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Die Mühlen der Zivilisation

Eine Tiefengeschichte der frühesten Staaten

James C. Scott

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Beschreibung

Uns modernen Menschen erscheint die Sesshaftigkeit so natürlich wie dem Fisch das Wasser. Wie selbstverständlich gehen wir und auch weite Teile der historischen Forschung davon aus, dass die neolithische Revolution, in deren Verlauf der Mensch seine nomadische Existenz aufgab und zum Ackerbauer und Viehzüchter wurde, ein bedeutender zivilisatorischer Fortschritt war, dessen Früchte wir noch heute genießen.
James C. Scott erzählt in seinem provokanten Buch eine ganz andere Geschichte. Gestützt auf archäologische Befunde, entwickelt er die These, dass die ersten bäuerlichen Staaten aus der Kontrolle über die Reproduktion entstanden und ein hartes Regime der Domestizierung errichteten, nicht nur mit Blick auf Pflanzen und Tiere. Auch die Bürger samt ihren Sklaven und Frauen wurden der Herrschaft dieser frühesten Staaten unterworfen. Sie brachte Strapazen, Epidemien, Ungleichheiten und Kriege mit sich.
Einzig die »Barbaren« haben sich gegen die Mühlen der Zivilisation gestemmt, sich der Sesshaftigkeit und den neuen Besteuerungssystemen verweigert und damit der Unterordnung unter eine staatliche Macht. Sie sind die heimlichen Helden dieses Buches, das unseren Blick auf die Menschheitsgeschichte verändert.

"Scott trifft den Nagel auf den Kopf, indem er aufdeckt, welch erschütternden Preis unsere Vorfahren für die Zivilisation und politischeOrdnung gezahlt haben."
Financial Times 27.11.2018

James C. Scott, geboren 1936, ist Sterling Professor of Political Science und Direktor des agrarwissenschaftlichen Programms der Yale University. Er ist Fellow der American Academy of Arts and Sciences und war Fellow sowohl am Wissenschaftskolleg zu Berlin als auch der Guggenheim Stiftung. Seine Bücher zur Geschichte der Staatlichkeit sowie zu Widerstandsbewegungen gelten bereits heute als Klassiker und sind vielfach preisgekrönt. Zuletzt erhielt er 2015 den Benjamin E. Lippincott Award der American Political Science Association und 2018 schließlich den Prize for High Achievement in Political Science von der International Political Science Association für sein Lebenswerk..
Horst Brühmann, geboren 1951 in Borken, studierte Philosophie, Politik- und Literaturwissenschaft in Frankfurt am Main. Er war als Lehrbeauftragter an der Universität in Frankfurt am Main und Lektor im wissenschaftlichen Lektorat tätig. Heute arbeitet er hauptberuflich als Übersetzer für wissenschaftliche Texte.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 329
Erscheinungsdatum 17.06.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-58729-4
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 22,3/14,7/3,4 cm
Gewicht 503 g
Originaltitel Against the Grain. A Deep History of the Earliest States
Auflage 2
Übersetzer Horst Brühmann
Verkaufsrang 77383

Kundenbewertungen

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Sehr spannend und überzeugend
von einer Kundin/einem Kunden am 26.09.2019

Es ist selten, dass mich ein Buch auf Anhieb derart überzeugt hat wie das Buch von James C. Scott. Der Autor traut es sich zu, nicht die gewohnten Denkpfade abzuschreiten. James C. Scott ist Professor für Politikwissenschaft und Anthropologie an der Yale Universität. Das Buch entstand aus einer Vortragsreihe, die er zur Staatenb... Es ist selten, dass mich ein Buch auf Anhieb derart überzeugt hat wie das Buch von James C. Scott. Der Autor traut es sich zu, nicht die gewohnten Denkpfade abzuschreiten. James C. Scott ist Professor für Politikwissenschaft und Anthropologie an der Yale Universität. Das Buch entstand aus einer Vortragsreihe, die er zur Staatenbildung in der Frühgeschichte konzipierte. Aus gegebenen Anlass arbeitete er sich durch die neueren Forschungs- und Ausgrabungsmaterialien der betreffenden Wissenschaften. Auch wenn die traditionellen Politik- und Geschichtswissenschaften die Staatenbildung als einen Akt der Vernunft bzw. des Verstandes beschreiben, der aus einem rationellen Kalkül heraus - ökonomischer, organisatorischer oder ökologischer Natur - die Gründung von Staatsgebilden forcierte, so zog Scott aus dem empirisch, archäologischen Material andere Schlüsse. Es scheint, dass die Sesshaftigkeit des Menschen, die Domestizierung von Tieren und Pflanzen wie die daraus folgende Nahrungsumstellung aus Gewalthandlungen resultiert, die sich zu Staaten manifestierten. James C. Scott liest sich so erfrischend wie Adorno, Foucault, Derrida oder Agamben.


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