Kampftruppen, und den Reisenden stellen sich geradezu skurrile Hindernisse in den Weg. Während der langen Fahrt von Damaskus im Süden bis in das väterliche Dorf nördlich von Aleppo hängen die drei Geschwister ihren Erinnerungen an das Familienleben nach ...
Portrait
Khaled Khalifa wurde 1964 in Aleppo, Syrien geboren. Er studierte Jura an der Universität Aleppo und war Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Alif". Mitglied des zu Beginn der achtziger Jahre gegründeten "Literarischen Forums" an der Universität Aleppo. Er ist Autor von zahlreichen Romanen und Drehbüchern für Kinofilme. Er lebt in Damaskus. Shortlisted für den International Prize for Arabic Fiction, ausgezeichnet mit der Naguib Mahfouz Medal for Literature.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 19.11.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-27433-6
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 19/12,6/2 cm
Gewicht 197 g
Originaltitel al-Maut ˁamal šāqq
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Hartmut Fähndrich
Verkaufsrang 14264
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Nach Hause

Simone Büchner, Thalia-Buchhandlung Coburg

Der Tod ihres Vaters und dessen Wunsch, in der Heimat neben seiner Schwester bestattet zu werden, bringt drei Geschwister dazu, mit ihm quer durch das kriegsgebeutelte Syrien zu fahren. Klimatische Bedingungen und die lange Dauer der Reise setzen den Geschwistern und dem Toten zu. Immer die Würde des Verstorbenen im Blick, Kilometer um Kilometer Checkpoint für Checkpoint, sind sie der Willkür des Militärs ausgeliefert, aber auch sich selbst. Während die Geschwister Vergangenes analysieren, machen sie sich Gedanken, ob die Familie noch fortbesteht. Für uns Leser ist es keine vergnügliche Reise und schon gar kein bequemes Buch - aber ein gutes. Dabei einprägsam und schockierend mit eindrücklichem Schreibstil. Khaled Kalifa studierte in seiner Heimat Syrien Jura und ist Autor zahlreicher Romane. „Der Tod ist ein mühseliges Geschäft“ ist sein erstes Buch in deutscher Übersetzung. Ich hoffe auf weitere.

Außergewöhnlicher Road-Trip...

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Ein syrischer Autor, der noch immer dort lebt und nun seinen ersten Roman in deutsch veröffentlicht hat. Einen Roman, der so anrührend, so brutal und wider aller Erwartung tatsächlich auch komisch berichtet aus dem Zentrum eines so gebeutelten Landes und seiner Menschen, dass man als Leser dieses umwerfenden Buches dieses am liebsten all jenen zur Pflichtlektüre anraten würde, die Syrien und seine Menschen nur noch als lästigen Störfaktor betrachten.

Kundenbewertungen

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Ein gutes Buch.
von Jan Benz am 30.11.2019

(Bis auf die Tatsache, daß statt ‚wie ein tanzender Derwisch‘, weil auf eine Frau bezogen, ernstlich „wie eine tanzende Derwischin“ verwendet wird (S. 127)- Ein Lektorat, das solchen sprachlichen Blödsinn gutheißt, verdient seinen Namen nicht. Zumal sich damit der Beschrieb der Selbstverbrennung der Schwester nicht mehr tragisch... (Bis auf die Tatsache, daß statt ‚wie ein tanzender Derwisch‘, weil auf eine Frau bezogen, ernstlich „wie eine tanzende Derwischin“ verwendet wird (S. 127)- Ein Lektorat, das solchen sprachlichen Blödsinn gutheißt, verdient seinen Namen nicht. Zumal sich damit der Beschrieb der Selbstverbrennung der Schwester nicht mehr tragisch, vielmehr lächerlich liest. Ärgerlich!)

Leben in Syrien!
von Connie Ruoff am 21.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

„DER TOD IST EIN MÜHSELIGES GESCHÄFT“ VON KHALED KHALIFA 2. ZUM INHALT Es ist ein Buch über den Tod. Es ist ein Buch über Traditionen, die Seelen brechen. Es zeigt die Liebe, die in der Poesie überlebt als Sehnsucht einer erbarmungslosen Tradition. Ich habe mir das Buch bewusst ausgesucht, um mehr über Syrien und den K... „DER TOD IST EIN MÜHSELIGES GESCHÄFT“ VON KHALED KHALIFA 2. ZUM INHALT Es ist ein Buch über den Tod. Es ist ein Buch über Traditionen, die Seelen brechen. Es zeigt die Liebe, die in der Poesie überlebt als Sehnsucht einer erbarmungslosen Tradition. Ich habe mir das Buch bewusst ausgesucht, um mehr über Syrien und den Krieg zu erfahren. Khaled Khalifa zeigt dem Leser ein Land, dessen Einwohner alltäglich mit der Vergänglichkeit und dem Tod konfrontiert sind und auch mit dem eigenen Tod rechnen. Es ist nicht die Frage, ob der Tod zuschlägt, sondern wann er dich mit der Gewalt des Krieges ereilt! „Der Tod ruft wirklich keine Emotionen mehr wach, er ist eher eine Erlösung, die den Neid der Lebenden weckt.“ Oder „Im Krieg ist ein Leichentransport ein normales Ereignis, das nur den Neid der Menschen weckt, deren Leben nicht anderes ist als quälende Todeserwartung. Khalid Khalifa aerzählt in Bildern, wie sieben Jahre Krieg das Land verändert haben. Damals wurde ein Leichnam in allen Würden und im angemessenen Zeitrahmen, an einem speziell dafür ausgesuchten Platz bestattet. Heute gehört zum Alltag, dass jeden Tag Soldaten oder oppositionelle Kämpfer ihr Leben lassen und manche in einem Massengrab die letzte Ruhe finden. „Die Söhne der Revolution sind überall zu Hause.“ Und genau hier beginnt die Geschichte: Einer der alten Kämpfer der Opposition starb eines natürlichen Todes und hat den Wunsch neben seiner Schwester bestattet zu werden. Seine zwei Söhne und seine Tochter machen sich auf den Weg. An diesem Haupthandlungsstrang entlang spricht Khaled Khalifa über alte Traditionen, wie arrangierte Ehen, das Werben um den Liebsten, den „Strauß rechtzeitig aus dem Fluß zu holen“ und Märtyrer. „Lieber verbrenn ich mich“, hatte sie erklärt, „als einen Mann zu heiraten, der nach verrotteten Zwiebeln stinkt.“ entschied die Schwester des Toten, bei der er bestattet werden möchte. Dem Leser wird ein Frauenbild gezeigt, was für mich schwer zu greifen war. Auf der einen Seite diese blumige Poesie und Lyrik und auf der anderen Seite eine Tradition, die keinen Raum für einen freien Willen lässt. Durch das Eingepfercht-Sein in der Situation und dem Minibus, ertragen die Geschwister kaum die Leere zwischeneinander. Der Vater hat keinem von ihnen wirklich Anerkennung gezollt. Er hielt sie für schwach. Die Brüder und ihre Schwester hingegen verbringen desillusioniert den Alltag, täglich mit dem Ziel zu überleben. Und obwohl der Krieg dem Leser gegenwärtig ist, zaubert uns der Autor immer mal wieder ein ironisches Lächeln auf die Lippen. Sei es weil, der Leichnam als Terrorist verhaftet wird oder über die unbeholfenen männliche Annäherungsversuche. 5/5 Punkten 3. SPRACHLICHE GESTALTUNG Khaled Khalifa nimmt den Leser mit auf ein poetisches Roadmovie, dessen deutsche Übersetzung von Hartmut Fähndrich, die Poesie beibehält. Hier wird das Leben in einer Hölle mit himmlischen Worten beschrieben. Das Buch ist in drei Teile gegliedert. 1. Ach wärst du doch ein Kümmelsack 2. Ein Blumenstrauß, der auf dem Fluß dahintreibt. 3. Bulbul fliegt in einem engen Raum. 5/5 Punkten 4. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUN „Der Tod ist ein mühseliges Geschäft“ von Khaled Khalifa, aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich, hat 224 Seiten, einen fester Einband: und ist am 24.04.2018 unter der ISBN 9783498047023 bei Rowohlt im Genre: Romane erschienen. 5/5 Punkten 5. FAZIT Khaled Khalifa lässt mich betroffen zurück. Ein syrischer Autor, dessen Bücher im eigenen Land verboten sind. Ein Autor, der das Schicksal seiner Protagonisten teilt. Er harrt in Syrien aus. Ausnahme ist mal eine Lesereise. Ein Autor, der die Realität und die Verwesungsgerüche teilt. Ich habe diesmal den Inhalt mit den Protagonisten zusammen genommen. Es erschien mir passender. Die eigentliche Hauptfigur ist der verstorbene Vater und die Odyssee durch das von ihm über alles geliebte Land. Ich habe gelesen, es sei ein Requiem für Syrien. Das finde ich überhaupt nicht. Ich finde, das Buch ist ein Liebeslied an ein Land, das der Krieg mit allen seinen Erscheinungen vergraben hat und ein Aufruf es wieder aufleben zu lassen. Leseempfehlung! Ich erinnere nochmals daran, dass es ein Buch über Krieg und seine Erscheinungsformen ist. Manche Szenen sind abscheulich. Es ist kaum zu glauben, was der Krieg aus einzelnen Menschen macht!