Was uns zusammenhält

Eine Naturgeschichte der Gesellschaft

Mark W. Moffett

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Beschreibung

Wenn sich ein Schimpanse in das Gebiet einer anderen Gruppe wagt, wird er ziemlich sicher getötet. Aber ein New Yorker kann angstfrei durch Los Angeles streifen. Wie ist das möglich, wo Psychologen doch behaupten, die ideale Größe für friedliches Zusammenleben seien Gruppen von maximal 200 Personen? Wie schaffen wir es, als Weltgemeinschaft zusammenzuleben?
In seinem bahnbrechenden Buch verbindet der Biologe Mark W. Moffett Erkenntnisse aus Psychologie, Soziologie und Anthropologie zu einer großen Erklärung, was Gesellschaften zusammenhält. Er untersucht die Spannungen zwischen Gruppenidentität und Anonymität und zeichnet nach, wie sich Gesellschaften entwickeln, funktionieren und dann untergehen. Und er zeigt, was es braucht, um unsere Gesellschaft zu erhalten.

wer an dem Wesen des menschlichen Miteinanders interessiert ist, [...] der findet hier auf praktisch jeder Seite Spannendes.

Sebastian Vogel, geboren 1955 in Berlin, ist promovierter Biologe und langjähriger Übersetzer. Neben den Werken Neil Shubins hat er Bücher von Richard Dawkins, Jared Diamond, Stephen Jay Gould und Steven Pinker ins Deutsche übertragen.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 688
Erscheinungsdatum 24.04.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-002385-8
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/15,2/4,3 cm
Gewicht 808 g
Originaltitel The Human Swarm. How Our Societes Arise, Thrive, and Fall
Abbildungen im 8-seitigen Bildteil
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Sebastian Vogel

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Warnung! Klingt logisch, ist es aber nicht.
von S.A.W aus Salzburg am 07.05.2019

Moffett ist einer der führenden Soziobiologen, ein Schüler von E.O.Wilson, der das Verhalten von Ameisenstaaten untersuchte, um die biologischen Wurzeln tierischen Sozialverhaltens zu entdecken. Das weckte schon vor 40 Jahren Befürchtungen, dass die menschliche Gesellschaften sich in Richtung normierter Ameisenstaaten entwickeln... Moffett ist einer der führenden Soziobiologen, ein Schüler von E.O.Wilson, der das Verhalten von Ameisenstaaten untersuchte, um die biologischen Wurzeln tierischen Sozialverhaltens zu entdecken. Das weckte schon vor 40 Jahren Befürchtungen, dass die menschliche Gesellschaften sich in Richtung normierter Ameisenstaaten entwickeln würden, was Gottseidank nicht funktioniert. Legitim war Wilsons Forschung, weil die Insekten uns Menschen in der Staatenbildung vorausgegangen und damit sehr erfolgreich sind. Die zentrale Erkenntnis ist, dass Ameisen mit Hilfe biochemischer Geruchsmarker funktionieren und das trifft in einemgewissen Ausmaß auch auf uns Menschen zu. Moffett glaubt nun, einen genialen Schachzug zu machen, indem er von Schimpansengruppen auf die menschliche Staatenbildung schließt. So wie Konrad Lorenz das Instinktverhalten von Vögeln entdeckte, gibt es bei Schimpansen eine instinktgesteuerte Art der Gruppenbildung, die die Obergrenze der Gruppengrößen reguliert, damit das Revier nicht überweidet wird. Wird eine Gruppe zu groß, teilt sie sich in 2 Gruppen auf, etwa bei 90 bis 150 Individuen. Können sie nicht in neue Reviere ausweichen, führen die 2 Gruppen dann gegeneinander Krieg um das Revier. Das kann bis zur Ausrottung einer Gruppe gehen. Ziel der Kämpfe ist die Reduktion der Individuen auf eine umweltverträgliche Anzahl. Nun macht Moffett einen „genialen“ Kurzschluss. Der Krieg der Schimpansen scheint ihm eine stringente Erklärung der menschlichen Kriegsbereitschaft zu sein, mit dem Unterschied, dass Menschen durch Eroberung und Versklavung anderer Stämme zu riesigen Staaten anwachsen können. Das deckt sich mit der herrschenden Philosophie, dass Nationen durch Kriege und Gewalt entstehen und beides daher notwendig ist. Hier geht Moffett dem alten Heraklit auf den Leim und meint, er habe soziobiologisch bewiesen, dass der Krieg der Vater aller Dinge sei, weil er im Tierreich keine Verschmelzung von 2 unterschiedlichen Stämmen findet. Also können menschliche Gesellschaften nur wachsen, wenn ein Stamm den anderen „auffrisst“ und ihm seine soziologischen Marker aufzwingt. Klingt logisch, zeugt aber nur von der Unkenntnis des Autors in Geschichte, Soziologie und Psychologie. Der Krieg als Staatengründer scheint zwar in der Geschichte der letzten 6000 Jahre zu stimmen, in der Patriarchen die ganze Welt mit Gewalt eroberten – unter anderem auch die Habitate der Schimpansen in Gabun, denen durch die menschliche Einengung ihres Lebensraums nichts anderes übrigblieb, als die Vernichtungsstrategie der Menschen zu übernehmen. Moffett hat aber keine Ahnung von matrifokalen Stämmen und von menschlichen Gesellschaften vor der patriarchalen Entartung durch Überbevölkerung. Schlimmer: Er kennt nicht einmal Tierbiotope, die sich unbeeinflusst vom Menschen entwickeln konnten und begeht daher den Zirkelschluss, dass vom Menschen beeinflusstes Tierverhalten das echte Tierverhalten sei. So schwindelt er patriarchalisches Denken in die Biologie hinein und übersieht den Widerspruch in seiner Argumentation: Biologisch hat die Tötung anderer Stämme die Funktion, die Überbevölkerung und damit die Überweidung der Nahrungsbasis zu verhindern. Das Patriarchat macht aber das genaue Gegenteil, indem es durch erzwungene Fruchtbarkeit der Frau ständig die Übernutzung der Ressourcen erzwingt, bis ein Biotop nach dem anderen zusammenbricht. Das hat mit Biologie nun wirklich nichts zu tun, ist im besten Fall eine Entartung biologischen Verhaltens, das immer wieder zum Zusammenbruch von Zivilisationen führt und zurzeit die Weltzivilisation und alle vorhandenen Biotope der Erde bedroht. So wie jeder Reduktionismus ist Moffetts biologischer Reduktionismus ein Irrglaube. So kann man die Soziologie des Menschen ebenso wenig erklären, wie Teilchenphysiker zu kosmologischen Welterklärern aufsteigen können. Es ist zwar derzeit beides groß in Mode, stiftet aber nur Verwirrung, weil es nicht funktioniert und nicht funktionieren kann, weil dabei alle Emergenz-Phänomene komplexer Systeme ausgeblendet werden. Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Die Unterdrückung der Frauen"

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